Foren
Foren > Künstler > Entwicklung des Tonfilms - Filme und Film Stars auf Platte > Entwicklung des Tonfilm
Oskar Messters Tonbilder - Biophon
Wechsle zur Seite   <<      
Moderatoren:SchellackFreak, berauscht, GrammophonTeam, Charleston1966, DGAG, Der_Designer, LoopingLoui
Autor Eintrag
GrammophonTeam
So Sep 02 2012, 20:15 Druck Ansicht
Seitenbetreiber

⇒ Mitglied seit ⇐: So Sep 04 2011, 14:54
Wohnort: Köln
Beiträge: 1824


Der deutsche Filmpionier Oskar Messter entwickelte eines der ersten, marktreifen Nadeltonverfahren für Tonfilme.

Hierzu aus Wikipedia:
Biophon (auch Chronophon), war ein Gerät, um Stummfilme mit dem Ton vom Grammophon zu synchronisieren.

Der Begriff Biophon wurde in Zusammenhang mit Oskar Messters Tonbildern benutzt, die Messter zum ersten Mal am 29. August 1903 im Apollo-Theater in Berlin vorführte. Léon Gaumont hatte fast zur selben Zeit ein ähnliches Tonfilmsystem entwickelt, genannt Chronophon. Bei den Tonbildern handelte es sich um stumme Filme, die mit Ton oder Musik von einem Grammophon gezeigt wurden, wobei Messter den zuvor handbetriebenen Vorführapparat motorisierte, um ihn mit dem Grammophon zu synchronisieren.

In Berlin und anderen deutschen Städten baute Messters Biophon-Kinos. 1904 stellte Messters ein Biophon-Theater auf der St. Louis-Weltausstellung auf und zeigte dort eigens für die Weltausstellung hergestellte englischsprachige Filme.

Um 1908 erreichten die Biophonfilme die Höhe ihrer Popularität, doch drängten weitere Anbieter auf dem Markt, so dass Messter schon 1909 die Produktion von Tonbildern drastisch einschränkte und um 1914 ganz einstellte.





Alexander Girardi - Rauschlied aus "Künstlerblut"
.

Messter-Biophon-Tonbild

Tonaufnahme: Gramophone Concert Record 3-42691
Matrize 9871 u, aufgenommen in Wien, Dezember 1906
mit Orchester unter Leitung des Komponisten Edmund Eysler
Filmaufnahme: Oskar Messter, Berlin
genaues Datum unbekannt, evtl. während Girardis Berliner Gastspiel im Januar 1908
Video- und Audiorestaurierung: Christian Zwarg


Zumindest bei diesem Tonfilm wurde der Ton (die Platte) im Studio vor produziert. Bei der Filmaufnahme bewegte der Schauspieler synchron die Lippen zu der abspielenden Platte.

Auch ein Bild aus dem Messter Studio bei einer Filmaufnahme zeigt ein Wiedergabe Grammophon - wohl auch bei diesem Bild um 1906 (Quelle: Bundesarchiv) wurde wohl der Ton vor produziert.



Die Patentschrift erläutert das Verfahren näher:











Die Aufnahmen wurden von der Grammophon auf 30cm Platten produziert.



Sammlung Rainer Lotz


Ebenfalls aus der Sammlung von Rainer Lotz stammen die folgenden Bilder.

Die Georgia Piccaninnies (of America) waren eine farbige Künstlergruppe die Gesang und Tanz darboten. Sie bereisten Europa von 1903 - 1912





Im Januar 1908 produzierte Oskar Messter einen Tonfilm mit dieser Gruppe. Der Film selber ist leider verschollen, es gibt jedoch noch eine Begleitplatte zu diesem Film auf denen die Georgia Piccaninnies zu hören sind. Das Orchester wird von Bruno Seidler Winkler geleitet.

Coontown´s Ragtime Dance
Messter M.P. 879(Gramophone-mx 315m)


Sammlung Rainer Lotz


Um 1914 stellte Messter die Produktion von Tonbildern ein, einer der letzten erschienenen Tonfilme war 1914 Tanzrivalen.



Sammlung Rainer Lotz


Nach eigenen Angaben soll Messter c. 1500 Tonbilder produziert haben, andere Quellen sprechen von c. 300 Tonfilmen.

Auch: Messter Tonbild von 1908: Ich trete unter Eure Fahnen


[ Bearbeitet Sa Jun 02 2018, 18:48 ]
Nach oben
Wechsle zur Seite   <<       

Forum:     Nach oben

Über Uns

Wir sind mehr als ein Forum! Als eingetragener Verein arbeiten wir an der Beständigkeit unserer Leidenschaft.

Über uns

Wir suchen Dich!

Du schreibst Artikel, möchtest im Forum als Moderator aktiv werden? Dir liegt Social Media. Bewahre Wissen! Wir warten auf dich.

Schreib uns

Tipps

Einsteiger-Ratschläge für optimale Nutzung und wichtige Aspekte beim Grammophon und Schellackplatten-Kauf.

Zu den Informationen