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Foren > Grammophone > Nadeln, Nadeldosen und Zubehör
Schellackplatten und Bambusnadeln - Platten schonend abspielen
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
Formiggini
Fr Jan 07 2011, 22:50 Druck Ansicht
Seitenbetreiber

Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1759
Vor allem im Englischen Raum suchte man schon früh nach Möglichkeiten seine wertvollen ( Schellack ) Platten zu schonen. Auch eine leise, neue Stahlnadel verursacht bei jeder Abspielung einen gewissen Abrieb in der Rille, nutzt man die Nadel für mehr als nur eine Plattenseite, fügt man ihr Schaden zu. Deswegen gilt auch noch heute: Nach jeder Seite die Nadel wechseln! Außerdem verursachte die Stahlnadel das damals sog. Nadelgeräusch, heute bezeichnen wir dies als rauschen. Dies störte damals schon sogenannte ``Gramophile``, das vergangene Gegenstück zum heutigen ``Audiophilen“ den Genusshörer. Bereits seit Mitte der 1910´er Jahre wurden daher zum Abspielen andere, weichere Materialien als die Stahlnadel eingesetzt. Z.B. wurden ``Thorn Needle`` verwendet, die Stacheln einer besonders harten Kaktusart. Aus Kriegszeiten wurde berichtet, das sogar Igelstacheln verwendet wurden was wohl heute berechtigterweise mit dem Tierschutz nicht mehr vereinbar ist. ;)

Die am häufigsten verbreiteten Nadeln waren aber die sog. ``Fibre Needle``. Korrekterweise wurden sie auch als Bamboo Needles bezeichnet, also Nadeln aus Stücken des Bambus Holzes.



Diese waren weicher als Stahl und der Schellack der Platte eine Abnutzung der Schellack fand nicht statt. Außerdem waren sie im Klang runder, sie filterten das Nadelgeräusch heraus und betonten etwas den Bass.
Diese Nadeln wurden in kleinen Dreiecken aus dem hohlen Bambusstück geschnitten, das Ende wurde angespitzt um gut in der Rille zu gleiten.



Allerdings benötigte die Schalldose im Nadelhalter eine entsprechende dreieckige Nadelaufnahme.


Solche Dosen wurden bereits ab etwa 1910 angeboten, es gab sogar kleine Adapterstücke für Bambusnadeln falls die alte Schalldose nur eine runde Aufnahme hatte. Um die etwas gedämpfte Wiedergabe der Nadeln wett zu machen, gab es auch spezielle Dosen für Bambusnadeln. Diese wurden schrill gestimmt, also mit einer härteren Aufhängung der Membran. Heute kann man Dosen verwenden, die mit Stahlnadeln recht laut oder blechern klingen.




Ein weiterer großer Vorteil war, das sich die Bambusnadeln nachdem sie abgespielt waren durch anschneiden wieder schärfen und aufs neu verwenden ließen. Dieses nach schneiden konnte bis zu zehnmal erfolgen. Es gab hierzu richtige kleine Nadelscheren als Zubehör zu kaufen.
Ein Nachteil dieser Nadeln ist, das die Nadelspitze häufig beim Abspielen ``Zusammen bricht`` - dies fügt zwar der Platte keinen Schaden zu, verschlechtert aber die Wiedergabe bis zur Unkenntlichkeit.
Platten mussten neu und ohne Kratzer sein, wurden sie schon zu häufig mit Stahlnadeln abgespielt, schliff der Nadelabrieb in der Rille die Bambusnadel zu schnell ab.
Manche Artikel berichten, das neue Platten erst für Bambus ´´eingespielt`` werden mussten - je häufiger die Platte mit der Bambusnadel abgespielt wurde, umso länger hielt die Bambusnadel durch. So konnte man bis zu zehn Plattenseiten abspielen, bevor die Nadel nach geschnitten werden musste.
Einige frühe Artikel berichten auch davon, man solle die sich drehende Platte etwas mit der Wachsseite einer Kerze abreiben bevor man sie mit Bambus spielt. Das Wachs in der Rille agiert als eine Art Schmiermittel, in der die Spitze besser gleiten kann. Ich hab dies mal ausprobiert, es funktioniert tatsächlich. Allerdings lässt sich das Wachs nur sehr schwer wieder aus der Platte entfernen ob man das seinen Schätzen antun will, muss jeder für sich selbst entscheiden. Auch bei sehr lauten Passagen der Platte konnte es passieren, dass die Spitze abbrach.
Heute lassen sich nur sehr gut erhaltene Platten, vor allem aus den 30er Jahren noch erfolgreich mit Bambusnadeln abspielen. Dann kann man sich aber sicher sein, das man seiner Platte keinen Schaden zufügt!
Leider funktionieren die Bamusnadeln auch nur bedingt bei Koffergrammophonen. Dies liegt daran das bedingt durch das kleine, kurze Trichtersystem ein sehr großer Gegendruck auf der Membran der Tondose lastet, das führt dazu das die Membran in ihrer freien Bewegung behindert ist. Diese mangelnde Flexibilität lässt die Spitze eher abbrechen. Erst bei Tischgeräten oder Trichtergrammos mit einer größeren Tonführung kann die Nadel frei schwingen.
Am Rande, das kleine Trichtersystem und das schlechtere schwingen der Membran bei Koffergrammos verursacht auch mit Stahlnadeln eine stärkere Abnutzung der Platte. Ihr verschleißt eure Platten weniger auf einem großen Grammophon, ausschlaggebend ist die Trichterlänge und Grüße!


