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Foren > Künstler > Refrainsänger
Paul Dorn
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Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, Der_Designer
Autor Eintrag
berauscht
Sa Jul 30 2011, 13:30 Druck Ansicht
"Urgestein" Autor/Moderator

Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1331
Paul Dorn war ein vielbeschäftigter Refrainsänger der dreißiger Jahre. Leider ist über Ihn und sein Leben wenig bekannt. Vielleicht können wir hier gemeinsam Informationen zusammentragen.

In Berliner Aderessbüchern findet man Einträge in den Jahrgängen 1931 - 1935.

1931
Dorn, Paul, Musik., Steglitz, Amfortasweg 41

1932
Dorn, Paul, Musik., Steglitz, Amfortasweg 39, T. G 9 Albr. 3578

1933
Dorn, Paul, Musik., Steglitz, Amfortasweg 39, T.

1934
Dorn, Paul, Sänger, Steglitz, Amfortasweg 39, T.

1935
Dorn, Paul, Kapellmstr., W 50 Bamberger Str. 2, T.

In den Jahrgängen davor und danach habe ich keine Einträge gefunden. Auch nicht unter dem mutmaßlich richtigem Namen Hagedorn.


In einem Künstlerverzeichnis (ca. 1932) wirbt er als Tonfilmsänger. Stimmgattung: Lyrischer Tenor. Als seine letzten Tonfilme sind dort u. a. Angegeben: Sein Scheidunggsgrund (Ufa), Der bebende Berg (National-Film), Mal was anderes (National-Film), 2 Kabarettfilme (Ufa)
Desweiteren ein Rundfunk-engagement am Berliner Sender, sowie Schallplatten-Engagements bei: Electrola, Ultraphon und Deutsche Grammophon.

[ Bearbeitet Fr Sep 26 2014, 17:52 ]
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snookerbee
So Jul 31 2011, 00:31
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1698
Ein interessanter Gedanke, hier mehr über Paul Dorn zusammenzutragen. Es war mir schon immer rätselhaft, warum so wenig von ihm bekannt ist, wo er doch zu den meistbeschäftigten Refrainsängern gehörte. Ich habe mal in einem YT-Video ein Bild von ihm gesehen, weiß aber nicht mehr in welchem.

Die letzten mir bekannten Aufnahmen machte Paul Dorn 1942 in Berlin. In einer FoxAuf78-Ausgabe las ich, dass er eigentlich schon Rentner war zu dieser Zeit, aber für die Volksunterhaltung reaktiviert wurde. Das würde bedeuten, dass er in den 1880er Jahren geboren wurde. Leider sind diese Lebensdaten nicht zu ermitteln. Nach den 1942er Aufnahmen verliert sich seine Spur. Sollte er bei den Luftangriffen auf Berlin gestorben sein?

Hier die sechs Aufnahmen vom 24.06.1942. Das Begleitorchester ist die Big Band von Fud Candrix.

Was geschah in dieser Nacht
Wann kommt der Tag
Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft
Schönes Wetter
Ach Fräulein Gretchen
Wenn es draussen dunkel ist

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[ Bearbeitet Mo Jun 25 2018, 19:32 ]
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Richard Herfeld
So Jul 31 2011, 01:21
Dabei seit: Fr Okt 02 2009, 00:57
Einträge: 44
Hier ein Foto von Paul Dorn, vermutlich entstanden um 1936 / 1937:


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berauscht
So Jul 31 2011, 10:46
"Urgestein" Autor/Moderator

Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1331
Paul Dorn ca. 1932



[ Bearbeitet Mo Jun 04 2012, 17:52 ]
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berauscht
So Jul 31 2011, 13:04
"Urgestein" Autor/Moderator

Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1331
Meist wird Paul Dorn nur als Refrainsänger genannt oder bleibt ganz anonym. Nur selten findet man ihn als Solisten auf der Schallplatte, wie auf dieser aus dem Jahr 1932.



[ Bearbeitet Di Mär 27 2012, 11:00 ]
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Formiggini
So Jul 31 2011, 14:20
Seitenbetreiber

Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1759
Eure Vorschläge - wie alt könnte Paul Dorn auf den Bildern ungefähr sein?
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Webseite
Formiggini
So Jul 31 2011, 14:35
Seitenbetreiber

Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1759
Kurz noch zu den Adressen, die berauscht heraus fand:

Amfortasweg - die Wohnsiedelungen in dieser Straße wurden 1930 gebaut, waren also zu dem Zeitpunkt 1931 geräumige Neubauwohnungen mit Balkon, und sicherlich nicht ganz billig.
Herr Dorn scheinte anfang der dreißiger Jahre und auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise über ausreichendes Einkommen zu Verfügen.

