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Foren > Schellackplatten > Reinigung, Reparatur und Archivierung
Plattenreinigung durch Absaugvorrichtung
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, Der_Designer
Autor Eintrag
snookerbee
Mi Sep 21 2016, 11:38 Druck Ansicht
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1737

Das Wiener Phonogramarchiv setzt für die Reinigung seiner Schellackplatten eine interessante Methode ein.

1. Die Platte wird mit einer Reinigungsflüssigkeit eingestrichen.

2. Ein Faden wird über einen Tonarm in die Rille geführt und nimmt den Schmutz auf.

3. Am Tonkopf befindet sich eine Absaugvorrichtung, die gelösten Partikel und die Reinigungsflüssigkeit von der Platte entfernt.

4. Zurrück bleibt eine trockene und saubere Plattenoberfläche.

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.
Bei dieser Reinigungsmethode stellen sich mir zwei Fragen.

Wird ein Stylus innerhalb der Absaugvorrichtung verwendet, um die Spur zu halten oder gibt es einen mechanischen Vortrieb im Gerät selbst?

Wie wird der flexible Faden (aus Textil ?) dazu gebracht, in der Rille zu bleiben und nicht im Saugrohr zu verschwinden?
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gramofan
Mi Sep 21 2016, 18:14
Dabei seit: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Einträge: 920
Der Hersteller des Reinigungsgeräts hat eine (wenig übersichtliche) Website auf der er Einiges über seine Geräte erzählt. Ich hab' sie nur überflogen .Ich entnehme dem, dass der Faden vor allem als Abstandhalter zwischen Saugdüse und Plattenoberfläche dient, damit Erstere nicht auf Letzterer aufsetzt. Wenn man mal das 3. Bild ansieht, auf dem der Faden ja deutllich zu sehen ist, erscheint er auch viel zu dick, um in der Rille der Platte zu versinken und scheint außerdem recht starr zu sein (Nylon?), Vielleicht liegt er eher wie eine Stahlnadel auf den Rillenflanken auf und bewegt dadurch den Arm mit. Die Reinigung an sich geschieht wohl eher durch die auf dem ersten Bild gezeigte Bürste.
Für wie seriös man das halten kann weiß ich nicht. Jedenfalls wird dort auch eine Reinigungsflüssigkeit angeboten, die zumindest nicht gerade billig ist (aber im Vergleich zum Preis der Geräte fast geschenkt) und ansonsten eher kontrovers beurteilt wird.
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&
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Im Prinzip funktioniert das Ganze, wenn ich es recht sehe, nicht anders als die im Vinyl-Bereich bekannte okki nokki Plattenreinigungsmaschine, nur, dass dort nicht punktuell, sondern über die gesamte Breite der Platte abgesaugt wird.

[ Bearbeitet Mi Sep 21 2016, 18:32 ]
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Webseite
Shellady
Mi Sep 21 2016, 20:58
Dabei seit: So Sep 11 2016, 10:34
Wohnort: München
Einträge: 108
Ich hab mich mal durch eine Review über das Gerät gelesen: Link - Hier klicken

Da schreibt der Autor (Bill Gaw von enjoymusic.com) folgendes:

"The thread runs in the groove with suction being applied through the vacuum wand of high intensity but over a very small area of the string. Thus the nylon is actually cleaning deep into the groove, with the materials actually being vacuumed back just a few grooves at a time. The record is spun counterclockwise at 80 RPM with a very quiet industrial motor, and the whole process takes only about one minute per side. The suction also draws the string through the vacuum wand so there is always clean material touching the groove, rather than reused brushes carrying grime from record to record."

