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Wie teuer waren mal Grammophone und Schellackplatten?
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Autor Eintrag
Aristodemo
Sa Mai 18 2013, 14:57
⇒ Mitglied seit ⇐: Sa Jan 21 2012, 01:07
Beiträge: 426
@Starkton,
wie kommst Du auf einen Plattenpreis von 21,- Mark als teuerste Platte ?
GRAMMOPHON hellgrün kostete 20,- Mark, dann hellblau und als teuerstes Etikett weiß, das Sextett aus "Lucia di Lammermoor" mit Caruso, die soll mit dem Engel-Etikett über 30,-Mark gekostet haben.
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Starkton
Sa Mai 18 2013, 15:28
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Beiträge: 1881
Aristodemo schrieb ...

@Starkton,
wie kommst Du auf einen Plattenpreis von 21,- Mark als teuerste Platte ?
GRAMMOPHON hellgrün kostete 20,- Mark, dann hellblau und als teuerstes Etikett weiß, das Sextett aus "Lucia di Lammermoor" mit Caruso, die soll mit dem Engel-Etikett über 30,-Mark gekostet haben.


Stimmt, die habe ich ja komplett vergessen! 21 Mark bezog sich auf die Melba Platten. Es gab drei Quartette für je 25 Mark und das Sextett für 30 Mark. Ich ändere meinen Post dahin gehend.

PS: 30 cm Platten von Tamagno kosteten im Red Seal Katalog von Dezember 1904 ebenfalls 25 Mark. Ihr Preis wurde allerdings bald auf 20 Mark gesenkt, so dass sie genauso teuer waren wie 25 cm Platten dieses Künstlers.

[ Bearbeitet So Mai 26 2013, 21:47 ]
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Aristodemo
Sa Mai 18 2013, 15:33
⇒ Mitglied seit ⇐: Sa Jan 21 2012, 01:07
Beiträge: 426
@Starkton, gibt es irgentwo eine Preisliste in (Gold) Mark der GRAMMOPON ?
ich kenne nur diesen Link in Dollar und (alten) Lire :
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Starkton
Sa Mai 18 2013, 15:43
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Beiträge: 1881
Ich finde keine deutsche Preisliste im Internet. Habe einige alte Plattenkataloge der Deutschen Grammophon mit Preisangaben.
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Musikmeister
Sa Mai 18 2013, 15:47
Autor
⇒ Mitglied seit ⇐: So Aug 21 2011, 21:23
Wohnort: Hamburg
Beiträge: 1024
So "krumme" Preise wie 21 Mark kamen ja spätestens zum Ende des Weltkrieges zustande, als auf jede Platte Teuerungszuschläge erhoben wurde (erst 50 Pf., dann 80 Pf. und wer weiß wo das endete...)

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joha
Sa Mai 18 2013, 16:14
⇒ Mitglied seit ⇐: Mo Mär 26 2012, 15:45
Wohnort: Dresden/Sachsen
Beiträge: 986
Danke Musikmeister die Preisliste stimmt auch 1912 noch so, hab gerade mal meinen Katalog aus dem Jahr 1912 durchgesehen.
Gruss joha
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Starkton
Sa Mai 18 2013, 16:16
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Beiträge: 1881
Musikmeister schrieb ...

So "krumme" Preise wie 21 Mark kamen ja spätestens zum Ende des Weltkrieges zustande,

Als Nellie Melba im Jahr 1904 in den Katalogen der Deutschen Grammophon auftauchte, kosteten ihre 30 cm Platten bereits 21 Mark. Ein Grund waren die Tantiemen für jede verkaufte Platte, welche die Gramophone Co. an die Melba abzuführen hatte.

Im "Red Seal" Platten-Verzeichnis mit Nachträgen von November 1906 sind es immer noch 21 Mark. Danach klafft bei mir leider eine Lücke, denn im "Red Seal" Katalog von Oktober 1908 lautet der Preis nur noch 12 Mark 50 Pfennig. Vermutlich fand die Preissenkung im Sommer 1907 statt, im Zuge der Einführung der doppelseitigen Grammophonplatten [außer im "Red Seal"-Bereich].

