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Foren > Phonographen > Phonographen Firmen und Dosen
Wie erhalte ich Walzendosen - pro und kontra Restaurierung
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, Der_Designer
Autor Eintrag
maxphenol
Fr Mai 22 2015, 11:43 Druck Ansicht
Dabei seit: Fr Feb 11 2011, 08:47
Einträge: 56
Da damit kein "off topic" in die Richtung wie hat man mit den Stücken seiner Sammlung umzugehen losgetreten werden soll, schließe ich diesen Eintrag zunächst. Wer zu dem eigentlichen Thema (PATHÉ WALZENDOSE) etwas beitragen möchte - bitte PM an uns. Danke. Ansonsten bitte einen eigenen (neuen) Eintrag eröffnen zu dem Thema: Wie erhalte ich alte Walzen Dosen....


Okay, dann halt auf diesem Weg die Antwort auf die letzten Beiträge in dem nun geschlossenen Thread "Pathé Walzendose" ...

Vorab die Info, dass ich speziell nur Walzen der Verpackung wegen sammle. Soll heißen, dass diese Dosen für mich einen besonderen Stellenwert haben, den sie für andere Sammler (die hauptsächlich der Musik wegen sammeln) vielleicht nicht haben.

Natürlich hat jeder das Recht, mit seinem Eigentum zu machen, was er möchte. Wenn krammofoon seine Walzendosen mit dem Papierschutzlack-Überzug so besser gefallen bzw. er das für nötig hält, dann ist das völlig okay. Ich sehe aber weder die Notwendigkeit dazu noch gefällt mir persönlich die Optik (leichter Glanz und etwas dunkler) und sicher ist die Haptik auch anders als im unbearbeiteten Original.

Nicht, dass ich meine Dosen mit Dreck und Speck und zerfleddert in die Vitrine stelle - ganz im Gegenteil. Es gibt kaum eine Dose, die so gut erhalten ist, dass sie nicht ein wenig geklebt oder gereinigt werden muss. So manche üble Dose habe ich auch schon komplett in ihre Einzelteile und Papierschichten zerlegt und dann sauber neu verklebt. Auch hier mag mancher Sammlerkollege aufschreien oder zumindest mit dem Kopf schütteln. Aber bei eingrissenen oder losen Etiketten, losen Böden und dergleichen droht einfach weitere Beschädigung, der man vorbeugen kann, wenn man lange an seinen Schätzchen Freude haben möchte. Bei mir lagern alle Walzendosen in lichtdichten Kartons und sind somit vor Ausbleichen geschützt. Die Luftfeuchtigkeit ist auch deutlich unter Keller-/Dachbodenniveau. Wozu dann also Schutzlack?

Okay, bei einer Dose habe ich auch schon mal Klarlack verwendet, ich gebe es zu. Allerdings ist das die einer britische Pathé Salon-Walze, deren Deckel aus Eisen besteht. Die Oberseite war ziemlich verrostet und somit das Etikett vom Zerfall bedroht. Es ließ sich auch nicht ablösen, da der Rost es extrem brüchig gemacht hatte. Also habe ich den Rost rundherum so gut es ging entfernt und dann alles mit einem alterungsbeständigen Klarlack versiegelt. Das Hauptetikett auf der Dose war an einer Seite auch arg in Mitleidenschaft gezogen und brüchig. Aber mit ein wenig Prit-Kleber vorsichtig unter die Ränder gestrichen ist nun alles vor weiterem Zerfall geschützt. (siehe Foto der Dose).

Jede andere mehr oder weniger dreckige/beschädigte Walzendose aus Papier/Pappe lässt sich (soweit noch alle Bestandteile vorhanden sind) mit ein wenig Prit-Kleber und Buchbinderleim und einer vorsichtigen Reinigung mit feuchtem Wattestäbchen oder Radiergummi wieder in ein ansehnliches Sammlerstück verwandeln, dass die nächsten Jahrzehnte mindestens ebenso gut übersteht wie die +/- 100 Jahre seitdem es die Fabrikhallen von Edison, Columbia, Pathé und Co. verlassen hat.


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Starkton
Fr Mai 22 2015, 13:03
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Ich mochte vorausschicken, dass ich als Sammler und Historiker einen "gesamtheitlichen" Ansatz pflege. Die Walze und ihre Verpackung gehören zusammen. Beide sind für mich gleichwichtig.

Aus konservatorischen Gründen ist es manchmal erforderlich die Walze von ihrer Box zu trennen. Vor allem weil Boxen pilzbefallen sein können und leider schlecht zu reinigen sind. Ausserdem kann sich im Inneren ein Feuchtestau entwickeln der inaktive Pilze zum Leben erweckt, und diese dann die Walze schädigen.

Zum Glück ist eine gleichmäßig trockene und lichtgeschützte Lagerung sowohl für Walzen als auch für ihre Boxen das beste. Hier kann man als Sammler mit geringem Aufwand am meisten tun.

