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Foren > Grammophone > Trichtergeräte
Victor Auxetophone
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, Der_Designer
Autor Eintrag
alang
Sa Mai 25 2013, 02:58 Druck Ansicht
Dabei seit: Di Jun 12 2012, 19:52
Wohnort: Delaware, USA
Einträge: 564
VORAB:
Das Victor Auxetophone gehoert nicht mir, aber es ist sehr selten und ungewoehnlich, deshalb wollte ich es hier vorstellen. Ich weiss, dass dieses Geraet nichts mit Deuschland zu tun hat, es war aber zumindest von HMV erfunden und in Europa verfuegbar.

EIGENTUEMER: Johnson Victrola Museum, Dover, Delaware, USA

HERSTELLER: Victor Talking Machine Co, Camden, New Jersey, USA
MODELL: Auxetophone
SERIENNUMMER: 548
JAHR: 1909
DAMALIGER PREIS: $500
GEHÄUSE: Mahagony
PLATTENTELLER: 12 inch
TRICHTER: externer Trompetentrichter, Schwarz mit Messing, ueber 50cm Durchmesser
MOTOR: Victor 3 Feder Motor
SCHALLDOSE: spezielle Victor #21 Auxetophone Schalldose mit Pressluftanschluss

INTERESSANTE DETAILS:

Das Auxetophone ist ein Schrankgeraet mit externem Horn, allein das macht es schon ungewoehnlich. Das wirklich Besondere ist aber, dass hier sowohl ein Federmotor zum Antrieb, als auch ein elektrischer Kompressor zur Klangverstaerkung zum Einsatz kommen. Das Auxetophone wurde von 1906 bis 1924 gebaut, vor allem zum Einsatz in grossen Hotels, Konzerthallen und Tanzpalaesten. Insgesamt wurden nur 850 Auxetophones ausgeliefert, nur etwa 14 sind erhalten geblieben und nur zwei haben noch den originalen Kompressor.

Der Klang ist sehr gut und die Lautstaerke beachtlich. Man kann sich sehr gut vorstellen, dass eine groessere Tanzveranstaltung damit gut versorgt war. Im Prinzip war es ein grosses Horngrammophon, nur dass zusaetzlich Luft durch die spezielle Schalldose gepresst wurde und damit zu groesserem Klangvolumen fuehrte. Der Kompressor war unten im Schrank versteckt und war relativ leise wenn die Tueren geschlossen waren. Ein Problem was mir auffiel ist, dass der Pressluftschlauch die freie Bewegung des Tonarms etwas behindert, was vermutlich zu groesserem Plattenverschleiss fuehrt. Trotz des hohen Preises war das Auxetophone anscheinend rentable, immerhin blieb es 18 Jahre lang im Angebot mit nur leichten Aenderungen im Design und natuerlich mit Verbesserungen in Motor und Kompressor.

Ich besuchte das Johnson Victrola Museum in Dover, DE vor etwa zwei Jahren und war enttaeuscht zu hoeren, dass das Auxetophone nicht vorgefuert warden konnte, weill es kuerzlich kaput gegangen war. Vor einigen Wochen war ich wieder im JVM und war sehr erstaunt zu hoeren, dass das Auxetophone immer noch kaputt war. Ich unterhielt mich mit der Mitarbeiterin und lernte, dass das Museum nur von Freiwilligen gefuehrt wird, weill der Staat knapp bei Kasse ist. Es schien, dass eine Feder mit grossen Knall gebrochen war und sie niemanden mehr hatten, der sowas reparieren konnte. Ich bot an, den Motor kostenlos zu reparieren und die Kuratoring stimmte nach einigen Hin und Her zu. Letzte Woche hab ich den Motor abgeholt und heute wiedereingebaut. Es stellate sich heraus, dass nur ein Mitnahmesplint, der die Zahnraeder mit der Federachse verbindet, abgeschert war. Ein 50c Ersatzteil hat das Auxetophone 2 Jahre lahmgelegt. Ich hab dann noch die drei Federn gereinigt und ueberprueft, jetzt laeuft alles wieder super.

Die Mitarbeiter des Museums konnten sich vor Begeisterung kaum beruhigen, weil das Auxetophone immer als Hoehepunkt zum Abschluss jeder Besuchertour gespielt wurde. Fuer mich war es auch sehr aufregend an einem so seltenen Geraet zu arbeiten.

Sollte es jemanden einmal an die amerikanische Ostkueste verschlagen wuerde ich einen Besuch im Johnson Victrola Museum unbedingt empfehlen. Eldrige R Johnson, der Gruender der Victor Talking Machine Co. ist in Wilmington, Delaware geboren und das JVM hat eine grossartige Sammlung von Victor und Victrola Maschinen ausgestellt.