[ Bearbeitet So Mai 26 2013, 21:43 ]
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Gast
Sa Mai 18 2013, 23:39
Gast
@Starkton

da viele bedeutende Künstler nicht mal die 3000er Marke geschafft haben, werden meine Feststellungen bezüglich der Rarität von Aufnahmen vor dem ersten WK nur noch mehr untermauert.
Und obwohl es einige Pressungen von Tamagno und Co mehr gibt, ist es trotzdem schwer diese Platten (wohlgemerkt aus der ersten jeweils zeitgenössischen Pressung) zu ergattern.
Nachpressungen, beispielsweise von Caruso, da gehe ich natürlich mit den Meinungen konform, sind relativ oft zu haben, haben aber natürlich nicht den Sammlerwert.

Grüße, Gerhard
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Musikmeister
So Mai 19 2013, 17:33
Autor
⇒ Mitglied seit ⇐: So Aug 21 2011, 21:23
Wohnort: Hamburg
Beiträge: 1024
krammofoon schrieb ...

Servus :-)

na, dann haut rein, Mädels *year .

Für den Einen oder Anderen ist hier sicher noch was dabei; Kundige werden vllt. drüber lächeln, aber gerade Anfänger werden davon profitieren können.

Link - Hier klicken

Gruss
Georg


Vielen Dank fürs Zeigen des Lindström-Vertrages (Nr.11) *lino
Der Vertrag wurde nicht erfüllt bzw. seitens Odeon, wie vertraglich vereinbart, gekündigt. Es wurden nur 2 Platten veröffentlicht, wobei die erste Platte wie gewünscht binnen 6 Monate nach Aufnahme veröffentlicht wurde. Die zweite Platte brauchte dann allerdings noch 3 Jahre bis zur Veröffentlichung, da dürfte der Vertrag schon lange seitens Odeon gekündigt worden sein (siehe §1(3)).
Da war der Nachname der Dame (Lindström) wohl nicht so ausschlaggebend bzw. der Kontakt zum Produktionsleiter Georg von Wysocki wohl nicht intensiv genug... *pisch
In den 30er Jahren war die Künstlerin an den Theatern Osnabrück und Kassel engagiert. Sehr interessantes Dokument über die möglichen Praktiken der Plattenfirmen!


[ Bearbeitet So Mai 19 2013, 17:35 ]
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bavariola
Sa Mai 25 2013, 01:02
⇒ Mitglied seit ⇐: Sa Jan 12 2013, 00:38
Beiträge: 151
Hallo allerseits!

Es wurde u. a. die Frage aufgeworfen, welchen Preis seinerzeit die Schallplatten hatten. Fuer mich ist diese Frage zwar weniger interessant, aber es bilden sich doch im Laufe vieler Jahre Kenntnisse auch ueber Fragen heraus, die einem selber nicht so wichtig sind. Gerne helfe ich ein wenig:

Da sind zunaechst einmal die Aufzeichnungen derjenigen (vor vielen, vielen Jahren im stolzen Alter von 93 Jahren verstorbenen) Tante, die mir (vor ihrem Tode natuerlich) ihre Schallplatten geschenkt und dadurch mit dem den betreffeneden Virus infiziert hat, und die ihre Schallplatten zwischen 1927 und 1931 gekauft und eine jede mitsamt dem Einkaufspreis in ein Notizbuch eingetragen hat: 30 cm: Grammophon gruen RM 5,00, desgleichen Electrola und Parlophon. 25 cm: Grammophon gruen RM 3,50; desgleichen Odeon blau, Telefunken rot und blau, Beka, Parlophon. Grammophon braun RM 2,00; desgleichen Kristall, Gloria, Derby, Audiphon blau. 20 cm: Derby RM 1,60. Hinweis: Die Einkaeufe scheinen kurz vor Ausbruch der Weltwirtschaftskriese geendet zu haben; diese (und in ihrer Folge Reichskanzler Bruenings Notverordnungen) zwang die Industrie zu Preissenkungen, die hier nicht erkennbar sind.

