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Im Archiv entdeckt: Schallplatte von 1885 mit der einzigen Tonaufnahme von Alexander Graham Bell
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Starkton
Do Apr 25 2013, 10:45 Druck Ansicht
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Okt 05 2011, 21:47
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Beiträge: 1881
Hier ist ein Bericht über die sensationelle Entdeckung einer Schallplatte mit der Stimme des Erfinders des Telephons, Alexander Graham Bell. Er sprach folgenden kurzen Text: "Hear my voice. Alexander Graham Bell."

Bells einzige erhaltene Tonaufnahme ist vermutlich am 15. April 1885 entstanden: Link - Hier klicken

Diese Schallplatte wurde in Tiefenschrift, d.h. in "Phonographenschrift", aufgenommen. Die Mitarbeiter des Volta Laboratoriums, in dem 1885 solche Platten entstanden, brachten die Schallplatte aber nie zur kommerziellen Reife. Dies blieb Emile Berliner mit seinen Schallplatten mit Seitenschrift, vertrieben ab Herbst 1890 in Europa, vorbehalten.

Nachtrag:
Hier ist ein Bild der Platte (Quelle, siehe den Link oben)



[ Bearbeitet So Jun 17 2018, 06:34 ]
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Willi-H-411
Do Apr 25 2013, 12:06
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Da stellen sich mir einige Fragen:

Kann man daraus schließen, daß Berliner die Idee mit der Schallplatte bei Bell abgeschaut hat?

Ist er deswegen vielleicht auch auf Seitenschrift "umgestiefen", um eine Änderung zu Bells Erfindung zu haben?

Weshalb wurde Bells Schallplatte ein Flop?

VG Willi
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Starkton
Do Apr 25 2013, 12:39
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Beiträge: 1881
Willi-H-411 schrieb ...

Da stellen sich mir einige Fragen:

Kann man daraus schließen, daß Berliner die Idee mit der Schallplatte bei Bell abgeschaut hat?

Ist er deswegen vielleicht auch auf Seitenschrift "umgestiefen", um eine Änderung zu Bells Erfindung zu haben?

Weshalb wurde Bells Schallplatte ein Flop?

VG Willi


Die Schallplattenexperimente des Volta Laboratoriums wurden zugunsten der Arbeiten am Graphophon, dem Konkurrenzprodukt zum Phonographen, aufgegeben. Dieses schien Erfolg versprechender. Eine Veröffentlichung der Experimente gab es nicht, deshalb kann Berliner nichts davon gewusst haben.

Allerdings gab das Graphophon, vorgestellt im Juli 1886 in Berliners Wohnort Washington D.C., vermutlich den entscheidenden Impuls zu seiner intensiven und letztlich erfolgreichen Arbeit mit Tonträgern und Abspielgeräten. Hier ist ein Beitrag von mir, der die einzelnen Schritte zur Erfindung des Grammophons durch Emile Berliner detailliert nachzeichnet: Link - Hier klicken

Es sind noch einige kleinere (u.a. Rechtschreib-) Fehler drin und Abbildungen könnte mein Artikel auch gebrauchen. Diese habe ich zwar sehr reichlich bei meinem Vortrag, der die Grundlage dieser Arbeit darstellt, gezeigt, allerdings dürfen diese nicht veröffentlicht werden.

[ Bearbeitet So Jun 17 2018, 06:36 ]
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Willi-H-411
Do Apr 25 2013, 13:44
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Beiträge: 1290
Sehr interessanter Artikel. Ab wann wurde denn aber in Wachs geschnitten? Und wer hat dieses Verfahren nun entwickelt? Berliner hatte es ja wohl aufgegeben.

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Starkton
Do Apr 25 2013, 14:19
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Willi-H-411 schrieb ...

Sehr interessanter Artikel. Ab wann wurde denn aber in Wachs geschnitten? Und wer hat dieses Verfahren nun entwickelt? Berliner hatte es ja wohl aufgegeben.

Eldridge Reeves Johnson, Gründer der Victor Talking Machine Co., experimentierte seit 1898 mit dem Wachsschnittverfahren und perfektionierte es. Erste kommerziell vertriebene Schallplatten wurden am 1. Mai 1900 mit der neuen Technik aufgenommen.
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Willi-H-411
Fr Apr 26 2013, 09:58
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Okt 12 2011, 11:42
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Beiträge: 1290
Wenn Berliner bis ca. 1897 an einem Verfahren gearbeitet hatte, um direkt in eine Wachsplatte zu schneiden und Johnson ab 1898 mit diesem Verfahren experimentierte, kann man daraus schließen, daß Johnson die Entwicklung von Berliner weitergeführt hat?

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Starkton
Fr Apr 26 2013, 10:35
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Okt 05 2011, 21:47
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Beiträge: 1881
Willi-H-411 schrieb ...

Wenn Berliner bis ca. 1897 an einem Verfahren gearbeitet hatte, um direkt in eine Wachsplatte zu schneiden und Johnson ab 1898 mit diesem Verfahren experimentierte, kann man daraus schließen, daß Johnson die Entwicklung von Berliner weitergeführt hat?

Ich zitiere mal aus meinem Artikel:
"Ein Feuer zerstörte am 29. September 1897 einen großen Teil der Einrichtung sowie Berliners Aufzeichnungen. Er hatte unter anderem an einem neuen Aufnahmeverfahren gearbeitet bei dem der Stichel in eine massive Wachsplatte schnitt, um so das fehlerbehaftete Einätzen der Schallrille zu umgehen. Nach dem Umzug in neue Räumlichkeiten hat er diese wichtige Verbesserung leider nicht mehr aufgegriffen."

Da Berliners sämtliche Laborgeräte und -aufzeichnungen vernichtet wurden, kann heute keiner mehr sagen, wie weit er damit gekommen ist. Meiner Meinung nach steckte er noch in den Anfängen.

Eldridge Reeves Johnson gelang der Durchbruch auch deswegen, weil er mit William Henry Nafey einen Experten fand, dem es im April 1898 erstmals gelang, das in Wachs geschnittene Original in eine Pressmatrize aus Kupfer umzusetzen. Johnson hielt diese Experimente bis 1900 streng geheim, obwohl die Pressfabrik bereits im März 1899 einsatzfähig war. Genutzt wurde das neue Verfahren jedoch erst ab Mai 1900, sicherlich aus Furcht vor Patentprozessen mit Columbia.

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