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Foren > Schellackplatten > Diskussionskreis Schellackplatten > Aufnahmejahr/Herkunft
Einseitige Odeon ohne Matritzennummer...
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Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
Dirk
So Mai 15 2016, 20:08 Druck Ansicht
Dabei seit: So Mai 15 2016, 13:25
Einträge: 26
Moin,

Ich habe da eine Odeon-Platte, mit der ich nicht weiterkomme: Sie ist nur einseitig bespielt (Opernarie einer Sopranistin). Auf der Rückseite ist erhaben das Firmenlogo. Im Schellack ist nur ein handschriftliches "prv No. 8" und "HL I." eingeprägt, aber keine Matritzennummer oder sonstwas. Das Label ist wohl mal nass geworden und nur noch beige-rosa ohne irgendwelche Anhaltspunkte auf den Original-Aufdruck. Nur ein kurzer handschriftliche Bleistift-Vermerk ist zu lesen. Was das heißt, weiß weder meine über 80-jährige Mutter noch Jemand der jüngeren Generation... Was noch besonders ist: Sie hat einen erhöhten Wulst innen und außen, aber keine Einlauf- noch Auslaufrille!
Meine Fragen nun: Wer weiß was über Alter, Titel und Sängerin? Tante Google war nicht wirklich hilfreich; ich vermute irgendwas um 1910-1920...

Wäre schön, wenn einer von Euch die schwarze Platte etwas erhellen könnte...;-)

Viele Grüße, Dirk









[ Bearbeitet So Mai 15 2016, 20:10 ]
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Starkton
So Mai 15 2016, 20:18
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Auf dem Label steht "Mignon" und "Priv No. 8". Es ist also eine Privataufnahme mit einer Arie aus der Oper Mignon.

"Prv No. 8" ist auch im Spiegel, d.h. auf der Platte, eingeritzt. Es folgt "HL I.". Das dürfte das Zeichen vom Toningenieur Heinrich Lampe sein, der die Aufnahme gemacht hat.

Ich sammle klassische Tonaufnahmen. Wenn die Sängerin gut ist würde mich die Platte interessieren.

Nachtrag: Die Platte dürfte aus den frühen(?) 20er Jahren sein.

[ Bearbeitet So Mai 15 2016, 20:24 ]
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Formiggini
So Mai 15 2016, 20:50


Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1758
Etwas verwirrend. Laut der Matrix Block Übersicht bei Hr. Lotz Link - Hier klicken begann die prv-Serie (Private) 1932. Diese Platte zeigt aber Merkmale der akustischen Aufnahmezeit. In den Aufnahmebüchern fand ich, bis jetzt, nur beginnend ab prv98 (1934). Vielleicht "verstecken" sich die vorherigen Aufnahmen noch irgendwo dazwischen...

Grüße
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Webseite
Dirk
So Mai 15 2016, 20:55
Dabei seit: So Mai 15 2016, 13:25
Einträge: 26
Jetzt bin ich aber platt über die schnelle und präzise Antwort!
Die Qualität ist mittelprächtig: leise im Ton, nur leichtes Rauschen, aber trotzdem kaum zu verstehen. Was aber wohl am Operngesang und nicht an der Platte liegt... ;-)

Danke und Gruß, Dirk

Nachtrag: Ist eine 30er

[ Bearbeitet So Mai 15 2016, 21:04 ]
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Dirk
So Mai 15 2016, 21:17
Dabei seit: So Mai 15 2016, 13:25
Einträge: 26
Es wird langsam ein Schuh daraus (ich habe eben noch mal nachgeschaut):
In dem Jugendstil-Album, wo die Platte drin ist, sind u.a. noch zwei weitere Platten: Grammophon von 1911, einseitig, Opernarien von Frieda Hempel. "Arie der Rosine, 1. Teil (aus der Barbier von Sevilla)" und - wenn das jetzt noch Zufall ist: "Mignon (Thomas) - Polonaise"...
Dann könnte die unbekannte Sängerin auch Frieda Hempel sein...?
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Starkton
So Mai 15 2016, 21:30
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Na dann hör' mal genau hin.