Bambergerstr. - in bester Innenstadtlage in der Nähe des Kurfürstendamm, auch diese Wohnung dürfte nicht im unteren Preissegment gelegen haben.

[ Bearbeitet So Okt 07 2012, 19:43 ]
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Webseite
Mareko
So Jul 31 2011, 16:34

Dabei seit: So Jan 02 2011, 11:49
Einträge: 114
Für mich zeigt das Foto von "records78" einen Mann "im besten Alter" von schätzungsweise Anfang/Mitte Vierzig (1937), das Bild von "berauscht" ungefähr Ende Dreissig (1932). Somit könnte das Geburtsjahr von Paul Dorn also durchaus auch um die Mitte der 1890er Jahren liegen, zumal seine Plattenaufnahmen anfangs der 1930er Jahre, stimmlich gesehen, für mich recht 'jung' wirken. Wobei mir allerdings durchaus bewusst ist, dass eine 'ausgebildete Stimme' zuweilen trügen kann.
Noch 'was: Der Begriff 'Rentner' wird heute oftmals dafür verwendet, um Leute von 65 Jahren und darüber zu bezeichnen. 'Rentner' meint allerdings, dass einer eine Rente bezieht, neben der Altersrente gibt es noch Versicherungs-Renten, die auch deutliche Jüngere beziehen können. Im Ruhestand (sein)/Ruheständler bezeichnet jemanden, der keiner Arbeit mehr nachgeht, weil er z. B. Vermögen besitzt und seinen Lebensunterhalt daraus bestreiten kann. Da Paul Dorn, wie "Formiggini" erwähnt hat, überdurchschnittlich zu wohnen pflegte, lässt mich vermuten, dass er sich 's möglicherweise leisten konnte, sich bereits um die Fünfzig zurückzuziehen.
Viele Grüsse
Mark
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Gast
So Jul 31 2011, 17:13
Gast
Dazu möchte ich aber noch anmerken, dass die Musiker insgesamt eher arme Leute in diesen Jahren waren, zumindest der durchschnittliche Musiker in einem Tanzorchester.

In einem anderem Beitrag habe ich ja schon erwähnt, dass es eine Aussage von Rudi Schuricke dazu gibt. Dem nach gab es -wie er sagte- in einem günstigen Fall einmalig 50 Mark für einen Refrain.
Wenn es weniger gut lief, scheinbar auch deutlich weniger, sagen wir mal 30 Mark.

Ich will den Paul Dorn nicht kleinreden, aber er zählte meiner Wahrnehmung nach weder zu den Vielbeschäftigten, noch zu der ersten Wahl. Da waren Schuricke, Hartung, Helgar doch noch davor.

Nur durch die Schallplatten konnte Dorn meiner Meinung nach kein gutes Leben führen. Relativ gut wären nicht unter 400 Mark im Monat. Das bedeutet, er hätte Monat für Monat fast 10 Platten besingen müssen.

Das kommt einfach nicht hin.

Davon kann man sich auch keine gute Wohnung am Kurfürstendamm leisten.
Bezieht mal den Gedanken ein, dass es in diesen Jahren noch sehr üblich war, zur Untermiete zu wohnen.

Man könnte auch mal die Theaterjahrbücher durchsehen, ob Dorn nicht noch als Nebengeschäft auf Bühnen und in entsprechenden Chören tätig war.

Gruß, Nils

[ Bearbeitet So Okt 07 2012, 19:45 ]
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Gast
So Jul 31 2011, 17:47
Gast
Hier sind noch ein paar Infos über dorn zusehen, wenn der Refrain beginnt

Link - Hier klicken

[ Bearbeitet Mo Jun 25 2018, 19:33 ]
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berauscht
So Jul 31 2011, 18:11
"Urgestein" Autor/Moderator

Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1331
Das Adressbuch weist Paul Dorn zunächst als Musiker aus. Als solcher war er auch tätig. Kurt Drabek berichtet, er hatte um die Jahreswende 1932/33 ein Engagement in der Kappelle von Adolf Ginsburg im Cafe© Berlin zusammen mit Albert Bräu, Alfred Schier am Klavier und Paul Dorn als Schlagzeuger und Sänger. (Drabek wurde dort von Albert Lutter entdeckt, und spielte darauf viele Jahre in seinem Orchester)


[ Bearbeitet So Okt 07 2012, 19:46 ]
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Mareko
So Jul 31 2011, 18:21

