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Foren > Musik, Tanz, Theater und Tonfilm > Auftrittsorte der Künstler
Haus Vaterland Berlin
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Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
Barnabás
Sa Sep 08 2012, 00:09 Druck Ansicht
Dabei seit: Mi Jul 04 2012, 20:37
Einträge: 658
Hallo Leute,

Ein kleiner Gang durch Berlin?
Vielleicht in Richtung Innenstadt zum „Haus Vaterland“.
Hier ein paar Eindrücke aus der wunderbarsten Stadt der Welt.

Gruß Barnabás

PS: Ergänzungen wären toll




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Grammophonteam
Sa Sep 08 2012, 00:18
Seitenbetreiber

Dabei seit: So Sep 04 2011, 14:54
Wohnort: In den tiefen des Netzes ;)
Einträge: 2085
Aus Wiki:

Das Haus Vaterland war von 1928 bis 1943 ein großer Gaststättenbetrieb und Vergnügungspalast am Potsdamer Platz in Berlin mit rund einer Million Besuchern im Jahr, der als Vorläufer der heutigen Erlebnisgastronomie angesehen werden kann. Nach einem kriegsbedingten Großbrand 1943 wurde in Teilen des Gebäudes ein eingeschränkter Restaurantbetrieb mit mehreren Unterbrechungen fortgeführt und schließlich im Juni 1953 endgültig eingestellt.

In den Gasträumen am Potsdamer Platz gab es eine Vielzahl von unterschiedlichen Themenrestaurants, die von einer zentralen Küche versorgt wurden: Rheinterrasse, Löwenbräu (bayerisches Bierrestaurant), Grinzing (Wiener Café und Weinstube), Türkisches Café, Spanische Bodega, Czardas, Japanische Teestube, Bremer Kombüse, Wild-West-Bar (Arizona-Bar; später als Kolonialstube bezeichnet), Osteria (italienische Spezialitäten), Teltower Rübchen sowie der Palmensaal (Tanzlokal, Gestaltung: Ernst Stern und Josef Thorak). Hier gab es neben landesüblichen Speisen und Getränken auch diverse musikalische und künstlerische Veranstaltungen, Vorführungen und Varietéprogramme.


Im Palmensaal/Palmengarten des Haus Vaterland drehte die UFA für den deutschen Tonfilm "Einbrecher" 1930 eine bemerkenswerte Szene mit der Band des amerikanischen Jazzmusikers Sidney Bechet:



Bechet spielte 1930 mit seinen New Yorkers täglich im Haus Vaterland, was man hier sieht sind keine im Studio nachgestellten Aufbauten sondern die Räumlichkeiten des Palmengartens.

Ebenfalls aus Wiki dieses Bild des Haus Vaterland:



[ Bearbeitet So Jul 28 2013, 21:11 ]
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Grammophonteam
Sa Sep 08 2012, 01:17
Seitenbetreiber

Dabei seit: So Sep 04 2011, 14:54
Wohnort: In den tiefen des Netzes ;)
Einträge: 2085
Gast hatte bereits in dem Eintrag Im Haus Vaterland spielt... Will Glahe ! Link - Hier klicken das Haus Vaterland präsentiert.

Hier die das Haus Vaterland betreffenden Stellen:





In den 30er und 40er Jahren spielte das Orchester Will Glahe oft in dem berühmten Haus Vaterland, Potsdamer Platz, Berlin.


(Will Glahe mit Orchester spielt im Haus Vaterland, 1936)

Will Glahe wurde 1902 in Elberfeld geboren und begann schon Anfang der 30er Jahre seine Laufbahn als Pianist im Orchester Dajos Bela.Bald folgte ein Vertrag bei der Electrola unter eigenem Namen. Glahe spezialisierte sich auf das Akkordeon und wurde in der Zeit von 1933/34 bis 1945 so etwas wie das "Hausorchester" bei Electrola.



Sein Repertoire reichte von Akkordeon-Solistik, bis hin zu gepflegtem, großen Tanzorchester, wie auf der Aufnahme "Schwingede Rhythmen" (1939)



Das Haus Vaterland wurde 1911/12 erbaut und zunächst als "Haus Potsdam" eröffnet und war DIE Attraktion für Berlin Besucher, mit vielen technischen Raffinessen, Kino, vielen Themenlokalen etc.
Bereits 1943 wurde der hintere Teil des Hauses schwer beschädigt.Teilweise war aber noch Gastronomie bis in die Nachkriegsjahre möglich (im Rundbau / Cafe Vaterland).
Beim Volksaufstand 1953 beendete jedoch ein schlimmer Brand jedes weitere Leben in dem beschädigten Haus.
So stand es bis in die 70er Jahre als Ruine und immer noch als Touristenattraktion einsam auf dem Potsdamer Platz....





(Blick in die Ruine des ehemaligen Cafe Vaterlands im Ergeschoß)

Der Senat Berlins entschloß sich trotz einiger Eingaben und einem Gutachten über die noch brauchbare Bausubstanz der Ruine 1976 zum Abbruch dieses alten Stück Berlins, welches über Jahrzehnte das Gesicht des Potsdamer Platzes prägte.

