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Foren > Schellackplatten > Diskussionskreis Schellackplatten > Aufnahmejahr/Herkunft
Einseitige Odeon ohne Matritzennummer...
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Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
Dirk
Di Mai 17 2016, 17:09
Dabei seit: So Mai 15 2016, 13:25
Einträge: 26
Dann fasse ich die Erkenntnisse mal zusammen:
Oper: Mignon
Arie: Titania ist herabgestiegen
Sängerin: ?
Aufnahmeingenieur: Heinrich Lampe
Aufnahmedatum: 1920-1927
Aufnahmeart: akustisch
Hersteller: Odeon
Matrizennummer: prv 8

Ich muß schon sagen, innerhalb kurzer Zeit sind das eine Menge Informationen, die Ihr aus einer schwarzen Scheibe mit einer Rille und ein wenig Bleistiftgekritzel rausbekommen habt!

Da dies ja eine "Privat"-Aufnahme ist, kann es vielleicht sein, daß der H. Lampe vielleicht absichtlich irgendein beschriftetes Label abgerieben hat, um selber mit Bleistift "seine" Beschriftung einzutragen?
Ist diese Platte ein Einzelstück oder maximal eine aus einer Kleinstserie für sich, die Künstlerin und die Firma und vielleicht ein paar Bekannte? Dann würde es Sinn machen, wenn es kein extra gedrucktes Label gibt. "Copy-Shop" gab es wohl damals noch nicht... Oder was verbirgt sich allgemein hinter den "Privat"-Aufnahmen?

Gruß, Dirk
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Starkton
Di Mai 17 2016, 20:18
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Privataufnahme heißt, dass die Sängerin einen bestimmten Betrag an Odeon bezahlt hat. Sie mietete damit das Aufnahmestudio, den Toningenieur und das Orchester. Außerdem musste sie Odeon eine bestimmte Anzahl, z.B. 10 Stück, der fertig gepressten Schallplatte abkaufen. Privataufnahmen hatten immer ein neutrales Etikett zum selbst beschriften.

Ich habe einige Privataufnahmen der Deutschen Grammophon A.G. aus der Zeit um und vor 1910. Damals kostete der Spaß der eigenen Schallplatte etwa 150 Mark, das Monatseinkommen eines Industriearbeiters.

Damit nicht zu verwechseln sind Testaufnahmen, welche die Plattenfirma selbst beauftragte und bezahlte.

[ Bearbeitet Di Mai 17 2016, 20:22 ]
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Charleston1966
Do Mai 19 2016, 09:43
Dabei seit: Mo Nov 12 2012, 11:19
Wohnort: Im Schwabenländle
Einträge: 393
Im Aufnahmebuch "Odeon 1923 - 40" finden sich auf PDF Seite 14 und 15 Sonderbare Nummern neben den eigentlichen Aufnahmenummern. Nr 8 ist natürlich nicht dabei, könnte es sich dabei um frühe Privataufnahmen handeln die aber auch veröffentlicht worden sind, evtl. sind zwei Matritzen gezogen worden eine für Privat, die andere für die Veröffentlichung? Da wäre nämlich eine Frau Maria Gerhart, Sopran an der Staatsoper Wien mit Philharmonischem Orchester, im Jahr 1924. Kann sich das mal bitte jemand anschauen? Vielleicht liege ich ja aber auch völlig daneben.

LG Karlheinz
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Formiggini
Do Mai 19 2016, 10:35


Dabei seit: Di Dez 28 2010, 19:20
Einträge: 1759
Wäre vorstellbar: Die Künstler(in) erhielt unveröffentlichte Probeaufnahmen aus einer (der) regulären Aufnahmesitzung als Privataufnahme.







Vergleicht man die Überspielung im Sender mit einer regulär veröffentlichten Aufnahme von Maria Gerhart, könnte es sich tatsächlich um die Sängerin handeln. Jedoch ist, zugegebenermaßen, mein Ohr nicht ausreichend auf diese schönen Stimmen geschult...

.

