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Foren > Elektrisches Grammophon und anderes > Elektro Schalldosen, Tonabnehmer und Plattenspieler
ELECTROLA 188W (Favorit)
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
Gast
Do Jul 16 2015, 21:53 Druck Ansicht
Gast
HERSTELLER: Electrola MbH & Nowawes Berlin
MODELL: 188W
SERIENNUMMER: 19679
JAHR: ca. 1939
DAMALIGER PREIS: 108,00 RM
GEHÄUSE: furnierte Schatulle, beschichtet
PLATTENTELLER: 30cm, graublau bezogen
TRICHTER: benötigt Radio bzw. Verstärker
MOTOR: Perpetuum-Ebner
SCHALLDOSE: Electrola-Magnettonabnehmer

BESONDERHEITEN:
Automatischer Nadelspender, Tellerbeleuchtung und mysteriöser eckiger Drehknopf als Tonarmhalter



Nach mehreren Wochen der Marktsondierung und einer aus eigener Doofheit verlorenen Auktion fand ich in der Kleinanzeigen-Bucht einen Electrola Favorit aus einem Scheunenfund. Die Anzeige hatte nur zwei Bilder von der geöffneten und geschlossenen Schatulle, und der Verkäufer wusste nur, dass das Kabel schlecht sei - ein Kauf auf gut Glück für 90€ und Versand.

Was bleibt zu sagen? - Soloch eine Scheune will ich auch! Die Schatulle kam dann heute per Post, und als ich das Paket mit dem Wort "Scheunenfund" im Hinterkopf öffnete, war ich baff.
Die Schatulle war wohl vor dem Einlagern fein Säuberlich in ein altes Leinentuch gewickelt worden, im Gesamten Apparat fand sich nirgends Staub oder Dreck, das Holz glänzte wie am ersten Tag und alles war toll erhalten und supertrocken, nicht einmal einen muffigen Eigengeruch verströmte das Teil nach so vielen Jahren - es hätte aus einem Wohnzimmer kommen können.
Nach kurzem schmieren sowie ölen des Motors und mit einem neuen Netzkabel versehen ging es dann ab in den Bastelraum zum erstbesten Röhrenradio - und siehe da: Alles Funktionierte, sogar die originale Osram-Milchglasbirne mit DRGM-Stempel.
Eine weitere Überraschung war das Typenschild, es handelte sich nämlich nicht wie angegeben um einen normalen 188A (A=Allstrom), sondern sogar um einen 188W (wechselstrom)!
Nun muss ich noch das bröselige TA-Kabel ersetzen, um wieder einen schön lauten und klaren Klang zu erreichen, für ein Alter von 76 Jahren klingt er aber schon jetzt toll.

Da dieses Modell sowohl von Electrola und Odeon als auch von Parlophon gebaut wurde, wäre ich über Bilder von anderen oder auch identischen Geräten natürlich dankbar, allein schon um vergleichen zu können. Auch habe ich keinerlei Schriftmaterial dazu, vielleicht gibt es ja noch einen Katalog in einer eurer Sammlungen, den ihr hier posten könnt - vielen Dank schon vorab!
















Hier der Tonarmhalter, der gleichzeitig als Drehknopf fungiert. Er hat die Schaltstufen 1-4, welche Funktion dieser Knopf hat, ist mir leider nicht bekannt.






Der Schalter zur Bremse:





Unter dem Teller:





Der Arm, die Nadel wird Magnetisch ohne Schraube gehalten:










Der automatische Nadelspender - er gibt immer genau eine Nadel griffbereit ohne langes rumfummeln ab:






Der Motor:






Eine Gesamtansicht - bitte Lyncht mich nicht für das OLYMPIA, aber, ich hatte da gerade nichts anderes zum ausprobieren, und den Telefunken wollte ich nicht extra hochtragen.





Und zu guter letzt: eine volle Dose Telefunken Stalit, gefunden im Gehäuse, darin auch ein kleines Briefchen mit den meistverkauften Platten und einer Einladung zum kreis der Freunde der Telefunkenplatte - der würde ich gerne nachkommen!








Aus meiner Sicht ist es mit Abstand einer der schönsten Schatullen, und ich bin -wie schon gesagt - für jede Info dankbar!
Gruß,
Ludwig

[ Bearbeitet Do Jul 16 2015, 22:04 ]
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SchellackFreak
Do Jul 16 2015, 22:01
SchellackFreak

Dabei seit: Mi Sep 16 2009, 22:06
Einträge: 481


Electrola Skizzen März 1938
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Webseite
Charleston1966
Do Jul 16 2015, 22:02
Dabei seit: Mo Nov 12 2012, 11:19
Wohnort: Im Schwabenländle
Einträge: 387
Wunderschön, wie aus dem Laden, laß ihn bald mal im Sender erklingen

LG
Karlheinz
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Gast
Do Jul 16 2015, 22:03
Gast
Oh, danke für den Prospekt! Dann kann ich ja den Preis eintragen!

