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Foren > Firmengeschichte, Labels, Hüllen, und Matrizen > LABELKUNDE - Internationale Labels > Labels E-F
Esta
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
krammofoon
Mo Jun 25 2012, 09:54 Druck Ansicht
Schellack-Gnadenhof
Dabei seit: Mo Jun 27 2011, 20:47
Einträge: 1178
Servus :-)





Gruss
Georg
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Grammophonteam
Mo Jun 25 2012, 17:16
Seitenbetreiber

Dabei seit: So Sep 04 2011, 14:54
Wohnort: In den tiefen des Netzes ;)
Einträge: 2085


Die Geschichte der Esta
Quelle: Link - Hier klicken


Eine Gruppe von Prager Geschäftsleuten, die allesamt in Verbindung zur Holzhandelsfirma Foresta standen, fassten 1930 den Plan, eine rein tschechische Plattenfirma zu gründen....

Die neu gegründete Firma wurde unter dem Namen Esta registriert. Die ursprüngliche, innovative Geschäftsidee war, unzerbrechliche und biegsame Schallplatten auf Basis von Celluloid mit Hilfe von Matrizen der deutschen Kalliope herzustellen. Allerdings wurde bald klar, dass Celluloid keineswegs die Zukunftstechnologie der Musikindustrie war. Es war als Trägermaterial höchst unzuverlässig und von minderer Qualität. Bereits Ende 1930 kündigte Esta die Umstellung der Produktion auf Schellack-Schallplatten an, um den drohenden Konkurs abzuwenden....

Die Esta trat die Flucht nach vorne an. Die erste Eigenproduktion war die Aufnahme zweier Schlager aus dem bereits erwähnten ersten tschechischen Tonfilm “C. a k. polní maršálek”, die sowohl in Tschechisch als auch in Deutsch am Tag der Filmpremiere im Oktober 1930 veröffentlicht wurden....

Der allgemeine wirtschaftlichen Niedergang und der Druck, der von den Billig-Labels der Konkurrenz (z.B. Slavia, Nolaphon, Sortima oder Lido) ausging, zwang die Esta ihre Platten im angrenzenden Ausland – Polen, Ungarn und Deutschland – zu vertreiben.

...und die deutsche Crystalate lizensierte Esta-Aufnahmen für ihr Kristall-Label. Zudem brachte der Auftrag der tschechischen Akademie der Wissenschaften, historische Pathé-Aufnahmen wieder zu pressen und zu veröffentlichen sowie ethnografisch wichtige Aufnahmen von Volksmusik zu machen, zusätzliches Prestige.

...Er leitete (1935) stattdessen eine radikale Umstrukturierung der Esta ein und schloss mit der US-amerikanischen Brunswick sowie mit der Polydor (dem Exportlabel der Deutschen Grammophon) Lizenzverträge ab.

[ Bearbeitet So Feb 25 2018, 13:14 ]
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stompy_de_luxe
Di Jun 26 2012, 01:48
Dabei seit: Mi Jan 11 2012, 18:15
Wohnort: Wien
Einträge: 123

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Limania
Mi Nov 21 2012, 18:09
Dabei seit: Mo Mai 21 2012, 15:14
Einträge: 1161




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berauscht
Fr Sep 13 2013, 23:42
"Urgestein" Autor/Moderator

Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1477
Im November 1928 wurde in Prag die "Foresta" Handels-A.-G. gegründet. Sie beschäftigte sich mit dem Handel von Baustoffen, insbesondere von Holz.

Im Mai 1930 wird angekündigt, dass die Firma plant auf ihre Geschäftsfelder auszuweiten:
"Die Gesellschaft beruft für den 27. d. M. ihre Generalversammlung ein, um u. a. die Geschäftserweiterung auf die Erzeugung von Grammophonen, Grammophonplatten, Musikinstumenten und ihrer Bestandteile zu beschließen."


