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Foren > Schellackplatten > Diskussionskreis Schellackplatten
Neuveröffentlichungen von Platten nach 1943 für den deutschen Zivilmarkt
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Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, Der_Designer
Autor Eintrag
jitterbug
Mo Feb 04 2019, 09:24
Dabei seit: Mi Mär 27 2013, 16:49
Wohnort: Berlin
Einträge: 379
Arto schrieb ...

Ehrlich gesagt, auch wenn immer interessant, gehören Exportpressungen nicht hier. Es sei denn, dass skandinawische Platten im offenen deutschen Markt vertrieben wurden. Ausser vielleicht 'Victor spielt' kenne ich keine. Und Victor nur, weil es tatsächlich ein deutsches Label gibt.

M.f.G.

Arto


Es geht darum zu zeigen, dass die Deutsche Plattenindustrie, insbesondere auch die POLYDOR/SIEMENS-POLYDOR selbst 1944 noch produzierte.

In den gezeigten Auflstungen/Anzeigen sind auch deutsche Aufnahmen gelistet, so LESCHEZITZKY, BROCKSIEPER, BÖRGE FRIIS auf der eindeutig deutschen 82000-Serie.

Die 83000-Serie BRUNSWICK wurde ausschließlich während des Krieges für Skandinavien hergestellt, die Aufnahmen von SAM SAMSON, MIFF GÖRLING, GÖSTA ERIKSON sind parallel als 82000-Serie für den Inlandsmarkt erschienen.

Einige der SAM SAMSON/SUNE ÖSTLING POLYDOR-Pressungen erschienen parallel auf BRUNSWICK 82000 für den deutschen Markt, ich habe bisher wegen der Masse davon abgesehen, diese Labels sämtliche abzubilden.

Wenn also gewünscht wäre, tatsächlich nur "Teutonisches" zu besprechen, würde der Blick auf die internationale Funktion des Exports und die Produktionsstrategie der Plattenfirmen verfehlt: Ohne (europäischen) Export häte es keine weitere Plattenproduktion gegeben! Ohne "Import" von Musikern und Künstlern, wäre keine deutsche Platten- und Filmproduktion mehr möglich gewesen.

In Folge des Fehlens deutscher Printmedien im Jahre 1944/1945 besteht für Forschung nur die Möglichkeit, die Darstellung der deutschen Musikproduktion im Ausland zu bewerten. Insbesondere Schweden und Schweiz sind als Länder, die nicht aktiv ins Kriegsgeschehen verwickelt waren, besonders interessant, da nicht tendenziös und ideologisch gefiltert. So ist die Auslandsdarstellung als repräsentativ anzusehen, da sie einerseits von heimischen Firmen mit Anzeigen belegt, andererseits auch von Autoren des Auslandes besprochen, vorgestellt und rezipiert wurde.

Von daher werde ich gerne meine Ergänzungen und Forschungen weiterhin zur Verfügung stellen und bitte Mitglied Arto, seine - sicherlich durch Nichtwissen begründete - kurzsichtige Einwendung zu überdenken.

Beste Sammlergrüße, Stephan
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berauscht
Mo Feb 04 2019, 10:01
"Urgestein" Autor/Moderator

Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1419
jitterbug schrieb ...

Von daher werde ich gerne meine Ergänzungen und Forschungen weiterhin zur Verfügung stellen und bitte Mitglied Arto, seine - sicherlich durch Nichtwissen begründete - kurzsichtige Einwendung zu überdenken.
[/justify]


Deine Beiträge sind natürlich wertvoll um den Gesamtkomplex zu begreifen.
Ich glaube die Aussage von Arto war gar nicht so gemeint, wie du sie jetzt vielleicht aufgefasst hast. Es geht vermutlich darum, das dieser Thread "Neuveröffentlichungen von Platten nach 1943 für den deutschen Zivilmarkt" heißt, und Exportplatten vielleicht besser in einen separaten Thread passen würden.
Wir können natürlich auch einfach das Thema des Threads um deutsche Exportpressungen erweitern.

