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Foren > Firmengeschichte, Labels, Hüllen, und Matrizen > Zeitgenössisches Schriftmaterial > Zeitschriften/Hausmitteilungen
Vox-Nachrichten – Blätter für Hausmusik - August 1926
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, Der_Designer
Autor Eintrag
SchellackFreak
So Nov 08 2015, 12:27 Druck Ansicht
SchellackFreak

Dabei seit: Mi Sep 16 2009, 22:06
Einträge: 479
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„Vox-Nachrichten – Blätter für Hausmusik“

Ausgabe: 1. Jahrgang Nummer 8
Berlin im August 1926



















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Webseite
Musikmeister
Do Nov 12 2015, 19:45
Autor
Dabei seit: So Aug 21 2011, 21:23
Wohnort: Hamburg
Einträge: 916
Vielen Dank für dieses Heftchen!
Auf der vorletzten Seite die Abbildung Nr. 6 Matrize mit Masse und Etikett fertig zum Pressen erklärt gut, warum es den Plattenfirmen erst in den 30er Jahren gelang, die 2 Etiketten einer Platte auch wirklich gleich angeordnet "auf die Platte zu bringen". So wie abgebildet war es dem Presser wohl ziemlich egal, wie die Etiketten zueinander angeordnet sind, Hauptsache es ist überhaupt ein Etikett beidseitig vorhanden.
Das fällt gut beim Einscannen von Platten auf, wenn man die Etiketten gleich "gerade" einscannen möchte, wie diese doch zum Teil fast entgegengesetzt angebracht wurden.
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_-_-_
So Nov 22 2015, 00:45
Dabei seit: Do Mai 12 2011, 09:46
Einträge: 267
Vielen Dank, hier als durchsuchbares PDF:
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Hagel schrieb ...