Ende Juli 1930 erscheinen in mehreren Tageszeitungen Berichte über die neue Schallplatte der Foresta AG. Sie erscheinen alle in Form eines redaktionellen Artikels. Da sie alle jedoch den exakt gleichen Wortlaut haben, dürfte es sich um bezahlte Anzeigen handeln:
"Eine Neuheit auf dem Gebiete der Schallplatten-Erzeugung.

Die Schallplatten-Fabrik "Foresta" A.-G. im Prag wird in Kürze eine interessante Grammophonplatten-Neuheit auf den Markt bringen: die biegsame, elastische, unzerbrechliche Schallplatte. Erst kürzlich hat, wie bekannt, die "Foresta" A.-G. ihre Tätigkeit auf das Gebiet der Grammophonplatten-Produktion ausgedehnt und in sehr kurzer Zeit eine große, ausgezeichnete, moderne Anlage in Prag VII errichtet, die mit den besten und neuesten Spezialmaschinen ausgestattet ist. Wie schon erwähnt, wird diese Grammophonplatte elastisch und unzerbrechlich sein. Durch das Erzielen dieser Eigenschaften wird einem der größten Mängel der bisherigen Schallplatten gesteuert. Eine weitere, überaus günstige Eigenschaft der neuen Schallplatte wird ihr geringes Gewicht sein. Die einzelne Platte wird 10 Deka wiegen. Da es immer mehr Sitte wird, Grammophone auf Reisen, Ausflüge und Wanderungen mitzunehmen, wird die Neuheit der "Foresta" A.-G. von allen Wanderfreunden aufs wärmste begrüßt werden, da sie in die Lage versetzt, eine beliebige Menge an Schallplatten mitzuführen. Die neue Schallplatte, die von diesem Unternehmen hergestelt wird, eignet sich sehr gut für Kofferapparate, sie erfordert auch keine besondere Obhut, wegen ihrer Wiederstandsfähigkeit gegen Witterungs- und andere äußere Einflüsse. Sie kann mehrere Male mit derselben Nadel gespielt werden. Es darf nicht unerwähnt bleiben, daß bei der Erzeugung der Hauptwert auf die reine, deutliche und natürliche Tonwiedergabe gelegt wird. Um vom Auslande und von Hilfslieferanten aller art unabhängig zu sein, wurde eine Einigung mit der "Esta" G.m.b.H. in Prag erzielt, demzufolge diese Gesellschaft ihre modernste Galvanoplastik, Musik-Aufnahme-Apparatur und Musikräume zu Verfügung stellt. Diese Apparaturen stellen das modernste und neueste auf den Gebiete des Apparaturbaues dar und sind überhaupt die ersten ihrer Art in der Tschecheslowakei. Die Einrichtung erübricht die bisherige kostspielige Beschaffung der Schallplattenmusik im Auslande und garantiert ein erstklassiges Produkt. Die Anlage der "Foresta" A.-G. ist auf großzügige Massenproduktion eingestellt. Mit dem Verkauf wird ehestens begonnen. "



Am 26. Oktober erschien eine Anzeige indem die neuen Platten beworben wurden, die dann schon unter der Marke Esta erschienen:
"Die Schlager des gestern mit großem Erfolg uraufgeführten Films "K. u. k Feldmarschall" sind die beiden Lieder, das Wein- und das Marschlied, die beide bereits auf der nach ganz neuem System verfertigten elastischen und unzerbrechlichen Schallplatte ESTA heraus gebracht wurden. Die Platte besitzt eine überaus feine Klangwiedergabe, was sie von vornherein dazu prädestiniert, die gesuchte Schallplatte zu werden. Das Weinlied, gesungen von Ferry Löring, kam unter der Nr. 503, das Marschlied, gespielt von der Kapelle Ludvik, unter der Nr. 504 heraus. Auch die tschechischen Versionen sind unter der Nr. 501 bzw. Nr. 502 neben allen anderen modernen und gangbaren Schlagern der Saison auf der unzerbrechlichen, elastischen ESTA-Platte überall zu haben. Die Produktionsfirma ESTA hat als erste tschechoslowakische Firma ein eigenes, auf das modernste ausgestattetes Aufnahmestudio installiert."