Grüße
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Webseite
Konezni
Do Mai 19 2016, 16:07
Dabei seit: Do Aug 20 2015, 18:23
Wohnort: Berlin
Einträge: 163
Das wär' zu schön gewesen, aber es ist leider nicht Maria Gerhart. Die im Aufnahmebuch verzeichneten zweistelligen Ziffern sind nur die in Wien bei der Aufnahme vergebenen vorläufigen Nummern, die dann später in die laufende xxB-Zählung eingeordnet wurden.
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kr103
Mo Jul 22 2019, 13:44
Dabei seit: So Jul 03 2011, 11:55
Einträge: 11
Hallo,
ich werde mal versuchen, dem alten Thread ein bisschen Leben einzuhauchen, da kürzlich (man glaubt es nicht!) ein zweites Exemplar der Platte via USA bei mir gelandet ist. In diesem Fall ist das Label etwas mitteilsamer (siehe Bild), aber gibt weitere Rätsel auf: Eine Sängerin "Ada Pellny" gab es definitiv nicht. Ich versuche aber mal, hier etwas einzukreisen. Zunächst mal würde ich die Aufnahme eher auf die frühen 20er, wenn nicht sogar noch davor schieben, denn die Aufnahme läuft (in Berliner 435Hz-Stimmung und Original-Tonart) mit 70 Umdrehungen. So passt die Arie ohne Kürzungen drauf, aber eine so langsame Geschwindigkeit kenne ich eigentlich bei Oden - bislang - von spätakustischen Aufnahmen nicht. So hört man dann auch, dass es eine wirklich gute Sängerin der altdeutschen/"pseudo-instrumentalen" Schule ist: Zumindest die beste deutsche Version der Arie, die ich in der Sammlung habe. Warum ist eine Sängerin dieser Qualität weder in den Bühnenjahrbüchern, noch Konzertkalendern und Adressbüchern zu finden? Meine Theorie: Jemand hat sich verhört und den Namen aus dem Gedächtnis falsch notiert oder auf diese Platte geschrieben, und die Sängerin ist Olga Pewny (1872-?)! Die stammte aus Ungarn, da ist mit den dunklen "a"s und liquiden "l"s so ein Versehen schnell passiert. Zum Zeitpunkt der Aufnahme wäre sie zwischen Ende 40 und Anfang 50 gewesen - kein Problem für eine gut geschulte Stimme, vor allem, da sie sich 1904 von der Opernbühne zurückgezogen hatte. Geld für eine Orchester-Aufnahme zu privaten Zwecken wäre sicher auch genug im Haus gewesen, und in ihr Rollenbild, das neben einigen lyrischeren Wagner-Partien auch Rollen mit einigen Koloratur-Anforderungen umfasste, passt der Titel allemal. [Ironie an] Nun vergleichen wir alle mal mit unseren zahlreichen Pewny-Aufnahmen, ob das hinkommt! [Ironie aus] Ich habe leider nur einen Vergleichstitel, der sowohl vom Repertoire als auch von der Technik her nix taugt (Breslau 1904 halt), aber gewisse Ähnlichkeiten in der Stimmproduktion sehe ich schon. Oder hatte sie vielleicht eine Tochter namens Ada, die sie privat unterrichtet hat? Als Pädagogin war Olga Pewny ja in Breslau durchaus eine Nummer. Also, falls es wirklich so ist: Herzlichen Glückwunsch zu einer Riesen-Rarität!

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Polyfar41
Mo Jul 22 2019, 16:32
Dabei seit: Fr Feb 24 2017, 11:27
Wohnort: Frankfurt am Main
Einträge: 56
Ich habe mal in eine andere Richtung ermittelt, der Name ist selten, vielleicht ist das hier die gesuchte Person:
Eine Frau namens Ada Pellny hat es in Deutschland gegeben. Sie war 1928 in Wentorf-Reinbek bei Hamburg im Billeweg gemeldet.
Am 21.Juli 1928 trat sie eine Schiffsreise aus dem Bremer Freihafen mit Ziel Callao (das ist der Hafen der Hauptstadt Lima) in Peru an. Mindestens eine weitere Schiffsreise nach Liverpool ist nachgewiesen, also muß sie vermögend gewesen sein, auch wenn sie für das Schiffsticket als Beruf lediglich "Hausfrau" angegeben hat. Da wäre es schon finanziell möglich gewesen, eine Privataufnahme anfertigen zu lassen.
Nicht jede/r Sängerin/Sänger hatte ja immer das Glück, einen Plattenvertrag zu bekommen.
Für eine berufliche Tätigkeit als Sängerin habe ich allerdings kein einziges Indiz gefunden, vielleicht hat sie - obwohl talentiert - den Weg auf die Bühne nicht gefunden.