Wie es im Aufnahmeraum einer Schallplattenfirma zugeht, ist oft genug von den Künstlern beschrieben worden, die Instrument oder Stimme zu getreulichster Aufzeichnung des Klanges ertönen ließen. Auch das Wirken des Dirigenten, seine besondere Arbeit der Umgruppierung seines Orchesters und der aus den gegebenen Bedingungen heraus jeweils neu zu schaffenden Uminstrumentierung des aufzunehmenden Werkes ist wiederholt geschildert worden - so auch in Heft 1 und Heft 4 unserer „VOX-Nachrichten“ mit besonderer Bezugnahme auf Erich Kleiber, den Generalmusikdirektor der BerlinerStaatsoper. Was darüber hinaus immer wieder die Freunde der Schallplatte interessiert und zu ständigen Fragen veranlaßt, ist der Werdegang eines solchen Wunderwerkes der Technik vom Augenblick, da die Aufnahme beendet ist, bis zu dem anderen Augenblick, da die fertige Platte die Fabrik verläßt. Ihn zu verfolgen, ermöglicht mehrstündige Wanderung durch die Werkstätten mitsamt sachkundigster Erläuterung. Die braune Wachsplatte, darein bei der Aufnahme all die unendlich vielen, unendlich feinen Rillen aufgezeichnet worden sind, die wir dann auch auf der fertigen Schallplatte gewahren, kommt zunächst unter das Mikroskop und wird aufs allergenaueste nachgeprüft, um zu verhindern, daß irgendwelche dem geübten Auge des Fachmannes erkennbare Mängel etwa unbeachtet bleiben und nachher der Wirkung Abtrug tun. Ist alles für gut befunden, so wird die Platte „graphitiert“, d. h. mit einem elektrisch leitenden Ueberzug versehen. Das mit der Hand aufgetragene allerfeinste Graphitpulver wird mit Bürsten maschinell ganz gleichmäßig über die Platte verteilt, so daß eine zusammenhängende Graphitschicht von größter Feinheit entsteht. Die so vorbereitete Wachsplatte wird dann eingerahmt, mit einer Zuleitung versehen und in ein galvanisches Kupferbad gehängt. Im Laufe von etwa 24 Stunden wird hier durch den elektrischen Strom auf der Graphitschicht ein verhältnismäßig starker Ueberzug aus reinstem Kupfer hergestellt. Dies ist der sogenannte „Vater“, eine Matrize, die nach dem Abheben von der Wachsplatte all deren Feinheiten enthält. Diese Original-Matrize, die im Gegensatz zum leicht zerstörbaren Wachs eine dauerhaft fixierte saubere Schrift der aufgenommenen musikalischen oder sprecherischen Leistung darstellt, kommt in das „Archiv“, das mit seinen zum Teil sehr kostspieligen und kostbaren Aufnahmen einen schwer zu schützenden, jedenfalls aber ganz beträchtlichen Wert für die Schallplattenfabrik bedeutet. In Anbetracht ihres Wertes werden diese Matrizen denn auch nicht direkt zum Pressen benutzt, da sie hierbei leicht Verletzungen ausgesetzt wären. Man stellt vielmehr von jedem „Vater“ auf demselben Wege durch die Galvanoplastik einen zweiten Abzug her, die sogenannte „Mutter“, die ebenfalls in einem besonderen Archiv aufbewahrt wird. Da in dieser „Mutter“ die Schallrillen genauso wie in der Wachsplatte, also vertieft, erscheinen, so kann man sie ebenfalls nicht zum Pressen benutzen. Man wartet also die zu dieser Plattenfamilie gehörigen „Kinder“ ab - das sind neue (dritte) Kupferabzüge, die nun zu den eigentlichen Preß-Matrizen weiter verarbeitet werden. Sind diese nach einer größeren Anzahl von Pressungen abgenutzt und somit unbrauchbar geworden, so kann man jederzeit auf gleiche Weise von der „Mutter“ eine neue Preß-Matrize herstellen. Ehe diese aber nun zum Pressen verwandt werden kann, bedarf es noch mancher Zeit und Arbeit. Die Kupferscheiben werden zunächst auf der Rückseite sorgfältig geglättet, dann wird durch präziseste Messung der Mittelpunkt festgestellt und das Loch hineingebohrt, mittels dessen später die fertige Platte auf dem Zapfen der Drehscheibe, des „Plattentellers“, festgehalten wird. Ferner wird der „Spiegel“ der Matrize poliert, und dann wird die „Auslaufspirale“ auf einer besonderen Maschine eingezogen, jene Linie, die den Stift später vom letzten Ton der wiedergegebenen Musik-oder Sprechaufnahme zum Mittelpunkt gleiten läßt und so verhindert, daß er bei weiteren Umdrehungen etwa die feinen Tonrillen beschädigen könnte. Endlich wird der Außenrand sauber beschnitten. Die solcherart aufs sorgfältigste vorbereitete Kupfermatrize wird zum Zwecke der größeren Festigkeit unter hohem Druck auf eine stärkere, völlig glatte runde Kupfer- oder Messingscheibe aufgelötet. Schließlich wird die Matrize noch, nachdem durch Benzinwaschung jedes Fetteilchen entfernt worden ist, in ein Nickelbad gebracht und hat dann ihre letzte Vollendung erreicht; in spiegelndem Hochglanz wird sie in die andere Abteilung der Fabrik gegeben, in der die Verkaufsplatten gepreßt werden. Inzwischen ist in der „Müllerei“ aus den verschiedensten Materialien, insonders Schellack, dann verschiedenen Harzen (Rubin, Kopal), Farbe und Füllmasse, wie z. B. Schiefermehl, Schwerspat und Baumwollflock in feinster Vermahlung, in großen Mischmaschinen die rohe Masse gemischt worden und diese kommt nun zwischen die heißen Walzen eines Walzwerkes, das sie in einem breit ausgewalzten Streifen wieder verläßt. Nach genügender Abkühlung wird diese Plattenmasse in kleinere gleichmäßige Stücke gebrochen und so zur Verarbeitung aufbewahrt. Für die Herstellung einer Platte nimmt sich der Presser die erfahrungsgemäß richtige Menge des so vorbereiteten Materials, das bis zur genügenden Elastizität erwärmt und auf die ebenfalls erwärmte Preßform aufgetragen wird. Die zweite Preßform mit der entsprechenden Matrize (für die Rückseite der Platte) kommt darauf, die Etiketten sind dazwischen gelegt, und nun wird die ganze Form bei einem Druck von 160 Atmosphären (gleich ca. 100 000 kg auf die Plattenfläche) unter die hydraulische Presse gebracht. Nach dem Erkalten wird die Form aufgemacht und die fertige Platte herausgenommen. Es gilt nun noch, sie von kleinen Schönheitsfehlern zu befreien; Kanten und Mittelloch werden glatt geschliffen, darauf wird sie nochmals einer genauen Prüfung unterzogen und wandert dann in das Lager, von dem aus der Versand der in Einzelhüllen aus Papier und in Pappkasten verpackten Schallplatten erfolgt. Alle Phasen der recht komplizierten Fabrikation werden natürlich stets genau kontrolliert: die Zusammensetzung der Kupferbäder sowie alle Ausgangsprodukte werden im Laboratorium analysiert, und bei äußerster Sorgfalt der Herstellung ist die Gewähr dafür gegeben, daß alle Platten von gleicher Güte und frei von Fehlern die Fabrik verlassen.


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[ Bearbeitet So Nov 22 2015, 01:13 ]
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vox.grammophon
Sa Jan 09 2016, 18:45
Gast
Eine weitere Ausgabe der Vox-Nachrichten [Februar 1927] habe ich hier eingestellt: http://grammophon-platten.de/e107_plugins/forum/forum_viewtopic.php?37322. Liebe Grüße!

[ Bearbeitet So Jan 10 2016, 13:27 ]
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