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Foren > Schellackplatten > Reinigung, Reparatur und Archivierung
Phonycord Flexible - wellige Platten glätten
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Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
Odeon89
So Apr 17 2011, 16:00 Druck Ansicht
Dabei seit: Di Mär 22 2011, 12:19
Einträge: 327
Hall zusammen,

sehr interssant finde ich die Platten des "Phonycord Flexible" Labels. Es handelt sich um bunte Kunststoffplatten, die so um 1930 auf den Markt gebracht wurden. Anscheinend handelt es sich um eine Art "Recycling" von Artiphon-Matrizen.

Leider sind diese Platten häufig so wellig, dass man sie nur schlecht oder garnicht auf einem modernen Plattenspieler abspielen kann. Gibt es hier einen Trick, wie man diese Platten wieder "glätten" kann? Kennt jemand noch Details über die "Phonycord"?

Viele Grüße
Kai

[ Bearbeitet Mo Feb 16 2015, 19:56 ]
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ErichCollin
So Apr 17 2011, 19:48
Gast
Eventuell könnte Erhitzen im Backofen helfen. Etwa 50°C sollten ausreichen.

[ Bearbeitet Fr Mär 30 2012, 19:15 ]
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Odeon89
So Apr 17 2011, 19:58
Dabei seit: Di Mär 22 2011, 12:19
Einträge: 327
Das Erhitzen hatte ich mir auch schon als Option gedacht, aber ich habe die Befürchtung, dass sich das Material dabei verziehen könnte... Hat das schon mal jemand ausprobiert?
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Formiggini
So Apr 17 2011, 20:11


Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1759
Du solltes diese Platten besser nicht erhitzen.

Sie wurden zwar aus unterschiedlichen Materialien hergestellt (Celloloid, frühe Kunststoffe etc.) - bei fast allen ist aber wohl gleich, dass die Welligkeit durch ein schrumpfen des Materials entstand.

Erhitzen kann hier genau die gegenteilige Wirkung haben - dass sich die Platte noch mehr wirft.

Ich habe mal gelesen, dass jemand bedingten Erfolg dadurch hatte, die Platte über mehrere Tage in Öl einzulegen. Dies kann bis zu einem gewissen Grad die Flexililität der Platte wieder herstellen. Selbst habe ich dies jedoch noch nicht versucht.

Ist die Platte jedoch auf einen Pappkern (wie die Hit of the week Platten) aufgezogen, fällt diese Möglichkeit auch aus.

Wie onlyesterdays schon schrieb - am besten die Platte auf dem Plattenteller in der Mitte mit einem Gewicht beschweren. Dadurch liegt sie etwas planer auf und lässt sich besser abspielen.

Gegef. die Platte mit 45rpm digitalisieren und dann per software wieder auf 78rpm hochrechnen. So ist der Inhalt zumindest gesichert.

Leider sind diese verworfenen Platten meist nicht wieder flach zu bekommen.

[ Bearbeitet Fr Mär 30 2012, 19:16 ]
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Webseite
Odeon89
So Apr 17 2011, 21:50
Dabei seit: Di Mär 22 2011, 12:19
Einträge: 327
Danke für den Tipp! Das mit dem Öl werde ich direkt mal ausprobieren! Ich hoffe nur, ich kriege die Platte wieder sauber danach ;-) Ich werde dann von dem Ergebnis berichten.

[ Bearbeitet Fr Mär 30 2012, 19:16 ]
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Odeon89
Di Apr 19 2011, 20:18
Dabei seit: Di Mär 22 2011, 12:19
Einträge: 327
Nachdem die Platte jetzt zwei Tage in Öl "gebadet" wurde, habe ich sie heute wieder gesäubert.

Ein ganz klein wenig flexibler ist sie zwar geworden, aber wellig ist sie leider immer noch. Daher habe ich mich entschlossen, die Platte zwischen zwei Glasplatten für etwa zwei Stunden in die pralle Sonne zu legen. Nachdem sie wieder abgekühlt ist, war sie ebenfalls ein klein wenig glatter, aber sehr effektiv war die Behandlung leider auch nicht :-(

Ich habe mal ein wenig recherchiert, demnach bestehen die "Phonycord Flexible"-Platten aus Cellon. Der Grund, warum sie u. U. wellig werden, liegt darin, dass Campher (Kampfer), der dem Cellon hinzugefügt wurde, mit der Zeit entweicht. Theoretisch könnte man die Platten also retten, indem man sie mit einer Campher-Lösung bestreicht. Einen Versuch wäre das auch mal wert...

