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Foren > Schellackplatten > Reinigung, Reparatur und Archivierung
Reparatur an gebrochener Schellack
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
Grammo51
Fr Dez 18 2015, 16:14 Druck Ansicht
Dabei seit: Mo Dez 14 2015, 09:21
Wohnort: 79295 Sulzburg
Einträge: 6
Hallo,

habe neulich zwei Schellacks per Post erhalten, in einem Album und nur mit Packpapier umwickelt. Klar, sie waren beige kaputt. Die eine mit einem Riss bis zur Mitte. Die andere in der Mitte durchgebrochen, nur noch durch die Labels zusammengehalten. Erst dachte ich sie sind hin, aber ein Reparaturversuch wäre es wert. Wenn´s nur zur Übung ist. Die erstere habe ich am Rand außerhalb der Einlaufrille eingekerbt. Dort habe ich etwas Cyanacrylat-Kleber (Sekundenkleber) einsickern lassen. Etwas davon hat die ersten Rillen verklebt, war aber mit einer Grammophonnadel, die ich in einen Uhrmacherschraubenzieher (statt der Klinge) eingespannt hatte unter der Lupe wieder ausgekratzt. Diese Platte läuft jetzt auf beiden Seiten wieder einwandfrei.

Nun zum schwereren Fall:




Die gebrochene Platte war ja glücklicherweise noch durch die Labels fixiert und es haben keine Splitter oder Teile gefehlt.

Zunächst habe ich sie auf ein Zeichenbrett gelegt, wegen der planen Auflage, mit einer Folie zum Schutz darzwischen. Dann habe ich wieder an den Enden der Risse an der Einlaufrille und - nachdem ich das Papier von den Labels entlang des Bruchs beidseitig eingeschnitten und zurückgeklappt habe - das Material etwas eingekerbt. Dadurch ist die Klebefläche etwas größer und der Kleber (Sekundenkleber) konnte so besser in den Bruchstelle einsickern. Das Papier der Labels konnte wieder nahezu unsichtbar zurückgeklebt werden.




Zwischen den Auslaufrillen habe ich dann noch zusätzlich den Bruch auf der Vorder- und Rückseite der Platte mit der oben erwähnten Grammophonnadel erweitert. Auch in diese habe ich den Kleber einsickern lassen:



Nach dem Trocknen konnte der Kleber-Überstand abgeschabt werden. Dann die Auslaufrillen mit der Nadel nachgezogen. Mit einer superweichen Messingbürste habe ich die Kleberreste noch auspoliert. Natürlich nur im Bereich der Ein- und Auslaufrillen.

Die ganze Zeit ist natürlich immer darauf zu achten, dass die Plattenteile plan liegen, damit am Bruch kein Höhenversatz entsteht und die Nadel dadurch dann beim Abspielen hüpft !!

Dann die Spannung beim Auflegen der Platte, das Grammo starten, die Nadel drauf und..........

.....Die Überraschung: Sie spielt, die Nadel läuft einwandfrei von der Einlaufrille durch das Musikstück und durch die gesamte Auslaufrille. Und das auf beider Seiten. Ein kleiner, leiser Knacks ist beim Überfahren des Bruches noch zu hören. Stört aber kaum. Das könnte vielleicht durch ganz planes, sanftes Pressen während der Klebung noch verbessern.
Das Schellackmaterial wurde vom Kleber kaum angegriffen und ich hoffe die Klebung hält einige Zeit; mit viel Glück auch dauerhaft. Das Material der Schellacks ist sicher nicht einheitlich gewesen. So könnte es in einem anderen Fall nicht so gut ausgehen.

Vielleicht kriege ich es beim nächsten Bruch - auf den ich aber gar nicht scharf bin - noch besser hin.
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Schellackfloh
Sa Dez 19 2015, 09:22
Dabei seit: So Okt 18 2015, 15:41
Wohnort: Hungen
Einträge: 78
Hallo.

