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Kalliope
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berauscht
Mi Nov 09 2011, 13:25 Print View
"Urgestein" Autor

Joined: Mi Jan 06 2010, 21:59
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Ich habe ein paar Daten zu Kalliope zusammengetragen.

1895 wird die Firma Wacker & Bock, nach Eintritt von Gustav Max Espenhain, in Kalliope Fabrik mechanischer Musikwerke, Espenhain, Wacker & Bock unbenannt. Firmeninhaber: Gustav Max Espenhain, Christian Heinrich Richard Bock und Emil Moritz Anton Wacker. Firmensitz ist Leipzig - Gohlis, Dorotheenstr.20.

Zum 18.5.1898 wird die Firma in eine Aktiengesellschaft mit einer Einlage von 600000 Mark umgewandelt. Espenhain, Wacker und Bock sind die Inhaber der Aktien und bilden auch den Vorstand der Kalliope Musikwerke AG. Im folgenden Jahr wird der Firmensitz in die neuerbaute Fabrik in der Bitterfelder Str. 1 in Leipzig - Gohlis verlegt und Gustav Espenhain scheidet am 22. November aus dem Vorstand aus.

1908 scheidet Christian Bock aus dem Vorstand aus, ihm folgt Hugo Zetzsche nach.

1910 kauft die Firma die Sächsische Holzwarenfabrik - Max Böhme AG in Dippoldiswalde im Erzgebirge und verlegt den Firmensitz dorthin, und verkauft die Immobilien in Leipzig im Jahr 1911 für 500 000 Mark.

1911 wurde ein Tochteruntenehmen in Östereich-Ungarn gegründet, und ein Presswerk in Bodenbach (Podmokly) bei Tetschen (Děčín) eingerichtet. Die Firma hatte ein Stammkapital von 20000 Kronen. Jedoch war der Start dort nicht so einfach.

Im Jahresbericht von 1912 heißt es: "Unsere in Österreich errichtete Filialfabrik hat von Anfang an unter schwierigen Absatzverhältnissen zu leiden gehabt. Infolge Vernachlässigung auch des dortigen Repertoirs konnte unser Vertreter den von ihm garantierten Umsatz nicht erreichen. Die Schaffung einer neuen Vertriebsstelle in Wien haben beträchtliche Aufwendungen erfordert, zudem wurde das Österreichische Geschäft durch die Kriegsgefahr besonders hart betroffen."

1914 übernimmt Kalliope die Anker-Phonogramm-Gesellschaft, Berlin, im selben Jahr wird das Konkursverfahren gegen die Kalliope Musikwerke AG eröffnet. Die Firma besteht bis 1917 in Liquidation weiter, und erlischt 1919.

1916 übernimmt die Firma Menzenhauer & Schmidt, Berlin, Rungestrasse 17 den Vertrieb der Marken Kalliope und Anker.
Nach dem Krieg übernimmt Hermann Maassen die Fabrik in Bodenbach.

[ Edited Mi Mai 23 2012, 13:22 ]
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SchellackFreak
So Nov 20 2011, 10:36
"Seitengründer"

Joined: Mi Sep 16 2009, 22:06
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Hallo berauscht,
ich danke dir für die Interessanten Daten.
Diese können wir auch noch für die Ergänzung in der Labelkunde
gut gebrauchen


Gruß Yannick


[ Edited So Apr 01 2012, 15:07 ]
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berauscht
Mo Nov 21 2011, 14:37
"Urgestein" Autor

Joined: Mi Jan 06 2010, 21:59
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Vielleicht weiß ja noch jemand mehr. Vor allem, wie es nach dem 1. WK. weiter gegangen ist.
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Aristodemo
Mo Feb 13 2012, 22:26
Joined: Sa Jan 21 2012, 01:07
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ca. 1920


[ Edited Sa Mär 31 2012, 13:57 ]
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stompy_de_luxe
Sa Feb 18 2012, 15:18
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[ Edited Sa Mär 31 2012, 10:53 ]
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Aristodemo
Sa Feb 18 2012, 18:34
Joined: Sa Jan 21 2012, 01:07
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[ Edited Sa Mär 31 2012, 13:18 ]
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SchellackFreak
Sa Feb 25 2012, 14:29
"Seitengründer"

