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Foren > Grammophone > Technik
Schalltrichter dämmen
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Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
speedy78
Mo Jun 29 2020, 22:53 Druck Ansicht
Dabei seit: Sa Jun 20 2020, 07:59
Wohnort: Wuppertal
Einträge: 52
Das kann doch nicht gut sein. Der Schalltrichter aus Blech in meinem Koffergerät klingt wie eine Kuhglocke, wenn man dranklopft. Ich habe ihn von außen im nicht sichtbaren Bereich des zusammen gebauten Grammophons mit Dämmaterial beklebt (Reversibel)
Innen habe ich 2 Lagen Dämmvlies lose eingelegt. Vielleicht komme ich da noch auf die besagten Socken zurück...

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berauscht
Di Jun 30 2020, 09:16
"Urgestein" Autor/Moderator

Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1588
Das kann schon gut sein. Seit ca. 1927/28 ist die elektrische Ababnahme und Wiedergabe mit dem Lautsprecher Stand der Technik.
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DGAG
Di Jun 30 2020, 18:32
Dabei seit: So Dez 31 2017, 12:30
Wohnort: Berlin
Einträge: 440
Elektrische Aufnahme schon, aber wer konnte sich vor 1950 einen Verstärker mit Radio, Plattenspieler und Boxen leisten?
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Rundfunkonkel
Di Jun 30 2020, 19:44
Dabei seit: So Jul 03 2011, 16:48
Wohnort: Umkreis Köln
Einträge: 1151
DGAG schrieb ...

Elektrische Aufnahme schon, aber wer konnte sich vor 1950 einen Verstärker mit Radio, Plattenspieler und Boxen leisten?


Hallo,

eine Menge Leute, würde ich sagen. Sonst gäbe es weder Schaltungsvorschläge in zeitgenössischen Bastel- bzw. Elektronikzeitschriften (Funkschau, Funk), noch Teile und Anleitungen dafür von den Herstellern. Ganz zu schweigen von Einbauchassis-Plattenspieler, Aufsteck-Schalldosen, und Lautsprecher zum hinstellen, fertige Schatullen für unter das Radio oder den Verstärker. Der Radio Rim Katalog von 1939 erfreut einen ebenfalls mit diversem in der Richtung. Oder Fragen von Interessenten zu dem Thema in Bastelliteratur. Kommt aber vom Thema ab...


[ Bearbeitet Di Jun 30 2020, 19:45 ]
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speedy78
Mi Jul 01 2020, 13:11
Dabei seit: Sa Jun 20 2020, 07:59
Wohnort: Wuppertal
Einträge: 52
berauscht schrieb ...

Das kann schon gut sein. Seit ca. 1927/28 ist die elektrische Ababnahme und Wiedergabe mit dem Lautsprecher Stand der Technik.

Dann bin ich hier wohl falsch bei Grammophon-platten.de
Eine Phonotruhe habe ich ja schon, wollte aber die ananloge Schallentwicklung optimieren...
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veritas
Mi Jul 01 2020, 19:19
Dabei seit: Do Jun 28 2012, 17:52
Wohnort: Allgäuer Provinzpampa
Einträge: 545
Ernste Frage: Wie viele hier im Forum besitzen eigentlich einen 8k-fähigen Bildschirm/Fernseher mit entsprechendem Filmmaterial? Ist nämlich seit mehreren Jahren längst Stand der Technik...


Ich würde es evtl. mal mit Moongel von RTOM oder einem vergleichbaren Produkt versuchen. Diese Silikonpads lassen sich leicht anbringen und haften in der Regel sehr gut, sind dabei aber nicht permanent. Die kann man auch im Trichter plazieren. Deren Dämmeigenschaften sind ziemlich beeindruckend.

Sofern mechanisch möglich: Den Trichter von außen mit Bindfaden oder ähnlichem möglichst fest umwickeln. Eine ähnliche Methode verwende ich seit Jahren, um Trichterresonanzen bei akustischen Aufnahmen zu reduzieren. Sobald der Trichet unter etwas Spannung steht, kann er nicht mehr so einfach wie eine Glocke "ringen".
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Webseite
berauscht
Mi Jul 01 2020, 21:54
"Urgestein" Autor/Moderator

Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1588
veritas schrieb ...

