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Foren > Musik, Tanz, Theater und Tonfilm > Klassik
Carmina Burana auf 78
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
alang
Mi Jan 02 2013, 16:33 Druck Ansicht
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 578
Ich suche nach fruehen Aufnahmen der Carmina Burana auf Schellack. Nachdem das Stueck 1937 uraufgefuehrt wurde und scheinbar vom Regime positiv aufgenommen wurde, sollten doch eigentlich jede Menge Schellacks verfuegbar sein. Ich kann aber nichts im Internet finden. Vielleicht suche ich ja auch falsch? Hat jemand hier Information darueber oder vielleicht sogar die eine oder andere Platte in der Sammmlung?

Danke
Andreas
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Starkton
Mi Jan 02 2013, 18:05
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Es gibt Aufnahmen von 1949, gesungen von Dietrich Fischer-Dieskau auf Deutsche Grammophon (Dirigent: Ferenc Fricsay). Habe ich leider nicht, ist mir zu spät. Bei Fischer-Dieskau könnte ich aber schwach werden .... Großartige Stimme.

Gibt es überhaupt frühere Aufnahmen der Carmina Burana?
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alang
Mi Jan 02 2013, 22:54
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 578
Vielen Dank fuer die Info. Das gibt mir wenigstens ein paar Anhaltspunkte zum Suchen. Wuerde mich wundern, wenn ein solch erfolgreiches Stueck erst nach 12 Jahren auf Platte aufgenommen wurde. Aber wer weiss...?
Viele Gruesse
Andreas
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Gast
Do Jan 03 2013, 06:57
Gast
Hallo Andreas,

im Telefunkenhauptkatalog 1939 (Stand Jahresende 1938) findet sich von Orff nur eine Aufnahme, die er 1936 für die Olympiade komponiert hatte.

Es bleibt die Frage, ob das Gesamtwerk "Carmina Burana" gleich 1937 populär wurde.

In der jüngeren Vergangenheit wurde selbst das Chorwerk "O Furtuna" aus der Burana erst durch das Werbefernsehen richtig populär und selbst "Andre Rieu" präsentierte den Chor in seinen volkstümelnden Shows.

Vielleicht darf man nicht den Fehler machen, die große Popularität der Gegenwart auf die Zeit der Entstehung 1937 zu übertragen.

Gruß, Nils

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Willi-H-411
Do Jan 03 2013, 09:54
Dabei seit: Mi Okt 12 2011, 11:42
Wohnort: Ruhrpott
Einträge: 1368
Mal eine aufnahmetechnische Frage: Könnte es sein, daß sich das Werk für die damalige Aufnahmetechnik nicht so geeignet hat? Es hat doch, wenn ich es recht in Erinnerung habe, sehr viele laute Stellen mit hohen Frequenzen. Vielleicht überschritt das die aufnahmetechnischen Möglichkeiten der damaligen Zeit?

Das Reportoire hat sich ja immer auch danach gerichtet, was aufgenommen werden konnte.

VG Willi
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berauscht
Do Jan 03 2013, 10:13
"Urgestein" Autor/Moderator

Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1477
Das Stück kannte wohl damals fast niemand. Nach der Uraufführung 1937 in Frankfurt gab es die zweite Aufführung des Werkes erst 1940 in Dresden. So ist es auch nicht verwunderlich, daß es keine frühen Aufnahmen auf Platte gibt.
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Gast
Do Jan 03 2013, 11:19
Gast
Hallo Willi, hallo Hendrik,

Willi, das Technische kann ich nicht beurteilen, aber gebe zu bedenken, daß es sehr opulente Choraufnahmen durchaus häufig gab (Händels Messias, Beethovens 9.)

Ich vermute auch (wie erwähnt), daß das Orff'sche Werk zeitgenössisch längst nicht so populär war.
Selbst in den 50/60er Jahren gab es noch wenige Aufführungen und Einspielungen.
Es war eine Spezialität für die kleine Gruppe der Musikinteressierten der neuzeitlichen Klassik.

Nachdem der Anfangschor dann in einer Fernsehwerbung auftauchte (Auto, wenn ich mich recht erinnere) wurde der Chor plötzlich populär, in Spielfilmen, beim Fußball oder Boxkampf.
Ich wage zu behaupten, daß über 90% der Bevölkerung "O Fortuna" niemals vorher gehört haben.

Das ist wie mit dem "Kleinen, grünen Kaktus". Ein damals sehr unbekannter Tagesschlager. (Gibt es überhaupt eine weitere Aufnahme als die der Com.Harmonists?)

Ein massentaugliches Comeback erlebte der Schlager durch einen OTTO-Film. Seitdem gilt der Kaktus beim unkundigen Publikum geradezu stellvertretend pauschal für die 20er und 30er Jahre.