Joined: Mi Sep 16 2009, 22:06
Posts: 453
18cm Kalliope ->






Gruß Yannick

[ Edited So Apr 01 2012, 15:07 ]
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Aristodemo
Di Mai 22 2012, 17:33
Joined: Sa Jan 21 2012, 01:07
Posts: 426
KALLIOPE nach der Übernahme durch Menzenhauer & Schmidt
1897 Gründung der Firma Menzenhauer als Musikinstrumentenbau und Versand sowie als Musikhaus, die Firma vertreibt besonders Accord-Zithern und im eigenen Verlag die dazugehörigen, unterlegbaren Notenblätter.
Das Musikhaus befindet sich in Berlin, Leipziger Str. 59,
Geschäftsräume befinden sich weiter in Berlin-Weissensee,Rungestrasse. 17 sowie Sedanstrasse. 46-48 wo sich auch die Aufnahmeräume befunden haben sollen.
1919 anonciert die Firma als
"Alleiniger Hersteller der Menzenhauer Guitarr Zithern und Accord-Harmoniums,der KALLIOPE-Spieldosen und Notenscheiben,
ANKER Resonanz-Musikapparate und Musik Schallplatten sowie als Engrosvertrieb von Musikinstrumenten und Bestandteilen jeder Art." Inhaber ist zu jener Zeit schon Henry Langfelder.
Die Firma KALLIOPE war in großen Stil als Lohnpresserei tätig.
-CONTINENTAL , Herfeld & Comp, Neuenrade
-ELTAG , Herm. Tietz, Kaufhaus, später von Kristall weiterproduziert
-HERMOPHON-EDELKLANG , Sprechmaschinenfabrik Arno Bauer, Chemnitz
-SCHWEITZER MUSIKHAUS , Berlin
-STRADIVARI , Resonanz-Musikapparate Johannes Nitzschke , Berlin
-HESS ELECTRO , Ernst Hess Nachf. Klingental / Sa.
-SCHALLPLATTEN VOLKSVERBAND , Clangor GmbH, Berlin
Aufnahmen werden für ELECTROCORD (Electrocord Company mbH Leipzig, die Firma gehört warscheinlich zu ISI, Internationale Schallplatten Industrie) produziert. Für BIBERPHON Platten aus flexiblem Kunststoff werden die Matritzen geliefert(Biberphon-Schallplatten -Herstellungs und Vertriebsgesellschaft)
1929 im Zuge der Weltwirtschaftskrise gerät auch Menzenhauer & Schmidt in Schwierigkeiten
1930 Einführung der unzerbrechlichen Schallplatte MELOCORD
1931 Februar, Menzenhauer muß als erste Schallplattenfirma Konkurs anmelden
1932 in Herbst versucht Langfelder mit der PHONORA ELECTRO-RECORD einen Neuanfang , der misslingt
Die Matritzenbestände der KALLIOPE, die ihrerseits auch noch ANKER-Aufnahmen unter KALLIOPE vertrieb, gelangen an verschiedene Plattenfirmen. CLANGOR und ELECTROCORD/CORDY
(Meinel & Herold, Klingenthal i. Sachsen) pressen weiter mit KALLIOPE Matritzen.Die Firma ELECTROCORD übernimmt auch die Aufnahmeräume in BerlinSedanstrasse 46.

[ Edited Di Mai 22 2012, 18:03 ]
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Starkton
Di Mai 22 2012, 18:53
Joined: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Posts: 1881
Von c. Februar 1904 bis 1. Januar 1905 übernahm die Kalliope Musikwerke A.G. die Alleinvertretung von Odeon-Schallplatten und -Grammophonen.

Danach stieg die Firma selbst in die Herstellung und den Vertrieb von Schallplatten und Grammophonen, allerdings nur im Billigsegment, ein und zeigte sie erstmals auf der Leipziger Herbstmesse im August 1905. Anstatt "Klasse" wie bei Odeon, sollte es die "Masse" bringen.