Dabei seit: So Jan 02 2011, 11:49
Einträge: 114
Richtig Nils, Musiker haben damals schlecht verdient. Es wäre jedoch auch denkbar, dass Paul Dorn, neben seiner Tätigkeit als Sänger/Musiker, noch Einkünfte aus anderen Quellen (Erbschaft/geschäftlichen Tätigkeiten usw.) hatte. Auf der Karte unten hat er offenbar auch synchronisiert und damit für ein zusätzliches Einkommen gesorgt.
Im "Link" von Nils findet sich diese Visitenkarte:



Wir haben also eine weitere Adresse, nur die Datierung steht nicht fest. Ist es eine Karte gegen Ende der 30er Jahre?
Viele Grüsse
Mark

[ Bearbeitet So Okt 07 2012, 19:46 ]
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Richard Herfeld
So Jul 31 2011, 18:32
Dabei seit: Fr Okt 02 2009, 00:57
Einträge: 44
Das müsste ebenfalls (wie das Foto) aus dem Buch "Künstler des Reichsrundfunks 1937/1938 sein.

Naja, die Telefonnummer hätten wir dann mal. Ruf doch mal einer an :D

[ Bearbeitet So Jul 31 2011, 18:32 ]
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berauscht
So Jul 31 2011, 18:35
"Urgestein" Autor/Moderator

Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1331
Die Anschrift Zehlendorfer Damm 113 a ist gar nicht in Berlin. Sie ist in der Gemeinde Kleinmachnow. Dies erklärt auch warum Paul Dorn nach 1935 nicht mehr im Berliner Adressbuch zu finden ist.
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Formiggini
So Jul 31 2011, 19:36
Seitenbetreiber

Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1759
Zehlendorf, das ist doch nicht allzu weit von Babelsberg/Ufa Gelände entfernt...?

Hat Dorn vielleicht seinen Wohnsitz deswegen nach Zehlendorf verlegt, um seiner Tätigkeit der Synchronisation besser nachzukommen?
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Webseite
Gast
So Jul 31 2011, 19:52
Gast
Ja, in den Jahren fuhr die S-Bahn (Linie S 1) von Berlin über Zehlendorf Keinmachnow bis Potsdam (auch UFA).

Es liegt so grob auf halber Strecke zwischen Berlin und Potsdam. Fahrtzeit dürfte kaum 15 Min gewesen sein. Die Gesamtstrecke wird in einer guten halben Stunde gefahren ( Berlin Zentrum - Potsdam Babelsberg)
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cushing1163
Mi Aug 03 2011, 19:21
Gast
Naja, die Möglichkeiten sind kurz gesagt folgende:

- Tod oder schwere Krankheit knapp nach 1942
- Auswanderung in den Kriegsjahren / nach dem Krieg: würde den kompletten Mangel an Informationen vielleicht noch am ehesten erklären
- kompletter Rückzug vom Film- und Fernsehgeschäft: gewagte These, vor allem für diese Zeit. Paul Dorns Stimme hört sich auf den 1942er-Aufnahmen noch relativ frisch an (ja, trainierte Stimmen können täuschen), aber gerade in solchen Zeiten freiwillig auf jegliches Einkommen zu verzichten, klänge zumindest für mich arg seltsam.
- Verfolgung durch das Nazi-Regime aus irgendwelchen Gründen (wegen des Glaubens kommt nicht infrage, aber vielleicht wegen unbedachter äußerungen, Deckung von Juden etc. ) - Ermordung? Fragt sich, ob das dann nicht bekannt wäre.

Wirklich ein rätselhafter Mensch, dieser Paul Dorn. Hätte er sich 1941 wohl auch nicht gedacht, dass sich siebzig Jahre später Leute über sein Geburtsdatum den Kopf zerbrechen . . . ;)


[ Bearbeitet So Okt 07 2012, 19:48 ]
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Gast
Mi Aug 03 2011, 19:46
Gast
In Kleinmachnow sieht die Bebauung noch einigermaßen alt aus. Wenn das seine letzte Adresse war, hilft es wohl nur vor Ort alte Nachbarn zu befragen, oder bei der Stadtverwaltung.

PS. Natürlich kann auch eine Kleinanzeige in einer dieser kostenlosen Wochenzeitungen helfen.

Im Internet habe ich (wie wohl auch andere) die Möglichkeiten ziemlich gründlich durch, da werden keine neuen Erkenntnisse mehr kommen.

[ Bearbeitet So Okt 07 2012, 19:49 ]
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berauscht
Mi Aug 03 2011, 19:53
"Urgestein" Autor/Moderator

Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1331
Die sehr freundlichen Mitarbeiter des Archivs der Gemeinde Kleinmachnow haben leider keine Unterlagen von Paul Dorn im Melderegister mehr gefunden. Es könnten sich aber noch welche im Landesarchiv in Potsdam befinden.
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