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Polyphon (POLYPHON MUSIKWERKE Leizig vor 1917!)
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Aristodemo
Mo Feb 13 2012, 22:10 Print View
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[ Edited Sa Mär 31 2012, 14:07 ]
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Formiggini
Mo Feb 13 2012, 22:19

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Das ist also mal ein Polyphonlabel aus der Zeit vor der Übernahme der Grammophon - Klasse!
Produzierten die Polyphonwerke eigentlich Platten bis sie 1917 die Grammophon aufkauften, oder stellten sie vor dem Krieg die Plattenproduktion ein?

Für den weiteren Verlauf: In diesem thread soll es um die Polyphon Labels vor 1917 gehen - also bevor Polyphon die Deutsche Grammophon übernahm. Bis 1917 war die Polyphon ein Konkurrenz Unternehmen zur Grammophon.
Wenn ihr euch also unsicher seit, welche Polyphon ihr in welchen der beiden Polyphon threads schreibt, schaut bitte nochmal Link - Hier klicken genau nach!

Bis 1917 handelt es sich um zwei verschiedene Firmen!

[ Edited Mo Feb 13 2012, 22:20 ]
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Aristodemo
Mo Feb 13 2012, 23:39
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Das erste POLYPHON Label war Grün, nur mit Titel und Bestellnummer, dann folgte, in Grün oder (dunkel)Rot die Marke mit Apoll und Komet die dann vom Polyphon-Kreuz abgelöst wurde.
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Aristodemo
Mo Feb 13 2012, 23:57
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[ Edited Sa Mär 31 2012, 13:48 ]
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Starkton
Di Feb 14 2012, 12:50
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Über die Polyphon-Musikwerke A.G. habe ich einiges an Informationen seit 1896. Ich fange mal an mit einem Beispiel ihrer ersten unzerbrechlichen Schallplatten aus Metallblech mit Zelluloidüberzug, vorgestellt auf der Herbstmesse 1904.

Das Zelluloid war zu weich, deshalb waren die Platten mit normalen Stahlnadeln nur schlecht abspielbar. Die Schallrille wurde zum einen bald zerstört, zum anderen blieb die Nadel förmlich in der Rille kleben. Kein Wunder dass die frühen Polyphon-Platten heute so selten sind. Hier ist ein Bild der Vorder- und Rückseite:








[ Edited Sa Mär 31 2012, 11:01 ]
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stompy_de_luxe
So Mär 04 2012, 22:58
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offenbar für den britischen Markt kuzfristig auch in "Pilot" umbenannt ...




[ Edited Sa Mär 31 2012, 10:37 ]
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GrammophonTeam
Mo Feb 25 2013, 19:55
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Aristodemo

Die bereits 1887 bestehende Firma Brachhausen & Riesener geht am 24.Mai 1895 in der POLYPHON MUSIKWERKE AG, Leipzig-Wahren auf.Gegenstand des Unternehmens ist die Herstellung von Musikwerken mit Stimmkämmen (und Orchestrions ?) in verschiedenen Größen für die es unter dem Markenzeichen POLYPHON und einer "Dame mit Kometen" Metallplatten, ebenfalls in unterschiedlichen Größen gibt.Sie brachte POLYPHON mehrfach zur Anmeldung, teils als reines Wortzeichen, teils in bildlicher Ausgestaltung. Bis ca.1908 werden POLYPHON Schallplatten mit einem neutralen Grün/Gold Etikett hergestellt (Katalognummer und Titel in mehreren Sprachen), später erscheint auch das auf den Metallplatten verwendete Markenzeichen auf den POLYPON RECORDS
(Bei der "Dame" könnte es sich auch um Apoll mit Leier und Lorberkranz handeln)
Am 18.Juni 1908 erfolgt die Anmeldung eines bildlich gestalteten Zeichens mit ineinander versetzten Buchstaben, für mechanische Musikwerke und Schallplatten; eingetragen am 8.September 1908 unter Nr. 110347.Für Sprechapparate, Sprechautomaten, Schallplatten usw.auf Antrag vom 26.Juni 1915,am 9.Juli 1915.
Am 2.April 1913 beantragt die POLYPHON-MUSIKWERKE-AG die Eintragung der Marke POLYDOR für Musikinstrumente, Noten, Walzen, Schallplatten, Apparate u.a. beim Kaiserlichen Patentamt , Eintragung erfolgt am 25.Juli 1914 unter Nr. 316613.
Am 24.April 1917 erwirbt die PMWAG die als Feindvermögen unter Verwaltung stehende DEUTSCHE GRAMMOPHON AG.Die POLYPHON MUSIKWERKE AG nennt sich daraufhin um in POLYPHON WERKE AG.
Das POLYPHON Lable, zuletzt Rot/Gold scheint das Ende der akustischen Ära in Deutschland nicht überlebt zu haben.Zumindest in Dänemark, oder für den dänischen Markt, wird es bis in die 40er Jahre verwendet.
Die weitere Geschichte der Firma POLYPHON WERKE AG ist auch die der DEUTSCHEN GRAMMOPHON.



