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Grammophone in BildernGrammophongalerie


Josè Melzak - Kapelle Melzak



MELZAK, Henry
Pianist, Kapellenleiter,

(* Warschau, ca. 1892; † vermutlich in einem KZ, ca. 1943)


Henry Melzak, ein Cousin des bekannteren José Melzak, leitete Anfang des Zweiten Weltkrieges eine Kapelle in Paris. Nach der deutschen Besetzung wurde er vermutlich interniert und später in ein Konzentrationslager im Osten des Reiches deportiert und umgebracht.

MELZAK, Ludwig „Leo“
Pianist, Kapellenleiter,

(* Warschau, 23. September 1889; † verschollen während einer Tournee 1942)


Leo Melzak ist kein Verwandter des Pianisten und Kapellenleiters José Melzak. Nach Angaben der Familie studierte Ludwig bei seinem Vater zunächst Violine. Dieser soll auch am russischen Zaren hof aufgetreten sein, bevor sich die Familie in Warschau niederließ.




Seine Frau Norma, ebenfalls Musikerin, wurde 1900 in der Nähe von Minsk, Weißrussland geboren. Ihr Mädchenname war Baskind. Möglicherweise bestand eine Verwandtschaft zu Samuel Baskind = Sam Baskini, welcher nur einige Kilometer entfernt geboren wurde.

Um 1918/19 kam Ludwig Melzak zusammen mit seiner Frau nach Berlin. Im Adressbuch ist er mal als Pianist, dann als Kapellmeister verzeichnet. 1922 wird (in Berlin) ihr Sohn Jacob geboren. Ludwig "Leo" Melzak erreichte nie die Bekanntschaft wie José, möglicherweise spielte er viel im Umland. Auftritte sind z. B. im Mai 1930 zusammen mit Sascha Rosenblatt (Geige) im in dem Berliner Café Boese belegt. Seine Frau trägt mit einem Übersetzungsservice zum Einkommen bei.

Sofort nach der Machtergreifung 1933 wird der Sohn nach Brüssel geschickt. Er sollte seine Eltern nie wieder sehen. Norma und Ludwig Melzak blieben bis circa 1936 in Berlin. Von erspartem kaufte sich das Ehepaar in Wilna/Vilnius, Litauen ein Kino. Die Stadt galt damals als "sicherer Hafen" für jüdische Flüchtlinge aus Europa.

Im Zuge des Krieges wurde die Stadt 1941 von der Wehrmacht eingenommen. Leo Melzak kehrte von einer Konzerttournee Ende 1941 nicht mehr zurück. Vermutlich wurde er verschleppt und ermordet. Die Kommandantur besetzte in Vilnius das Kino der Familie. Norma Melzak wurde 1942 auf offener Straße erschossen.

Der Sohn überlebte den Krieg in Belgien und Frankreich. Später wanderte er in die USA aus. Nachkommen der Familie leben noch heute in Amerika.
Wir danken der Familie herzlichst für ihre Erinnerungen im Schriftverkehr!

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