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Foren > Firmengeschichte, Labels, Hüllen, und Matrizen > Im Studio/Aufnahmeorte
Im akustischen Aufnahmestudio
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Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, Der_Designer
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Grammophonteam
Sa Jul 28 2012, 01:31 Druck Ansicht
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Angeregt durch diesen thread Link - Hier klicken möchten wir hier versuchen mit euch zusammen die Aufnahmetechnik zu beleuchten, die hinter dem akustischen Aufnahmeverfahren steckt.

Die akustische Aufnahme unterschied sich sowohl für die Künstler, wie auch für die Techniker stark von dem elektrischen Verfahren später.

Zunächst einige Eindrücke

1997 wurde für die EMI nochmals eine akustische Aufnahmesitzung abgehalten

Hier sieht man in guter Bildqualität u.a. wie dick die Wachs Matrizen waren, das die Aufnahmeapparatur von einem Gewicht angetrieben wurde (dies gab besseren Gleichlauf als ein Federwerk), bis hin wie nah ein Sänger vor dem Aufnahmetrichter stand.






Diese Filmszene von 1946 zeigt etwas überspitzt eine akustische Aufnahme



Etwas überzogen wird hier sichtbar wie Dynamik, unterschiedliche Lautstärken bei akustischen Aufnahmen bewerkstelligt wurde. Es zählte schlicht die Entfernung der Musiker/Sänger vor dem Trichter.




In dieser Szene von 1937 wird u.a. die erste (akustische) Aufnahme einer Jazzplatte im Jahr 1917 reproduziert.
Nicht nur spielen hier die gleichen Musiker wie 1917, auch der Aufnahmetechniker soll der gleiche wie bei der ersten Plattensitzung der Original Dixieland Jazz Band 1917 sein.


original dixieland jazz band 1st recording remake von bhgbjazzInteressant ist hier u.a. das mit zwei Aufnahmetrichtern gearbeitet wurde.




Hier ein Blick in die noch akustischen VOX Studios in Berlin 1926.
Photos aus Studios mit echten Aufnahmetrichtern sind selten. Die Technik hinter den Aufnahmen war "Firmengeheimnis" - so sind auf vielen Photos Wiedergabetrichter zu sehen. Mann wollte auf den Bildern nicht alle Geheimnisse preisgeben.





Hier ist wohl ein echter Aufnahmetrichter zu sehen. Der Trichter ist mit (Gips?)bändern umwickelt - dies verhindert Eigenresonanzen des Trichters. Andere Firmen bohrten kleine Löcher in den Trichter um Resonanzen zu unterdrücken.

Es wurden häufig mehrere Trichter in unterschiedlichen Größen verwendet um ein ausgewogenes Klangbild auf der Platte zu erzielen.




Hier noch ein seltenes Bild einer Aufnahmeschalldose der (englischen) Columbia 1911



Aus einem Patent der Victor zu eine Aufnahmedose





Es ist gut zu sehen, das sich eine Aufnahme beträchtlich von einer Wiedergabedose unterschied.
Meistens war die Membrane bei Aufnahmedosen aus dünnem Glas.

Diese Aufnahmeschalldosen für Plattenaufnahmen waren ein noch größeres Firmengeheimeis als die Trichter.

Oftmals besaßen die Aufnahmetechniker eigene Dosen, die sie zu den Plattensitzungen mitbrachten - Blicke darauf waren nicht gerne gesehen.
Je nach aufgenommener Musik, kamen unterschiedlich gestimmte Schalldosen zum Einsatz.

Erst das Wissen der Aufnahmetechniker zu den Feinheiten einer Schalldose gwährte eine wirklich gelungene Aufnahme - entsprechend wurden die Techniker von den Plattenfirmen sehr gut bezahlt.

Ihr Wissen über das "Tuning" - die Feinheiten einer Aufnahmedose gwährte eine gelungene Aufnahme; Entsprechend wurden sie entlohnt.




Wir würden uns sehr freuen, wenn sich hier mehr Bilder, alte Fachartikel oder Wissen über das akustische Aufnahmeverfahren einfindet.

Wenn ihr also alte Bilder von dem inneren eines akustischen Aufnahmestudios habt/kennt oder Beschreibungen/erfahren einer solchen Aufnahmesitzung habt, wäre es schön dies hier zu sehen.

Mit dem oben gezeigten wurde wirklich nur an der Oberfläche des akustischen Aufnahmeverfahrens gekratzt - vielleicht können wir hier gemeinsam mehr zusammentragen.