Viel Erfolg scheinen sie mit dieser frühen Eigenentwicklung nicht gehabt zu haben.
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berauscht
Do Mai 24 2012, 18:33
"Urgestein" Autor

Joined: Mi Jan 06 2010, 21:59
Posts: 1681
Auch wenn aus sicht vieler heutiger Sammlern Kalliope oft recht altbacken und volkstümlich daher kommt. So war die Marke doch eine der führenden in Deutschland und immer auf der höhe der Zeit.
Nachdem die Polyphon-Werke mit der Brunswick-Balke-Collender Company verbündet hatte und im Frühjahr 1927 die Brunswick-Platten mit amerikanischer Tanzmusik herausbrachte, zog Kalliope gleich nach und stellte zur Herbstmesse die American-Kalliope Platten vor.




[ Edited Di Jan 06 2015, 11:57 ]
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berauscht
Fr Mai 25 2012, 16:06
"Urgestein" Autor

Joined: Mi Jan 06 2010, 21:59
Posts: 1681


Anzeige zum 30jährigen Jubiläum der Firma Menzenhauer & Schmidt

[ Edited Di Jan 06 2015, 11:58 ]
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GrammophonTeam
Mi Jun 27 2012, 15:17
Seitenbetreiber

Joined: So Sep 04 2011, 14:54
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c. 1928



MxNr.: 4347
Vielen Dank an Hr. Richter!
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berauscht
So Jul 01 2012, 21:08
"Urgestein" Autor

Joined: Mi Jan 06 2010, 21:59
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Etikett der Serie Österreichische Volksmusik
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GrammophonTeam
Di Jul 03 2012, 20:26
Seitenbetreiber

Joined: So Sep 04 2011, 14:54
Wohnort: Köln
Posts: 1793
Übernahme aus diesem thread: Link - Hier klicken


c. 1912


Kalliope übernahm ca. zwischen 1911 bis 1914 viele Lohnpressungen für (kleinere) englische Schallplatten Firmen.

So ist auf dieser englischen Victory Record dann auch zu lesen:

Recorded in London, pressed in Saxony - Aufgenommen in London, gepresst in Sachsen


Die 12. Husaren aus Thüringen erschienen auch auf regulären englischen Kalliope-Platten. Dieser „Ableger“ soll in England 1913 durch die deutsche Anker Schallplatten GmbH gegründet worden sein. Bis zum Ausbruch des 1.Weltkrieges erschienen diese englischen Kalliope-Platten.

Außerdem wurde durch Kalliope in Sachsen Platten für die Label „Diploma Records“, „Victory Records“ und „Stella-Grammophone-Records“ des englischen Großhändlers J.Blum & Co. London gepresst.







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stompy_de_luxe
Mi Jul 04 2012, 07:19
Joined: Mi Jan 11 2012, 18:15
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stompy_de_luxe
Mi Jul 04 2012, 08:22
Joined: Mi Jan 11 2012, 18:15
Wohnort: Wien
Posts: 122
Die letzten Kalliope-Platten, die meines Wissens hergestellt wurden: Österreichische Pressungen aus der Zeit nach dem "Anschluss" und damit auch nach der Umbenennung Österreichs (man beachte den Aufkleber "Ostmark"). Hier himmelblau, gibt es aber auch in rot und violett. Auf den blauen und violetten finden sich, wie hier, oft deutsche Clangor-Aufnahmen.


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Limania
Mi Nov 14 2012, 22:16
Joined: Mo Mai 21 2012, 15:14
Posts: 1109
Hallo,

wie ich nun weis, gehört diese Platte zu Kalliope und ist von ca. 1908
Es spielt mit hoher Wahrscheinlichkeit Albert Müller.







LG Limania

[ Edited Sa Feb 24 2018, 15:22 ]
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bavariola
So Jan 13 2013, 00:54
Joined: Sa Jan 12 2013, 00:38
Posts: 146
Hallo!

Ich habe hier einen weiteren kleinen Beitrag zum Stichwort Kalliope. Die Platte ist mechanisch (akustisch) aufgenommen und dürfte wohl aus der Kaiserzeit stammen.

Beste Gruesse an alle!



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Limania
So Jan 27 2013, 10:39
Joined: Mo Mai 21 2012, 15:14
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