Etikett einer biegsamen Platte.
Zur Verfügung gestellt von Gabriel Gössel.


Zunächst erschienen nur biegsame Platten. Erst gegen Ende des Jahres wurde mit der Produktion von Schellackplatten begonnen. Die Firma brachte die Schellackplatte zu einem Preis von 25 Kronen auf den Markt. Die biegsame Schallplatte kostete 27,50 Kronen. Damit lag der Preis für die Schellackplatten unter dem Preis den die Konzerne für Markenplatten festgesetzt hatten. Hierdurch machte sich die neue Firma in der Branche keine Freunde und brachte unruhe in den Markt.

Als Aufnahmeleiter für das Prager Studio engagierte die Firma den bekannten Musikdirektor F. A. Tichy. Auch konnte die Firma das Orchester R. A. Dvorsky exkusiv für sich verpflichten. Es gelang ein attraktives Repertoir aufzubauen. Die meisten Schlager wurden in zwei Versionen aufgenommen. Jeweils eine tschechische und eine deutschte. Die deutschen Aufnahmen hatten einen extra Bestellnummernserie.

Die Firma war von Anfang an auch im Export tätig. Schon im Sommer 1931 richtete die Firma einen Vertieb in Österreich ein, wo sie durch die Wiener Firma R. Howorka vertreten wurde. Zu diesem Zeitpunkt waren schon keine biegsamen Platten mehr im Programm der Firma.




Plattenhüllle aus der Frühzeit der Firma


[ Bearbeitet Mo Sep 16 2013, 15:10 ]
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gramofan
Sa Sep 14 2013, 18:48
Dabei seit: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Einträge: 921
Wenn die ersten Platten tatsächlich aus Celluloid gefertigt wurden ist es kein Wunder, wenn sie heute spröde sind. Das Celluloid musste mit Campher als Weichmacher geschmeidig gemacht werden. Campher hat aber die Eigenschaft im Lauf der Zeit auszugasen, was durch die vergleichsweise große Oberfläche von Platten (im Verhältnis zum Volumen) stark erleichtert wird. Sobald der Weichmacher überwiegend entwichen ist, ist es mit der Flexibilität vorbei.
Im Übrigen sind Celuloid-Gegenstände hoch feuer- und explosionsgefährlich!!!
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berauscht
Di Feb 24 2015, 15:49
"Urgestein" Autor/Moderator

Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1477
WalterSchwanzer schrieb ...

ein tschechisches Label, hier eine Militärmusik-Aufnahme (Hraje vojenská hudba)

JARABÁČEK - Marsch von František Kmoch
ESTA - A 7649 (2252D)
KOLINE, KOLINE - Marsch von František Kmoch
ESTA - A 7649 (2253E)

weiß jemand aus welcher Zeit diese Platte ist?




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Gabriel
So Jan 03 2016, 10:56
Dabei seit: Mo Dez 28 2015, 14:58
Wohnort: Czech Republic
Einträge: 3
Diese Aufnahme war in Januar 1937 aufgennomen unter Bestellnummer 7386. Bestelln. 7649 war in April 1939 gepresst. Die Militär Kapelle (=vojenská hudba) ist von 5. Inf.T.G.Masaryk Dir. V. Thier.
Grüsse Gabriel
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RF-Musiker
Di Jan 05 2016, 21:54
Dabei seit: Do Sep 15 2011, 11:21
Wohnort: Berlin
Einträge: 363
schrieb ...

Im Übrigen sind Celuloid-Gegenstände hoch feuer- und explosionsgefährlich!!!

Vor allem unlöschbar. Entzündungspunkt normalerweise bei 120 Grad, wenn das Material älter ist, kann sich der Punkt auf unter 50 Grad senken.
Ein Film der Feuerwehr Laxenburg, der demonstriert, wie Nitrocellulose unter Wasser weiter brennt, ist leider aus dem Internet entschwunden.