Viele Grüße
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Aristodemo
Sa Jul 28 2012, 09:23
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Aus den Lebenserinnerungen von Frieda Hempel:
"Als ich 1907 an die Berliner Hofoper kam, steckte das Grammophon noch in den Kinderschuhen. Es gab schon die noch heute beskannte Firma ODEON, und für ODEON habe ich meine erste Platte besungen.
Ich erinnere mich nicht mehr, wo sich die Firma damals befand, ich glaube aber, ihre Büros lagen in der Friedrichstrasse, in ihrem südlichen Teil, wo sich ja auch die ersten Filmfirmen ansiedelten.
Ich wurde in ein verhältnismäßig kleines Zimmer geführt. Vor mir stand ein trichterförmiges Horn, in das ich singen sollte.Neben ihm waren Apparaturen, an denen mehrere Männer aufgeregt hantierten. Irgenteiner der Männer knuffte mich in den Rücken, es war das Zeichen, das ich singen sollte, und ich sang. Wenn meine Partitur kräftigere Töne verlangte, zog mich einer der Techniker am Rock, damit ich zurücktrat. Wenn ich piano zu singen hatte, schob er mich mit entsprechender Energie an den Trichter heran. Bei diesem handgreiflichen Verfahren die musikalische Kontinuität zu wahren , viel nicht leicht.Die Aufnahmen mußten sehr oft wiederholt werden, weil die Stimme nicht gleichmäßig war. Und wenn eine Aufnahme wirklich Glückte, dann zerbrach womöglich die Platte.
Besonderen Kummer machte die Begleitung. Noch war es nicht möglich, gleichzeitig mehrere Instrumente oder gar ein Orchester aufzunehmen. Auch die Arie aus "La Traviata" musste ich mit Klavierbegleitung singen. Für Klavier galt ähnliches wie für meine Stimme: Obwohl die Aufnahme an sich geglückt war, stellte sich oft heraus, daß das Klavier zu nahe gestanden hatte. Man musste dann ein anderes Arrangement treffen, und die Aufnahme wiederholen. Dieses Verfahren war oft mehrere Male nötig, bis die Begleitung endlich die richtige Tonstärke hatte. Das erforderte manches Mal viel Zeit und war dann eine harte Geduldsprobe.
Aus Liebe zur Sache ertrug man alles. Meine Stimme nahm sich sehr gut auf, auch meine Aussprache galt als hervorragend verständlich."
Das Bild einer ODEON Aufnahmesitzung von Ihr in Jahre 1908 folgt noch!

[ Bearbeitet Sa Jul 28 2012, 11:59 ]
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Gast
Sa Jul 28 2012, 09:47
Gast
Hallo,

und hier ein Bild einer Aufnahmesitzung mit Frieda Hempel, das bei einigen sicher schon bekannt ist.

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Aristodemo
Sa Jul 28 2012, 11:16
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DANKE, das ist die Aufnahmesitzung bei ODEON im Jahre 1908, es dirigiert Eduard Künneke (!) Hausdirigent der Odeon, nachdem Kark zu PARLOPHON ging.
Der Trichter für die menschliche Stimme besteht aus Kaliko, einem beschichteten Baumwollstoff(vielen vertraut als Bucheinband alter Ausgaben), der Trichter für die Instrumente aus Metall.
Die Mühen des Aufnahmeoperateurs bei der Melchior Aufnahme entsprechen, zumindest bei Wagnertenören, den tatsächlichen Aufnahmebedingungen, und sind nicht übertrieben !
Sänger wie Knothe (Hofoper München) und Schmedes (k. u. k. Hofoper Wien) mit ihren Stentorstimmen mussten einen "Sicherheitsabstand" halten, ihre Organe hätten die Membranen beschädigt.

[ Bearbeitet Sa Jul 28 2012, 12:20 ]
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Willi-H-411
Sa Jul 28 2012, 11:45
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Eine Zeichnung, als noch gerade mal vier Walzen oder Platten gleichzeitig aufgenommen werden konnten:




[ Bearbeitet Fr Mär 02 2018, 13:29 ]
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Musikmeister
Sa Jul 28 2012, 14:07
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2 Bilder aus dem Aufnahmestudio Anfang 1910 mit einem Kinderchor.
Schön auch hier die Bänder zu sehen, die um die Trichter gewickelt wurden.
Auf dem 2.Bild ist links neben dem Chorleiter vielleicht der Aufnahmeleiter Max Hampe zu sehen (nach Bildvergleich schwer zu urteilen).






Hier 2 Bilder aus einer Aufnahmesitzung für eine neue Metropol-Revue im Sommer 1910.
Das Orchester ist vermutlich das Orchester des Palais de Danse. Als Kapellmeister sieht man oberhalb des Trichters Victor Holländer.
Auf dem 1.Bild singen Magda Lessing und Will Bishop.
Das 2.Bild zeigt Fritzi Massary und den leider viel zu früh verstorbenen Josef Giampietro.





