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Mascagni Record Company - Pietro-Mascagni-Phonographen-Gesellschaft
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Autor Eintrag
-Juergen-
Fr Dez 24 2021, 16:43 Druck Ansicht
⇒ Mitglied seit ⇐: Di Dez 25 2018, 08:26
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Beiträge: 222
Hallo Zusammen,

kann mir hier jemand beim Einordnen einen Hint geben?
Sieht nach Österreich/ Ungarn aus. Konnte aber dazu nichts finden und mein Süterlin war schon mal besser....

Schon mal Besten Dank für Eure Mühe

[ Bearbeitet Mi Dez 29 2021, 18:13 ]
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-Juergen-
Fr Dez 24 2021, 16:52
⇒ Mitglied seit ⇐: Di Dez 25 2018, 08:26
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Beiträge: 222












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PONOPHON
Sa Dez 25 2021, 10:43
⇒ Mitglied seit ⇐: Sa Dez 12 2015, 17:45
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Beiträge: 246
Der Herr auf dem Foto ist wohl Karl Jörn ?

[ Bearbeitet Sa Dez 25 2021, 10:46 ]
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berauscht
Sa Dez 25 2021, 12:23
"Urgestein" Autor

⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Jan 06 2010, 21:59
Beiträge: 1962
PONOPHON schrieb ...

Der Herr auf dem Foto ist wohl Karl Jörn ?

Der Mann auf der Dose ist Pietro Mascagni. Demnach würde ich folgern, dass die Firma in Zusammenhang mit dem bekannten Komponisten steht.

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-Juergen-
Sa Dez 25 2021, 19:47
⇒ Mitglied seit ⇐: Di Dez 25 2018, 08:26
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Beiträge: 222
Hallo Kollegen,

danke für das Ergänzen und beste Grüße

Jürgen
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DGAG
Di Dez 28 2021, 21:40

⇒ Mitglied seit ⇐: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Beiträge: 661
Diese sehr seltene Walzendose trägt ein Firmenetikett des Budapester Juweliers Leo Schlesinger, der, vermutlich zusammen mit seinem Sohn Abraham, um oder vor 1902 mit Erlaubnis des Komponisten die Pietro-Mascagni-Phonographen-Gesellschaft gegründet hatte.

Sehr aufschlussreich ist das Etikett auf dem Deckel. Das Kürzel "E.I.H." steht für die Firma Edison Import House des Wieners Victor Paul Berger: Link - Hier klicken

Im Schriftfeld des Walzenetiketts war ursprünglich die Bezeichnung "Artistical-Record" für Eigenaufnahmen des Edison Import House aufgedruckt. Offenbar wurde die Walze später ausgetauscht und diese Bezeichnung abgekratzt. Kannst Du die Walze bitte einmal abhören um den Inhalt und eventuell den Hersteller der mit "243" nummerierten Aufnahme festzustellen.
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berauscht
Di Dez 28 2021, 22:25
"Urgestein" Autor

⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Jan 06 2010, 21:59
Beiträge: 1962
Pester Lloyd, 16. November 1902:
Die Phonographe Mascagni's. Seinerzeit haben wir davon Notiz genommen, daß die hauptstädtische IV. Bezirksvorstehung den Kaufmann Leo Schlesinger, der eine Gesellschaft unter dem Namen "Pietro-Mascagni-Phonographen-Gesellschaft" gegründet hatte, wegen unbefugter Benützung des Namens Mascagni's zu einer Geldstrafe von 200 Kronen verurtheilt hatte. In Folge der Appellation des Vertheidigers Dr. Emerich Balog übermittelte der hauptstädtische Magistrat die Angelegenheit zur Begutachtung der Handels- und Gewerbekammer. Diese erklärte in ihrem Gutachten, daß es zur Bezeichnung der Waare keinerlei Bewilligung bedürfe und könne hier von einer Gewerbeübertretung auch schon deshalb keine Rede sein, weil ja Pietro Mascagni selbst dem Leo Schlesinger die Erlaubniß dazu ertheilt hat, daß dieser seine Phonographe nach seinem Namen bezeichnen könne. Trotz dieses Gutachtens bestätigte der hauptstädtische Magistrat das erstinstanzliche Urtheil. In Folge weiterer Appellation des Vertheidigers sprach der Handelsminister Schlesinger frei.
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krammofoon
Mi Dez 29 2021, 19:29
Schellack-Gnadenhof
⇒ Mitglied seit ⇐: Mo Jun 27 2011, 20:47
Beiträge: 1214
Servus :-)

Von der ganzen Aufmachung her, erinnert die Dose an eine Pathé-Dose... das genarbte Papier (?), die Nägel am Abschluss des Streifens und der sternförmige Abschluss oben auf dem Deckel.