Ihre Registrierungsdaten für die Schiffsreise:
Name: Ada Pellny
Geschlecht: Weiblich
Nationalität: Deutsch
Zivilstand: verheiratet
Alter bei der Abreise: 43
Geburts­jahr: ca. 1885
Jahr des Wohnortes: 1928
Wohnort: Wentorf-Reinbek
Datum der Abreise: 21. Jul 1928
Abreiseort: Bremen, Freihafen
Zielort: Callao, Peru
Ankunftsort: Callao, PE
Herkunft: Preussen
Beruf: Hausfrau
Schiff: Wido
Schifffahrts­gesellschaft: Nordd. Lloyd, Bremen
Passagiernummer: 2

Datenquellen:
1. Hamburger Adreßbuch 1928: Einwohnerverzeichnis der Gemeinden Reinbek, Wohltorf, Aumühle einschl. Sachsenwald-Hofriede, Friedrichsruh und Wentorf, Seite 79
2. Ancestry.com: Bremen, Germany, Passenger List Index 1907-1939
3. Ancestry.com: UK, Incoming Passenger Lists 1878-1960
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DGAG
Mo Jul 22 2019, 20:57
Dabei seit: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Einträge: 279
kr103 schrieb ...

da kürzlich (man glaubt es nicht!) ein zweites Exemplar der Platte via USA bei mir gelandet ist.

Ist es das Exemplar aus der vorletzten Holdridge-Auktion? Ich habe drauf geboten, die Platte aber nicht bekommen. Holdridge hat die Aufnahme auf "probably ... 1915 - 1921" datiert. Der Außenrand war bei diesem Exemplar nicht abgeschliffen. Auf dem unbedruckten weißen Label stand handschriftlich der Name der Sängerin und die Nummer der Privatpressung.

kr103 schrieb ...

Eine Sängerin "Ada Pellny" gab es definitiv nicht.

Doch! Laut dem Neuen Theater Almanach war Ada Pellny in der Spielzeit 1913/14 in Lübeck am Neuen Stadttheater als Opernsängerin engagiert. Sie wohnte in der Sandstraße 10.

Zur obigen Information ihrer Abreise nach Peru passt, dass Pellny laut dem Buch "Über das Deutschtum in Peru" in diesem Land als Solosopranistin mit Klavierbegleitung aufgetreten ist.

PS: Hier die betreffende Seite aus dem Neuen Theater Almanach, Ausgabe von 1914:




[ Bearbeitet Mo Jul 22 2019, 23:29 ]
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DGAG
Mo Jul 22 2019, 21:23
Dabei seit: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Einträge: 279
kr103 schrieb ...

Ich habe leider nur einen Vergleichstitel, der sowohl vom Repertoire als auch von der Technik her nix taugt (Breslau 1904 halt),

Dann hast Du die Originalpressung von Olga Pewnys Aufnahme aus Jocelyn? (Die hätte ich auch gerne!)

[ Bearbeitet Mo Jul 22 2019, 22:36 ]
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kr103
Mo Jul 22 2019, 23:40
Dabei seit: So Jul 03 2011, 11:55
Einträge: 11
Wenn mal ein paar Infos da sind (Danke!), geht's auch schneller weiter. Ich streiche also einen Teil meines obigen Beitrags bzw. lasse ihn nur aus historischen Gründen stehen.
Ein bisschen was zur Geschichte hätte ich dann noch:
Bis 1912 gibt's in Neu-Wentorf den Ingenieur Bernhard Pellny - hier ein Auszug aus dem Hamburger Adressbuch 1912, Band IV, S. 44:

Der verschwindet im kommenden Jahr. 1914 taucht Ada Pellny dann in Lübeck auftaucht und bleibt (wahrscheinlich) bis 1916. Im Bühnen-Jahrbuch 1916 steht sie noch im Registerteil unter „Lübeck I“, ist aber im Hauptteil nicht mehr erwähnt – was mag es bedeuten?
Bernhard Pellny jedenfalls scheint Compagnon einer nicht ganz kleinen Bau- und Technikfirma in Peru gewesen zu sein: 1912 wird „Dünkelberg & Pellny“ in Lima Interessenvertreter der Siemens-Schuckertwerke. Der plötzliche Geschäfts-Zuwachs könnte jedenfalls die Abreise erklären, während die Gattin noch in Deutschland blieb. Vielleicht ist sie später nachgereist?
1925 jedenfalls werden Dünkelberg & Pellny von Philipp Holzmann aufgekauft – und 1927 ist auch zumindest Ada Pellny wieder in Wentorf unter der alten Adresse, seit 1929 sogar mit Telefon:


Im Telefonbuch 1930 ist der Anschluss Bernhard Pellny zugeordnet, also wissen wir zumindest, dass die beiden sicher zusammengehören:


Hier bleibt Ada Pellny bis 1933, und mehr habe ich gerade nicht zu bieten (glücklicherweise auch nicht in der Datenbank der Holocaust-Opfer) - vielleicht findet jemand noch mehr? Evtl. gibt es Zeitungsberichte aus ihrer Lübecker Theaterzeit?

[ Bearbeitet Mo Jul 22 2019, 23:42 ]
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kr103
Di Jul 23 2019, 00:20
Dabei seit: So Jul 03 2011, 11:55
Einträge: 11
Ich liefere dann doch selbst schon mal:
1) Heiratsanzeige, Neue Hamburger Zeitung, 29.11.1908:


2) Kritik des ersten Auftritts in Lübeck, Hamburgischer Correspondent, 8.10.1913:


3) Kritik der zweiten Rolle, Hamburgischer Correspondent, 12.11.1913:


4) Ein Auftritt in Berlin "als Gast" - die Verpflichtung wurde wohl doch nichts - Vertragsstreit?
Berliner Börsen-Zeitung, 16.10.1914:


5) Eine Geburtsanzeige, die belegt, dass auch Ada Pellny 1921 in Lima war - Hamburgischer Correspondent, 20.6.1921:


[ Bearbeitet Di Jul 23 2019, 00:21 ]
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kr103
Di Jul 23 2019, 00:24
Dabei seit: So Jul 03 2011, 11:55
Einträge: 11
... und für alle, die glauben, Koloratursopran wäre keine Anstrengung: Ein Foto aus der Zeitschrift "Sport im Bild" [!] Jg. 1914 Heft Nr. 3 (16. Januar), S. 86:

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DGAG
Di Jul 23 2019, 00:40
Dabei seit: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Einträge: 279
Mich würde immer noch interessieren ob Deine Platte das Exemplar aus der Holdridge-Auktion ist - was ich annehme, denn sonst gäbe es schon drei Stück dieser Pressung.
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kr103
Di Jul 23 2019, 12:31
Dabei seit: So Jul 03 2011, 11:55
Einträge: 11
In der Tat, meine ist von Larry - sie ist nur etwas spät hier angekommen, da sie "persönlich" und nicht im Paket gereist ist. Aber ausschließen kann man ja nicht, dass da irgendwo im Hamburger Raum oder Peru ein anderes Exemplar vor sich hinstaubt. Oder gar eine benachbarte Nummer...
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DGAG
Di Jul 23 2019, 19:08
Dabei seit: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Einträge: 279
Vielen Dank für die Bestätigung. Ich habe in der damaligen Auktion leider nur zwei Platten gewinnen können - immerhin sehr schöne von Leopold Demuth.

Da wir keinen Vergleich mit einer gesicherten Aufnahme, bzw. einen entsprechenden Eintrag im Aufnahmebuch haben, ist die Zuweisung an Ada Pellny immer noch spekulativ. Interessant wäre ein Handschriftenvergleich. Vielleicht hat sie das Label selbst beschriftet. Es erstaunt allerdings, dass das zweite Exemplar "namenlos" ist.

kr103 schrieb ...

1914 taucht Ada Pellny dann in Lübeck auftaucht und bleibt (wahrscheinlich) bis 1916. Im Bühnen-Jahrbuch 1916 steht sie noch im Registerteil unter „Lübeck I“, ist aber im Hauptteil nicht mehr erwähnt – was mag es bedeuten?