Ich ernte regelmäßig ungläubige Gesichter, wenn ich aufkläre, daß der Kaktus damals nie so eine Popularität hatte wie heute...

Diesen Effekt vermute ich auch stark bei der Carmina Burana.

Gruß, Nils

[ Bearbeitet Do Jan 03 2013, 11:20 ]
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alang
Do Jan 03 2013, 14:51
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 578
Vielen Dank fuer die Antworten. Natuerlich weiss ich nicht, wieviel Erfolg Carmina Burana anfangs hatte, aber das heisst ja nicht, dass keine Platten davon gepresst wurden. Laut Wikipedia wurde das Stueck nach anfaenglichen Bedenken von den Nazis begeistert aufgenommen und fuer ihre Zwecke verwendet. Das allein sollte zu Aufnahmen gefuehrt haben denke ich.
Bezueglich spaeterer Bekanntheit, wir haben Carmina Burana in den 60ern und 70ern in der Schule behandelt und es war durchaus Standard und sehr bekannt. Natuerlich bekannt als modernere klassische Musik, nicht als Werbe-Jingle. Fuer mich ist als Qualitaetsmerkmal nicht unbedingt ausschlaggebend, ob jeder Stammtischproll eine Melodie mitgroelen kann.
Gruss
Andreas
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berauscht
Do Jan 03 2013, 17:20
"Urgestein" Autor/Moderator

Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1477
Andreas, hast Du das aus dem deutschen Wikipedia? Bei meinem Seitenabruf, gerade eben, stand so etwas nicht drin.

Andere Quellen sagen, daß dieses Werk damals als undeutsch und pornografisch angesehen wurde, und auch als "bayerische Niggermusik" beschimpft wurde.

[ Bearbeitet Do Jan 03 2013, 17:22 ]
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Gast
Do Jan 03 2013, 18:36
Gast
Markus Bandur von der Albert-Ludwigs-Universität, Freiburg schreibt dazu in einem Sonderdruck (mit Quellenangaben), daß Orff dazu zwei verschiedene Legenden lieferte.

Die Verriss-Version verbreitete er exakt nach Mai 1945.

Viele Künstler versprachen sich nach dem Kriegsende durch Erhöhung oder Erfindung solcher Geschichten von Gegenerschaft und Verfolgung durch "die Nazis" eine bessere Zukunft.

Fest steht, daß Orff bis 1943 gutbezahlte Auftragsarbeiten machte und eine ebensolche Festanstellung in Frankfurt hatte.

In dem Bericht der Uni Freiburg wird auch erwähnt, wann die erste Einspielung der Burana stattfand : 1953 unter Eugen Jochum.

Gruß, Nils

[ Bearbeitet Do Jan 03 2013, 19:12 ]
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Starkton
Do Jan 03 2013, 19:55
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Hier kann man einen Auszug aus der Carmina Burana, Gesang Dietrich Fischer-Dieskau, mit dem RIAS-Symphonie-Orchester Berlin unter der Leitung von Ferenc Fricsay von Dezember 1949 hören.

Ganz unten, Stück 29: Link - Hier klicken

Wenn ich die bisherige Diskussion verfolge dürfte das ein guter Kandidat für eine Ersteinspielung sein.
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Gast
Do Jan 03 2013, 20:24
Gast
Starkton, leider erfährt man nicht, ob 1949 auch die gesamte Carmina Burana eingespielt wurde und auf kommerzieller Schallplatte veröffentlicht wurde.

Möglich, daß Fischer-Dieskau nur ein Lied aus der umfänglichen Burana aufgenommen hat.

Interessant wäre ja, ob auch der Anfangschor "O Fortuna" 1949 aufgenommen wurde.

Bei der 1953 Version fürDeutsche Grammophon unter Jochum ist das wohl der Fall.

Interessant auch, daß das Gesamtwerk (Quelle Uni Freiburg) viel häufiger aufgeführt wurde, als Orff es in den Nachkriegsangaben angibt. Die Aufführungen bis 1944 sprechen eindeutig gegen irgendwelche Verbote oder Einschränkungen.
1938 Bielefeld
1939 Dresden unter Karl Böhm, 2x in Frankfurt
1941 Köln, München, Aachen unter Karajan
1942 Hamburg und Wien
1943 Göttingen, Köln, Wuppertal
1944 München

Gruß, Nils
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Starkton
Do Jan 03 2013, 21:31
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Gast schrieb ...

Starkton, leider erfährt man nicht, ob 1949 auch die gesamte Carmina Burana eingespielt wurde und auf kommerzieller Schallplatte veröffentlicht wurde.

Möglich, daß Fischer-Dieskau nur ein Lied aus der umfänglichen Burana aufgenommen hat.

Es kann gut sein, dass nur Auszüge aufgenommen wurden. Man müsste das Aufnahmebuch der DGG vom 8. Dezember 1949 und Kataloge der frühen 50er Jahre dahingehend durchforsten. Ich habe dazu leider keine Quellen, ist wie geschrieben nicht meine Zeit.