Gruss
Georg
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-Juergen-
Mi Dez 29 2021, 19:54
⇒ Mitglied seit ⇐: Di Dez 25 2018, 08:26
Wohnort: Rhein-Main
Beiträge: 222
Hallo Kollegen,

danke für die Kommentierungen. Da hab ich was zum weiter Recherchieren.
Nachfolgend ein paar Bilder des Walzenbeschriftung.
Die Walze hat keine Ansage. Die 3 Zeichen sind keine Nummer. Eis handelt sich um eine Gravierung in Süterlin.
Das Stück auf der Walze heißt: Verborgene Liebe und ist ein Glocken Solo.


Beste Grüße













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DGAG
Mi Dez 29 2021, 19:59

⇒ Mitglied seit ⇐: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Beiträge: 661
Wenn ich die drei Ziffern aber spiegele, offenbar erhielt erst die Gussform die Seriennummer, wird die Nummer "243" daraus.

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krammofoon
Mi Dez 29 2021, 20:01
Schellack-Gnadenhof
⇒ Mitglied seit ⇐: Mo Jun 27 2011, 20:47
Beiträge: 1214
Servus :-)

Mit der Nummer geh' ich mit deiner Annahme nicht konform... spiegelgerecht betrachtet ist man durchaus bei einer Nr. 243...

Ausgerechnet bei dem mittleren Zeichen tue ich mir schwer, daraus ein Sütterlin-"I" abzuleiten. Es sieht viel zu stark nach der Ziffer "4" aus...

Gruss
Georg
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-Juergen-
Mi Dez 29 2021, 20:09
⇒ Mitglied seit ⇐: Di Dez 25 2018, 08:26
Wohnort: Rhein-Main
Beiträge: 222
Die Schrift auf der Walze ist nicht erhaben aus einer Matrize sondern in die Walze gekratzt. Wieso würde jemand den Titel lesbar und eine Zahl in Spiegelschrift einritzen?
Der zweite Buchstabe entspricht nicht de Süterlin I in Großschrift sondern eher dem der Kleinschriftform von Süterlin. Gerne können wir dazu im Sommer mal bei einer Bratwurst und einem Wein philosophieren.
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DGAG
Mi Dez 29 2021, 20:20

⇒ Mitglied seit ⇐: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Beiträge: 661
-Juergen- schrieb ...

Die Schrift auf der Walze ist nicht erhaben aus einer Matrize sondern in die Walze gekratzt. Wieso würde jemand den Titel lesbar und eine Zahl in Spiegelschrift einritzen?

Gutes Argument. Eingeritzt in die Gussform müssten die Ziffern erhaben sein.

Was mir als Begründung für die Spiegelschrift einfällt: Wenn man die Zahl auf dem Walzenoriginal gespiegelt einritzt, ist sie auf der Gussform in herkömmlicher Weise lesbar, was die Unterscheidung in der Fabrik erleichtert.

Ich frage mich auch warum man den Titel in Normalschrift verfassen, und einen Zusatz in einer anderen Schriftart hinzufügen würde.

PS: "E I H" würde in deutscher Kurrentschrift, Sütterlin gab es ja erst später, anders geschrieben werden.

[ Bearbeitet Mi Dez 29 2021, 20:30 ]
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-Juergen-
Mi Dez 29 2021, 20:35
⇒ Mitglied seit ⇐: Di Dez 25 2018, 08:26
Wohnort: Rhein-Main
Beiträge: 222
Hi Stephan,

das sollten wir im Sommer mal bei einem Wein und Lupe über der Walze ausgrübeln.

