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Foren > Elektrisches Grammophon und anderes > Was sonst noch so tönte
The Telegraphone Magnetplatten-Rekorder 1909
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
Mammut
Mo Mai 18 2020, 10:02 Druck Ansicht
Dabei seit: Di Aug 16 2016, 17:27
Wohnort: 01445 Radebeul
Einträge: 66
Es berührt zwar nur Teilgebiete des Forums, möchte aber trotzdem den "The Telgraphone" aufgrund der technischen Innovation und Seltenheit hier vorstellen.

Gerät: The Telegraphone Magnetplatten-Rekorder / Aufzeichnungsgerät für Sprache auf Magnetplatten
Ersteller: American Telegraphone Co. (1903 - 1917)
Datierung Gerät: 1908
Entstehungsort: Washington, DC, USA

Nachdem Valdemar Poulsen 1898 die Magnetaufzeichnung erfunden hatte, ließ sich sein Mitarbeiter Peder Oluf Pedersen 1901 die Stahlplatte als "Magnetizable Body" patentieren. Die ersten Geräte hatten eine Magnetplatte mit 130 mm Durchmesser und 45 Sekunden Aufnahmedauer. Der verbesserte Rekorder der American Telegraphone Co. hat einen Magnetplatten-Durchmesser von 300 mm. Das Telgraphone wurde zur Sprachaufzeichnung im Office oder als Telefonbeantworter eingesetzt. Das Gerät war praktisch unverkäuflich. Es kostete bei vier Minuten Aufnahme 300 $. Ein Phonograph war für nur 70 $ zu haben.





Die Gehäuse wurden angeblich von der Columbia gefertigt.



Die Drehachse in der Mitte war radial unbeweglich. Es bewegte sich der Schlitten mit den 2 Tonköpfen (einer für Unterseite - wahrscheinlich zur Vormangnetisierung, einer für Oberseite zur Aufnahme) mit einer Spindel getrieben. Man konnte die Tonköpfe mit eine Scala auch positionieren, in dem man den Hebel rechts betätigte und den Schlitten von der Spindel entkoppelte.



In den 3 Aussparungen wurden Batterien eingelegt. Es gab im Gerät keine Verstärkertechnik. Der Runde Zylinder links ist ein hochohmiges Fermelderelais. Somit konnte das Gerät nicht nur als "Diktiergerät", sonder auch als Telefonbeantworter genutzt werden. Und das 1908!



Tonkopf mit 2 kOhm Doppelspule. Die Spitzen berührten die Stahlplatte und bauten dazwischen das zu schreibende Magnetfeld auf.



Mangetplattenaufnahme. Durch Drehen des Aluknopfes fuhren 3 Haltefedern aus und klemmten die Platte fest. Ein Dornen verhinderte das Rutschen der Platte.


2013 ist ein Gerät, in einem für Sammler wichtigen Auktionshaus, mit der Seriennummer 125 aufgetaucht. Diese steht jetzt im Museum für Kommunikation Frankfurt. Mein hier vorgestelltes Gerät hat die Seriennummer 110. Es sind kaum Informationen über diese Geräte zu bekommen.












[ Bearbeitet Mo Mai 18 2020, 17:20 ]
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Grammo-Klaus
Mo Mai 18 2020, 11:16
Dabei seit: Mo Jan 27 2014, 11:46
Wohnort: Im sonnigen Westfalenland
Einträge: 376
Wow, ebenfalls ein interessantes Gerät. Ich tippe mal, korrigiert mich falls ich falsch liegen sollte, das diese Maschine wohl eher eine Art antike Bürokommunikations-Apparatur darstellt, um wohl Gespräche, Notizen, Briefe aufzunehmen und wiederzugeben. Ich kann mir nicht vorstellen, das Privatleute eine solche Maschine zur Unterhaltung, also mit Musik bespielte Magnetplatten, zuhause stehen hatten.
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DGAG
Mo Mai 18 2020, 16:40
Dabei seit: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Einträge: 432
Spektakuläres Gerät, das hier im Forum sehr gut aufgehoben ist. Wir haben zum Thema "Telegraphone" (Draht, Band und Platte) schon einiges gesammelt: Link - Hier klicken

Der patentierbare Beitrag des dänischen Ingenieurs und Erfinders Peder Oluf Pedersen, der bei uns bisher eindeutig zu kurz gekommen ist, besteht weniger in der Einführung der Platte, als vielmehr einer Methode, mit der man einen Materialkern (aus fast beliebigem Material) einseitig mit einer magnetisierbaren Schicht überzog. Sein Chef Poulsen, der das Grundlagenpatent hielt, verwendete dagegen einen Informationsträger aus durchgehend ferromagnetischem Material.