Ernste Frage: Wie viele hier im Forum besitzen eigentlich einen 8k-fähigen Bildschirm/Fernseher mit entsprechendem Filmmaterial? Ist nämlich seit mehreren Jahren längst Stand der Technik...


Wie heißt es so schön: Dieser Vergleich hingt.

Durch den gleichzeitigen Fortschritt und der Verbreitung des Radios, hatten in der ersten Hälfte der 1930er Jahre schon viele Millionen einen Verstärker und Lautsprecher im Haus. Selbst für einfachst Geräte wie den VE 301 bot die Industrie Adapter an.
Ich halte es daher für unredlich die elektrische Wiedergabe von Schallplatte zu jener Zeit als eine exotische Kuriosität darzustellen.
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speedy78
Mi Jul 01 2020, 23:10
Dabei seit: Sa Jun 20 2020, 07:59
Wohnort: Wuppertal
Einträge: 52
ich erinnere noch an Volksempfänger und Kristalldetektor
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speedy78
Mi Jul 01 2020, 23:11
Dabei seit: Sa Jun 20 2020, 07:59
Wohnort: Wuppertal
Einträge: 52
veritas schrieb ...

Ernste Frage: Wie viele hier im Forum besitzen eigentlich einen 8k-fähigen Bildschirm/Fernseher mit entsprechendem Filmmaterial? Ist nämlich seit mehreren Jahren längst Stand der Technik...


Ich würde es evtl. mal mit Moongel von RTOM oder einem vergleichbaren Produkt versuchen. Diese Silikonpads lassen sich leicht anbringen und haften in der Regel sehr gut, sind dabei aber nicht permanent. Die kann man auch im Trichter plazieren. Deren Dämmeigenschaften sind ziemlich beeindruckend.

Sofern mechanisch möglich: Den Trichter von außen mit Bindfaden oder ähnlichem möglichst fest umwickeln. Eine ähnliche Methode verwende ich seit Jahren, um Trichterresonanzen bei akustischen Aufnahmen zu reduzieren. Sobald der Trichet unter etwas Spannung steht, kann er nicht mehr so einfach wie eine Glocke "ringen".

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speedy78
Mi Jul 01 2020, 23:12
Dabei seit: Sa Jun 20 2020, 07:59
Wohnort: Wuppertal
Einträge: 52
Danke veritas für den Tip !!
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veritas
Do Jul 02 2020, 18:24
Dabei seit: Do Jun 28 2012, 17:52
Wohnort: Allgäuer Provinzpampa
Einträge: 545
speedy78 schrieb ...

Danke veritas für den Tip !!

Viel Erfolg!


berauscht schrieb ...

Durch den gleichzeitigen Fortschritt und der Verbreitung des Radios, hatten in der ersten Hälfte der 1930er Jahre schon viele Millionen einen Verstärker und Lautsprecher im Haus. Selbst für einfachst Geräte wie den VE 301 bot die Industrie Adapter an.
Ich halte es daher für unredlich die elektrische Wiedergabe von Schallplatte zu jener Zeit als eine exotische Kuriosität darzustellen.

