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Brunswick (Deutsche Grammophon)
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berauscht
Sa Feb 19 2011, 18:44 Druck Ansicht
"Urgestein" Autor

⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Jan 06 2010, 21:59
Beiträge: 1955


[ Bearbeitet Di Apr 26 2011, 15:39 ]
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GrammophonTeam
Sa Mai 18 2013, 12:47
Seitenbetreiber

⇒ Mitglied seit ⇐: So Sep 04 2011, 14:54
Wohnort: Köln
Beiträge: 1825
Von Gast

Das ist die typische Brunswick-Hülle aus der Zeit von ca. 1936-1939.

Es wechselte nur der Text. Mal "Die Platte der Swing-Orchester" oder wie hier "die schönste Tanzmusik aus Amerika...."



Nun folgt eine Hülle, wie sie dann im Krieg verwendet wurde. Es fehlt natürlich der Hinweis auf Swing und Amerika.




Diese letzte, unscheinbare Hülle ist aber ein recht seltenes Zeitzeugnis ! Sie hat ein Geheimnis im Inneren !




Es ist nämlich eigentlich eine Hülle aus der Vorkriegszeit. Sie ist im inneren bedruckt mit dem Matrosen mit amerikanischehn Fahnen in den Händen. Das ging im Krieg natürlich nicht mehr und so hat man offensichtlich noch vorhandene Hüllen rückseitig neutral neu bedruckt und gewendet.
Ich habe viele alte Hüllen von Brunswick, aber diese ist die einzige in ihrer Art.




Von Rundfunkonkel




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SchellackFreak
Sa Mai 18 2013, 12:50
"Seitengründer"

⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Sep 16 2009, 22:06
Beiträge: 452





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jitterbug
Mo Jun 17 2013, 22:11
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Mär 27 2013, 16:49
Wohnort: Berlin
Beiträge: 405
Das obige Reklamebild der DEUTSCHEN GRAMMOPHON/BRUNSWICK zeigt den Hot Club Leipzig im Jahre 1935 (drei Leipziger Herren und ein Berliner Freund).

v. o. n. u.: Fiddlin' Joe, Hot Ibsen, Hot Geyer (Kurt Michaelis), Fats

Als Ergänzung: Die vier Freunde 1936 beim "Blue Monday" im Leipziger "Geyer Horst",
Privatbesitz Hot Geyer, Sammlung: Stephan Wuthe, Berlin

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gramofan
Di Jun 18 2013, 17:38
⇒ Mitglied seit ⇐: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Beiträge: 1166
Noch ein paar bislang nicht gezeigte Varianten (hoffentlich chronologisch einigermaßen korrekt):




1.



2.



3.



4.



5.



6.



und so ging's dann nach dem Krieg weiter:


7.



8.


[ Bearbeitet Fr Jun 21 2013, 21:00 ]
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jitterbug
Fr Jun 21 2013, 20:38
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Mär 27 2013, 16:49
Wohnort: Berlin
Beiträge: 405
Hallo gramofan Martin,

prima, Du kommst mir zuvor zum Thema BRUNSWICK, so hier noch ein paar Ergänzungen und eine Bitte: Vielleicht magst Du nachträglich auch Nummern bei den Hüllen einfügen, das macht eine Besprechung einfacher.

Die oberste Hülle 1) ist wohl für das europäische Ausland bestimmt, könnte aus Österreich (?) stammen. Eine vergleichbare Hülle mit anders gestalteter Rückseite listet auf der Rückseite Künstler wie Vincent Lopez und die Castlewood Marimba Band, ist also eindeutig den 20er Jahren zuzuordnen. Ich werde noch eine spätere Variante einstellen, die eindeutig anhand der Künstler in die zweite Hälfte der 30er Jahre einzuordnen ist.

In Österreich gab es in den 30er Jahren eine weitere (grüne) Hülle, die POLYDOR und BRUNSWICK gemeinsam zeigt. Auch diese werde ich zu einem späteren Zeitpunkt scannen und einstellen.

