Automatic translation in English

‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾

‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾

‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾

‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾‾


Grammophone in BildernGrammophongalerie


International Gramophone Board
Participate?

Foren

Foren > Grammophone > Technik
Nadel beschädigt Platten
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
LadyGramophone
Di Mär 11 2014, 21:26 Druck Ansicht
Gast
Hallo zusammen,
ich habe seit kurzem ein HMV 101, mein erstes Grammophon. Ich habe es von einem Fachmann warten lassen, der hat es komplett wieder auf vordermann gebracht und es läuft auch super.
Ich habe mir diese Nadeln hier gekauft: ebay.de/itm/NEU-GEMACHTE-GRAMMOPHONE-NADELN-LEISE-MITTEL-UND-LAUT-/ Benutze aber nur die leisen, weil die eben schon mehr als laut genug sind. Ich nehme für jede Plattenseite eine neue Nadel, wie es sich gehört.
Mir ist dann aber aufgefallen, dass sich bei einigen Platten beim Abspielen schwarzer Staub an der Nadel sammelt, ich bin mir ziemlich sicher dass das Schellack-Späne sind (Dreck ist es nicht, die Platten wurden alle gewaschen). Bei manchen Platten haben sich beim Aufsetzen der Schalldose über der Einlaufrille auch schon bleibende Kratzer neben der Einlaufrille ergeben (zum Glück habe ich noch keine Raritäten in meiner Sammlung ). Ich habe sowohl Platten aus den 30ern, 40ern als auch 50ern ausprobiert; aus den USA und aus England.
Hier sind Fotos von dem Gerät und auch zwei Videos vom Abspielen: twenty-flight-rock.co.uk/2014/03/08/my-new-hmv-101-gramophone/.
Bevor ich weitere Platten gefährde möchte ich also wissen: Was habe ich falsch gemacht? Sind es die falschen Nadeln? Ist der Winkel nicht richtig (und wie ändere ich das)? Kann ich Platten aus bestimmten Epochen oder von bestimmten Labels mit diesem Grammophon gar nicht abspielen?

Bin als Anfänger für jeden Tip dankbar. Vielen Dank im voraus

Viele Grüße,
Sarah
Nach oben
Gast
Di Mär 11 2014, 21:41
Gast
Hallo Sarah, was du da siehst hast du richtig erkannt. Leider zerstören Grammophone Schellackplatten. daher spielen Sammler ihre Plattenschätze eigentlich nur in Ausnahmefällen darauf ab.
Ich kann jetzt nicht beurteilen ob die Abnutzung in deinem Falle nun sehr hoch ist oder nicht, da man es nicht gesehen hat.

Es gibt ein paar grundsätzliche Regeln.
Niemals, gerade mit Wasser gereinigte Platten abspielen. 24 h trocknen lassen.
Immer leise Nadeln benutzen, da sie Verschleis noch am geringsten halten,
Keine Platten von nach 1945 auflegen...besser sogar noch, keine Platten aus den Vierzigern auflegen. Sie haben weniger Gesteinsmehl, rauschen weniger, allerdings verschleissen sie auch viel schneller. Solche Platten waren eigentlich schon für leichtere Tonabnehmer gedacht.

Die Nadeln von Zwaarteschijf müßten eigentlich die aus England sein, die wurden hier schon gestestet und für gut befunden.

Ist der Tonarm total leichtgängig? Oder weigert er sich etwas wenn er Richtung Mitte bewegt wird?
Sind die Gummis der Tondose erneuert worden oder noch alt und verhärtet?

Gruß, Gerhard....und gleichzeitig herzlich willkommen hier :-)
Nach oben
LadyGramophone
Di Mär 11 2014, 22:28
Gast
Hallo Gerhard,
danke für die schnelle Antwort.
24h Trocknung waren das mindestens. Die Gummis der Tondose sind original, aber derjenige, der das Gerät für mich überholt hat, hat in höhsten Tönen von dem guten Zustand geschwärmt und meinte da müsse man nichts machen. Wir hatten die Dose bei ihm auch an einem anderen Gerät getestet, war superb. Der Tonarm läuft sehr geschmeidig.
Die augenscheinlich schlimmste Abnutzung hatte ich bei einer LaVern Baker Platte auf Atlantic, da hatte ich ausnahmsweise mal eine mittlere Nadel ausprobiert. Mache ich nicht mehr :-)
Naja, ich werde das Grammophon sicherlich nicht oft benutzen, das ist für mich mehr so ein Gimmick. Bei der "Minnie the Moocher" von 1931 aus dem Video gab es kaum Probleme, und das ist auch schon die "wertvollste" Schellackplatte die ich habe - ich werde mir sicher nicht für 15.000 Euro eine Originalplatte von Robert Johnson kaufen oder so. Ich hatte aber zB. auch eine englische Platte von Pye von 1957 bei der es gar keine sichtbare Abschabung gab. Ich denke, ich muss das einfach ausprobieren und die, wo es gefährlich aussieht, aufsparen bis ich einen Plattenspieler habe der 78er abspielen kann :-)
Hauptsache, ich kann jetzt beruhigt sein dass ich nicht irgendeinen vermeidbaren Fehler gemacht habe.