Will man heute seine Platten mit Bambusnadeln abspielen, muss man sich keine teure Bambusschere kaufen. Diese sind inzwischen begehrte Sammlerobjekte und erzielen entsprechende Preise.
Die Spitze lässt sich genauso gut mit einem scharfen Teppichmesser auf einer festen Unterlage abschneiden. Dazu die Nadel seitlich legen das die Spitze Seite nicht gequetscht wird. Versucht möglichst den gleichen Winkel der Spitze einzuhalten!


Je nach Fingerspitzengefühl kann man so sogar die Nadel noch häufiger als mit ,
einer Schere anspitzen, die Nadel hält länger.




Auch mit etwas Schleifpapier auf einer festen Unterlage kann man die Nadeln wieder "spitz" feilen, Nagelfeilen habe ich noch nicht probiert, könnte aber auch klappen.
Wichtig ist noch, dass die Nadel absolut trocken ist, enthält sie zu viel Feuchtigkeit, bricht die Spitze unweigerlich ab. Früher wurden die Nadeln mit einer (Feuergefährlichen) Chemikalie imprägniert um ein Eindringen von Feuchte zu verhindern und um sie zu härten.
Man kann die Nadeln bei 50 Grad im Backofen trocknen und/oder in heißen Kerzenwachs auskochen VORSICHT: Nur unter Aufsicht und bei kleiner Temperatur das sich das Wachs nicht entzündet. Brennendes Wachs und Öl das mit Wasser gelöscht wird, verursacht eine Explosion nur mit einem Deckel oder Sand die Flammen ersticken!


Wenn die Nadeln absolut trocken sind, am besten in einem dicht schließenden Schraubglas aufbewahren. Man kann in das Glas noch etwas trockenes Salz streuen, dies zieht Feuchtigkeit an.


Wo bekommt man heute noch Bambusnadeln her? Leider werden z.Zt. keine neuen hergestellt, obwohl das Verfahren relativ einfach ist. Gelegentlich findet man in Auktionen Restposten, allerdings sind sie teurer als Stahlnadeln. Sucht lieber auf englischen oder amerikanischen Seiten nach Fibre oder Bamboo Needles sie sind dort noch häufiger zu finden und selbst mit Versand nach Deutschland günstiger.
Auch ist die Eigenproduktion gar nicht so schwer. Ich muss mir erst mal ein trockenes Stück Bambus besorgen, bevor ich das hier zeigen kann.


Ein YT Video zur Herstellung von Bambusnadeln:
Link - Hier klicken



Schon mal vorab, es ist ganz wichtig das die Spitze Seite die dann in der Rille läuft von der äußeren Seite, quasi der Rinde des Bambus geschnitten wird. Nur diese Seite des Holzes ist hart genug um die Platte durchzuhalten!


Viel Spaß beim experimentieren und nicht in die Finger schneiden!