Viele Grüße
Kai

[ Bearbeitet Fr Mär 30 2012, 19:18 ]
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berauscht
Di Apr 19 2011, 21:16
"Urgestein" Autor/Moderator

Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1483
Jetzt ist auch klar woher diese Platten ihren spezifischen Eigengeruch haben.
Das wird sicher ein interessanter Versuch mit dem Campfer.
Was für ein Öl hast Du verwendet? Campfer löst leicht in fetten Ölen. Billiges Speiseöl sollte also genügen. Die Frage ist ob der Kampfer in das Celluloid (Cellon) eindringt. Das Öl sollte man wohl nachher besser vollständig entfernen, da es mit der Zeit verharzen kann.


[ Bearbeitet Fr Mär 30 2012, 19:19 ]
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snookerbee
Do Mär 29 2012, 22:38
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1758

Hier eine PHONYCORD-Platte mit einer Matrize der DGG (?):



Amerikan. Patrouille
v. Meacham
Xylophonvirtuose Krüger m. Orch.
Phonycord Flexible
3417
MECHAN.COPYRIGHT 1930

Der alternative Take auf einer GRAMMOPHON-Platte:



Amerikanische Patrouille
(Meachan)
Franz Krüger mit Orchesterbegleitung
Grammophon
Katalog-Nr. B 48774 T
Bestell-Nr. 21385
1240 bd
Mechan.Copt.192(?)

War Phonychord vielleicht mit der DGG verbandelt?


[ Bearbeitet So Sep 09 2012, 17:24 ]
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berauscht
Fr Mär 30 2012, 15:56
"Urgestein" Autor/Moderator

Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1483
Vielleicht hatte Krüger bei der Grammophon nur einen Vertrag im Jahr 1929 (oder gar keinen), und ist danach (1930) mit seinem Repertoir zu einer anderen Firma gewechselt. Es kam ja häufiger vor, das Orchester für verschiedene Firmen die gleichen Titel einspielten, z.B. Widmann für Kristall und Tempo.
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snookerbee
Fr Mär 30 2012, 19:22
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1758

Das ist möglich. Bisher sind mir keine weiteren Krüger-Platten bekannt, so daß ich mir schlecht ein Bild machen kann.
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Aristodemo
Sa Apr 07 2012, 09:58
Dabei seit: Sa Jan 21 2012, 01:07
Einträge: 425
Hallo, kleiner Tipp vom Fachmann betreffend Kampfer. Bei den Dekorationsmalern und Restauratoren gibt es das sogenannte "Petenkoffern" rissiger Oelgemälde.Kampferdämpfe wirken auf das Oelgemälde ein und bewirken ein leichtes regenerieren der Oberfläche und damit verbunden das Schliessen der Risse .
Kappfer in Alkohol lösen in eine mit deckel verschliessbare Kiste stellen. Die Platte so hineingeben, daß die Kampferdämpfe auf die Platte einwirken können.Bilder werden Zweckmässig im Deckel der Kiste befestigt.Von Öl oder gar Alkohollösungen rate ich dagegen dringend ab.Das Verfahren mit der Kiste hat zudem den Vorteil die ganze Sache immer kontrollieren zu können. Eventuell müsste die Platte dann zwischen Glassplatten nachgelagert werden.
Gruß Michael

[ Bearbeitet Sa Apr 07 2012, 09:59 ]
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gramofan
So Sep 09 2012, 15:54
Dabei seit: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Einträge: 928
Hallo,
dauerhaft glatt bekomme ich Phonoycord-Platten zwar auch nicht - aber mit folgendem Tricke kann man sie wenigstens abspielen (sofern die Wellung bestimmte Grenzen nicht überschreitet): Ich habe mir eine stabile Sperrholzplatte in Plattentellergröße gemacht. Zum Abspielen befestige ich die Platte mit doppelseitigem Klebeband (gibt es für Teppichböden) darauf. Das lässt sich hinterher (vorsichtig!!!) wieder ablösen.
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Webseite
krammofoon
So Sep 09 2012, 16:28
Schellack-Gnadenhof
Dabei seit: Mo Jun 27 2011, 20:47
Einträge: 1186
Servus :-)