[ Bearbeitet Sa Jul 28 2012, 14:07 ]
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Musikmeister
Sa Jul 28 2012, 14:38
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Noch eine Ergänzung aus dem Jahre 1913:

... Von dem Orchester im allgemeinen ist zu sagen, dass diesem Instrumentalkörper besonders schwierige Aufgaben zu erfüllen bestimmt sind. Denn es ist bei dem Spiel in den Trichter und auf die Platte natürlich so vielerlei zu berücksichtigen, an das ein Orchester sonst nicht zu denken braucht. Die Wirkung des Piano und des Fortissimo auf den Aufnahmeapparat, die Verteilung der Klangstärken bei Verbindung von Vokal- und Instrumentalmusik etc. erfordert eine so ausserordentliche Spezialkenntnis, die nicht ohne weiteres ein jeder Dirigent hat, die vielmehr erst in jahrelanger, intensiver Arbeit und Erfahrung gewonnen werden kann. Ebenso nur durch diese Beherrschung aller einschlägigen Fragen ist es erklärlich, wenn selbst jene Instrumente in vollkommener Qualität auf die Platte gebannt und von dieser wiedergegeben werden, die an sich der Aufnahmetechnik mancherlei besondere Schwierigkeiten bereiten. Schliesslich aber werden doch alle diese wie immer gearteten Schwierigkeiten überwunden und das Resultat ist eine gute, edle Musik.

" Denn wo das Strenge mit dem Zarten,
Wo Starkes sich und Mildes paarten,
Da gibt es einen guten Klang."
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SchellackFreak
Sa Jul 28 2012, 14:43

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Noch ein Bild von mir. Zur Vollansicht bitte auf das Bild klicken.




Bruno Seidler-Winkler (rechts außen) mit seinem phonographischen Spezial-Orchester.
Erste Reihe: Stroh-Geiger


Grüße Yannick


[ Bearbeitet Sa Jul 28 2012, 14:47 ]
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Musikmeister
Sa Jul 28 2012, 14:51
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@SchellackFreak: Links neben Seidler-Winkler singt der lettische Tenor Karl Jörn. Die Aufnahme entstand Ende 1910.

[ Bearbeitet Sa Jul 28 2012, 14:52 ]
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Grammophonteam
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Die Sopranistin Estella Mann besingt gleichzeitig 3 Phonographen Walzen, 1898

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Grammophonteam
Do Jul 25 2013, 23:21
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Richard Tauber bei der Odeon (Lindström)


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Aristodemo
Fr Jul 26 2013, 07:41
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Die Bildunterschrift ist nicht richtig.Taubers erste Aufnahmen entstanden am 26.6.1919, alles Soloaufnahmen.
Das Bild entstand im April 1922.
Unter der Leitung von Dr.Carl Besel nimmt R.C. Tauber mit dem Bariton Benno Ziegler drei Duette auf (xxB 6748-6750).
"Strahlt auf mich der Blitz" Barbier v. Sevilla
"Wie das schnattert" Martha
"In dieser feierlichen Stunde" Macht des Geschickes
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Grammophonteam
Mi Nov 27 2013, 19:58
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1916 nahm die Opernsängerin Lina Cavalieri zusammen mit ihrem Ehemann Lucien Muratore für Pathé drei Duette auf.


Schön zu sehen die Walze welche Pathe für Aufnahmen im Studio verwendete, bevor die Master Walze auf Platte umgeschnitten wurde.
Die Lampe über der Walze diente vermutlich dazu das Aufnahmematerial zu erwärmen um dem Schneidestift weniger Widerstand zu leisten. Dies resultierte in besseren Aufnahmen.
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Formiggini
Mo Apr 14 2014, 22:02
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1909

Recording an Opera
Nickel Odeon, Juni 1909


1915, Columbia Records




Edith Lorand im Aufnahmestudio der Odeon 1925


The Talking Machine World, 1925


[ Bearbeitet Mo Apr 14 2014, 22:05 ]
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humoresk
Di Apr 15 2014, 08:12
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Sehr schöne Bilder und Zeitungsausschnitte, Uli, vor allem das Foto mit Edith Lorand - klasse! Danke dafür.

Liebe Grüße

Josef
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Grammophonteam
Do Mai 22 2014, 15:29
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Arthur Nikisch und die Berliner Philharmoniker im Studio der Dt. Grammophon, November 1913
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Formiggini
Fr Jun 06 2014, 23:11
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Formiggini
Sa Jun 07 2014, 21:55
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Im Aufnahmestudio der Pathe, Berlin - 1910


Phonographische Zeitung, 11. Jhg. No. 9, S. 224


Auch hier schön zu sehen die große "Master-Walze" auf welcher die Aufnahme erfolgte. Anschließend wurde bei der Pathe von dieser überdimensionierten Walze im pantographischen Verfahren auf (Tiefenschrift) Platte umgeschnitten. Dabei ließ sich noch die wiederzugebende Lautstärke auf der Platte beeinflussen.
Der Umschnitt von Walze auf Platte erfolgte jedoch nicht in Berlin sondern in Paris.
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Willi-H-411
So Jun 08 2014, 07:20
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Das war ja nicht nur eine musikalische, sondern auch eine akrobatische Leistung. Wenn ich mir den Stuhl des Herrn Klarinettisten im Vordergrund anschaue, bekomme ich doch leichte Gänsehaut. Ein kleiner Wackler und nicht nur die Aufnahme mußte wiederholt werden, man mußte sich wohl auch noch nach einem neuen Klarinettisten umschauen.

VG Willi
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