[ Bearbeitet So Jun 17 2018, 06:24 ]
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Mareko
Do Jan 13 2011, 16:47

Dabei seit: So Jan 02 2011, 11:49
Einträge: 114
Wirklich interessant ! Mein Grossvater benutzte gerne Horn-Nadeln. Diese schonten die Platten ebenfalls und konnten mit einem entsprechenden Spitzgerätchen wieder nachgeschliffen werden. Leider haben sich weder Nadeln nach das Gerätchen erhalten, weshalb ich selbst nur Stahlnadeln kenne. Mir wurde erzählt, dass sich die guten Aufnahmen (z. B. Jack Smith oder Leo Monosson) damit "sehr elegant" angehört haben. Übrigens, mein Grossvater stammte aus England - es kann durchaus sein, dass er seine Horn-Nadeln nicht in Berlin besorgt hatte. Weiss jemand mehr darüber ?

[ Bearbeitet Do Jan 13 2011, 16:51 ]
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Formiggini
Do Jan 13 2011, 18:47
Seitenbetreiber

Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1759
Bist du dir sicher das es sich um Horn Nadeln handelte?
Im englischen werden die Kaktus Nadeln mit denen Platten abgespielt wurden als Thorn needles bezeichnet (Thorn = dt. Dorn/Stachel).
Diese waren ebenso hart wie Bambusnadeln und hielten ähnlich mindestens eine Plattenseite durch.
Dazu gab es die von dir erwähnten Schleifgeräte: Die runde Nadel wurde in eine Halterung eingespannt, durch drehen rotierte sie auf einer runden oder ringförmigen Schleifscheibe.

Diese Nadeln gab es sogar in unterschiedlichen Stärken als leise oder laute Nadel. Die Klangeigenschaften sind denen der Bambusnadel sehr ähnlich - das rundere Klangbild mit weniger rauschen kann man durchaus als elegant bezeichnen.

Wenn du einen Kaktus mit langen, dicken Stacheln hast, kann man diese verwenden. Allerdings arbeitet die natürliche Kaktusspitze nicht gut - sie muss vor dem ersten Spiel mit eben solch einem Schleifgerät angefeilt werden.
Leider sind auch diese Schleifgeräte mittlerweile gesuchte Sammlerstücke mit Preisen zwischen 30.- bis 80 €, und meistens nur in England zu finden.


[ Bearbeitet Sa Jan 20 2018, 20:41 ]
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Mareko
Do Jan 13 2011, 20:49

Dabei seit: So Jan 02 2011, 11:49
Einträge: 114
Ja, mein Grossvater benutzte auch Kaktus-Nadeln, oben meinte ich jedoch Horn-Nadeln, aus dem Material von Hörnern der Huftiere. In der City von London konnte man diese am Strand bekommen, der Firmenname ist mir allerdings nicht bekannt. Ebenso wenig, von welcher Tierart die Nadeln waren - vielleicht gibt es da Unterschiede ? Nach rund 80 Jahren ist es auch nicht mehr möglich, in der Familie nachzufragen, sie sind schon alle ... als Junge, während ich meine Freude an Schellackplatten entwickelte, hatte ich auch einiges darüber erfahren, mir wurde quasi geholfen, zu verstehen ... heute muss ich manchmal schmunzeln, weil ich mich nach Jahrzehnten an etwas erinnere, worüber ich damals 'was gehört hatte, was mir oft eher bildlich im Gedächtnis geblieben ist ... oben finde ich die Assoziation zu Hörnern einer Kuh, weil man mir das wohl so ähnlich beschrieben hatte ... etwas besser gespeichert sind die späteren Schilderungen, wie etwa beim Tonfilmprinzip und den drei deutschen Erfindern ... das wurde mir allerdings auch Jahre später näher erklärt. Erstaunlich finde ich auch, dass ich manche Schellack-Aufnahme, die ich vor sehr langer Zeit 'mal gehört hatte, z. B. am Radio, gleich wiedererkenne, obwohl ich sie wohl niemals genauer hätte beschreiben können ... auf YouTube habe ich das schon ein paar Mal erlebt, wie unlängst beim Paso-Doble "Pontenero" ... ich war 'mal wieder total von den Socken und konnte davon beeindruckt eine Nacht kaum schlafen ... ich finde es immer wieder schätzenswert, dass wir mit dem Internet zu Erlebnissen gelangen können, die noch vor einem Jahrzehnt unvorstellbar waren. Übrigens ;-) besten Dank für Deinen Tip zu dieser Seite !
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gramofan
Mo Dez 24 2012, 13:07
Dabei seit: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Einträge: 921
Warum lange nach teuren Restposten suchen, wenn man's selber machen kann: man nehme einen Bambusstab (Baumarkt, Gartencenter) und achte darauf, dass die Dicke des Randes (nicht der Durchmesser des Stabes) mindestens 3 mm beträgt. Anschließend sägt man ca. 3 cm lange Abschnitte. Nun braucht man etwas Fingerspitzengefühl: Aus dem Rand schneidet man mit einem Teppichmesser Streifen mit dreieckigem Querschnitt (Kantenlänge je ca. 3 mm) heraus. Geht recht gut, da das Material in dieser Richtung leicht spaltbar ist. Anschließend die Enden mit einem Bambusnadelabschneider oder, wie oben schon beschrieben, mit einem Cutter schräg abschneiden, fertig!
Meine erste Serie ist zwar optisch noch nicht so schön geworden, wie alte Industrieware, aber der Hörtest verlief bereist völlig zufriedenstellend.