Und genau davon bin ich nicht überzeugt, denn für die mehrheitliche Verbreitung elektrischer Schallplattenwiedergabegeräte fehlen mir die Belege. Das Radio stand ja längere Zeit in direkter Konkurrenz zur Schallplatte und lieferte viel billiger die Beschallung ins eigene Heim als die Schallplatte jemals dazu in der Lage war.
Somit halte ich es für unwahrscheinlich, daß die meisten Radio-Besitzer damals auch noch Schallplatten(-Geräte) besaßen, eher das eine oder das andere, selten aber beides. Selbstredend lasse ich mich vom Gegenteil überzeugen, z.B. durch Verkaufszahlen entsprechender Geräte oder Erweiterungen.
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Telraphon
Do Jul 02 2020, 21:31
Dabei seit: Mo Apr 03 2017, 18:57
Einträge: 209
Dass "die Mehrheit" der Schellackplattenbesitzer in den späten 20ern und den 30er Jahren Schatullen oder Schränke mit elektrischen Plattenspielern besaß, halte ich ebenfalls (schon gemessen am hohen Anschaffungspreis) für unwahrscheinlich - dennoch dürfte die Zahl dieser Leute - so sie auch nicht die Mehrheit darstellten - getrost in die Millionen gegangen sein, gemessen daran, wie häufig heute gerade günstigere Schatullen- und Schrankmodelle von Dual, Goldring, der DGAG und anderen Anbietern am Markt auftauchen. Selbst einen Electrola Favorit findet man heute häufiger als so manches akustische Schrankgerät selbigen Preissegments, was sicher auch ein Stück weit der langen Nachkriegsnutzung zumindest bei den elektrischen Geräten zu verdanken ist.
Man sollte aber auch bedenken, dass Nachrüstsätze, alsoekelektrische Pickups für Grammophone schon ab der Mitte der 20er in teils hervorragender Qualität und für verhältnismäßig kleines Geld verfügbar waren (woodroffe, Reisz, etc.) und auf die Grammophone aufgesteckt wurden.

Ich denke so gesehen also schon, dass man in Haushalten mit klanglich "besseren" Radios durchaus zur elektrischen Wiedergabe griff - zumindest dann, wenn die Platten auch regelmäßig gehört wurden, was ja auch nicht immer der Fall war.
Die Wiedergabe am VE war - wie man ja an der Seltenheit der Stecksockel erkennt - kein weit verbreitetes Thema...Vermutlich schlicht aufgrund der Qualität. Jedes billige Tischgrammophon klingt um Längen besser als ein Volksempfänger mit elektrischem Pickup, was ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann.
Dass aber die elektrische Wiedergabe ein Nischendasein geführt hätte, ist schlicht falsch. Ganz einfach widerlegt wie bereits erwähnt durch die schiere Schwemme an elektrischen Schatullen und Schränken aus den 1930er Jahren.
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Schellack
Sa Jul 04 2020, 16:18
Dabei seit: Mi Feb 29 2012, 18:09
Einträge: 88
Hallo,

auch auf die Gefahr hin, dass dies eigentlich nicht zum ursprünglichen Thema des Threads passt, würde ich gerne noch meine Gedanken zum Thema elektrische Abtastung hierzu schreiben. Ich glaube aber, es gab hierzu schon einmal eine Diskussion.

Ich glaube nicht, dass sich konkrete Verkaufszahlen für Geräte oder Nachrüstsätze ermitteln lassen, aber man kann das zum jeweiligen Zeitpunkt etablierte Verfahren ja ein wenig davon ableiten, wann wofür Werbung gemacht wurde.

Sieht man sich einmal die Verkaufsprospekte oder auch die Werbung für Grammophone auf den Plattenhüllen an (hier im Forum gibt es ja eine eigene Rubrik dafür) kann man schon erkennen, dass zumindest um 1930 herum noch größtenteils Werbung für akustische Geräte gemacht wurde. Sowohl in den Katalogen, als auch in den Zeitungsanzeigen werden wenige elektrische Geräte beworben (die es zweifellos gab), auch von den großen Herstellern nicht. Tatsächlich habe ich in einem Columbia-Katalog von 1930 lesen können, dass die elektrische Tonwiedergabe ja in Kinos, Radiostationen und Restaurants ja schon etabliert sei, und man sich nun auch im Heimbereich auf diese Art der Abtastung konzentrieren werden. Das aber erst 1930!
Dies ändert sich rapide ab ca. 1935 (vielleicht auch ein Grund für die zum diesem Zeitpunkt etablierte "Startrille" auf den Platten?), wohl auch durch die größere Verbreitung von Radios bzw. deren Weiterentwicklung weg von den Detektorenempfängern. Man darf ja auch nicht vergessen, dass Koffergrammophone damals und bis in die frühen 50er Jahre die einzige Möglichkeit waren, Musik mobil zu hören.

