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Foren > Schellackplatten > Diskussionskreis Schellackplatten > Technik
Wie eine Schellackplatte hergestellt wird
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Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, Der_Designer
Autor Eintrag
snookerbee
So Feb 03 2013, 17:56 Druck Ansicht
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1737
Leider ein Stummfilm, aber die Bilder sind allemal interessant.



[ Bearbeitet Fr Dez 29 2017, 09:55 ]
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snookerbee
So Feb 03 2013, 18:42
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1737

Der Film zeigt die Herstellung einer Mehrschichtenplatte in einem französischen Werk der Columbia. Ich hätte 2 Fragen dazu.

1. Aus welchem Material besteht die äußere Schicht, in die die Rillen gepreßt werden? Ist das auch Schellack? Im Film wird es "superfine surface material" genannt. (Siehe Teil 3 ab 2:36 und 5:30)

2. Mit welchem Pulver wird der fertig bespielte Wachsrohling vor der Galvanik bestreut und poliert? (Siehe Teil 2 ab 3:05)

Grüße
Claus
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berauscht
So Feb 03 2013, 19:23
"Urgestein" Autor/Moderator

Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1460
Zu 2. siehe Küchenmeister-Thread
Link - Hier klicken
"Gaphitieren der Wachsplatte"
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Formiggini
So Feb 03 2013, 19:38
Seitenbetreiber

Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1759
Bei Columbia bestand die äußere Schicht aus besonders hochwertigem Schellack, während der innere Kern entweder aus Pappe oder einem minderwertigerem Schellackgemisch gefertigt war.
Die Laufruhe (Nebengeräusche) gut erhaltener, laminierter Columbias aus den späten 20er, frühen 30er Jahre ist wirklich erstaunlich!
Grüße
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Webseite
snookerbee
So Feb 03 2013, 20:04
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1737
@Berauscht & Formiggini: Danke für die Antworten!

Das Graphit wird dann wohl als Trennmittel verwendet worden sein, um nach der Galvanik die Silberplatte besser vom Wachs trennen zu können, wenn ich das richtig verstehe.

Ich habe eine Columbia aus Frankreich, bei der ist die Oberfläche seltsam gewellt und obwohl die Platte gut durchspielt, ist der Kern wahrscheinlich aufgequollen und hat diesen Effekt bewirkt, der sich in starkenm Rauschen äußert.

Insgesamt finde ich die Handhabung der Wachsplatten und fertigen Schellacks im Film im Vergleich zu uns Sammlern, die ihre Schätze wie rohe Eier behandeln, sagen wir mal rustikal. Aufschlußreich, wie dort die Schachteln mit den Platten und später die gefüllten Transportkisten behandelt werden, die nur mit etwas Holzwolle ausgepolstert sind. Mich würde interessieren, wieviel Prozent Bruch man damals beim Transport eingeplant hatte.
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Formiggini
So Feb 03 2013, 20:20
Seitenbetreiber

Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1759
Das Graphit wird dann wohl als Trennmittel verwendet worden sein...


Das Graphit wurde benötigt um die Wachsplatte elektrisch leitfähig zu machen. Dies ist Voraussetzung für die Galvanisierung.
( Bei den Edison Gold-Moulded Walzen wurde die für die Galvanisierung benötigte leitfähige Schicht unter Vakuum mittels Goldelektroden aufgedampft.)

Beim Ablösen der Silberplatte (nach der Galvanisierung) wurde die Wachsplatte zerstört.
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Webseite
Willi-H-411
So Feb 03 2013, 21:28
Dabei seit: Mi Okt 12 2011, 11:42
Wohnort: Ruhrpott
Einträge: 1365
Die Wachsplatten wurden (kurze?) Zeit später auch mit einer elektrisch leitenden Schicht bedampft (Silber oder auch Gold). In dem Buch "Schallplatte und Tonband" von Sutaner steht leider nicht drin, ab wann dieses "Kathodenzerstäubungsverfahren" angewendet worden ist.

Auf jeden Fall erzeugt es keinerlei zusätzliches Rauschen, da die so entstehende Oberfläche vollkommen glatt ist. Im Gegensatz zu dem Einpudern mit Graphit- oder Bronzestaub.


Ansonsten: Vielen Dank für diese äußerst interessanten Videos. Ich werde sie mir gleich mal in Ruhe anschauen.

VG Willi
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Limania
So Feb 03 2013, 22:16
Dabei seit: Mo Mai 21 2012, 15:14
Einträge: 1157
Hallo,

auch ohne Ton sind das sehr interessante Videos.
fürs zeigen.

LG Limania
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Grammophonteam
Mo Feb 04 2013, 16:42
Seitenbetreiber

Dabei seit: So Sep 04 2011, 14:54
Wohnort: In den tiefen des Netzes ;)
Einträge: 2084
In dem Film sind viele, sehr interessante Details der Plattenherstellung zu sehen.
Eines könnte erklären, warum kaum Probeaufnahmen (Takes) "überlebt" haben.