Hier einige Bilder:

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Starkton
Sa Mai 25 2013, 07:55
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Hallo Andreas, das ist eine tolle Geschichte. Ich kann sehr gut verstehen, dass es ein wunderbares Gefühl sein muss an so einem Gerät zu arbeiten, es wieder in Betrieb zu setzen und damit Tausende von Museumsbesuchern zu erfreuen. Ich würde das Auxetophon sehr gerne mal im Original hören. Vielen Dank auch für die wunderbaren Bilder.

Hier ist der Thread dazu: Link - Hier klicken

Und hier ein Bild von einer öffentlichen Vorführung des Auxeto-Gramophones, wie das Gerät in England hieß, im Battersea Park, London, 1906/07. Man beachte den riesigen Trichter und die O-Beine des Vorführers rechts!!




Zum Vergleich eine Zeichnung des ersten Auxetophons von Charles Algernon Parsons, der ansonsten meistens Dampfturbinen entwickelte, mit Detailansicht der Schalldose aus dem deutschen Patent, angemeldet 3. April 1904. Sieht ziemlich mickrig aus gegenüber dem beeindruckenden Möbelstück der Victor Talking Machine Co.



[ Bearbeitet Sa Mai 25 2013, 20:21 ]
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Grammophonteam
Sa Mai 25 2013, 12:23
Seitenbetreiber

Dabei seit: So Sep 04 2011, 14:54
Wohnort: In den tiefen des Netzes ;)
Einträge: 2074
U.a. Übertrag aus dem oben von Starkton genannten Eintrag:

Die Deutsche Grammophon hat Auxetophone auf der Leipziger Herbstmesse 1906 vorgestellt und ein Jahr später dann für Preise von 2000 Mark aufwärts verkauft (umgerechnet 30.000 EUR). Zielgruppe waren Besitzer großer Hotels, Restaurants und Gartenlokale. Voraussetzung war ein Stromanschluss für den Kompressor!

Klar dass ich mir so ein Gerät in Konkurrenz zu den Millionären dieser Welt nicht leisten kann, immerhin habe ich einen Auxetophon Verkaufskatalog samt deutscher Gebrauchsanweisung. Leider wird darin die Funktion der Schalldose nicht genau beschrieben.

Es lohnt sich jedoch das Deutsche Reichspatent von Charles Algernon Parsons durchzulesen, das dem Auxetophon zugrunde liegt.

Auxeto DGAD


Quelle: Starkton






Text der Patenschrift. Bitte auf Show drücken
Weitere Informationen:

















Auch von uns ein großes Danke für die tollen Bilder!
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Charleston1966
Mo Mai 27 2013, 09:55
Dabei seit: Mo Nov 12 2012, 11:19
Wohnort: Im Schwabenländle
Einträge: 378
Superschönes Teil, da kannste deine <nachbarn ordentlich mit Ärgern . Was ich nicht ganz verstehe, jetzt braucht das Teil schon für den Kompressor Strom, wieso hat man dann nicht auch noch einen Elektromotor für den Antrieb spendiert, wäre ja naheliegend - oder ?
Ok, ein bischen wenig Platz im Gehäuse, aber wäre möglich gewesen.


LG
Karlheinz

[ Bearbeitet Mo Mai 27 2013, 10:05 ]
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Starkton
Mo Mai 27 2013, 11:33
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Charleston1966 schrieb ...

wieso hat man dann nicht auch noch einen Elektromotor für den Antrieb spendiert, wäre ja naheliegend - oder ?

Vor 1910 war die Stromversorgung wegen starker Schwankungen noch so ungleichmäßig, dass die daraus resultierenden Spannungsdifferenzen große Gleichlaufprobleme verursacht hätten. Ein absolutes Ausschlusskriterium bei Grammophonmotoren.

Ausserdem brummten frühe Motoren stark. Durch das ständig erforderliche Aufladen kamen auch Batterien nicht in Frage.
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Limania
Mo Mai 27 2013, 13:09
Dabei seit: Mo Mai 21 2012, 15:14
Einträge: 1114
Hallo,

ein supertolles Grammophon und eine schöne Geschichte. Vielen Dank fürs zeigen

LG Limania
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Willi-H-411
Mo Mai 27 2013, 13:50
Dabei seit: Mi Okt 12 2011, 11:42
Wohnort: Ruhrpott
Einträge: 1364
Tolles Teil, gute Informationen und klasse Bilder.

Auf was die Menschen damals gekommen sind, den Ton zu verstärken. Hat der Zuwachs an Lautstärke was damit zu tun, daß der Schall mit größerem Druck durch den Trichter "gepustet" wird?

VG Willi


[ Bearbeitet Mi Jan 10 2018, 18:40 ]
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Hedensö
Sa Feb 24 2018, 20:04

Dabei seit: Fr Jan 06 2012, 11:09
Einträge: 903
Aus einer Broschüre zum AUXETO GRAMOPHONE









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