Ich halte es aber für sehr unwahrscheinlich, obwohl Hempel auch für Odeon gesungen hat. Jedoch nicht die Polonaise. Hempel Platten wurden sehr gut verkauft. Es wundert mich nicht, dass Du gerade von dieser Künstlerin Aufnahmen gefunden hast.
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Dirk
So Mai 15 2016, 21:48
Dabei seit: So Mai 15 2016, 13:25
Einträge: 26
Die beiden "Grammophon"-Platten mit Frieda Hempel sind eindeutig, da die Label und die Platten an sich in guten Zustand sind. Die Datierung konnte ich mit Hilfe eines Links hier im Forum auch auf´s Jahr genau bestimmen.
Über den Toningenieur konnte ich (noch) nichts weiteres rausbekommen, aber über die Sängerin:

Aus den Lebenserinnerungen von Frieda Hempel:
"Als ich 1907 an die Berliner Hofoper kam, steckte das Grammophon noch in den Kinderschuhen. Es gab schon die noch heute bekannte Firma ODEON, und für ODEON habe ich meine erste Platte besungen.
Ich erinnere mich nicht mehr, wo sich die Firma damals befand, ich glaube aber, ihre Büros lagen in der Friedrichstrasse, in ihrem südlichen Teil, wo sich ja auch die ersten Filmfirmen ansiedelten.
Ich wurde in ein verhältnismäßig kleines Zimmer geführt. Vor mir stand ein trichterförmiges Horn, in das ich singen sollte.Neben ihm waren Apparaturen, an denen mehrere Männer aufgeregt hantierten. Irgendeiner der Männer knuffte mich in den Rücken, es war das Zeichen, das ich singen sollte, und ich sang. Wenn meine Partitur kräftigere Töne verlangte, zog mich einer der Techniker am Rock, damit ich zurücktrat. Wenn ich piano zu singen hatte, schob er mich mit entsprechender Energie an den Trichter heran. Bei diesem handgreiflichen Verfahren die musikalische Kontinuität zu wahren , viel nicht leicht.Die Aufnahmen mußten sehr oft wiederholt werden, weil die Stimme nicht gleichmäßig war. Und wenn eine Aufnahme wirklich Glückte, dann zerbrach womöglich die Platte.
Besonderen Kummer machte die Begleitung. Noch war es nicht möglich, gleichzeitig mehrere Instrumente oder gar ein Orchester aufzunehmen. Auch die Arie aus "La Traviata" musste ich mit Klavierbegleitung singen. Für Klavier galt ähnliches wie für meine Stimme: Obwohl die Aufnahme an sich geglückt war, stellte sich oft heraus, daß das Klavier zu nahe gestanden hatte. Man musste dann ein anderes Arrangement treffen, und die Aufnahme wiederholen. Dieses Verfahren war oft mehrere Male nötig, bis die Begleitung endlich die richtige Tonstärke hatte. Das erforderte manches Mal viel Zeit und war dann eine harte Geduldsprobe.
Aus Liebe zur Sache ertrug man alles. Meine Stimme nahm sich sehr gut auf, auch meine Aussprache galt als hervorragend verständlich."

(gefunden hier im Forum)

Um den Gedanken weiterzuspinnen (ich mag gerne Spekulatius...), wenn der Toningenieur Heinrich Lampe von 1907 bis 1911 bei Odeon in Berlin gearbeitet haben sollte, würde das sehr gut ins Puzzle passen!

Ich forsche weiter... ;-)

Edith: Rechtschreib- und Sinnfehler

[ Bearbeitet So Mai 15 2016, 21:59 ]
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Starkton
So Mai 15 2016, 21:56
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Lampe war in den 20er Jahren Toningenieur bei Odeon: Link - Hier klicken
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Dirk
So Mai 15 2016, 21:56
Dabei seit: So Mai 15 2016, 13:25
Einträge: 26
Nachtrag:


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Dirk
So Mai 15 2016, 22:09
Dabei seit: So Mai 15 2016, 13:25
Einträge: 26
Starkton schrieb ...

Na dann hör' mal genau hin.

Ich halte es aber für sehr unwahrscheinlich, obwohl Hempel auch für Odeon gesungen hat. Jedoch nicht die Polonaise. Hempel Platten wurden sehr gut verkauft. Es wundert mich nicht, dass Du gerade von dieser Künstlerin Aufnahmen gefunden hast.


Hallo Starkton,

erstmal Danke für Deine tatkräftige Unterstützung!
Nicht, daß wir uns mißverstehen: Ich stelle die These auf, daß es auf der Odeon-Platte die Hempel sein könnte, aber ich kann nicht raushören, ob es (auch) die Polonaise ist. Es ist ja durchaus wahrscheinlich, daß es sich um eine andere Arie aus der selben Oper handelt.

Gruß, Dirk
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Charleston1966
So Mai 15 2016, 22:20
Dabei seit: Mo Nov 12 2012, 11:19
Wohnort: Im Schwabenländle
Einträge: 393
Hallo Dirk,
erstmal ein herzliches Willkommen auch von mir, ein Vergleich mit Deiner Odeon Privataufnahme mit einer offiziellen Hempel Platte wäre interessant. Kannst du sie mal aufnehmen?

