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Foren > Musik, Tanz, Theater und Tonfilm > Jazz, Swing und Ragtime > Ragtimebuch
Mr. Meschugge - Kapelle Meschugge
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
Grammophonteam
Do Mai 09 2013, 14:23 Druck Ansicht
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Aus der Sammlung von Stompy erreicht uns diese seltene und auch recht ungewöhnliche Aufnahme.

Rainer E. Lotz (in "German Ragtime & Prehistory of Jazz", Storyville Publications 1985):
Kapellmeister Krüger (Mr. Meschugge) war der berühmteste der sog. "excentric conductors", welche um 1912 in Berlin der letzte Schrei waren (nochmals recht populär um 1919). Andere "Exentrik Kapellmeister" waren Messrs. Albertini, Casella, Löwenthal, Magini, Rigo, Schlemihl, Mister Glasneck, Mr. Maseltop etc. Sie spezialisierten sich auf wüste Bewegungen (beim dirigieren), hüpften herum wie wild gewordene, wählten schnelle Tempi und benutzten alle Art von Perkussionsinstrument bis hin zu Pistolenschüssen.

Dixieland
Kapelle Meschugge (Mr. Meschugge)




Zonophone 17317/2054ak
Berlin, 17. März 1913


Das Instrument gegen Ende des Stückes hört sich fast wie ein Kamm oder Kazzo an.

Ein junger Curt Bois gibt 1919 in dem Film "Die Austernprinzessin" einen guten Eindruck wie sich diese "Exentrik Kapellmeister" auf der Bühne gebärdeten...



[ Bearbeitet Sa Dez 20 2014, 20:10 ]
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gramofan
Do Mai 09 2013, 15:16
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Anbei ein Photo aus meiner Sammlung, dass vielleicht auch ganz gut die Sebstdarstellung dieses Genres Kapellmeister zeigt. Unter dem mit Tinte geschriebenen Schriftzug "Mister Spleen" entziffert man "Meschugge - Donnerkiel". Ob nun Mister Spleen früher als Mister Meschugge firmierte wage ich allerdings nicht zu sagen, denkbar wäre es.




[ Bearbeitet Do Dez 29 2016, 17:09 ]
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Grammophonteam
Sa Dez 13 2014, 18:16
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Im Frühjahr 1914 trat Mr. Meschugge auch in Kinos auf.



In allen Lokalen konzertierte ein Mister Meschugge. Der Baßgeiger kletterte wie ein Pavian an seiner Geige auf und nieder, der Trommler hatte sein Instrument auf den hintersten Teil seines Rücken gebunden und trommelte als Schlangenmensch, und das Publikum kreischte vor musikalischem Entzücken...





Aus einem nicht näher datiertem "Augenzeugenbericht":

Im Cafe Oranienburger-Tor hörte ich zum ersten Mal so etwas wie eine Jazzkapelle. Man nannte es damals eine Radaukapelle. (...) Der Kapellmeister nannte sich "Mister Meschugge" und benahm sich wie ein Wahnsinniger. Er tat so, als könne er den Lärm nicht mehr meistern, zerbrach seinen Taktstock oder hieb mit seiner Geige plötzlich einem der Musiker über den Kopf. Schließlich riß er die große Baßgeige an sich und führte mit ihr einen grotesken Kampf auf, das Ende war immer, daß er die Stücke der zersplitterten Geige ins Publikum schleuderte, das vor Entzücken brüllte und die Trümmer zurückwarf.

Ununterbrochen brachten Kellner neue Lagen Bier und Schnaps für die Kapelle. Das erhöhte die Stimmung enorm. "Meschugge" riß den Musikern die Instrumente aus den Händen, tanzte, sang, sprang plötzlich auf den Flügel und markierte einen sich kratzenden Affen, nahm dann ein großes Glas Bier, tat so, als ob dem begeisterten Publikum zuprostete und goß es dann blitzschnell einem seiner Musikanten in die Trompete... Das Publikum wälzte sich vor Lachen. (...)


[ Bearbeitet So Dez 14 2014, 19:50 ]
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krammofoon
Sa Dez 13 2014, 21:50
Schellack-Gnadenhof
Dabei seit: Mo Jun 27 2011, 20:47
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Servus :-)

Ich gehe mal dringend davon aus, dass der Künstler-/Kapellenname nicht irgendwie geschützt war....... denn sonst wäre es sicher nicht zu so etwas gekommen:




Frag´ mich keiner, wie sich die Musik da drauf anhört, aber mir fiel halt nur ein, dass ich da quasi auch einen "Mr. Meschugge" im Fundus habe.......