Die Ruine kenne ich noch aus eigenem Erleben, ich war in den 70er Jahren mehrmals dort. Außer diesem Riesenkoloss war noch noch das Weinhaus Huth auf dem leeren Potsdamer Platz.

Die Ruine wechselte auch die Seiten, wurde von OstBerlin nach WestBerlin getauscht. Zeitweise lag sie im damals sogenannten "Niemandsland".

Leider war es zu Zeiten des Abbruchs 1976 völlig unvorstellbar, daß hier mal wieder eine kulturelle Mitte Berlins sein würde. Der Potsdamer Platz war durch die Maueranlagen nichts weiter als ein großer, öder Platz.

Noch eine kleine, seltsame Geschichte dazu !

Bis zum Abbruch des Hauses waren im größerem Umfeld kleine Programmzettel von 1943 zu finden.

An irgendeiner unzugänglichen Stelle der Ruine müssen immer noch größere Mengen dieser Zettel gelegen haben. Bei sehr starkem Wind wurden immer wieder welche davon ins Umland geweht.

Beinahe wie ein Hilferuf des Hauses aus seinen besseren Jahren...

(Im Internet gibt es auch Fotos, auf denen diese Zettel auf einer Grünfläche am Potsdamer Platz liegen, Foto aus den 70er Jahren. Also keine schöne Lügengeschichte ;-)

Gruß, Nils
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Musikmeister
Sa Sep 08 2012, 09:52
Autor
Dabei seit: So Aug 21 2011, 21:23
Wohnort: Hamburg
Einträge: 947
das zerstörte "Haus Vaterland" nach dem 2.Weltkrieg

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Barnabás
Fr Sep 14 2012, 23:51
Dabei seit: Mi Jul 04 2012, 20:37
Einträge: 658
Hallo Leute,

hier eine Festschrift aus dem Jahr 1938!

Zehn Jahre Haus Vaterland.
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SchellackFreak
Sa Okt 13 2012, 15:52
SchellackFreak

Dabei seit: Mi Sep 16 2009, 22:06
Einträge: 481
Werbung für Haus Vaterland 1939, aus dem Almanach Band II





Gruß Yannick
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Webseite
gramofan
Do Feb 14 2013, 17:53
Dabei seit: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Einträge: 921
Nachfolgend noch mal 2 Bilder von außen, wegen der Reklame für die dort spielenden Orchester.





[ Bearbeitet Do Aug 01 2013, 18:28 ]
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Webseite
gramofan
Do Feb 14 2013, 17:57
Dabei seit: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Einträge: 921
... und nun zur Innenansicht. Zunächst mal (die sicher geschönten) Zeichnungen aus einem Hausprospekt der Zwanziger Jahre. Danach noch ein paar Fotos, die einen realistischeren Eindruck geben.























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gramofan
Do Feb 14 2013, 18:01
Dabei seit: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Einträge: 921
Zu guter Letzt noch ein paar Impressionen vom Programm (die ersten beiden Hefte von 1931, dann zweimal 1933 und der Rest 1937


















[ Bearbeitet Do Aug 01 2013, 18:29 ]
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gramofan
Do Feb 14 2013, 18:02
Dabei seit: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Einträge: 921
... und noch ein kleines Souvenir, das die Zeiten überdauert hat (ca. 3 cm hoch, die Kuppel lässt sich abnehmen, innen hohl, was da wohl mal drin war?)
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gramofan
Di Feb 19 2013, 19:12
Dabei seit: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Einträge: 921
... Einen hab ich noch: Blick in den Palmensaal (den Ballsaal) des Hauses Vaterland (wohl 20er Jahre).

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SchellackFreak
Do Aug 01 2013, 15:46
SchellackFreak

Dabei seit: Mi Sep 16 2009, 22:06
Einträge: 481
Noch zwei Postkarten zum Haus Vaterland





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Rundfunkonkel
Do Aug 01 2013, 16:52
Dabei seit: So Jul 03 2011, 16:48
Wohnort: Umkreis Köln
Einträge: 1080
Wäre es möglich, einen heutigen Blick zu fabrizieren, so wie ihn die letzte Postkarte zeigt?
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snookerbee
Do Aug 01 2013, 17:41
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1757

Das ist zwar nicht ganz die Position des letzten Bildes, aber man kann den Standplatz des Haus Vaterland gut lokalisieren.