Wenn mein Englisch mich also nicht ganz im Stich lässt, dann ersetzt der Faden tatsächlich die Nadel, nimmt dadurch Schmutz und Reinigungsflüssigkeit auf und wird durch den ständigen Sog kontinurierlich langsam "abgesaugt". Deswegen auch die Spule. So kommt die Platte immer mit sauberem Faden in Berührung und der Dreck wird nicht breitgeschmiert.
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snookerbee
Mi Sep 21 2016, 21:43
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1737

Danke fürs Auffinden der Geräteseite und die Erklärungen. Nylon als Faden macht Sinn und wird den Saugarm in Spur halten. Der Ansatz ist interessant, aber leider werde ich bei dem Anschaffungspreis der Vorrichtung nicht die Wirksamkeit testen wollen. So bleibt es letztlich bei der üblichen Handarbeit mit Trockenbürste und Nachbearbeitung mit digitalem Filter.
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veritas
Fr Sep 23 2016, 13:39
Dabei seit: Do Jun 28 2012, 17:52
Wohnort: Allgäuer Provinzpampa
Einträge: 459
Von dieser Bauart gibt es auch viele DIY-Kreationen, die man zahlreich auf Youtube findet:

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Persönlich gefällt mir die Bauweise einer VPI oder Okki Nokki mit Samtlippen besser. Beim Nylonfaden hat man, bedingt durch an Ansaugdruck, eine ziemliche Kraft, mit welcher er punktuell auf der Platte vorbeischrammt. Bei Schellacks dürfte das kein Problem sein, beim weichen Vinyl habe ich kein gutes Gefühl.

Die LP-Reinigungsflüssigkeit hatten wir schon einmal diskutiert. Das ist letztlich nur ein Reiniger auf Enzymbasis, wie es den von anderen Herstellern auch gibt. Ich habe mittlerweile auch einen eigenen Enzymreiniger hergestellt, der ebenfalls gut funktioniert. Für Reinigungsmaschinen mit internem Tank sollten Enzymreiniger aber nicht verwendet werden, da sich in diesem sehr schnell Schleime bilden können.
Ich nehme im ersten Gang einfach ein Mikrofasertuch und mache dann eine Absaugung mit dest. Wasser. Bei beiden Reinigungsvarianten braucht man, zumindest für Vinyl, eine Antistatik-Pistole, denn der Luftstrom allein sorgt schon für eine ordentliche Aufladung der Platte.

Zu Loricraft fällt mir immer das CD/DVD Reconditionung Spray ein, mit dem - man merke auf - digitale Aufnahmen analoger wirken sollen, inkl. Video-DVDs. Und der Mond ist aus grünem Käse gemacht...

In jedem Fall ist deren Preisgestaltung ziemlich fortgeschritten. Eine Okki Nokki habe ich damals noch für 400,- bekommen - mittlerweile nehmen die meisten Händler mind. 450 EUR, im Verlgeich ist noch immer sehr niedriger Preis.
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snookerbee
Fr Sep 23 2016, 22:08
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1737

Was mir heute beim Betrachten verschiedener Videos mit der Absaugtechnik auffiel ist, dass der Saugarm von innen nach aussen lief. Das heißt aber, es gibt gar keine Spurführung durch den Faden, sondern der Arm läuft, von der Rotation getrieben, allmählich nach aussen. Der Faden dient also lediglich als Abstandshalter und kann gar nicht dauernd in der Rille versinken. Im Gegenteil - er schliddert entgegen der Rillenspirale über die Rillenstege. Da kann doch gar nicht am Rillenboden geschrubbt werden. Eine Fehlbedienung des Geräts?

[ Bearbeitet Fr Sep 23 2016, 22:25 ]
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veritas
Sa Sep 24 2016, 04:20
Dabei seit: Do Jun 28 2012, 17:52
Wohnort: Allgäuer Provinzpampa
Einträge: 459
Sehr richtig beobachtet. Der Faden dient nur als Abstandshalter. Ich denke, daß die Griffigkeit ohnehin nicht ausreichend wäre, vor allem nicht bei einer Mikrorille. Bei Schellacks dürfte es höchstens mit erheblicher Auflagekraft funktionieren.
Wie gesagt, gegenüber den Samtlippen, die man leicht reinigen kann, sehe ich keinerlei Vorteile. Gerade eine leicht wellige Platte kann hier deutlich stärker beansprucht werden, als das mit der ganzflächigen Absaugung der Fall ist.
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snookerbee
Sa Sep 24 2016, 18:51
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1737
Zunächst dachte ich, die Platte vom Wiener Phonogrammarchiv war eine mit Innenstart. Deshalb glaubte ich einfach an die Rillenfürung durch den Faden. Jetzt ist mir alles klar. Ich brauche manchmal etwas länger, um die technischen Vorgänge zu verstehen.