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Rundfunkonkel
Mo Dez 24 2012, 17:06
Dabei seit: So Jul 03 2011, 16:48
Wohnort: Umkreis Köln
Einträge: 1080
Tolle Idee, muss dann mal nach so Bambusstäben suchen. Bei dem japanischen Bausatz-Grammophon war ein Needlecutter mit dabei, um die beigefügten Bambusnadeln auch immer schön neu anspitzen zu können. Sollte noch erwähnt werden: man muss nach einer Platte die Nadel nicht wegwerfen, man schneidet sie einfach neu ab.
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veritas
Mo Dez 24 2012, 17:22
Dabei seit: Do Jun 28 2012, 17:52
Wohnort: Allgäuer Provinzpampa
Einträge: 461
Nicht aus Horn aber dafür aus Walknochen, auf der Verpackung hochtrabend als Wal-Elfenbein benannt, waren die Nadeln von Velvetone. Der Klang dieser Nadeln gefällt mir ausgesprochen gut, aufgrund ihrer Seltenheit benutze ich sie aber praktisch nie. In Form und Größe entsprechen sie den Fibre Needles. Den Nadeln lag eine kurze Anleitung und ein auf Pappe aufgeklebtes Stück Schleifpapier bei (vermutl. 400 oder 600er Körnung).


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Arto
Sa Mär 08 2014, 13:25
Dabei seit: Di Jan 07 2014, 01:33
Wohnort: z.Z. Dänemark
Einträge: 186
Ich möchte auch etwas zu den Bambus-Nadeln und dreieckigem Loch in dem Nadelträger beitragen.

Am 1. November 1910 schrieb Mr. Stephens vom Head Office in Gramophone Company London an Will Gaisberg wie folgt:

FIBRE NEEDLES

By Mr. Clark’s instructions I hand you herewith
for testing purposes, a package of the new fibre needles received
from theVictor Company, together with a sound-box in which the
needle hole is cut triangularly to receive them.
We have not yet received from the Victor Company
the sound-boxes cut by themselves, but in cutting our own we have
followed as exactly as we could the angle of the triangular hole
as illustrated in the circular the Victor Company have enclosed
with the needles.
Mr. CLARK desires you to carefully test these
needles and to send him a report of your opinion upon them as
soon as possible.

Alfred Clark war Joint Managing Director
Will Gaisberg war Chef des Aufnahmelabors


Man hat also von Victor ein Muster und eine Broschüre (Hier klicken) bekommen, und das Labor sollte eine nachgeahmte Schalldose mit dreieckigem Loch unter verwendung der Bambus-Nadeln untersuchen.


Schon am 4. November antwortet Will Gaisberg.

I have tested the fibre needles which you sent me, and certainly the results are not so loud and brilliant as the steel needle, and the voice does not stand out, but at the same time I should say that they have a tremendous talking point in the fact that you hear absolutely no scratch. And although the reproduction is very quiet, it is nost natural and pleasing.
I would say another great talking point will be the fact, that in a place like London where there are so many apartments, and landlords put objections in their leases, naming children, gramophones, and pianos as objections, this will be a great advantage. Certainly, the results are most natural and you hear absolutely no scratch.


Der grosse Vorteil war also, dass das Rauschen ganz verschwand, und dass die Wiedergabe so leise und doch so klar war, dass es besonders in Stadtwohnungen günstig wäre. Man konnte die Verbote gegen Kinder, Grammophone sowie Klaviere vermeiden.