Es muss jedoch mehr als ein Lied gewesen sein. Hier ist ein Link zu einem zweiten Stück von 1949 aus der Carmina Burana:
Link - Hier klicken

Nachtrag:
Hier ein interessanter Eintrag zur Fricsay und der DGG:
Ende Dezember 1948 schloss er einen Exklusivvertrag mit der Deutschen Grammophon Gesellschaft, für die er im September 1949 die erste Langspielplatte einspielte (5. Symphonie von Tschaikowsky mit den Berliner Philharmonikern). Damit wurde zugleich das Ende der Schellackplattenära eingeläutet. Da das Rundfunkarchiv des RIAS ganz neu angelegt werden musste und die Deutsche Grammophon Gesellschaft ihr Aufnahmerepertoire neu entwickelte, begann nun eine produktive Phase der Erstellung von Aufnahmen. Quelle: Link - Hier klicken

Die Carmina Burana passte offenbar gut in das neue Aufnahmerepertoire. Lief die Aufnahme nur im RIAS vom Tonband? Kann es sein dass ursprünglich eine LP geplant war, diese dann aber nur auszugsweise erschien?? Auf Schellack? Mit 78Upm? Fragen über Fragen ... Interessantes Thema jedenfalls.

[ Bearbeitet Do Jan 03 2013, 21:45 ]
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alang
Do Jan 03 2013, 21:49
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 578
berauscht schrieb ...

Andreas, hast Du das aus dem deutschen Wikipedia? Bei meinem Seitenabruf, gerade eben, stand so etwas nicht drin.

Andere Quellen sagen, daß dieses Werk damals als undeutsch und pornografisch angesehen wurde, und auch als "bayerische Niggermusik" beschimpft wurde.

Ja, deutsche Wikipedia. Es gibt da "Carmina burana" und "Carmina Burana (Orff)". Im letzteren ist folgende Quote:"Speziell in der NS-Diktatur war es populär. Nazigrößen wie Hitler und Goebbels sagten die Carmina Burana von Orff besonders zu."
Richtig interessant wird's dann im Diskussionsteil, da fliegen die Fetzen und Links zu verschiedenen Buechern werden gelistet. Mir ist das eigentlich egal, mich interessiert nur ob's Platten davon gegeben hat oder nicht.

Danke
Andreas
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alang
Do Jan 03 2013, 22:00
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 578
Danke fuer die vielen Informationen und Links. Also bisher scheint 1949 die aelteste Aufnahme zu sein. Das erklaert, warum meine Suche nach Schellackaufnahmen erfolglos war.
Viele Gruesse
Andreas

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Rundfunkonkel
Fr Jan 04 2013, 12:36
Dabei seit: So Jul 03 2011, 16:48
Wohnort: Umkreis Köln
Einträge: 1080
Wenn wir so etwas wie ein Verein wären, könnte man durchaus auch mal beim DRA (Deutschen Rundfunkarchiv) Link - Hier klicken nachfragen, ob vielleicht Mitschnitte irgendwelcher Art vorliegen. Man bedenke allein die gut 5000 Tonbänder aus der Reichsrundfunk-Zeit. Was liegt zusätzlich noch als Eigenmitschnitt der RRG auf Platte vor?

Auch wenn es kaum etwas mit der Carmina Burana zu tun hat: es gibt noch einen Cantus Buranus, welcher sich mehr am mittelalterlichen orientiert (allerdings aus der Neuzeit).
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Starkton
Sa Aug 02 2014, 11:43
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
alang schrieb ...

Also bisher scheint 1949 die aelteste Aufnahme zu sein. Das erklaert, warum meine Suche nach Schellackaufnahmen erfolglos war.

Hier ist die gesuchte Schellackaufnahme. Angeblich vom 16. Februar 1950: Link - Hier klicken
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alang
Di Aug 05 2014, 02:52
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 578
Vielen Dank. Jetzt weiss ich wenigstens wie die Platte aussieht. Ungluecklicherweise weit jenseits was ich fuer eine Platte ausgeben wuerde.

Andreas
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radiobastler
Fr Okt 17 2014, 21:47
Dabei seit: So Okt 30 2011, 17:20
Wohnort: Essen Ruhr
Einträge: 57
Ist schon eine weile her, aber das Problem konnte abschließend nicht geklärt werden.
Die erste vollständige Aufnahme des Werkes ist von 1956, mit dem Kölner RSO unter Wolfgang Sawallisch.
Aufnahme ist auf EMI Classics erschienen CDM 7 64237 2, auf der CD steht "vom Komponisten autorisierte Aufnahme"

Ich habe die CD und die Schallplatte (Vinyl), Aufname ist Mono.
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