Das mit der unebenen Platte ist natürlich ein Argument und auch das "Schrammen" über eine Vinylplatte.

Danke für die erhellenden Hinweise.
Claus
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veritas
So Sep 25 2016, 11:36
Dabei seit: Do Jun 28 2012, 17:52
Wohnort: Allgäuer Provinzpampa
Einträge: 459
Wer übrigens die 450,- Euro für eine RCM (Record Cleaning Machine) sparen will, der kann sich mit einem wirklich kleinen Budget auch eine Absaugung bauen, ähnlich wie im folgenden Video:

Link - Hier klicken

Der Teller wird von Hand gedreht, damit spart man sich schon einmal eine Motorkonstruktion, denn viele Plattenspieler sind vom Antrieb her nicht kräftig genug. Das Rohr ist hier, ganz primitiv, mit einem Tuch umwickelt und idealerweise am Berührungspunkt mit der Platte mit einem Schlitz versehen. Mit entsprechenden Rohren aus dem Baumarkt geht das sicher noch viel eleganter. Der geniale Trick im oberen Video ist aber Zentrierhilfe am Ende des Rohres. Das Rohr steckt man einfach auf den Mittelzapfen und hält dann nur noch das Ende fest. Mit einem runden Stück Kunststoff kann man das Label bei Bedarf auch abdecken.

Wichtig: Der Schlauch dahinter darf nicht direkt in den Staubsauger gehen (Naßsauger ausgenommen)! Stattdessen bastelt man sich einen Zwischentank, wie in den oberen Fotos der Loricraft zu sehen. Dafür reicht schon ein größeres Gurkenglas. In den Deckel bohrt man zwei Löcher: Auf einer Seite wird der Schlauch vom Staubsauger, daneben der vom Absaugrohr möglichst luftdicht angebracht. Beim Saugen fällt das Wasser nach unten ins Glas und gerät nicht in den Staubsauger.

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joha
So Sep 25 2016, 11:51
Dabei seit: Mo Mär 26 2012, 15:45
Wohnort: Dresden/Sachsen
Einträge: 1004
Schon verwunderlich was der Plattenhype so alles mit sich bringt ,die Phantasie der Erfinder ubskurer Maschinen,reist micht ab,auch die Chemieindustrie verdient mit.man kann ja sich die teuerste Plattenspühlmaschine besorgen, aber ob es sinnvoll ist ,steht auf einen anderen Blatt.Platten sind nun mal Verschleißartikel,sind für alle mechanischen Beschädigungen anfällig,sowie unterliegt das Material Alterungdprozessen,die teuersten Geräte nützen nichts,nur dem Hersteller,in einem Cleanlabor kann man sicher einiges machen,aber wer lebt schon im Cleanlabor?Genauso verhält es sich mit Plattenspielern der Neuzeit die tausende von Euros mit allem Blödsinn versehen werden, Design und Edelmaterialien und dann mit einem lächerlichen Riementrieb daherkommen ohne Staubschutzhaube das ist einfach nur lächerlich und der Verkauf zielt immer auf den Geldbeutel ab.Über alle möglichen Reinigunsmethoden haben wir schon gesprochen,was die Platten schonen kann und wir sind es ja die damit umgehen,der alte Spruch,wenn ich mit meinen Dingen pfleglich umgehe, habe ich sie auch länger gilt immer noch.Vorsicht ist die Mutter der Porzelankiste,daran hat sich nichts geändert. In diesem Sinne ein Staub und bruchsicheres Wochenende
LG joha
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