Es gibt mehr Briefwechslung, aber hier wird noch zu einem Brief vom 19. Dezember 1910 von Louis Geissler, Geschäftsführer bei Victor Talking Machine Co. an Alfred Clark hingewiesen:

Replying to your inquiry of November 25th,
which refers to the fibre needle situation, I would
state that we have made a contract with the B. & H.
Fibre Needle Co., of Chicago, Ill., to take 25,000,000
febre needles per year, for three years, at $1.30 per
thousand, packed as per the enclosed circular and sample
packages of needles mailed you under separate cover.

I should say that the only clause providing for
price on this article in our contract is Paragraph 2
of Clause 5, which states that –

“In cases where the Victor Company purchases
motors or other complete mechanism from
outside manufacturers and receives the same
completely finished and supplies the same to
The Gramophone Co., the profit charges shall
not come under the regular manufacturing
profits but the Victor Co. may only charge
5% over the cost to it. The cost, however,
shall include all necessary expenses to which
the Victor Co. have been put in connection
therewith.”

which, in this case, I presume would be simply the freight
from the factory, the cost of packing and Consular fees,
but we could request these goods shipped directly to
you from Chicago, in which event, our bill would be
simply for $1.30 per 1,000, plus 5% profit.

We announced these needles on September 15th,
1910, and have since that date shipped over 6,000,000
needles.

These needles were on the market two years
before we sold them, so that their introduction by us
was no surprise, nor any great innovation, although
undoubtedly it increased their sale considerably.

We have not advertised them or “boosted” them
to any extent as yet. Our first public advertisement
will appear in the March magazines, which are issued
about February 20th, wherein we take up the matter of a
changeable point as being an advantage to all talking
machines and only illustrate the fibre needle incidentally
with the Victor needle and the Victor Half Tone needle, as
we have no desire to, in any manner, damn the Steel needle
by the introduction of the Fibre. The Fibre needle makes
its own converts.

I think that the factory would have no great
difficulty in increasing its capacity to 5,000,000 per
month, and much more than this, if we request them so
to do. I have no doubt we will sell that quantity
after we have it thoroughly under way. It would not
take many months to increase their capacity, as the
machines are very simple and it is not difficult to
train the labor to manufacture the needle.

.......
es folgen Kommentare bezüglich die Patente, wovon einige wegen nicht-Zahlung schon erlöschen sind, u.A. deutsches Patent 210,256 (Hier klicken)

Es ist fast nicht zu glauben, dass Victor in nur drei Monate schon 6 Millionen Bambus-Nadeln verkauft hatten!

In den obigen Abschriften der Originalbriefe wechslen die Zeilen an der gleichen Stelle wie im Originalbrief, wodurch man immer direkt an Wort und Zeile im Originalbrief hinweisen kann. Ich behandle immer Abschriften von Originaldokumenten in dieser Weise, obwohl man dadurch häufig nach modernem Sicht kürzere Zeilen bekommt. Die sind aber Wort für Wort identisch mit dem Original und sind damit einer Photokopie ähnlicher als eine reine Abschrift.

Mit freundlichen Grüssen, Arto

(hoffentlich hat das Anhängen funktioniert!)


hall_fibre_bamboo_needle_de210256.pdf
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HGN
Sa Mär 08 2014, 13:40
Dabei seit: Fr Dez 30 2011, 13:30
Wohnort: Hellerup bei Kopenhagen
Einträge: 110
Danke Arto. Super info anno 1910.
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Webseite
Grammophonteam
Sa Mär 08 2014, 14:00
Seitenbetreiber

Dabei seit: So Sep 04 2011, 14:54
Wohnort: In den tiefen des Netzes ;)
Einträge: 2085
Das Patent nochmal als Bild




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Starkton
Sa Mär 08 2014, 22:12
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
In der oben abgebildeten Bedienungsanleitung ist zu lesen, dass die Bambusnadeln in einem öligen Medium gelagert waren, um besser durch die Rille gleiten, und diese glätten zu können. Das damals zu diesem Zweck verwendete Paraffin ist heute stark gealtert. Sollte man alte Nadeln überhaupt noch verwenden?
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berauscht
Di Nov 08 2016, 11:59
"Urgestein" Autor/Moderator

Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1477
"Der Nachteil der Holznadel liegt darin, daß dieselbe nur Frequenzen bis zirka 4000 Hertz maximal aufnehmen kann, da sie infolge ihrer Schallstumpfheit sehr träge ist. Die Stahlnadel ist hingegen sehr elastisch und gibt noch Frequenzen von zirka 6000 Hertz wieder."
Radiowelt, Dezember 1930
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