Rechts neben der Aufnahme Apparatur kann man erkennen womit Probeaufnahmen noch im Studio abgespielt wurden - mit einem ganz gewöhnlichen Trichtergrammophon!
Verständlich das eine weiche Wachsplatte diese "Behandlung" nur ein einmaliges Abspielen zuließ.
Danach war die Wachsmatrize unbrauchbar.





Dieses Abspielen war jedoch für die Tontechniker die einzige Möglichkeit noch im Studio zu beurteilen ob eine Aufnahme akustisch ausgewogen war, bzw. das Schneidegerät korrekt arbeitete.

Kurz zu den laminierten Platten.
Aus dem Patent No.192107 geht hervor das auch Zelluloid ähnliches Material für die Oberfläche verwendet wurde. Es kam aber ebenso sehr hochwertiges, feines Schellackmaterial zum Einsatz.

Zunächst wurde Papier, bzw. dünne Pappscheiben mit dem Material beschichtet und anschließend unter Hitzeeinwirkung verbacken.

Beim Pressvorgang kam zuunterst solch eine dünne Scheibe, dann das "Füllmaterial" aus sehr grobkörnigem Schellackgemisch oder anderem thermoplastischen Material.
Zuoberst wieder eine Scheibe mit feinem Material.
In eben diese obere Schicht wurden dann die Rillen gepresst.




Die feine Struktur der Oberfläche bewirkte eine Reduzierung der Nebengeräusche.
Ausserdem ließ sich so hochwertiges, teures Gemisch einsparen, da nur die Oberfläche eine sehr feine Struktur haben mußte.

Bereits 1907 experimentierte die Columbia mit diesem Verfahren. Erst 1923 ließ sich aber die British Columbia dieses Verfahren patentieren und führte dann die Columbia "New Process" Recordings ein.

[ Bearbeitet Mo Feb 04 2013, 19:32 ]
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snookerbee
Mo Feb 04 2013, 20:09
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1737

Danke nochmal für die Erklärung der Graphit-Beschichtung. Das war mir tatsächlich bisher nicht so klar. Ich hatte immer angenommen, man hätte die Wachsplatte durch eine Beimengung elektisch leitender Stoffe galvanisch nutzbar gemacht.

Der Grammophontrichter neben der Schneidemaschine war mir auch aufgefallen. Ich mochte mir nicht vorstellen, daß eine Aufnahme vor der Galvanik damit abgespielt werden würde. Ideal für eine Kontrolle wäre ja gewesen, wenn man pro Aufnahme zwei Wachsrohlinge geschnitten hätte. Eine zur Nachkontrolle der musikalischen Einspielung und eine für die Weiterverarbeitung.

Auch interessant ist der große Schrank, in dem die Wachsplatten vor und nach dem Aufnahmeprozeß gelagert wurden. War das ein Wärmeschrank? Wenn ja, mußte auch nach dem Schneidprozeß eine bestimmte Temperatur eingehalten werden?

Grüße
Claus


[ Bearbeitet Mo Feb 04 2013, 20:12 ]
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Formiggini
Mo Feb 04 2013, 20:25
Seitenbetreiber

Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1759
Auch interessant ist der große Schrank, in dem die Wachsplatten vor und nach dem Aufnahmeprozeß gelagert wurden. War das ein Wärmeschrank? Wenn ja, mußte auch nach dem Schneidprozeß eine bestimmte Temperatur eingehalten werden?


Ja, die Wachsplatten wurden zuvor in Wärmeschränken "weich gemacht".
Laut Berichten waren die Aufnahmestudios oft sehr warm - so wurden früher die Wachsplatten während dem Schneidprozess warm gehalten. Teils wurde die Wachsmatrize auch mit einer starken Lampe angestrahlt.
Bei der Tri-Ergon war der Plattenteller des Schneidegerätes beheizt.
Später ging man dazu über den Schneidestichel selber zu beheizen.

Grüße
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Webseite
snookerbee
Mo Feb 04 2013, 23:08
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1737

... mußte auch nach dem Schneidprozeß eine bestimmte Temperatur eingehalten werden?


Im Film wird die Wachsaufnahme nach dem Schneidprozeß wieder in den Wärmeschrank zurück gelegt (Teil 2 ab 1:10).
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berauscht
Di Feb 05 2013, 10:11
"Urgestein" Autor/Moderator

Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1460
In einem Artikel über Platten im Rundfunk wurde erwähnt, daß Wachsplatten bis zu drei mal abgespielt werden konnten.
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Willi-H-411
Fr Feb 08 2013, 11:06
Dabei seit: Mi Okt 12 2011, 11:42
Wohnort: Ruhrpott
Einträge: 1365
Soweit ich weiß, hatte der Rundfunk für seine Sendungen oder für Mitschnitte Wachsplatten (sogenannte "Wachsstöcke") verwendet, die anschließend wieder abgeschliffen wurden. Die wurden aber nicht zur Schallplattenherstellung verwendet. Vielleicht konnten man die bis zu dreimal abspielen, bis die Qualität zu schlecht wurde.

snookerbee, das scheint aber kein Wärmeschrank zu sein, in den die bespielte Wachsplatte gelegt wird. Soweit ich erkennen kann, ist der Schrank aus Holz. Wohl ein Aufbewahrungsschrank für die bespielten Wachsplatten, bis sie weiterverarbeitet werden.