Heutige Ansicht des Fabrikgebäudes der POLYPHONWERKE AG, Leipzig-Waren

Limania
Hier mal noch ein Link dazu:

Link - Hier klicken

LG Limania

Musikmeister

Hier das frühe Polyphon-Label noch ohne Polyphonia. Die Aufnahme ist wohl von ca.1906.



Aristodemo

Gemeint ist wohl die Muse Polyhymnia.

Grüße
Michael

[ Edited Fr Feb 23 2018, 11:12 ]
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GrammophonTeam
Do Jun 27 2013, 16:56
Seitenbetreiber

Joined: So Sep 04 2011, 14:54
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1898 wandte sich Emil Berliner an die Orheus-Werke in Leipzig, die die Entwicklung und Fabrikation eines Grammophons übernehmen sollte.
Ein Bruder Emil Berliners, Joseph Berliner, war zu diesem Zeitpunkt neben dem Betriebsleiter Ludwig Mitinhaber der Orpheus-Werke.
Ludwig fertigte ein Muster eines Grammophons an, das jedoch nicht ordentlich funktionierte, da er den Apparat mit den Prinzipien der Musikwerkeregulierung versah.
Der darauf folgende Versuch, das deutsche Patent für das Grammophon an die Polyphon-Werke aus Leipzig zu verkaufen, scheiterte.
Als dem Direktor der Polyphon-Werke Rießner im Hotel "Kaiserhof" das Grammophon vorgeführt wurde, äußerte er sich abfällig über die "Krächzmaschine".

aus: Nadel, Rille, Trichter. Kulturgeschichte des Phonographen und des Grammophons in Deutschland, Stefan Gauß
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SchellackFreak
So Mär 02 2014, 10:58
"Seitengründer"

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Ungefähr zwischen 1909 - 1915



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bavariola
Fr Jun 26 2015, 00:20
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Werte Kollegen,

im Sinne des vorstehenden Eintrages gestatte ich mir, eine bessere Ablichtung des Etiketten-Typs einzustellen, mit dem Aristdemo diesen Thread eroeffnet hat. Jedenfalls glaube ich nicht, dass das Etikett mehr oder weniger rosa ist - man korrigiere mich, wenn es doch so sein sollte. Es sind verschiedene Brauntoene. Tatsaechlich aber scheint Aristdemos Etikett in zwei Farben gedruckt zu sein (Brauntoene fuer das Grundetikett und blau fuer Titel und Interpreten), was bei meinem Exemplar nicht der Fall ist. Insofern handelt es sich - streng genommen - sogar um zwei verschiedene Etikettentypen.

Die Platte ist miserabel erhalten (daher der grau-Faktor an einigen Stellen im Bild) und aus ebenso miserablem Material gepresst - unter letzterem Aspekt koennte man meinen, es sei eine Kalliope-Platte...
Inhalt, Bild oder Datei nur fuer angemeldete Mitglieder
Umseitig: La Kraquette, Matr.-Nr. 1071

Zur Beachtung: Ich habe bisher darauf verzichtet, meine Bilddateien mit einem Wasserzeichen zu schuetzen, denn dadurch werden sie in aesthetischer Hinsicht unansehnlich bis unbrauchbar, und ich wuerde auch weiterhin gerne so verfahren. Umso mehr bitte ich die werten Leser/Nutzer, sollten sie beabsichtigen, meine Bilddateien weiterzuverwenden (gleichgueltig ob gewerblich oder nicht), zuvor mit mir Ruecksprache zu nehmen (PN), zumal ich, sollte ich erstmalig meine Arbeiten an anderer Stelle (Dissertation, Chronik, Fachbuch oder was auch immer) wiederfinden, augenblicklich die unschoene Wasserzeichen-Methode verwenden oder - was wahrscheinlicher ist - meine Arbeit konsequent ganz einstellen wuerde, und das ginge dann zu Lasten aller. Ich bitte um Verstaendnis und Beachtung. Herzlichen Dank!