LG Karlheinz
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Dirk
So Mai 15 2016, 22:23
Dabei seit: So Mai 15 2016, 13:25
Einträge: 26
Zitat über Frieda Hempel aus Operissimo.com:
Zahlreiche schöne Aufnahmen auf Odeon (die frühesten Aufnahmen bereits von 1906 aus Schwerin), HMV (seit 1911, darunter eine erste Serie aus Berlin und London, eine zweite von 1924 aus London; zwei elektrische Aufnahmen von 1935 aus Berlin), Victor (in den USA aufgenommen), Polydor (1923), Edison-Platten (akustische Aufnahmen von 1917, zwei elektrisch aufgeommene Titel von 1928).

Ich bin mir bewusst, daß ich mit Frieda Hempel auf meiner Odeon-Platte durchaus gewaltig auf dem Holzweg sein kann, aber es wäre ja zu schön, solch ein seltenes Frühwerk von Frieda Hempel zu besitzen... ;-)
Nicht mißverstehen: Sollte sich die wahre Identität der Platte aufklären können, wäre ich sehr glücklich! Auch wenn´s in eine ganz andere Richtung gehen sollte...
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Starkton
So Mai 15 2016, 22:23
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Frieda Hempel hat nur bis 1913 für Odeon gesungen. Unter den veröffentlichten Platten für Odeon war keine Arie aus Mignon. Stelle doch die Privataufnahme in unseren Sender ein. Vielleicht erkennt jemand die Stimme.
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Dirk
So Mai 15 2016, 22:55
Dabei seit: So Mai 15 2016, 13:25
Einträge: 26
Hmm..., hab´s gerade mal probiert: Mein Händy macht nur .wav-Dateien... Bin jetzt aber auch nicht so der Audio-Freak. Evtl. mach ich es über Youtube, wenn das da funktionobelt und stelle dann den Link hier rein. Die Platten sind ja schon etwas älter, sodaß es mit dem Urheberrecht kein Problem geben sollte. Oder doch?
Wenn einer von Euch mir kurz und knackig erzählen kann, wie das mit mp3 hier ins Forum reingeht, wäre ich dankbar! Gerne auch per PN, bevor das hier noch Mecker vom Admin gibt wegen Off-Topic.

Gruß, Dirk
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snookerbee
So Mai 15 2016, 23:16
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1786
Heinrich Lampe hat ab 1920 für Odeon regelmäßig als Aufnahmeingenieur gewirkt.

Link - Hier klicken
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Dirk
So Mai 15 2016, 23:25
Dabei seit: So Mai 15 2016, 13:25
Einträge: 26
Das passt dann ja zu Starktons Aussage, daß es sich wohl nicht um Frieda Hempel handeln wird; höchstens theoretisch ein Spätwerk. Aber auch das wäre unwahrscheinlich, da sie nach 1914 nur selten in Deutschland war...
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Konezni
Mo Mai 16 2016, 00:41
Dabei seit: Do Aug 20 2015, 18:23
Wohnort: Berlin
Einträge: 171
Lotz irrt, wenn er schreibt, "Prv" begänne 1932. Prv 60 & 61 wurden ebenfalls noch "akustisch" aufgenommen und stammen ergo spätestens von 1927. Das ist jedenfalls das letzte Jahr, in dem Lindström noch das Studio mit dem Trichter benutzte.
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Dirk
Mo Mai 16 2016, 11:33
Dabei seit: So Mai 15 2016, 13:25
Einträge: 26
Moin.

So, jetzt habe ich es geschafft, das Stück an den Sender zu schicken:
Link - Hier klicken

Mal schauen, wer von Euch dies schon mal gehört hat... ;-)

Gruß, Dirk

[ Bearbeitet Mo Mai 16 2016, 11:54 ]
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Konezni
Mo Mai 16 2016, 13:25
Dabei seit: Do Aug 20 2015, 18:23
Wohnort: Berlin
Einträge: 171
Das ist die Arie der Titania "Je suis Titania la blonde", deutsch gesungen als "Titania ist herabgestiegen" (die andere Möglichkeit wäre "Connais-tu le pays" / "Kennst du das Land" gewesen) von einer recht fähigen Sängerin, aber keinesfalls handelt sich's um Hempel. Ungewöhnlich ist die Orchesterbegleitung; für Privataufnahmen reichte gemeinhin ein Klavier aus...
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