Will Glahe der Komponist und Bandleader
Will Glahe (Gustav Adolf Wilhelm Glahe)
* 12. Februar 1902 in Elberfeld
†21. November 1989 in Rheinbreitbach
Will Glahe (eigentlich Gustav Adolf Wilhelm Glahe) erblickte am 12. Februar 1902 als Sohn eines leitenden Angestellten das Licht der Welt in Elberfeld (Wuppertal). Er wächst zunächst in Elberfeld auf und besucht die Schule in Leverkusen.
Nach dem erfolgreichen Abschluss der Schule, begann Will Glahe 1918 am Konservatorium in Köln, Klavier, Dirigieren und Musiktheorie zu studieren. Um sich sein Studium zu finanzieren, spielte er abends Klavier in Kölner Cafés und Varietés, u.a dem Kölner „Kaiserhof“ und in Kinos.
Während seines Studiums gehörte Will Glahe als Pianist einem Kammertrio in Köln an. Auf Grund der wirtschaftlichen Lage während der Inflation verschrieb er sich jedoch nach seinem Studium der Unterhaltungsmusik.
Zu Beginn der zwanziger Jahre wirkte Glahe kurze Zeit als Pianist in einem Quartett mit, welches den Namen „The Kentucky Jazz-Band“ trug. Die Darbietung des Quartetts konnte man in der „Westend-Diele“ von Bad Neuenahr erleben.
Will Glahe (2.v.r.) mit dem Orchester Dajos Bela
Als ihn 1929 der Orchesterleiter Dajos Bela hörte, wurde Glahe in seinem Orchester als Pianist und Akkordeonspieler verpflichtet. Bis Anfang 1931 gehörte er dem Dajos Bela Orchester an.
Will Glahe mit seinem Duett Partner Joe Alex
1932 machte er seine ersten Aufnahmen unter eigenem Namen. Die Plattenmarke ``Gloria´´ nahm ihn für kurze Zeit unter Vertrag. Es entstanden insgesamt acht Aufnahmen zusammen mit seinem Duett-Partner Joe Alex.
Nach seinen ersten Erfolgen und Einspielungen, wurde 1933 die Electrola auf den jungen Will Glahe aufmerksam und nahm ihn unter Vertrag. Es sollte der Anfang einer großen Plattenkarriere werden.
Die ersten Aufnahmen für die Electrola entstanden im September des Jahres 1933. Auf dem Label ist zu lesen ``Gustav Gründgens mit Orchester Ltg: Will Glahe.´´
Für Alltagsschlager und Tanzmusikaufnahmen stellte er ein 12-15 Mann Orchester zusammen, bei den meisten Aufnahmen ist Will Glahe am Klavier zu hören. Die Besetzungen einzelner Musiker, wurden in den folgenden Jahren immer wieder ergänzt und gewechselt. Standartbesetzung: Fünf Klarinetten/Saxophone, zwei Trompeten, zwei Posaunen, Violine, ein oder zwei Klaviere, Bass bzw. Tuba, Schlagzeug und Akkordeon.
- Albert Bräu, Alwin Dreifki, Rudi Kamperski, Enst Höllerhagen, Ludwig Kletsch, Erwin Steinbacher,
Benny de Weile (Klarinette/Saxophon
Paul Rutz, Bernd Ober, Karl Kutzer (Trompete)
Georg Lohmann, Hans Weigelschmidt, Erhard Krause (Posaune)
F.G. Scheurer, Adalbert Luczkowski, Bruno Sänger (Violine)
Fritz Stamer, Will Glahe (Klavier)
Fred Dömpke, Mike Danzi, Harold M. Kirchstein (Gitarre)
Joe Doleschal (Baß)
Herbert Kysilka, Waldi Luczkowski (Schlagzeug)
Die Leistung des Will Glahe Orchesters ist nicht zu unterschätzen und seine Big-Band Aufnahmen sind bei Sammlern heiß begehrt. Besonders Titel wie: Cherokesen Fox, Some of These Days oder Reisefieber zeigen die wahre Qualität des Orchesters.