Am besten äußern sich noch ein paar Leute, ob wir Exportpressungen weiter hier behandeln wollen, oder ob es einen neuen Thread geben soll.

Ich würde dann ggf. die entsprechenden Beiträge dorthin kopieren.
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Odeon89
Mo Feb 04 2019, 18:28
Dabei seit: Di Mär 22 2011, 12:19
Einträge: 303
berauscht schrieb ...

Am besten äußern sich noch ein paar Leute, ob wir Exportpressungen weiter hier behandeln wollen, oder ob es einen neuen Thread geben soll.


Erstmal ein großes Dankeschön an Stephan, der uns hier unter erheblichem Zeitaufwand und mit großer Sachkenntnis diese alles andere als alltäglichen Platten präsentiert! Ich plädiere daher dafür, die Beiträge zu den Export-Pressungen nicht in einen neuen Thread auszulagern, sondern hier zu belassen. Sie sprechen beredt über die vermehrte Energie, die die deutsche Plattenindustrie gegen Ende des Krieges auf den Export legte, um Devisen und Rohstoffe zu gewinnen. Ich würde mich daher sehr über weitere Beispiele freuen, ergänzend zu den deutschen Neuerscheinungen von 1944-45.
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Arto
Di Feb 05 2019, 01:04
Dabei seit: Di Jan 07 2014, 01:33
Wohnort: z.Z. Dänemark
Einträge: 178
Ich möchte gar nicht jemandem belästigen: die Auskünfte über Exportpressungen sind sehr wichtig, aber diese waren nicht für den deutschen Zivilmarkt berechnet. Man möchte also Devisen und keine wahlfreie Unterhaltung. Für Unterhaltungszwecke hatte man ja den Radio. Das Zivilleben während des Krieges war fürchterlich; ich habe die Kriegsausgabe der elektrischen Starkstrominstalltionsvorschriften, wo kein Isoliermaterial mehr zugänglich war, und wir wissen alle, dass Spulen, wie Drosselspulen in Radios, mit Zinkdraht statt Kupfer gemacht wurden.

Die Exportpressungen wurden im allgemeinen nicht in Deutschland vertrieben, und daher ist das Fehlen in einer mit grossem Sorgfalt hervorgebrachten Liste von deutsch-hergestellte Platten nur ein Bild der eigentlichen zivilen Situation.

Daher denke ich, dass aus Klassifikationsgründen unterschiedliche Threads verwendet werden müssten.

Mit freundlichen Grüssen,

Arto



P.S. Als Bewohner in Skandinawien haben mich die gezeigten Kriegslabels besonders interessiert.
A.
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Arto
Di Feb 05 2019, 12:09
Dabei seit: Di Jan 07 2014, 01:33
Wohnort: z.Z. Dänemark
Einträge: 178
"Von daher werde ich gerne meine Ergänzungen und Forschungen weiterhin zur Verfügung stellen und bitte Mitglied Arto, seine - sicherlich durch Nichtwissen begründete - kurzsichtige Einwendung zu überdenken." So Jitterbug.

So was sollte mich eigentlich beleidigen (wurde mir privat angedeutet), jedoch leiden wir alle an Nichtwissen -- auf unterschiedlichen Gebieten. Daher ist es so fröhlich, dass wir allen zu dem gemeinsammen Wissen beitragen können. Das erlaubt aber keinen selber zu bestimmen, wie das Wissen zugänglich gemacht wird! Ich bin nicht von Ehrfurcht über Beiträge von Mitglied Jitterbug so gegriffen, dass ich ihm alles erlauben würde. Es ist deutlich, dass andere anders fühlen.