Gruß,
Ludwig
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Gast
Do Jul 16 2015, 22:08
Gast
Hallo Ludwig
Toll das er da ist und immer noch so gut aussieht. Leider sind bei diesen Spielern Tonabnehmer und Motor oft nicht mehr zu gebrauchen weil viel Guss verwendet wurde..schön das es bei dir nicht der Fall ist
Ich hab hier einmal einen kleinen Katalog von 1938 der einen Odeon Favorit beschreibt und dieser ist ja baugleich mit dem 188







Grüße
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Starkton
Do Jul 16 2015, 22:12
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Das Ding hätte bei Raumschiff Orion mitfliegen können. Der Tonarm sieht echt spacig aus. Würde mich auch interessieren was das Pyramidendingsda für eine Funktion hat: 4 .. 3 .. 2 .. 1 .. Takeoff.
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Gast
Do Jul 16 2015, 22:21
Gast
@Stephan: *kicher Ja, das wäre es doch! Passend dazu dann noch diese Electrola Link - Hier klicken - dann wäre es perfekt!
@: Danke, schöner Katalog!
Gruß,
Ludwig

[ Bearbeitet Do Jul 16 2015, 22:22 ]
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Formiggini
Do Jul 16 2015, 22:25
Seitenbetreiber

Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1759
Was für eine Augenweide

Bei dem Schalter könnte es sich um einen sog. Nadelgeräuschfilter handeln; also ein Schalter der die Höhen absenkt um Rauschen zu unterdrücken. Dies gab es nochmals bei hochwertigen Plattenspielern Anfang der 1950er Jahre. Wohin führen den die Kabel des Schalters? Üblicherweise wurden bei diesen Filtern einfach Kondensatoren parallel zum Tonabnehmer gelegt.

Grüße
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Webseite
Gast
Do Jul 16 2015, 22:32
Gast
Die Pyramide führt zu diesem Schalter:



- Deine Idee scheint also gar nicht so abwegig.
Danke für den Tipp!
Gruß,
Ludwig
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Rundfunkonkel
Fr Jul 17 2015, 12:42
Dabei seit: So Jul 03 2011, 16:48
Wohnort: Umkreis Köln
Einträge: 1080
Schönes Gerät. Sieht mir nach Auftragsarbeit bei Perpetuum Ebner aus. Motor und etwas Mechanik oben sind wohl wie bei den Telefunken und PE Laufwerken dieser Zeit. Was mich etwas stört ist die Entkopplung des Motors vom Chassis... im alten Laufwerk mit TO 1001 ist das nämlich ebenfalls ein Blechchassis mit Gummipuffern, aber irgendwo in 1938 hatte man das dann auf dämpfenden Kunststoff als Grundplatte umgestellt.

Welche Auflagekraft wirkt denn auf die Rille? Wie ist der Innenaufbau des Tobabnehmers (mit/ohne Gummipuffer)?

Hast Du die Sinterbuchsen des Motors entfettet und mit frischem Öl vollgepresst? Ankerspiel stimmt? Ab und zu fehlt eine Kugel im Ankerlager. Die Schnecke leicht fetten und das verschiebbare Lager der Fliehgewichte nicht vergessen. Und was mir persönlich als ganz wichtig erscheint: Motorwicklung gut durchtrocknen, und dann tränken (lassen). Die schlagen sehr gern gegen das Gehäuse durch.Habe daher auch schon den einpoligen Netzschalter gegen zweipolige ausgetauscht.
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Gast
Fr Jul 17 2015, 19:19
Gast
Hallo Carlo,
bisher habe ich mich dem Motor nicht allzu intensiv gewidmet, sondern ihn lediglich zum laufen gebracht. Ich habe die Achse ausgebaut und alle Lagerschalen des Gerätes gereinigt und neu geölt bzw. gefettet, allerdings wollte ich den Motor ohnehin am WE nochmal komplett zerlegen, falls ich es bis dahin schaffe.
Dann lade ich auch gerne Bilder vom geöffneten TA sowie detailliertere Bilder des zerlegten Motors mit der "Perpetuum-Ebner"-Aufschrift hoch.
Aber wie tränke ich denn Motorwicklungen, bzw. wo kann ich sowas machen lassen? Und ist das unbedingt nötig?
Danke schon mal für deine Hinweise!
Gruß,
Ludwig
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Formiggini
Sa Jul 18 2015, 12:26
Seitenbetreiber

Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1759
Hallo,

die Isolation der Motorwicklung bei solchen historischen Stücken kann im Laufe der Zeit brüchig werden. Die Vibration beim Betrieb beschleunigt diesen Vorgang. Im schlimmsten Falle bricht in der Wicklung eine Isolation und verursacht einen Kurzschluss = Kaputt. Trocknen und tränken mit einem neuen Isolationslack verhindert dies. Dies ist quasi eine Vorsichtsmaßnahme um den Motor noch viele Jahre betriebsfähig zu halten und sehr teuren Reparaturen oder Totalschaden vorzubeugen. Wird z. B. auch bei alten Lichtmaschinen gemacht, für die es keinen Ersatz mehr gibt.

Dies können z. B. Firmen für Motorbau oder auch Trafobau durchführen. Ganz professionell dann auch im Vakuumtränken. Ist zwar nicht ganz billig, aber günstiger als einen Motor neu wickeln zu lassen.

Grüße
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Webseite
Gast
Sa Jul 18 2015, 17:54
Gast
Ah, ok, das war mir so nicht bewusst. Ich denke, dass ich das Zerlegen an diese Wochenende nicht mehr schaffe, aber wenn ich den Motor dann zerlege, werde ich mich mal umschauen, wo man hier so etwas durchführen lassen kann. Bis dahin bleibt das Gerät ja eh außer Betrieb.
Vielen Dank schon jetzt für die zahlreichen Hinweise und Tipps!
Gruß,
Ludwig
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Formiggini
Di Dez 22 2015, 22:58
Seitenbetreiber

Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1759
Was mich ja noch interessieren würde: um was handelt es sich nun bei dem Stufenschalter? Zu welchen Bauteilen oder Schaltstufen führt es im inneren?

Grüße

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Webseite
Gast
Di Dez 22 2015, 23:02
Gast
Hihi, das ist mir noch immer nicht ganz klar.... das bleibt wohl ewig ein Rätsel. Auf Stufe 1 Spielt er ganz normal und lautstark. auf Stufe 2 ist das Nadelgeräusch noch geringer als vorher, allerdings der Ton leiser und Gedämpfter. Bei Stufe drei und vier habe ich bislang nichts aus dem Gerät herausbekommen.
Der seitliche Regler ist für die Lautstärke.
Vielleicht konnte man 3 & 4 zusätzlich belegen? *Hmm)
Gruß,
Ludwig
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Calle
Mi Dez 23 2015, 00:37
Dabei seit: Mo Apr 18 2011, 10:57
Wohnort: Emmerich am Rhein
Einträge: 276
Konnte mal -vor langer, langer Zeit- nen Electrola Schrank (Wechselstrom) in 1A Qualität kaufen...
Habe es damals nicht getan - etwas was ich jetzt noch immer bereue...
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Vogtländer
Fr Dez 25 2015, 20:49
Dabei seit: Do Dez 24 2015, 00:14
Wohnort: Vogtland
Einträge: 113
Hallo, ich besitze ein ODEON Favorit, allerdings einen Umbau.
Sicher war das Gerät auch mal Teil eines Schrankes und wurde in eine Kiste transferiert. Leider ist dem Umbau auch die schöne Beleuchtung zum Opfer gefallen. Ich finde das Design des Tonarmes für die Zeit sensationell. Das ganze Teil war in einem schlechten Zustand, da habe ich mir, trotzdem es kein "richtiges" Original ist, viel Arbeit gemacht. Bei meinem Gerät gibt´s allerdings den Sternschalter ohne Funktion, halt nur als Armablage. Die Anpassung der Lautstärke und des Nadelrauschens erfolgt lediglich über das Poti. Ist denn beim ELECTROLA auch der Quecksilber Neigungsschalter verbaut?
Ich bin stark am überlegen ob ich mir dein Gerät zulegen sollte.
Mein´s ist halt eher ein Zeugnis dafür, das auch vor 50 - 60 Jahren die Leute offensichtlich solche Geräte ihren neuen Wohnungseinrichtungen angepasst haben. Dabei ist eine handgeschriebene Anleitung in welcher steht, das das Gerät für Frankfurt a.M. passend auf 110V eingestellt wurde. Frankfurt wurde meines Wissens erst Ende der 50er letztendlich auf 220V umgestellt.
Schöne Grüße, Mario

[ Bearbeitet Fr Dez 25 2015, 20:53 ]
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