Wie kommt man denn an so eine Rarität? Noch dazu im vorzüglichen Zustand. Stammt es aus einem aufgelösten Museum für Kommunikation?
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Mammut
Mo Mai 18 2020, 18:42
Dabei seit: Di Aug 16 2016, 17:27
Wohnort: 01445 Radebeul
Einträge: 66
Es scheint mir sicher, dass das Gerät für das reine Business gedacht war.
Vielen Dank für den Link. Ich habe leider viel zu wenig Zeit mich mit den historischen Details auseinander zu setzten. Ich bin eher der Mechaniker der alles wieder zum Laufen bringt. Ich kaufe verschiedene Sammlungen auf. Bei der letzten Sammlung habe ich auf den schlechten Bildern des Verkäufers in einem Stapel Phonographen dieses Gerät gesehen. Da es eine zu öffnende Vorderseite hatte, dachte ich eigentlich an einen Class M oder Multiplex oder Chicago Ediphon. Aber es war diese Maschine. Auch nicht schlecht....
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DGAG
Mo Mai 18 2020, 19:59
Dabei seit: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Einträge: 432
Wirklich nicht schlecht, wesentlich seltener als ein Edison Class M und sicher auch so viel wert. Breker hatte 15,000 bis 25,000 Euro geschätzt, ohne allerdings ein Gebot dafür zu erhalten. Hätte die Auktion in den USA stattgefunden wäre mehr drin gewesen, zumal dann der Zoll und der aufwendige und teure Transport wegfällt. Das Frankfurter Museum wird ein Schnäppchen gemacht haben.
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Remirus
Di Mai 19 2020, 20:55
Dabei seit: Mi Jul 12 2017, 16:12
Wohnort: Heide (Holstein)
Einträge: 64
Hallo und vielen Dank für die Präsentation dieses außerordentlichen Gerätes. Ich habe einen Artikel über das Telegraphon aus einem Buch von ca. 1912 vor vielen Jahren in der Vereinszeitschrift "Der Schalltrichter" des ehemaligen Deutschen Grammophon-Clubs veröffentlicht und schon damals gefragt, ob mir jemand etwas über die Weiterentwicklung des Konzeptes sagen konnte, aber keine Antwort erhalten. Jetzt habe ich wesentlich mehr Informationen darüber. Aber immer noch frage ich mich, warum daraus damals nicht mehr wurde. Es gab die ursprüngliche Walzenform, eine Bauweise mit flachem, auf Spulen aufgewickeltem Eisendraht und - wie wir jetzt sehen - auch ein Platten-Telegraphon, aber alles ist anscheinend "sang- und klanglos" wieder in der Versenkung verschwunden. Es gab - wie ich aus dem Artikel in meinem Buch weiß - damals auch Überlegungen, das Funktionsprinzip des Telegraphons auch für die Verstärkung des elektromagnetischen Signals zu nutzen, um die Lautstärke zu verbessern. Wenn das möglich sein sollte (was ich nicht weiß), hätte man mit den ersten "lautsprechenden Telephonen" (Trichterlautsprecher), die - wie in einem anderen Artikel meines Buches berichtet wird - auch um 1912 herum bereits von der einschlägig bekannten Berliner Fa. Mix & Genest erprobt wurden, tatsächlich den normalen Phonographen damit ersetzen können. Eine andere Frage, die ich mir stelle, ist die, ob das Telegraphon nicht auch in der frühen Rundfunk-Entwicklung eine Rolle hätte spielen können, spätestens seitdem Röhrenverstärker verfügbar waren, bzw. warum es das anscheinend nicht tat.

Herzliche Grüße!
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