Mit freundlichen Grüssen,


Arto
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jitterbug
Do Feb 07 2019, 12:03
Dabei seit: Mi Mär 27 2013, 16:49
Wohnort: Berlin
Einträge: 379
Ohne irgendjemanden zu beleidigen - was auch nicht meine Absicht ist - hier die Fortsetzung der Beiträge zum Thema, was weder Ehrfurcht noch Erlaubnis bedarf, sondern erneut einen Blick über den Horizont erlauben wird:

Zunächst die Original-Kriegspressung der bereits in obigen Beiträgen erwähnten HEINZ BURZYNSKI-Platte auf ELECTROLA:

E.G. 7323. Aufnahme Berlin, ca. Okt. 1943




Ebenfalls von ELECTROLA konzipiert für den Skandinavischen Markt, insbesondere Dänemark und daher sicher für Mitglied Arto interessant, Kriegs-Exportpressungen der ELECTROLA als HMV mit "X"-Bestellnummer (Skandinavien). Da ELECTROLA während des Krieges nicht über Original-Matrizen verfügte, wurden diese von Umschnitt-/Zweitmatrizen angefertigt, was wiederum über "-0" im Wachs gekennzeichnet ist.

Solche Platten wurden von dort stationierten deutschen Soldaten gerne als Mitbringsel im Heimaturlaub nach Deutschland mitgebracht, waren sogar teilweise über Re-Import bestellbar und wurden - laut Aussage von Zeitzeugen - hin und wieder ausgeliefert.

ELECTROLA (HMV)X 6829 (Umschnittmatrize)
Aufnahme: Chicago, 28.05.1940, Neuveröffentlichung: Februar 1943




COLUMBIA D.W.4928, Aufnahme: Berlin ca. Juli 1943





Leider liegen mir von ELECTROLA/COLUMBIA keine öffentlich re-importierten Platen vor, nur von oben erwähnten PARLOPHONE-Kriegspressungen besitze ich Ausgaben mit Stickern von den Berliner Plattengschäften "Alberti" und "Televox".

Viele Grüße, Stephan


[ Bearbeitet Do Feb 07 2019, 12:06 ]
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Odeon89
Do Feb 07 2019, 19:10
Dabei seit: Di Mär 22 2011, 12:19
Einträge: 303
Konezni schrieb ...

Auch die Didi-Platte (Be 13401 & 13402) vom 23. 12. 1943 ist erst am 22. 03. 1944 adoptiert worden.

Inhalt, Bild oder Datei nur fuer angemeldete Mitglieder


Erstaunlicherweise steht die O-26622 hier tatsächlich unter "Neuerscheinungen 1946/47", was mich nicht eben wenig wundert.
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Odeon89
Do Feb 07 2019, 19:17
Dabei seit: Di Mär 22 2011, 12:19
Einträge: 303
Danke, Stephan, für diese schönen Beispiele aus dem Hause Lindström!

Hier noch eine späte Kriegs- (oder frühe Nachrkiegs-) SIEMENS-POYLDOR 47913, im Spiegel mit "1944" gestempelt. Auf der A-Seite ist das Etikett mit dem Lizenzstempel der Allierten versehen - mein Exemplar kam also erst frühestens im Sommer 1946 in den Handel.

Weiß jemand, wann die Aufnahmen entstanden? Die Matrizennummern lauten 10252/ 10253 (kein "Depositato").



[ Bearbeitet Do Feb 07 2019, 19:20 ]
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Konezni
Do Feb 07 2019, 19:55
Dabei seit: Do Aug 20 2015, 18:23
Wohnort: Berlin
Einträge: 143
Beide Lorey-Platten dieser Aufnahmesitzung (47912 & 47813) liegen mir ohne Stempel vor. Die Matrizennummern lauten vollständig 10250 - 10253 GD und sind Ende April/Mai 1944 entweder in Prag oder in Budapest geschnitten worden. Die obige Werbung, welche die O-26622 als Neuheit anbietet, ist unseriös, da das Aufnahmebuch eindeutig eine Notiz zum Erscheinen 1944 verzeichnet. Die ebenfalls angekündigten weiteren Titel blieben sämtlich unveröffentlicht.
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berauscht
Do Feb 07 2019, 21:38
"Urgestein" Autor/Moderator

Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1419
Odeon89 schrieb ...

Erstaunlicherweise steht die O-26622 hier tatsächlich unter "Neuerscheinungen 1946/47", was mich nicht eben wenig wundert.


Vermutlich ist die Platte während des Krieges nur noch in Kleinstauflage erschienen, so dass es für die Breite Masse 1946/47 eine Neuerscheinung war.
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Odeon89
Fr Feb 08 2019, 17:18
Dabei seit: Di Mär 22 2011, 12:19
Einträge: 303
Konezni schrieb ...