Die grüne BRUNSWICK/Electri-Grammophon-Hülle Nr. 2) darunter ist tatsächlich die erste deutsche Hülle der GRAMMOPHON/BRUNSWICK von 1926, passend zur Farbe der DEUTSCHEN GRAMMOPHON: Grün. Die frühen Etiketten der Brunswick Platten sind ja auch grün, im Sommer 1927 erfolgte die Umstellung auf schwarz. Dazu gibt es die Hülle 2) auch in schwarzem Druck! Auf beiden Hüllentypen stehen Auflagezahlen und Druckdaten. So landet man bereits am 7. März 1927 bei einer grünen Hülle bei einer Auflage von 100.000, am 1. Juni 1927 bei einer bereits schwarzen Hülle schon bei 50.000 gedruckten Exemplaren!

Die Hülle 3) um 1930 gibt es auch mit englischer Beschriftung für den europäischen Export ("The best american dance record"), sie existiert auch (wohl 1929) mit kleinem Mittelloch (was dämlich ist, da die Etiketten dann nicht vollständig zu lesen sind).

Die Hülle 4) zeigt die Export-Variante von Ende 1935/Anfang 1936, sie existiert zeitgliech als "Die schönste Tanzmusik aus Amerika".

Ich füge sie als Hülle 9) in einem bereits bestehenden Scan mit einer MILDRED BAILEY Platte aus der Sammlung von HOT GEYER aus Leipzig ein, sie zeigt das Kaufdatum und die Besetzung der Aufnahme damals aus dem MELODY MAKER ausgeschnitten und aufgeklebt.

9) "Die schönste Tanzmusik aus Amerika auf Brunswick-Platten" 1935/36




Hülle 5), "Die Platte der Swing-Orchester" erschien zeitgleich mit dem entsprechenden Werbeslogan in Monatsnachträgen der DEUTSCHEN GRAMMOPHON und Leporellos der BRUNSWICK ab März 1936!

Hülle 6) "Die Platte der virtuosen Solisten" kam als Ergänzung wohl ab 1937 dazu.

Die beiden ähnlichen Varianten Hülle 5) und 6) waren wohl bis in den Krieg hinein gebräuchlich, auch der Slogan "Die Platte der Swing-Orchester" gibt es in kleinerer Schrifttype, also späteren Auflagen.

Es fehlt allerdings die "neutralisierte" Kriegsvariante ab 1942 für den deutschen Markt, wie sie oben von Gast Nils vorgestellt wird, Hülle 10). Zunächst wurden noch nicht geschnittene Druckbögen gewendet und umseitig nur mit dem Firmenschriftzug bedruckt, ab Sommer 1944, mit Auslagerung der Produktion von Hannover-Langenhagen nach Decin (Teschen) zur ESTA/POLYDOR, sind auch nur Firmen-Schriftzug-Hüllen neu gedruckt worden. Sie geben einen Eindruck wie etwas brüchiges Kraft-Papier.

10) neutraler Brunswick Schriftzug, ab 1942



Dazu gab es in den 30er Jahren für den Export nach Skandinavien auch noch eine andere Werbe-Rückseite bei "The Best American Dance Record", auch diese Hülle werde ich gerne scannen und später einstellen.

Gegen Kriegsende und in der frühen Nachkriegszeit wurden gerne unbedruckte Hüllen genommen (auch für POLYDOR / SIEMENS POLYDOR Platten), wobei nach dem Krieg alles verarbeitet wurde, was sich als Auslieferhülle verarbeiten ließ: Makulatur-Tapete, dünnes Butterbrotpapier, Rauhfasertapete...

Bedruckte Hüllen in der Nachkriegszeit waren erst nach Währungsreform, etwa ab Winter 1949/Frühjahr 1950 üblich. Erstaunlicher weise gibt es die Hülle 7) mit den Musiker-Zeichnungen auch farblos (weißer Grund).

Die letzte Variante der Mitt-Fünfziger Jahre ist die als "Schachbrett" gehaltene ockergelb-schwarze Hülle, die im gleichen Design auch als Single-Lochcover (45 rpm) und ähnlich wiedererkennbar bei EPs (33 rpm bei 25 cm) existiert.