[ Bearbeitet Di Jan 05 2016, 21:59 ]
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WalterSchwanzer
Mo Aug 08 2016, 15:24
Dabei seit: Mo Dez 08 2014, 12:34
Wohnort: Rohrendorf
Einträge: 435
Ungarische Pressung einer Esta-Platte:
Rückseite "Am Belvedere-Marsch" von O. Faster (Oscar Fetras)
Auf dem Etikett befinden sich die Buchstaben "M R G"

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Gabriel
Mo Aug 08 2016, 20:37
Dabei seit: Mo Dez 28 2015, 14:58
Wohnort: Czech Republic
Einträge: 3
Hallo Walter,
also dieser Fanfaren-Marsch auf Esta MRG ist die ungarische Erschienung von tschechischer Esta-Platte Bestell-Nr. E 653, 616 und 622, von 1931. Komponist František Zita war von Brünn, die Kapelle an diese Platte ist tschechischer Milinovský Blas-Orchester. Am Belvedere ist vielleicht keine Esta Aufnahme, oder kennst Du Matriz. No.?
Buchstaben MGR meinen Magyar Ruggyantaárugyár, Gummi-Fabrik und Pressing-Fabrik der Platten in Budapest.
Grüsse
Gabriel
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WalterSchwanzer
Mo Aug 08 2016, 21:59
Dabei seit: Mo Dez 08 2014, 12:34
Wohnort: Rohrendorf
Einträge: 435
Hallo Gabriel
Danke für deine Informationen.
Die Rückseite "Am Belvedere" hat die Matriz. Nr. ist 876B
LG Walter
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monokel
Do Dez 13 2018, 19:59
Dabei seit: Mo Jul 09 2012, 14:03
Wohnort: im brandenburgischen bei Berlin
Einträge: 129
Ich präsentiere eine ESTA Special die wahrscheinlich keine ESTA-Platte ist. Das original ist nämlich überklebt. Die Mx.-Nr. sind C2280/C2281. Es könnte also eine Kristallpressungen sein.





[ Bearbeitet So Apr 21 2019, 14:59 ]
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Musikmeister
Do Dez 13 2018, 20:32
Autor
Dabei seit: So Aug 21 2011, 21:23
Wohnort: Hamburg
Einträge: 947
monokel schrieb ...

Die Mx.-Nr. sind C2260/C2261. Es könnte also eine Kristallpressungen sein.

"Lustiges Wien" C 2280/81
Orchester Oskar Joost, Kristall 1646
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monokel
Do Dez 13 2018, 21:35
Dabei seit: Mo Jul 09 2012, 14:03
Wohnort: im brandenburgischen bei Berlin
Einträge: 129
Hallo Lars,
das ging ja mal schnell. Stimmt, C 2280, C2281. Ist unter dem Etikett auch ordendlich zu lesen .
Danke für richtige Zuordnung und der Bestätigung meiner Vermutung.
Werde diese Platte dann auch mal in meinem Sender präsentieren.

LG
Michael
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berauscht
Fr Dez 14 2018, 12:08
"Urgestein" Autor/Moderator

Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1477
monokel schrieb ...

Ich präsentiere eine ESTA Special die wahrscheinlich keine ESTA-Platte ist. Das original ist nämlich überklebt. Die Mx.-Nr. sind C2260/C2261. Es könnte also eine Kristallpressungen sein.


Es ist schon eine echte Esta, die aber vorher eine Kristall war.

Ab Ende 1930 presste Esta im Lohn alle Kristallplatten für die CSR. Im laufe des Jahres 1933 wurde das Kristall Etikett in der CSR eingestellt. Fast 300 Matrizen der deutschen Kristall wurden von der Esta übernommen und auf dem Esta Special Etikett in der Bestellnummernserie E 3000 bis in Jahr 1934 herausgebracht.Die Matrizen finden sich dann auch auf den von Esta erzeugten Billig-Etiketten Slavia und Lido.




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