Inhalt, Bild oder Datei nur fuer angemeldete Mitglieder
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gramofan
Do Aug 01 2013, 18:32
Dabei seit: Sa Okt 01 2011, 20:32
Wohnort: bei Berlin
Einträge: 921
Das Grundstück ist derzeit unbebaut und schon länger von einem Bauzaun umgeben.
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snookerbee
Do Aug 01 2013, 18:49
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1757
Inhalt, Bild oder Datei nur fuer angemeldete Mitglieder
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SchellackFreak
So Aug 24 2014, 12:05
SchellackFreak

Dabei seit: Mi Sep 16 2009, 22:06
Einträge: 481
Werbeprospekt des Haus Vaterland circa Winter 1930 / Anfang 1931

Inhalt:
- Grinzing
- Löwenbräu
- Die Rheinterrasse 
- Wild-West-Bar
- Spanische Bodega, Osteria (italienische Spezialitäten), Türkisches Café
- Zentralküche / Kaffee Vaterland
- Palmensaal - Revue Programm, Tanz-Tee




















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Formiggini
Mo Aug 25 2014, 00:14
Seitenbetreiber

Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1759
Der hier genannte Hermann Feiner für die künstlerische Gesamtleitung

dürfte manchen bekannt sein. Als Refrainsänger nahm er einige, wenige Platten auf (u.a. Großmama laß dir die Haare schneiden - Dajos Bela), er war Spielleiter bei den Haller-Revuen und stellvertretender Direktor am Theater im Admiralspalast. In frühen Tonfilmen hatte er auch Regie-Assistent. 1934 emigrierte er nach Wien, später in die Niederlande. Hier wurde er 1944 interniert und kurz danach in Auschwitz umgebracht.

Das Revue-Programm als solches ist hochinteressant! Insgesamt hinterlässt das gesamte Genheft einen Eindruck: Im Haus Vaterland konnte man Tage verbringen ohne es verlassen zu müssen (Den entsprechenden Geldbeutel vorausgesetzt)...

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jitterbug
Mo Aug 25 2014, 11:23
Dabei seit: Mi Mär 27 2013, 16:49
Wohnort: Berlin
Einträge: 383
snookerbee und gramofan:

Eure Zuordnung ist leider nicht ganz richtig: Der Neubau soll mit der Abrundung eine Hommage an das alte Haus Vaterland darstellen; er befindet sich ganau an der Stelle, auf der damals der Kempinski-Betrieb stand. Östlich des U-Bahn-Tunnels an der Ecke Köthener Straße angesiedelt, bildete das Haus Vaterland den Abschluss des Potsdamer Platzes neben der U-Bahn-Rampe und vor der Köthener Straße.

Das von Euch irrtümlich als Standort bezeichnete Grundstück ist viel zu klein und wurde in den 70er/80er Jahren als Autowerkstatt ("Schrottverwertung") benutzt.

Heute ist die U-Bahn überbaut, das Gebäude vergrößert in Richtung des ehemaligen Potsdamer Bahnhofs erweitert worden. Dafür wurden massive Eisenträger über den U-Bahntunnel gelegt, die das Fundament tragen.

Als die Baugrube Anfang der 90er Jahre ausgehoben wurde, waren die Fundamente des haus Vaterland freigelegt worden: In der Rundung zur Stresemannstraße (vormals Königgraetzer-, bzw. Saarlandstraße) waren im Kellergeschoss die Toiletten freigelegt worden, es hingen in der Rundung sogar noch intakte Pinkelbecken.

Das Problem, weshalb das Haus Vaterland jahrzehntelang nicht genutzt werden konnte, ist komplexer, als ein nur Nicht-Interesse von Seiten des Senats: Das Bahngelände des Potsdamer Bahnhofs erstreckte sich bis 1975 bis an den östlichen (!) Bürgersteig der Köthener Straße, so dass das Bahnhofsgelände inklusive der kriegsbeschädigten Ruine quasi unerreichbar auf dem Niemandsland des Todesstreifen lag.

Die Köthener Straße war bis 1975 nicht befahrbar, die Einmündung an der Stresemannstraße abgeschnitten, da auch die Stresemannstraße bis zur Dessauer Straße Todesstreifen (Ost) war. Der Knick in die Niederkirchnerstraße erste machte die Stresenmannstraße wieder zu Westberlin.

Als über einen Gebietstausch das alte Bahngelände an Westberlin fiel, gab es tatsächlich keine Verwendung für das Gebäude, das noch immer quasi unerreichbar em "Ende der Welt" lag. Leider wurde es für den Bau der Entlastungsstraße geopfert, genau wie das late Vox-Haus (aus heutiger Sicht ein Frevel!).

Diese Entlatungsstraße brachte die nördlichste Querverbindung von Kreuzberg nach Tiergarten zur City West: Als Verlängerung der Bernburger Straße führte sie am als Studentenheim genutzten "Bellevue-Tower" (inzwischen abgerissen) vorbei in Richtig Philharmonie, Kemperplatz.

Das gesamte Gelände war eine Brache, die von der Berliner Mauer durchschnitten auch verkehrstechnisch nicht erreichbar war. All dies erscheint heute nicht mehr vorstellbar, für mich als gebürtiger Westberliner war es absurder Alltag. Sehr häufig war ich in dieser Ecke, da dort gleiuch nach Abriss des Haus Vaterland das "Tempodrom" mit einem Trödelmarkt entstand.

Das gezeigte Photo zeigt die momentane Situation (aus dem Internet), auf der linken Straßenseite (oberhalb des neuen Rundbaus an Stelle des Haus Vaterland) ist das alte Europahaus erkennbar, die begrünte Parkplatzanlage entlang der Stresemannstraße war die Stelle, wo sich der Pavillon und Palmengarten des Europahauses befanden.




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