äääähhhh..... mal so fachlich aus´m Baumarkt geplaudert:
es gibt doppelseitige Bänder die man sicher NICHT wieder gut abbekommt! Der Schaden und der Frust sind hier vor programmiert.
Kann man aber prima vermeiden, in dem man - jetzt bitte mal rückwärts denken ;-) - ASET REWOP SPIRTS verwendet. Die Variante für Fotos. Die gehen nämlich wirklich wieder rückstandsfrei ab.

Gruss
Georg
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Beda
Di Feb 11 2014, 00:12
Dabei seit: Fr Sep 23 2011, 18:33
Einträge: 19
Habe mal zu den Eigenschaften von Cellon gegoogelt:
Cellon oder Zellon[1] ist ein schwer brennbares Gemisch von Celluloseacetat (ugs. Acetylcellulosen) und Campher. Löslich ist es in Aceton.
Bei 180 bis 200 °C ist Celluloseacetat thermoplastisch formbar. Bei Temperaturen über 85 °C leidet der seidenähnliche Glanz.
Campher: Er schmilzt bei 177 °C und siedet bei 207 °C.
Nach diesen Daten müsste man eine Phonycord Flexible-Platte auf ca 180^C erhitzen, damit sie wieder formbar wird.
Es ist natürlich klar, dass man zum Ausprobieren eine wertlose Phonycord-Platte nimmt, denn diese Temperaturen muss man erst mal so genau hinkriegen.
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Pinetop
Di Feb 11 2014, 15:58
Dabei seit: Di Okt 23 2012, 14:04
Einträge: 67
Hallo admin

Franz Krüger hat die Amerikanische Patrouille auch für Artiphon aufgenommen, Bestellnr. 03417 mit der Rückseite "Carneval von Venedig 03421.

Lg
Herbert
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snookerbee
Di Feb 11 2014, 21:30
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1758
Danke für den Hinweis. Habe die Aufnahme auf YT gefunden. Neben Phonycord und Grammophon gibt es den Titel von Franz Krüger auch noch auf CORDY. Ich mal vergleichen, ob es alles unterschiedliche Einspielungen sind. Dann wären es schon 4 Versionen.

Grüße
Claus
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VOX
Mo Aug 11 2014, 12:34
Dabei seit: Mo Aug 11 2014, 11:48
Einträge: 53
Servus,
Ich hab hier eine Phonycord Flexible aus dem jahr 1930 da mit den titeln "Auf gehts ländler-poutpourri und der Watschentanz.
alle beiden Titel wurden von der tegernseer oberländler kapelle gespielt.
die platte ist n.r.53
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jitterbug
Mo Aug 11 2014, 13:22
Dabei seit: Mi Mär 27 2013, 16:49
Wohnort: Berlin
Einträge: 383
Generelles zur Erklärung/Ergänzung: Auf Phonycord sind ausschließlich zeitgleich Aufnahmen der Artiphon erschienen, die es alle auch als reguäre Schellackpressung (Artiphon) gibt. Obwohl ein großer Werbeaufwand für die Phonycord-Platte betrieben wurde, hat sie sich in Folge des wohl ziemlich hohen Preises nicht durchsetzen können:

So soll eine Platte wohl 6,50 RM gekostet haben und wurde als Doppelbriehf (Großbrief) per Post zugestellt.

In den schönsten Bonbonfarben erschienen diese halb-transparenten Platten.























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Charleston1966
Di Aug 12 2014, 20:35
Dabei seit: Mo Nov 12 2012, 11:19
Wohnort: Im Schwabenländle
Einträge: 391
Bestünde ein Interesse an einer "Phonycord" Diskographie? Ich denke fst jeder hat ein paar von den Dingern im Regal stehen, wäre doch interessant, was es so gab und ob vielleicht ein und derselbe Titel in verschiedenen Farben gepresst wurde?

LG
Karlheinz
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