Tatsächlich werden die meisten Koffergeräte in den 30ern als Musikapparate für den Strand oder Ausflug etc. beworben und nicht als "Hauptgerät" für das eigene Heim. Sicher stellt die Werbung immer nur einen von den Firmen idealisierten Zustand dar, auch muss man berücksichtigen, dass die Käufer ja nicht sofort immer die neuesten Geräte gekauft haben, unabhängig davon, ob diese nun Stand der Technik waren oder nicht. Wer sich 1928 ein Grammophon gekauft hat, wird dieses 1933 wohl nicht so schnell durch einen Plattenspieler ersetzt haben, es sei denn, man war Musikliebhaber und hatte das Geld dafür. Diese Übergangszeit muss man berücksichtigen. Vielleicht kann man eine stärkere Eingrenzung auch über die Werbung für Nadeln machen, wann tauchten die ersten als solche beworbenen Pich-up Nadeln auf bzw. wann wurde vermehrt für solche geworben? Zum Schluss denke ich, muss man auch noch berücksichtigen, von welchem Land wir sprechen (hier wohl DE). Der Übergang von Schalldose zum Pick-up ist ja durch die Zeitereignisse und durch die wirtschaftliche Entwicklung in den einzelnen Märkten und hier wieder auch regional, je nach Wirtschaftskraft, anders verlaufen. Und da die Schallplatte das verbreitetste Medium für Musik war, musste sie natürlich schon allein aus wirtschaftlichen Gründen möglichst lange abwärts kompatibel sein. Hatte nicht Telefunken sogar damit geworben, dass der Frequenzgang der Musikus-Platten extra für Koffergeräte angepasst sei?
LG. Schellack
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Telraphon
Sa Jul 04 2020, 20:54
Dabei seit: Mo Apr 03 2017, 18:57
Einträge: 209
Gerade das Argument der unwahrscheinlichen Neuanschaffung nach wenigen Jahren spricht ja für die große Menge an nachrüstbaren PickUps, welche man noch heute in gefühlt jedem zweiten Tisch-, Schrank- und Koffergerät findet.
Zu Telefunken: In der Regel habe ich immer das Gefühl gehabt, zumindest die braunen Musikus-Platten seien qualitativ schlechter in Hinblick auf das Material. Hergestellt wurden sie in jedem Falle nicht gezielt für Koffergeräte - vielmehr brachte ja Telefunken 36/37 die Schatulle "Musikus" auf den Markt, ausgestattet mit dem selben Pickup der schon als Ergänzungsteil so lange wie die Musikus-Platten selbst erhältlich war.
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speedy78
Sa Jul 04 2020, 21:05
Dabei seit: Sa Jun 20 2020, 07:59
Wohnort: Wuppertal
Einträge: 52
Dankeschön für diesen Beitrag! -
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Schellack
Sa Jul 04 2020, 22:38
Dabei seit: Mi Feb 29 2012, 18:09
Einträge: 88
Hallo,
da muss ich mich nochmals kurz einklinken.

Ich denke, dass die Zeit zwischen 1930 und 1935, wohl auch noch später, eine Übergangszeit war. Es fällt zumindest auf, dass es im Grunde ab ca. 1932/33 keine großen neuen akustischen Geräte mehr auf dem Markt kamen (ich rede nicht von Koffern), dies spricht im Grunde dafür, dass zumindest von Herstellerseite das Thema akustische Wiedergabe vom Tisch war. Wie ich schon schrieb, wurden Koffergeräte in dieser Zeit fast nur noch als Wochenend- und Ausflugsgrammophone beworben (siehe z.B. Telefunken). Und sie waren halt billige Einsteigergeräte.

Ich persönlich rechne immer so, dass Platten von vor 1935 durchaus noch "Grammophontauglich" sein können, mit allen Nachtielen, die eine mechanische Abtastung nun einmal naturgemäß hat und auch schon vor 1930 hatte. Es war damals nun eben eine Frage des Budgets und ob man überhaupt ein aktiver Plattenhörer war. An anderer Stelle ist dieses Thema ja schon mehrfach besprochen worden, hier ging es dann um die historische Authentizität der Wiedergabemethode. Man kann den Übergang von Schalldose zum Tonabnehmer im Grunde mit dem aktuellen Übergang von PKW mit Verbrennermotor zu solchen mit Elektroantrieb vergleichen.
Kurz, hatte man das Geld und war der Bedarf da, wurde nachgerüstet oder neu gekauft, wenn nicht, blieb man beim alten System.