Darueberhinaus kann ich auch ueber Originalbelege in Gestalt alter Verzeichnisse ein wenig (!) beisteuern. Ich bin definitiv kein Kataloge-Sammler, aber wenn mir der Zufall etwas in die Haende spielt, halte ich es fest.

Ultraphon (Kopie aus einem Fachbuch):



Grammophon Read Seal 1906 (Achtung: Preisangabe in Kronen):



Kalliope (Achtung: Preisangabe in Schilling; das Verzeichnis ist nicht datiert, laesst sich aber ueber Titel wie "Veronika, der Lenz ist da" und "Es muss was Wunderbares sein" ins Jahr 1930 oder kurz danach einordnen):



Die Umrechnung der seinerzeitigen Kronen- bzw. Schilling-Preise in seinerzeitige (Gold)Mark- oder Reichsmark-Preise kann ich leider nicht vornehmen, denn da fehlen mir die Fachkenntnisse. In etwa wird die oesterreichische Kalliope-Platte des Jahres 1930 fuer S 2,90 einer deutschen Kristall-Platte zu RM 2,00 entsprochen haben (wertmaessig, nicht firmentechnisch). Aber die Kronen-Preise der Oesterreichischen KuK-Monarchie kann ich nicht uebertragen. Allerdings sind in den letzten Beiträgen schon einige Vergleiche zu lesen, beispielsweise bezüglich der Melba- und Tamagno-Platten. Das mag als Anhaltspunkt fuer eine Umrechnung dienen, die man im Bedarfsfalle auf andere Schallplatten obigen Kataloges anwenden kann, und man trifft die Lage dann zumindest groessenordnungsmaessig. Noch interessanter waere die Uebertragung der Preise in Kaufkraft-Verhaeltnisse (Vergleich damals/heute). Auch hierzu gibt es schon allerhand Hinweise, aber wenig Handfestes. Kennt sich in unserem Forum jemand damit aus (z.B. ein altgedienter Gewerkschafter)?

Ich hoffe, mit diesem Beitrag ein wenig weitergeholfen zu haben.

Beste Gruesse an alle!

[ Bearbeitet Sa Mai 25 2013, 12:56 ]
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Starkton
Sa Mai 25 2013, 06:58
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Beiträge: 1881
bavariola schrieb ...

Grammophon Read Seal 1906 (Achtung: Preisangabe in Kronen):



Die österreichische Preisliste zeigt einen sehr interessanten Unterschied zu deutschen, ein Druckfehler? Caruso Spezial-Aufnahmen, inkl. sein Duett mit Scotti, kosteten im deutschen Red Seal Katalog von 1906 nämlich 20 Mark [= 23 Kronen], so viel wie Tamagno. Nur die 30 cm Platten von Melba kosteten 21 Mark [= 25 Kronen]. Ihre 25 cm Platten listet der deutsche Katalog übrigens überhaupt nicht mehr auf!
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Aristodemo
Mo Mai 27 2013, 20:42
⇒ Mitglied seit ⇐: Sa Jan 21 2012, 01:07
Beiträge: 426
Hier ein Link zum Wert einer Goldmark 1913 zum Euro 2013 = 12,36€
Ich kann allerdings nichts zu der Qualität der Quelle sagen.

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Starkton
Mo Mai 27 2013, 21:41
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Beiträge: 1881
Nach eigenen Beobachtungen würde ich 12,36€ für ganz realistisch halten.
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Aristodemo
Mo Mai 27 2013, 22:14
⇒ Mitglied seit ⇐: Sa Jan 21 2012, 01:07
Beiträge: 426
Hier noch mehr in´s Detail gehend, bezogen auf das Jahr 1900
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