VG Willi

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Grammophonteam
Mi Feb 27 2013, 21:30
Seitenbetreiber

Dabei seit: So Sep 04 2011, 14:54
Wohnort: In den tiefen des Netzes ;)
Einträge: 2084
Aus einer Telefunken Schrift von 1939:

Bei der Aufnahme wird ein in Wärmeschränken sorgfältig temperiertes Wachs geschnitten (der vollkommenste Schnitt wird bei einer ganz bestimmten Temperatur erzielt); in ihm ist die Schallrille vertieft vorhanden. Dieses Wachs, das auch nicht ein einziges Mal unmittelbar abgespielt werden darf (abgehört wird nämlich
die der wirklichen Aufnahme vorhergehende Probeaufnahme), wird nun, damit es im galvanischen Bad mit einem haltbaren Kupferniederschlag versehen werden kann, in einem luftverdünnten Raum nach dem Kathodenzerstäubungsverfahren versilbert.

Früher hat man das Wachs mit Graphit eingepudert, um die Oberfläche leitend zu machen; dieses Verfahren ist inzwischen durch die Versilberung im Vakuum abgelöst worden, weil man auf diese Weise eine vollkommen gleichmäßige, hochglanzpolierte Oberfläche erhält, die keine Spur einer Rauhigkeit aufweist.
Das versilberte Wachs kommt nun in Bad 1; auf ihm wird ein Kupferbelag niedergeschlagen, auf dem sich uns die Schallrille als eine erhabene Spirale darbietet: es ist das Vater-Shell.






Würde man mit dem Vater-Shell Schellackplatten pressen, so würden diese, wie es für das Abspielen notwendig ist, die Schallrillen vertieft aufweisen. Was aber, wenn das Vater-Shell beim Pressen beschädigt wird? (Tatsächlich hält jede Preß-Matrize nur eine bestimmte Zahl von Pressungen aus.) Dann wäre die Aufnahme
verloren, denn das eigentliche Wachs läßt sich natürlich ebenfalls nur eine beschränkte Zeit aufheben.

Deshalb fertigt man vom Vater-Shell zunächst in Bad 2 ein Mutter-Shell, in dem die Schallrillen vertieft vorhanden sind. Da man hiermit nicht pressen kann, wird jetzt im dritten Bad der Sohn- oder Preß-Shell gewonnen, bei dem die Rillen wieder erhaben sind. Mit ihm werden die Schellackplatten gepreßt.
Vom Mutter-Shell kann man beliebig viele Preß-Shells herstellen. Vater- und Mutter-Shell aber kommen ins Archiv; in ihnen wird die Aufnahme ungefährdet für die Nachwelt aufbewahrt.




Graphik Deutsche Grammophon:








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Grüße
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Willi-H-411
Do Feb 28 2013, 10:09
Dabei seit: Mi Okt 12 2011, 11:42
Wohnort: Ruhrpott
Einträge: 1365

Hier ist noch ein interessantes Video:




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VG Willi


[ Bearbeitet Sa Dez 09 2017, 11:09 ]
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Grammophonteam
Sa Aug 10 2013, 12:33
Seitenbetreiber

Dabei seit: So Sep 04 2011, 14:54
Wohnort: In den tiefen des Netzes ;)
Einträge: 2084
Eine unbekannte Dame besingt um 1920 eine Master-Walze bei der Pathe. Im weiteren Prozess wurde die Walze auf eine (Tiefenschriftplatte) um kopiert welche dann im bekannten Verfahren zur Pressung kam.



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RF-Musiker
Mo Aug 19 2013, 21:30
Dabei seit: Do Sep 15 2011, 11:21
Wohnort: Berlin
Einträge: 363

Im Film über Vinylherstellung heißt es, dass die Pressmatritze nicht abgespielt werden kann. Aber im Forum las ich, dass jemand so eine Matritze abspielte (oder war es keine Pressmatritze, sondern nur die Vorstufe?).
Die Szene in der geredet wurde über dupicated copies bei 17:50 hatte ich nicht ganz verstanden. Wozu wurden da in 4-facher Geschwindigkeit Kopien gemacht? Der Ton ist ja sehr dumpf.


[ Bearbeitet Fr Dez 29 2017, 09:58 ]
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Starkton
Mo Aug 19 2013, 22:09
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
In den Jahren ab 1900 wurden mindestens zwei, bei beliebten Titeln auch drei oder vier Negative (Väter) von der Wachsmatrize abgezogen. Manchmal ging die Wachsplatte allerdings schon beim ersten oder zweiten Versuch kaputt.

In Einzelfällen sind auch gebrochene Wachsmatrizen noch galvanisiert wurden. Auf jeder Plattenpressung ist dann das Abbild eines (unhörbaren) Sprungs.

Ein Negativ kam ins Archiv, mit den anderen wurden je etwa 1000 Platten gepresst.
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