Vielen Dank nochmal für die flotte Antwort und Gruß,
Sarah
Nach oben
Rundfunkonkel
Di Mär 11 2014, 23:02
Dabei seit: So Jul 03 2011, 16:48
Wohnort: Umkreis Köln
Einträge: 1085
Hallo Sarah,

ist es möglich, dass beim zweiten abspielen kein "Abrieb" mehr an der Nadel hängt? Dann war doch noch Dreck in der der Rille.
Nach oben
Charleston1966
Di Mär 11 2014, 23:05
Dabei seit: Mo Nov 12 2012, 11:19
Wohnort: Im Schwabenländle
Einträge: 393
Hallo liebe Sarah,

grundsätzlich ist nicht Schellackplatte gleich Schellackplatte, die Zusammensetzung des Materials kann ganz unterschiedlich sein, da hatte jeder Hersteller so sein Geheimrezept. Somit kann der Verschleiß sehr unterschiedlich sein.

Grundsätzlich gilt;

Aktustisch aufgenommene Platten bis ca. 1925 können auf Trichtergrammophonen abgespielt werden. Natürlich auch auf Koffer, Stand- oder Tischgrammophonen.

Elektisch aufgenommene Platten bis ca. 1940 sollten dann nur noch auf Koffer,,Tisch, oder Standgrammophonen abgespielt werden, ein gutes Zeichen ist es wenn auf der Schalldose irgendws von Electric oder Elektro drauf steht, zumindest bei Tisch oder Schrankgrammos. Dann ist die Schalldose zumindest für die Wiedergabe elektrisch aufgenommener Platten geeignet.
Ab ca. 1940- 45 wird es aber dann für diese Platten gefährlich sie auf Grammo's abzuspielen, da wurden sie nämlich für die Elektrischen Tonabnehmer produziert, die wesentlich leichter waren und die immer mehr zunehmenden Dynamik, die auf den Platten gespeichert wurde auch verarbeiten konnten, das können die mechanischen Schalldosen in der Regel nicht mehr, was unweigerlich mit erhöhtem Verschleiß quittiert wird. Platten aus den 50ern sind nur noch mit Leichttonabehmern abzuspielen.
Auch solltest du bedenken, daß die Platten zwar für Grammophone hergestellt wurden, aber alle ihre eigentliche Maximallebensdauer eigentlich schon lange überschritten haben. Auch verändert sich natürlich das Material im Laufe der Jahrzehnte. Du schreibst ja auch, daß du nicht ständig mit dem Grammo deine Platten hörst. Suche dir möglichst bald einen Plattenspieler mit 78 Upm. Wenn du dazu Fragen hast kann ich dir gerne weiterhelfen.
Noch ein Tipp: Wenn du eine neue Nadel eingeschraubt hast, lass diese ein paar Umdrehungen in der Auslaufrille laufen, damit sie sich auf die Rille einschleifen kann. Viele Platten sind in den ersten Rillen stark beschädigt, da das Einschleifen hier stattgefunden hat.

LG
Karlheinz

[ Bearbeitet Di Mär 11 2014, 23:11 ]
Nach oben
78erhortig
Do Mär 13 2014, 11:42
Dabei seit: Do Apr 04 2013, 12:53
Wohnort: Graz
Einträge: 178
Ein recht namhafter Grammophon Händler/Sammler hat behauptet, er hätte den "Kaktus" 5oo mal mit Stahlnadel gespielt, ohne daß die Platte schaden genommen hätte..........

gruß aus Graz
Michael
Nach oben
LadyGramophone
Di Mär 18 2014, 20:36
Gast
Hallo zusammen,

noch mal danke für all die Antworten :-)
Also Dreck ist es sicherlich nicht. Der Effekt ist auch beim zweiten Abspielen gleich.