Wenn eine Walzenhülle aus meiner Sammlung restaurierungsbedürftig ist gebe ich sie zum Spezialisten, das heißt zu einem guten Papierrestaurator. Ich bin selbst Restaurator, Papier ist jedoch nicht mein Fachgebiet und ich weiß zudem nicht welche alterungsbeständigen Materialien im betreffenden Fall einzusetzen sind. Vor einiger Zeit habe ich zum Beispiel den extrem brüchigen Papierring auf meiner North American Walze professionell restaurieren lassen. Das Ergebnis war hervorragend: Link - Hier klicken

Jeder Sammler geht eigenverantwortlich mit seinen Objekten um und setzt auch den Standard selbst. Was für den einen grauenhafter Pfusch ist kann ein anderer genau richtig finden. Leider ist nicht jede Maßnahme, welche andere ihren Sammlungsobjekten zugemutet haben, rückgängig zu machen. Deshalb: weniger ist mehr!
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maxphenol
Fr Mai 22 2015, 13:37
Dabei seit: Fr Feb 11 2011, 08:47
Einträge: 56
Das sehe ich auch so. Man muss halt abwägen, was man für sinnvoll hält. An den Papierring einer "North American" - die schon ohne diesen Ring extrem rar ist - würde ich auch nur einen Profi dran lassen. Aber wenn bei einer Edison-Dose sich das Label etwas löst, tut es sicher auch ein Griff zum Prit-Stift.

Das Problem mit dem "gesamtheitlichen Ansatz" ist, dass man es sich nicht immer leisten kann, alles zu sammeln. Daher wird sich wohl jeder von uns auf bestimmte Gebiete konzentrieren müssen. Bei mir ist daher der Schwerpunkt auf der Optik - auf Walzendosen und Labels. Aber ich habe auch Walzen und Platten, die ich der Musik wegen gekauft habe. Nur eben sehr viel weniger.

[ Bearbeitet Fr Mai 22 2015, 14:23 ]
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gramofan
Sa Mai 23 2015, 12:54
Dabei seit: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Einträge: 916
Der beliebte Prittstift ist ja wirklich bequem. Ich habe vor einigen Jahren deshalb extra bei Henkel angefragt, ob er säurefrei und archivsicher ist. Die Antwort ging dahin, dass man das nicht garantieren wolle. Für mich ist der Stift daher zur Papierrestaurierung gestrichen. Es gibt aber von hama einen Klebestift, der diesen Anforderungen genügt. Er wird aus Weizensärke hergestellt und ist daher auch mit Wasser wieder lösbar. Ansonsten sollte man grundsätzlich archivsichere Materialien verwenden, wie sie auf verschiedenen Internetseiten angeboten werden (z.B. von der Firma monochrom).
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maxphenol
Sa Mai 23 2015, 13:11
Dabei seit: Fr Feb 11 2011, 08:47
Einträge: 56
Danke für den Tipp. Ich werde das sicher mal ausprobieren. Ich muss mal ganz dumm in die Runde fragen, was passieren kann, wenn man Papier/Pappe mit Prittstift verklebt hat. Gibt es da Erfahrungswerte? Meine eigenen Erfahrungen sind durchweg positiv. Ich habe vor 25-30 Jahren schon mit Pritt gearbeitet (da stand noch nicht wie heute "lösungsmittelfrei" auf dem Stift) und die Verklebungen halten immer noch und das Papier und eventueller Druck darauf sind auch noch okay. Wasserlöslich ist Pritt auch - auch nach Jahren. Aber ich bin eben kein Papierrestaurator und daher wären ein paar weitere Infos schon hilfreich.
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Starkton
Sa Mai 23 2015, 17:14
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Monochrom ist eine gute Adresse für getestete Materialien zur Archivierung. Ein wichtiger Bestandteil meiner Sammlung zum Thema Sprechmaschinen sind Fotos, Briefe, Urkunden, Kataloge etc. von 1878 bis 1920. Diese bewahre ich in Monochrom-Kassetten und -Ringalben aus Archivkarton mit Taschen aus Polyester (Secol AS) auf.

Die Firma Hans Schröder kann ich ebenfalls empfehlen. Hier die Seite zu Klebstoffen: Link - Hier klicken
Von dort habe ich auch meine Schallplattentaschen bezogen: Link - Hier klicken

Um auf den Thread zurück zu kommen. Gute Materialien zu verwenden ist ein wichtiger Anfang. Man muss sie aber auch richtig einsetzen können. Es ist nicht damit getan einen Koch zu fragen, welche Zutaten er benutzt, oder einen Chirurgen, mit welchem Skalpell er schneidet. Da mir diese Problematik aus meinem Berufsfeld geläufig ist, bin ich selbst sehr zurückhaltend bei der Anwendung von (Kleb)Stoffen auf Materialien (wie z.B. Papier) die ich nicht gut kenne.
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