Hm,ich bezweifle ,dass da Sekundenkleber dauerhaft ist.
Dieser reagiert vermutlich mit den in den Platten enthaltenen Bestandteilen.
Ausserdem kann es vorkommen, dass billige Sekundenkleber noch poröser
als zum Zeitpunkt der Klebung wird.
Muss man mal beobachten.
Interessant wäre ein Reparaturverfahren vor allem für sehr seltene Platten

MfG,
Florian
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RF-Musiker
Mo Dez 21 2015, 15:13
Dabei seit: Do Sep 15 2011, 11:21
Wohnort: Berlin
Einträge: 363
Könnte man die Platte eigentlich mit Schellack, der für Möbel gedacht ist, kleben? Wiedergabe nur noch mit Stahlnadeln oder auch Saphir/Diamant?
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Grammo-Klaus
Di Dez 22 2015, 11:19
Dabei seit: Mo Jan 27 2014, 11:46
Wohnort: Im sonnigen Westfalenland
Einträge: 293
Hallo grammo51, immer schade zu sehen, wenn Platten in Trümmern ankommen. Ist mir auch schon passiert in der Rolle des Käufers. Liegt dann an der Nachlässigkeit der Verkäufer beim Packen, bei mir hat damit ein Anbieter ne Elvis Schellack, eine von Ricky Nelson und auch eine SUN-Johnny Cash gekillt. Hm, ich konnte das aber zum Glück mit ner Rückerstattung wieder ausgleichen, obwohl der Verkäufer nicht gewerblich registriert war. Das war halt gute Kulanz, aber immer schade für die Platten, die sind dann hinüber.
Ich finde es interessant wie Du an die Restaurierung herangehst, das ist auch prinzipiell machbar, aber der Aufwand für eine Friedel Hensch Schellackplatte steht glaube ich in keinem Verhältnis. Diese Platte wirst du noch oft, auch in sehr guter Erhaltung wiederfinden. Richtig weh, tut es, wenn eine recht wertige Platte knackt, zB. ne Comedian Harmonists, ne Berliner-Disc o.ä.
Gruß Klaus.
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Vogtländer
Do Dez 24 2015, 13:15
Dabei seit: Do Dez 24 2015, 00:14
Wohnort: Vogtland
Einträge: 113
Hallo, ich bin neu hier und möchte meine Erfahrungen der Reparatur gerne mitteilen. Ich habe auch schon mit Cyanacrylat geklebt, ich meine aber das der Kleber zu bröselig beim Altern wird. Ich verwende nun schon eine ganze Weile den Kunststoffkleber aus dem Modellbau (der mit der feinen Stahlkanüle). Das lässt sich sehr gut dosieren und hält.
Ich lege die Platte immer auf´s Cerankochfeld (nur wenn meine Frau nicht da ist )
Ausbrüche am Rand kann man dann doch ganz gut mit gutem Sekundenkleber (speziell für Kunststoffe) und Füllstoff ausfüllen. Einlaufrille wird, wenn mit Fehlstelle, nachgearbeitet.
Sicher lohnen die meisten Platten nicht repariert zu werden. Wenn man aber dieses Hobby hat, wird doch sowieso an vielen Dingen versucht wie´s geht. Kaputt ist´s ja sowieso, kann man´s auch mal probieren.
Viel Erfolg und schöne Weihnachten, Mario

[ Bearbeitet Mi Jan 13 2016, 18:50 ]
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Shellady
Sa Sep 17 2016, 19:06
Dabei seit: So Sep 11 2016, 10:34
Wohnort: München
Einträge: 108
Hallo, ich habe eine Platte gekauft (einmal nicht aufgepasst. passiert mir nie wieder) , die leider einen großen Ausbruch am Rand hat, der bis in die Tonrillen hineingeht. Das Lied ist dabei natürlich nicht mehr komplett spielbar, aber irgendwie möchte ich die Platte doch nicht wegwerfen.Habe aber natürlich Angst, dass ich beim Nadel aufsetzen in den Ausbruch komme. Gibt es eine Möglichkeit das aufzufüllen? So, dass man die Platte zumindest abspielen kann ohne Gefahr zu laufen die Schalldose zu beschädigen?
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