Sie erscheint bereits in der Saison 1914/15 nicht mehr in der Besetzungsliste von Lübeck - und auch nicht in denjenigen von Berlin oder Hamburg. Ich konnte, abgesehen von den oben abgebildeten, zudem keine weiteren Artikel über sie finden. Offenbar beendete sie ihre verheißungsvolle Bühnenkarriere bevor sie richtig begonnen hatte. Vielleicht hängt das mit dem Ausbruch des 1. Weltkriegs zusammen. Womöglich war es auch der Wunsch ihres Mannes. Kam damals gar nicht so selten vor. Ich denke da z.B. an Irene Abendroth.

Übrigens - auch Pellnys Mutter(?) Ada von Streland ist bereits als Sopranistin aufgetreten.
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Musikmeister
Di Jul 23 2019, 22:32
Autor
Dabei seit: So Aug 21 2011, 21:23
Wohnort: Hamburg
Einträge: 961
kr103 schrieb ...

Ich liefere dann doch selbst schon mal:
1) Heiratsanzeige, Neue Hamburger Zeitung, 29.11.1908:




Ich habe rausgefunden, dass Ada Pellnÿ (Amanda Ida Johanna Karoline Streland), geboren am 04.07.1885, Tochter des Konzertmeisters a.D. William Robertus Streland am 27.11.1908 in Harburg den Architekten Friedrich Leopold Leonhard Pellnÿ, geboren am 28.09.1882, geheiratet hat. Beide waren zu der Zeit in Harburg wohnhaft. Ich kann online die Heiratsurkunde einsehen.
Die letzten 2 Jahre am Theater in Lübeck war sie von dort nicht erreichbar und der Aufenthaltsort ungewiss. Das das Engagement in Berlin nicht geklappt hat, kann vielleicht daran liegen, dass im Juni 1915 ihr Vater in Harburg verstorben ist.
Die Aufnahme an sich kann ja nur nach Januar 1916 entstanden sein, als Lampe seinen Dienst bei Odeon angetreten hat. Ab ca. 1921 spätestens war sie dann in Peru, wo am 03.06.1922 der Sohn Kurt Pellnÿ geboren wurde, der später in den 70er Jahren Schulvereinspräsident an der deutschen Schule in Lima war. Im Netz findet man ein Foto. Der Sohn war bei der Schiffsreise nach Peru im Jahre 1928 auch mit dabei zusammen mit Ada`s 5 Jahre jüngeren Bruder Robert Streland.
Ein Bernhard Pellnÿ hat in Lima, Peru eine Manuela Guardia geheiratet, die 1926 einen Sohn Miguel dort geboren hat.


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DGAG
Mi Jul 24 2019, 11:17
Dabei seit: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Einträge: 279
Musikmeister schrieb ...

Die Aufnahme an sich kann ja nur nach Januar 1916 entstanden sein, als Lampe seinen Dienst bei Odeon angetreten hat.

Hast Du für "Januar 1916" einen Beleg? Ich dachte, dass Heinrich Lampe erst seit Anfang 1920 für Odeon aufgenommen hat.

Das Technikerzeichen dieser Aufnahme lautet "HL I." Der Zusatz "I" nach Lampes Kürzel ist bisher nur selten nachgewiesen worden und könnte einen Hinweis auf die Datierung geben. Hier sind zwei Aufnahmen von Oktober 1921 (xBe2736 + xBe2737) mit diesem Zeichen aufgelistet: Link - Hier klicken
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Musikmeister
Mi Jul 24 2019, 11:24
Autor
Dabei seit: So Aug 21 2011, 21:23
Wohnort: Hamburg
Einträge: 961
DGAG schrieb ...

[Hast Du für "Januar 1916" einen Beleg? Ich dachte, dass Heinrich Lampe erst seit Anfang 1920 für Odeon aufgenommen hat.


Hier im Forum ist es vermerkt mit dem 25-jährigem Dienstjubiläum: Link - Hier klicken

Es gibt auch eine Werbeplatte aus dem Jahre 1941 zum 25-jährigem Dienstjubiläum von Lampe, die ich leider nicht habe.
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DGAG
Mi Jul 24 2019, 11:43
Dabei seit: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Einträge: 279
Vielen Dank. Diese Werbeplatte von 1941 wäre wirklich hochinteressant!

Offenbar hat Lampe das Technikerzeichen "HL" aber erst seit Anfang 1920 verwendet, was die Datierung dieser Aufnahme eingrenzt.
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