Beide Lorey-Platten dieser Aufnahmesitzung (47912 & 47813) liegen mir ohne Stempel vor. Die Matrizennummern lauten vollständig 10250 - 10253 GD und sind Ende April/Mai 1944 entweder in Prag oder in Budapest geschnitten worden.


Vielen Dank für die Angaben! Von Wolf Lorey gibt es ja sogar noch Orchester-Aufnahmen mit noch höheren Matrizennummern.
Konezni schrieb ...

Die obige Werbung, welche die O-26622 als Neuheit anbietet, ist unseriös, da das Aufnahmebuch eindeutig eine Notiz zum Erscheinen 1944 verzeichnet. Die ebenfalls angekündigten weiteren Titel blieben sämtlich unveröffentlicht.


Das Diddi-Werbeblatt scheint dann also eher eine Aktualität seiner Aufnahmen vorzutäuschen, die es so nicht gab - man möchte es etwas böswillig als Selbstvermarktung ausdrücken...
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jitterbug
Fr Feb 08 2019, 18:42
Dabei seit: Mi Mär 27 2013, 16:49
Wohnort: Berlin
Einträge: 379
Odeon89 schrieb ...

(...)
Vielen Dank für die Angaben! Von Wolf Lorey gibt es ja sogar noch Orchester-Aufnahmen mit noch höheren Matrizennummern.
(...)

Hier die Labels der Polydor 47914 H, Tanz-Orchester WOLF LOREY
Matriz-Nr. 10325 1/2 GD9 - 10326 1/2 GD9 (keine weiteren Angaben im Wachs), Aufnahme: Ende 1944


Die oben erwähnte Willi Stefan Didi Platte existiert als Nachkriegspressung ist aber als blau-goldene Kriegspressung in meinem Besitz (wie an anderer Stelle abgebildet).

Es ist mir immer wieder aufgefallen, dass in früher Nachkriegspresse ("Melodie", "VierViertel") immer wieder Plattenbesprechungen von relativ alten Aufnahmen präsentiert werden, die aber als Neuerscheinung dort vorgestellt sind (z. B. KARY BARNET "Emil war mein Ideal"). So mag es sein, dass die breite Masse auch in Folge der Ermangelung von Werbung/einschlägigen Zeitungen erst nach dem Krieg erstmalig von diesen älteren Aufnahmen erfuhr, sie somit damals als "Neuvorstellung" gerechtfertigt erschienen...

Viele Grüße, Stephan
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Konezni
Fr Feb 08 2019, 21:07
Dabei seit: Do Aug 20 2015, 18:23
Wohnort: Berlin
Einträge: 143
Die obigen Loreys wurden am 28. 09. 1944 in Berlin aufgenommen, wie auch die 47915 (Potpourri aus DER GOLDENE KAEFIG / Lorey-Potpourri Nr. 2).

Hier noch 'was fürs Auge:
O-26621 (Be 13473, aufgenommen 25. 02. 1944, adoptiert 01. 08. 44)

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gramofan
So Feb 10 2019, 14:55
Dabei seit: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Einträge: 911
Der Frage der Versorgung des deutschen Inlandsmarktes gegen Kriegsende kann man sich auch mal von einer ganz anderen Seite nähern. Schellack als wesentlicher Bestandteil der Pressmasse war ein Rohstoff, der im Wesentlichen aus britischen Kolonien bezogen wurde und damit nach Kriegsausbruch nicht mehr neu zur Verfügung stand. Man darf davon ausgehen, dass Lagerbestände in Deutschland und eventuelle Beutebestände in den besetzten Ländern im vierten und fünften Kriegsjahr i.d.R. (von Ausnahmen abgesehen) nicht mehr zur Verfügung standen. Da die deutsche Plattenindustrie jedoch, wie oben gezeigt, auch 1943 und 1944 noch Exportmärkte im neutralen Ausland versorgte,um mit den Devisen mutmaßlich zur Kriegsfinanzierung beizutragen, konnte der benötigte Rohstoff für die Pressungen nur noch aus Recyclingmaterial stammen. Wie bekannt waren im Krieg für den Erwerb einer neuen Platte zwei alte Platten abzugeben. Eine überschlägige Rechnung zeigt schnell, dass zur Produktion einer Exportplatte (ohne Materialrückgabe) ca. eineinviertel Platten im Inland mit Materialabgabe verkauft werden mussten, um den notwendigen Materialüberschuss zu erwirtschaften.* In der Praxis lag der Wert wahrscheinlich aufgrund von Verlusten im Herstellungsprozess etwas darüber. Solange also ein deutscher Export ins Ausland stattfand, konnte man eine Stillegung des inländischen Plattenmarktes nicht ins Auge fassen, sondern war gezwungen, dem Publikum in entsprechend großem Umfang Neuware anzubieten.