Ich habe die Walze al vor Jahren zusammen mit einem Edison Home und einem Walzenschrank zusammen mit 20 Edisonwalzen und ein paar Eigenaufnahmen aus einer Haushaltsauflösung gekauft und die einfach nur zur Seite gestellt. Das Label und die Firmengeschichte finde ich recht interessant. Habe auch noch einen Verweis auf auf einen Excelsiorphonographen in dem Portal Romfi mit Mascagnibeschriftung erhalten. Das wirklich eigene Produkt hat sich mir noch nicht so recht erschlossen. Mascagni komponierte Opern wenn ich das recht lese und offensichtlich wurde lediglich der Name geschickt vermarktet.
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maxphenol
Mo Apr 08 2024, 19:13
⇒ Mitglied seit ⇐: Fr Feb 11 2011, 08:47
Beiträge: 63
Hallo Jürgen und alle anderen, die hier damals rund um die spiegelverkehrte Beschriftung mitgerätselt haben,

die Walze in der Mascagni-Dose ist meiner Ansicht nicht korrekt. Mir kam die ungewöhnliche Beschriftung mit einer spiegelverkehrten Katalognummer und dem nicht-spiegelverkehrten Titel bekannt vor und bei der Suche danach, wurde ich bei drei meiner Schellhorn-Walzen fündig. Eine davon ist zerbrochen. Die Beschriftung der anderen beiden habe ich gescannt und möchte sie hier samt dem dazugehörigen Deckeletikett gerne zeigen. Weitere Schellhorn-Walzen sind in völlig anderer Form beschriftet, was nahelegt, dass es bei der Herstellung im Laufe der Jahre Veränderungen gab.

Ebenfalls anbei eine Abbildung einer Mascagni-Walze (schwarze Gusswalze), die leider nicht mir gehört. Der Markennahme ist hier Teil der Beschriftung. Ein Großteil der Mascani-Walzen (alle anderen, die ich je gesehen habe) waren jedoch wohl braune Wachswalzen ohne Markierung/Inschrift.







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DGAG
Mo Apr 08 2024, 21:36

⇒ Mitglied seit ⇐: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Beiträge: 661
Hallo Helmut,
herzlichen Dank für die Infos. Damit hast Du gleich mehrere Fragen geklärt. Durch die Aufschrift lassen sich Mascagni-Walzen gut identifizieren, auch ohne Ansprache. Ich habe die Mascagni Record Co. übrigens noch Mitte August 1905 als Alleinvertrieb für Ungarn der von der Bumb & Koenig G.m.b.H., Berlin SW hergestellten "Auto-Record" Schallplatte finden können.

Zur Auto-Record haben wir schon was im Forum: Link - Hier klicken

Stephan
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-Juergen-
Di Apr 09 2024, 15:10
⇒ Mitglied seit ⇐: Di Dez 25 2018, 08:26
Wohnort: Rhein-Main
Beiträge: 222
Hallo Helmut, hallo Stephan,

ich hab direkt ein paar Schellhornwalzen aus der Schublade gezogen und kann das von Dir Helmut recherchierte bestätigen. Damit scheint die Walze eine Schellhorn zu sein. Schade eigentlich :-)
Die nächste Frage die sich jetzt stellt ob alle Mascagniwalzen den Schriftzug tragen.
Ich hatte mit der Mascagnidose einige Walzen in einem Phonographenschrank gekauft (Dosen in einer Schublade, Walzen in einer anderen) und Mühe gehabt das wieder aufzulösen zumal viele Walzen unrettbar beschädigt waren.

Viele Grüße


Jürgen

[ Bearbeitet Sa Apr 13 2024, 21:36 ]
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maxphenol
Di Apr 23 2024, 09:38
⇒ Mitglied seit ⇐: Fr Feb 11 2011, 08:47
Beiträge: 63
Hallo Jürgen,

die abgebildete schwarze Mascagni-Gusswalze ist die einzige, die ich kenne (und leider nicht selbst habe). Alle anderen Mascagni-Walzen, die ich jemals gesehen habe, waren unbeschriftete braune Wachswalzen. Lediglich eine weitere Mascagni in meiner Sammlung ist eine braune Pathé-Walze in der duplizierten Ausführung mit eingravierten Titelinformationen am Rand, in dem Fall "183 Faust". Es ist also nicht völlig ausgeschlossen, dass Mascagni auch Walzen anderer Hersteller unter eigenem Namen verkauft hat oder generell eine Geschäftsverbindung zu Pathé bestand (Dosen und Blankwalzen?).

Gruß,
Helmut
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