1935 gastierte Will Glahe mit seinem Orchester auf Wangerooge (siehe Bild oben). Im selben Jahrgang konnte man ihn auch des Öfteren im Delphi Palast antreffen.
Will Glahe im Haus Vaterland 1936
1935/1936 spielte das Orchester Will Glahe oft in dem berühmten Haus Vaterland, Potsdamer Platz, in Berlin.
Das Haus Vaterland wurde 1911/12 erbaut und zunächst als "Haus Potsdam" eröffnet und war DIE Attraktion für Berlinbesucher, mit vielen technischen Raffinessen, Kino, vielen Themenlokalen etc.
Bereits 1943 wurde ein Teil des Hauses schwer beschädigt. Teilweise war aber noch Gastronomie bis in die Nachkriegsjahre möglich (im Rundbau / Café Vaterland). Beim Volksaufstand 1953 beendete jedoch ein schlimmer Brand jedes weitere Leben in dem beschädigten Haus. So stand es bis in die 70er Jahre als Ruine und immer noch als Touristenattraktion einsam auf dem Potsdamer Platz....
(Blick in das ehemalige Cafe Vaterland im Erdgeschoss)
Der Senat Berlins entschloss sich trotz einiger Eingaben und einem Gutachten über die noch brauchbare Bausubstanz der Ruine 1976 zum Abbruch dieses alten Stück Berlins, welches über Jahrzehnte das Gesicht des Potsdamer Platzes prägte.
Haus Vaterland...
Die Electrola beschreibt ihren Plattenstar
Will Glahe der besonders Wert auf den letzten Buchstaben seines Namens legte (Akzent mit dem „é“), handelte sich schon bald Ärger mit der Reichsmusikkammer ein.
Der Akzent verstieß nämlich damals gegen Anordnungen der Reichsmusikkammer. Die Führung von ausländischen oder ausländisch Klingenden Decknamen war untersagt. Da Will Glahe offenbar sein ausländisch klingendes „é“ nicht sofort umändere, handelte er sich eine offizielle Verwarnung der Reichsmusikkammer ein. Von nun an fehlte der Akzent im Buchstaben. Nach dem Krieg fand der Buchstaben Akzent wieder Verwendung.
Label mit und ohne Akzent
1946 wurde die ``Beer Barrel Polka´´ in den USA zu den 20 Weltbesten Schallplattenaufnahmen gezählt.
Ab 1941 gehörte Will Glahe wie auch viele andere Künstler der Zeit dem Soldatensender Belgrad an. Dort hielt er Wehrmachtskonzerte ab, die der Aufmunterung und der Steigerung der Kampfmoral dienten.
->Vermutung oder Tatsache? Robert Biberti bei Will Glahe
Liste der Aufnahmen:
- ORA 5194-1 "Du darfst mir nie mehr rote Rosen schenken", Electrola E.G. 7219
ORA 5196-1 "Für ein süßes Mädel", Electrola E.G. 7219
ORA 5195 1 "In Berlin, in Berlin", Electrola E.G. 7237
0RA 5193-1 "Sing, Nachtigall, Sing", Electrola E.G. 7224
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In den folgenden Kriegsjahren wurde er immer wieder als Truppenbetreuung eingesetzt. Durch die Deutsche Arbeitsfront ``NSG Kraft durch Freude´´ wurde er zu mehreren Auftritten verpflichtet. Zum Beispiel am 21. August 1943 war er auf dem NSG-Kongress im Saalbau des Friedrichshafen zu sehen.
Will Glahe im Jahre 1984 mit seiner Hohner
Am 21. November 1989 verstirbt der unermüdliche Akkordeonist und Pianist Will Glahe. Seine Karriere brachte ihm 17 Goldene Schallplatten und weitere Auszeichnungen ein.
Electrola-Neuheitenliste Chronologisch geordnet:
August 1939
Infos aus der Electrola-Neuheitenliste für Februar 1941
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