*Berechnung wie folgt:
Der Einfachheit halber lasse ich die Dicke der Platten außer Betracht und unterstelle, dass sie überall gleich sei. Es genügt daher statt mit Volumina mit Flächen zu rechnen:
Fläche= π+r², d.h. 3,142*12,5*12,5= 490,93 cm², abzüglich des ausgestanzten Etiketts, das ich der Einfachheit halber mit 8 cm Durchmesser annehme: 3,142 * 4*4= 50,27 cm². Bleibt ein verwertbarer Rest von 440,66 cm², bei zwei Platten also 881,32 cm².Davon werden zur Produktion einer Inlandsplatte gebraucht 490,93 – 3,142*0,35*0,35 (Mittelloch!)= 490,55 cm². Daraus ergibt sich ein verwertbarer Überschuss von 390,77 cm². Um eine Exportplatte ohne Materialabgabe zu pressen braucht man demnach ca. 1,25 Überschüsse bzw. verkaufte Inlandsplatten. Puh!! So ich hoffe ich habe alles richtig gerechnet (ansonsten gilt: iudex non calculat) und die Mathe-Genies mögen mich korrigieren.


[ Bearbeitet So Feb 10 2019, 15:12 ]
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berauscht
So Feb 10 2019, 16:34
"Urgestein" Autor/Moderator

Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1419
gramofan schrieb ...

Wie bekannt waren im Krieg für den Erwerb einer neuen Platte zwei alte Platten abzugeben.


Das stimmt nicht. Es musste nur eine Platte beim Erwerb einer neuen abgeben werden und es durfte von den Händlern auch nur eine verlangt werden.

"VB" vom 12. April 1941

[ Bearbeitet So Feb 10 2019, 16:36 ]
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gramofan
So Feb 10 2019, 17:36
Dabei seit: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Einträge: 911
Sollte das so zutreffen, dann würde sich natürlich die Frage stellen, woher die dann schon beim Inlandsverbrauch auftretende Materiallücke durch Ausstanzen des Etiketts geschlossen wurde? Ganz zu schweigen von den Lieferungen ins Ausland, von wo vermutlich kein Altmaterial zurückkam.
Mehrere Zeitzeugen haben mir das mit der Abgabe von zwei Platten unabhängig voneinander erzählt, aber das menschliche Gedächtnis ist bekanntlich unzuverlässig. Irgendwo habe ich auch noch mehere Schreiben von Plattenfirmen von Ende 1939, die den Handel auf die Altmaterialabgabpflicht hinweisen. Eine erste Suche hat sie allerdings noch nicht zutage gefördert (Wohl dem, der ein reproduzierbares System in seiner Ablage hat).
Wenn ich mal in den Thread "Neue Schallplatten für Altmaterial?" gehe, ist da schon Einiges beigetragen worden. Demnach scheint es zumindest ab 1.8.1942 so gewesen zu sein, dass 2 Platten abzuliefern waren (siehe den Scan im Beitrag von Formigginini vom 21.9.2014), wohl Zeichen einer sich verschärfenden Rohmaterialknappheit. Meine Überlegungen wären demnach für die in Frage stehenden letzten Kriegsjahre durchaus zutreffend.

[ Bearbeitet So Feb 10 2019, 17:49 ]
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