Noch kurz bzgl. der Musikus-Platten: Ich selber habe eine solche Information, dass der Frequenzgang der Platten für Koffergeräte angepasst wurde, schon auf einer Abbildung einer Musikus-Hülle gesehen, leider nur im Web und ich finde diese aktuell nicht wieder.

Alternativ verweise ich auf einen Beitrag vom Mitglied "berauscht" aus dem Jahre 2010:

"Telefunken hat zum 1. Mai [1934] eine neue volkstümliche Platte zum Preis von 1,60 RM herausgebracht, die sich rein äußerlich dadurch auszeichnet, daß sie nicht mehr schwarz, sondern braun ist. Man beläßt der Schallplatte ihre natürliche Farbe, die sie vom Schellack her besitzt, und beseitigt sie nicht durch Schwarzfärbung mit Gasruß, eine Maßnahme, die ja die Schallplatte niemals verbessern kann. Im übrigen ist die neue Platte in ihrem Frequenzgang so gehalten, daß sie sich in erster Linie für die akustische Wiedergabe und hier wieder vor allem für Kofferapparate eignet; statt von 200 Hertz an beginnt man schon bei 300 Hertz nach unteren Frequenzen zu die Amplitude langsam zu verkleinern, um die bei etwa 200 Hertz liegenden Schüttelresonanzen der Kofferapparate nicht zur Auswirkung kommen zu lassen."


Mit folgender Quellenangabe:
"Radio - Helios" Fach- und Exportzeitschrift für die Radiotechnik. 11. Jahrgang, Nr. 12, Seite 762; Hachmeister & Thal, Leipzig, 10. Juni 1934.


Man beachte hier die Formulierung "wieder vor allem für Kofferapparate".

Um nicht vollständig vom ursprünglichen Thema abzugleiten: Es steht natürlich jedem frei, mit seinem Grammophon zu machen was man will, ich glaube aber, dass durch solche Veränderungen wie die Eingangs beschriebene nicht wirklich eine Verbesserung zu erreichen ist in Punkto "Tonqualität eines / des Grammophons". Was ich damit sagen will: das Pathé-Gerät war schon zu seiner Zeit nicht gerade "state of the art", was ja im Grunde die Diskussion über die Wiedergabetechnik ausgelöst hat. Man kann halt aus einem Polo keinen Porsche machen.

LG. Schellack
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Rundfunkonkel
Sa Jul 04 2020, 22:47
Dabei seit: So Jul 03 2011, 16:48
Wohnort: Umkreis Köln
Einträge: 1151
Telraphon schrieb ...

Gerade das Argument der unwahrscheinlichen Neuanschaffung nach wenigen Jahren spricht ja für die große Menge an nachrüstbaren PickUps, welche man noch heute in gefühlt jedem zweiten Tisch-, Schrank- und Koffergerät findet.
Zu Telefunken: In der Regel habe ich immer das Gefühl gehabt, zumindest die braunen Musikus-Platten seien qualitativ schlechter in Hinblick auf das Material. Hergestellt wurden sie in jedem Falle nicht gezielt für Koffergeräte - vielmehr brachte ja Telefunken 36/37 die Schatulle "Musikus" auf den Markt, ausgestattet mit dem selben Pickup der schon als Ergänzungsteil so lange wie die Musikus-Platten selbst erhältlich war.


Hallo,

wer besitzt eine Musikus Schatulle mit TO 1000 Tonarm (oder dem Nachfolger)? Nach meiner Erkenntnis waren die zu Beginn braunenTfk-Musikus-Platten weicher als die aus der gewöhnlichen Serie, rauschen aber in nicht totgequältem Zustand weniger, und klingen feiner. Dank Nutzung mit schweren, mechanischen Abtastgeräten waren die Platten im kürzester Zeit verschlissen, und führten zu zu dem heutigen Meinungsbild. Im Sender gab es Hörbeispiele von guterhaltenen Scheiben der Serie. Ich würde gute Musikus Platten auf eine Ebene heben mit Nachkriegspressungen - meine Meinung dazu. Billigere Musikus-Schatullen hatten aber nicht den TO 1000, sondern einen schweren Tonabnehmer (ich meine u.a. den TO 54. Klingt aber auch gut).