Beste Gruesse an alle!
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Starkton
Fr Jun 26 2015, 09:24
Joined: Mi Okt 05 2011, 21:47
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Hier ist die Rückseite einer einseitigen Polyphon-Testpressung von 1905/06. Man hatte sich nach großen Verlusten gerade von Zelluloid als Pressmaterial verabschiedet und verwendete die damals übliche Schellackmasse. Die Gestaltung orientierte sich sehr an den Platten des großen (und erfolgreichen) Konkurrenten Gramophone & Typewriter Ltd.

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RF-Musiker
Sa Jun 27 2015, 20:25
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Hatte der Davidsstern besondere Gründe?
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DGAG
Di Mär 13 2018, 13:51

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Im Herbst 1903 wurde bekannt, dass die Polyphon-Musikwerke AG eine Schallplatte aus Zelluloid auf einem Trägermaterial aus Pappe unter dem Namen "Corona-Platte" herausbringen wollte. Der Plan zerschlug sich und man nahm stattdessen dünne Metallblechscheiben als Träger.

Auf den ersten Polyphon-Pressungen von 1904 ist jedoch ein frühes Merkmal der ersten Herstellungsversuche übrig geblieben: eine relativ grob bedruckte Pappscheibe, welche auf das Metallblech der Plattenrückseite von Katalognummer 210 aus meiner Sammlung geklebt ist. Es ist nicht geklärt wer die Dame mit dem Lorbeerkranz der Schutzmarke ist. Ich halte sie, wie weiter oben schon vermutet wurde, für die Muse Polyhymnia mit der Leier als Attribut.


Über der Muse ist ein Komet abgedruckt welcher den Firmennamen "POLYPHON" im Schweif trägt. Außerdem steht auf dem Schriftbanner "SCHUTZ MARKE". In der späteren Version mit direkt bedruckter Metallblechscheibe fehlt der Name im Schweif und auf dem Banner unterhalb der Muse steht jetzt "MARQUE DEPOSEE". [Bei der einseitigen Polyphon-Schellackpressung von weiter oben lebt die alte Gestaltung mit "POLYPHON" im Schweif und "SCHUTZ MARKE" wieder auf. Keine Ahnung warum.]

Der Inhalt "Stille Nacht, heilige Nacht" dieser frühen Zelluloid-Pressung (mx. L 10 av) scheint unspektakulär, aber die auf dem Label genannten vier Interpretinnen sind allesamt biographisch nachweisbare Leipziger Opernsängerinnen, von denen man ansonsten keine Tonaufnahme besitzt. Musikhistorisch also von einigem Interesse. Die Katalognummer 210 ist zudem die höchste, die ich auf Polyphon-Schallplatten mit Papprückseite gesehen habe. In der SLUB Dresden befindet sich die Nummer 209 mit Papprückseite (Alfred Kase, Bariton, damals noch in Kassel, mit dem Prolog aus "Bajazzo").



[ Edited Di Mär 13 2018, 21:42 ]
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DGAG
Di Mär 13 2018, 19:31

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bavariola schrieb ...

Jedenfalls glaube ich nicht, dass das Etikett mehr oder weniger rosa ist - man korrigiere mich, wenn es doch so sein sollte. Es sind verschiedene Brauntoene.

Das Etikett der ersten Polyphon-Schellackpressungen von 1906 bis 1908 hatte im Neuzustand einen hellen Lilaton. Die Farbe ist nicht lichtecht und bleicht bei zu viel Sonneneinstrahlung aus. Deshalb die Plattenlabels nie dem direkten Sonnenlicht aussetzen. Das abgebildete Label aus meiner Sammlung ist leider auch schon etwas ausgeblichen, gibt den ursprünglichen Farbton ansonsten aber recht gut wieder.

Katalognummer 1017, gesungen von dem Leipziger Bariton Hans Schütz, wurde laut der unterhalb des Labels eingeritzten Datierung am 25. Februar 1907 aufgenommen. Mit etwas Abstand vor diesem Datum ist zudem eine "3" eingeritzt. War es also Take 3?



[ Edited Di Mär 13 2018, 19:55 ]
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DGAG
Di Mär 13 2018, 20:03

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RF-Musiker schrieb ...

Hatte der Davidsstern besondere Gründe?

War nur als Designelement gedacht, das von dem großen Konkurrenten, der Gramophone Co., übernommen wurde. Vergleiche doch mal die Plattenrückseite der oben abgebildeten einseitigen Polyphon-Schellack mit irgend einer einseitigen Gramophone Co. Platte mit Schreibendem Engel. Dann weißt Du sofort was ich meine.
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