Eine Frage habe ich noch: Trotz dass der Motor fachmännisch überholt wurde und die Feder sehr kraftvoll ist, bremsen manche Platten weiterhin den Plattenteller aus sobald die Nadel abgesetzt wird, oder eben nach ein paar Sekunden. Ich gehe mal davon aus, dass das auch wieder an der unterschiedlichen Material-Zusammensetzung je nach Epoche und Label liegt.
Wie aber kann es sein, dass dieser Effekt bei zwei Seiten derselben Platte unterschiedlich ist? Zb. "Minnie the Moocher" aus meinem einen Video konnte ich problemlos abspielen, die andere Seite ging aber nicht, der Teller blieb stehen (trotz frisch aufgezogener Feder). Man kann in solchen Fällen während des Spielens nochmal nachkurbeln, aber sollte man das tun, bzw. ist das schädlich fürs Gerät?

Viele Grüße,
Sarah
Nach oben
Starkton
Di Mär 18 2014, 20:54
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
LadyGramophone schrieb ...

Man kann in solchen Fällen während des Spielens nochmal nachkurbeln, aber sollte man das tun, bzw. ist das schädlich fürs Gerät?

Das ist nicht schädlich. Um 1900 war das Aufziehen während des Spiels sogar ein wichtiges Verkaufsargument für damals moderne Grammophone, welche die Kurbel an der Seite angebracht hatten.
Nach oben
joha
Mi Mär 19 2014, 08:10
Dabei seit: Mo Mär 26 2012, 15:45
Wohnort: Dresden/Sachsen
Einträge: 1004
Naja,das mit den Nadeln hat damit garnichts zutun,die Maschine ist es, die nicht richtig durchzieht.
Wenn der Motor richtig überholt ist,läuft er auch,sollte dort etwas nicht richtig gemacht worden sein, kann es zum weiterem Kleben der Feder kommen.Wenn die Flanken nicht richtig sauber gemacht wurden ,wenn falsches Fett verwendet wurde,oder ein kleiner Federing(Federscheibe )vergessen wurde,die Ursachen sind vielseitig,die Nadel ist meiner Meinung nach nicht der Verursacher. Auch wenn es Abrieb,an der Nadelspitze gibt,würde ich die Maschine (Motor) noch mal nachprüfen.Zusammenbaufehler gab es schon häufig.
Gruss Joha *grins

[ Bearbeitet Mi Mär 19 2014, 08:13 ]
Nach oben
Gast
Mi Mär 19 2014, 08:43
Gast
Wenn ich mich nicht täusche, hat der 101 drei -zum Teil winzige - Stahlkugeln im Motor.
Eine, auf dem die Motorachse läuft und zwei sind in den Lagerhülsen des Fliehkraftreglers.

Wenn diese beim Demontieren "weghupfen" merkt ein Unwissender das gar nicht.
Der Motor läuft hinterher auch noch - aber eben nicht mehr leicht und kräftig genug.

Es ist ganz schwer zu sagen, wie der Motor renoviert wurde....

Gruß, Nils
Nach oben
LadyGramophone
Mi Mär 19 2014, 10:29
Gast
Vielen dank für die schnellen Antworten.
Also ich bin mir ziemlich sicher, dass mit dem Motor alles in Ordnung ist. Der Herr, der ihn für mich überholt hat, hat wirklich sehr viele Grammophone und macht das seit etlichen Jahren, der kennt sich sehr gut aus.

Aprospos Kaktus: Gibt es da irgendwelche erschwinglichen Schellack-Pressungen von? Das Original ist ja eher selten und ziemlich teuer, wie ich bei Google gesehen habe ;-)
Nach oben
snookerbee
Mi Mär 19 2014, 12:44
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1765
Dazu gibt es schon eine Diskussion: Link - Hier klicken

Viele Grüße
Claus
Nach oben
Limania
Mi Mär 19 2014, 16:26
Dabei seit: Mo Mai 21 2012, 15:14
Einträge: 1166
LadyGramophone schrieb ...


Also ich bin mir ziemlich sicher, dass mit dem Motor alles in Ordnung ist. Der Herr, der ihn für mich überholt hat, hat wirklich sehr viele Grammophone und macht das seit etlichen Jahren, der kennt sich sehr gut aus.



Auch ein Profi kann mal Fehler machen, oder etwas übersehen
Vielleicht wäre es ja nicht verkehrt bei ihm mal nachzufragen, ob das von 'Gast' angesprochene Problem eventuell vorliegen könnte.

LG Limania
Nach oben
 

Forum:     Nach oben