Gruss
Georg
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Grammophonteam
Fr Dez 19 2014, 12:47
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Exzentrik Kapellmeister

Berliner Tageblatt, 6. Juli 1914
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Grammophonteam
Sa Dez 20 2014, 00:52
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Wer die Sprache kann....

1914

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Grammophonteam
Sa Dez 20 2014, 20:09
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Mr Meschugge

konzertiert nur im Café Stern
(Inhaber Ignatz Stern, Frankfurter Allee 76)
c. 1911

Einige Posen aus seiner "Show"
Bauchtanz * Wenn das der Petrus wüsste * Das haben die Mädchen so gerne
Ich schiess den Hirsch * Es ist alles scheinbar * Rixdorfer
In der Nacht * Behüt dich Gott * Stillgestanden
Pauline geht tanzen * Bräutigam geh raus * Zinnsoldat




Vielen Dank an www.veikkos-archiv.com diese Bilder/Reklamemarken hier für die weitere Forschung verwenden zu dürfen!


[ Bearbeitet Sa Dez 20 2014, 20:19 ]
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Grammophonteam
Fr Mär 13 2015, 21:13
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Während dem Krieg wurde aus "Mr. Meschugge" ein Vizefeldwebel der preußischen Armee. In Baranowitschi, Weißrussland leitete er das Militärorchester.




Die Musik eines Bataillons rahmt mit ihren Vorträgen die Solis ein... Nur der Dirigent wippt ein wenig in den Knien beim Taktstockführen...
Der gute dicke Landsturmherr mit der biederen Brille und dem schwarzen Knebelbärtchen ist ja Herr oder M i s t e r M e s c h u g g e aus Berlin... der wirklich und einzig echte! Drunten... lauschen Generäle, Offiziere und Soldaten...





[ Bearbeitet Sa Mär 14 2015, 06:59 ]
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Grammophonteam
Sa Mär 14 2015, 17:17
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Formiggini
So Jul 12 2015, 12:52
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Es war einmal… eine treue Leserin unserer Seiten. Fasziniert von „Mr. Meschugge“ aka Robert Krüger dachte Sie sich so eines Tages: „Wie könnte ich, auch ohne Mitglied im Portal zu sein, etwas beitragen?“ Eine Reise führte sie geradezu nach Berlin. Ein lauer Tag, am Nachmittag keine Verpflichtungen – vielleicht könnte man…. Unsere Freundin besucht den Friedhof Weißensee als Detektivin im Fall „Mr. Meschugge“. Erkundungen über die verschiedenen Bereiche werden eingeholt, Grabinschriften entziffert, imaginär spielt eine „Meschugge Kapelle“. Gefunden!

Wir möchten uns noch einmal ganz herzlich für deine Mühe bedanken! Ohne deine gute Spürnase wären wir wohl nicht weiter gekommen. „Mr. Meschugge“ - Robert Krüger, geboren am 21. Januar 1882, gestorben am 22. Juni 1919.





[ Bearbeitet Mi Sep 30 2015, 15:33 ]
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Graf_Phono
Do Dez 29 2016, 12:50
Dabei seit: Mi Okt 24 2012, 13:50
Wohnort: Bad Ischl/Österreich
Einträge: 35
Anlässlich seines bevorstehenden 20. Bühnenjubiläums am 27. Februar 1933 wurde Erich Carow (1894 – 1956) als "Mr. Meschugge" geoutet:

"Vor Jahren hatte im Café Winterfeldt [Potsdamer Straße 68] ein "Mr. Meschugge" viel Zulauf, der als wildgewordener Kapellmeister in wildzerzauster schwarzer Lockenperücke mit rasenden Gebärden dirigierte. Wenige wußten, daß dieser "Mr. Meschugge" Erich Carow hieß; wenige, die ihn damals gesehen haben, wissen, daß aus dem wilden Mann der volkstümlichste Berliner Volkskomiker wurde."
(Das Theater – Illustrierte Monatsschrift für Theater und Gesellschaft, Heft Januar 1933)



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RF-Musiker
Fr Jan 06 2017, 19:50
Dabei seit: Do Sep 15 2011, 11:21
Wohnort: Berlin
Einträge: 363
Wie wärs damit? Beim rechten Video muss man den Ton anschalten. Weiß auch nicht, wieso der Ton bei beiden aus ist.
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[ Bearbeitet Di Jan 23 2018, 20:31 ]
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