[ Bearbeitet Sa Jun 22 2013, 12:04 ]
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gramofan
Fr Jun 21 2013, 21:02
⇒ Mitglied seit ⇐: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Beiträge: 1166
Lieber Stephan,
die Nummern sind jetzt drin. Ich hatte halt bewußt die bereits von anderen Mitgliedern gezeigten Exemplare ausgespart. Insofern ist die Numerierung bei mir natürlich nur ein Behelf, weil ja die anderen Exemplare einzubauen wären.
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gramofan
Fr Jun 21 2013, 21:17
⇒ Mitglied seit ⇐: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Beiträge: 1166
... und dann gab's da von Brunswick noch was, was man im weiteren Sinne auch als Plattenhülle ansehen kann, da es mit einem ganz bestimmten Inhalt ausgeliefert wurde. Aber dazu kann mit Sicheheit Stephan kompetenter etwas sagen als ich!

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jitterbug
Sa Jun 22 2013, 12:45
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Mär 27 2013, 16:49
Wohnort: Berlin
Beiträge: 405
Hallo Martin und alle BRUNSWICK-Interessierten,

ich denke, die BRUNSWICK-Alben führen in diesem Zusammenhang zu weit. Sie wären eine eigene Rubrik wert unter Zuhilfenahme meines Artikels "Deutsche Swing-Serien: 'Classic Swing' und 'Modern Rhythm' auf BRUNSWICK, Deutschland 1935-1937" (FOX auf 78 Nr. 20 vom Sommer 2001).

So will ich mich hier nur weiter auf die Hüllenvarainten konzentrieren.

Ich habe mich dazu entschieden, auch bei gleicher Rückseiten-Druckgestaltung beide Seiten abzubilden, damit auch Eingriff und Klebefalz erkennbar sind.

So werde ich sie kontinuierlich durchnumerieren, also mit der Nummer 11) beginnen.

11) BRUNSWICK schwarz, 1927


12) Export-Hülle 1928, Österreich


13) BRUNSWICK kleines Mittelloch, 1928



14) BRUNSWICK Export, 1929



15) BRUNSWICK Test, 1935
Platte mit handschriftlichen Anmerkungen von "Dr. Jazz" Dietrich Schulz-Köhn



16) BRUNSWICK Export, 1935



17) BRUNSWICK export Skandinavien, ca. 1937



18) BRUNSWICK Export, 1938



19) BRUNSWICK / POLYDOR Österreich, 1938



20) BRUNSWICK Tschechien 1935
Obwohl mit der gleichen Nummernserie A.9000, A 81.000, A 82.000 versehen, handelt es sich bei diesen Platten nicht um deutsche Pressungen: Die Gestaltung des Etiketts weicht ab, die Schrifttype ist serifenfrei.



21) BRUNSWICK Tschechien 1944, für den deutschen Markt
Die Hülle hat kein geheimes Innenleben, ist in blesserem Braunton gedruckt, das Papier erinnert an Packpapier mit leichter Streifenstruktur.



22) BRUNSWICK früheste Nachkriegszeit
Die neutrale Hülle ist aus dünnem, brüchigem Papier hergestellt. Das Format ist mit 26 x 28 cm etwas zu groß geraten, das Mittelloch ist willenlos irgendwo gestanzt.



23) BRUNSWICK frühe Nachkriegszeit weiß/rot



24) BRUNSWICK frühe Nachkriegszeit TEST
einseitige Platte mit handschriftlichen Anmerkungen u. a. von "Dr. Jazz" Dietrich Schulz-Köhn



[ Bearbeitet Fr Jun 28 2013, 00:25 ]
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jitterbug
Do Jun 27 2013, 23:28
⇒ Mitglied seit ⇐: Mi Mär 27 2013, 16:49
Wohnort: Berlin
Beiträge: 405
oben eingefügt...

...und noch eine Hülle der BRUNSWICK, die in Österreich benutzt wurde. Sie wird wohl ab 1928 in Gebrauch gewesen sein, parallel zur Hülle 13).

12) Export-Hülle 1928, Österreich



[ Bearbeitet Fr Jun 28 2013, 00:27 ]
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