Das alles hatte zwar nun wenig mit der Fragestellung zu tun, aber ich schließe mich der genannten Meinung an, dass es genug Benutzer von elektrischen Abtastgeräten gab, aber eben die ärmere Bevölkerung nicht das nötige Kleingeld hatte, nach dem Kauf eines Grammophones oder Radios das nächste Gerät anzuschaffen. Interessant finde ich, dass der Nora P4a Serie 1 Empfänger von 1927 schon einen Anschluss für elektrische Abtastung besitzt. Ein VE 301 mit Freischwinger-Lautsprecher klingt mit nach zeitgenössischer Anleitung eingebautem Pickup-Anschluss gar nicht so übel, man muss es selbst mal gehört haben. Mitte/ Ende der 30er war der Klang aber längst überholt (Telefunken hatte in der Zeit, ca 1936, im Spitzensuper Zweiwege-Lautsprecher). Klanglich mit Trichtern kaum zu vergleichen.

Unter bekannten Webadressen lassen sich vermutlich sämtliche elektrische Plattenspieler der 20er bis 40er auffinden, diese hier auf der Webseite mit Links aufzulisten und zu verlinken - ob das auf Interesse stoßen würde? Oder ein Artikel mit ein paar Beispielen dazu?

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speedy78
So Jul 05 2020, 19:08
Dabei seit: Sa Jun 20 2020, 07:59
Wohnort: Wuppertal
Einträge: 52
Danke für die vielen interessanten Beiträge! Ja, das Pathe Modell von mir ist recht simpel gebaut. Wenn sauber justiert klingt es wahrscheinlich ganz gut, aber da in ich noch nicht ganz.
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berauscht
Mo Jul 06 2020, 11:01
"Urgestein" Autor/Moderator

Dabei seit: Mi Jan 06 2010, 21:59
Einträge: 1588
veritas schrieb ...

Und genau davon bin ich nicht überzeugt, denn für die mehrheitliche Verbreitung elektrischer Schallplattenwiedergabegeräte fehlen mir die Belege. Das Radio stand ja längere Zeit in direkter Konkurrenz zur Schallplatte und lieferte viel billiger die Beschallung ins eigene Heim als die Schallplatte jemals dazu in der Lage war.
Somit halte ich es für unwahrscheinlich, daß die meisten Radio-Besitzer damals auch noch Schallplatten(-Geräte) besaßen, eher das eine oder das andere, selten aber beides. Selbstredend lasse ich mich vom Gegenteil überzeugen, z.B. durch Verkaufszahlen entsprechender Geräte oder Erweiterungen.


Wie sah denn die Händlerschaft in den dreißiger Jahren aus? Der reine Schallplatten- und Sprechmaschienenhändler ist in der Wirtschaftskrise ausgestorben. Übrig blieben oft nur Radiohändler die die Schallplatte als Nebenartikel führten. Diese haben bei ihren Radiokunden die Plattenspieler forciert um diesen auch regelmäßig Platten verkaufen zu können. Plattenkunden wurde der Plattenspieler schmakhaft gemacht um diesen auch ein Radio verkaufen zu können.

Die Schallplatten- und Sprechmaschienenhändler der Großstädte die durch die Krise kamen stiegen alle auch ins Radiogeschäft ein. Sie verfolgen dadurch auch das Ziel jedem Kunden den Plattenspieler nahe zu bringen um auch Radios an ihre Stammkundschaft verkaufen zu können.
Hauptaugenmerk lag hier oft auf der zahlungskräftigen Klientel der Klassikplattenkäufer für die ein Radio samt Plattenspieler kein finanzieller Kraftakt war.

Um den kleinen Geldbeutel kümmerte sich der Radiohandel, der der damals sehr großen Bastlerszene sämtliche Teile bot um auch die elektrische Wiedergabe von Platten zu ermöglichen. Die Zeitschriften sind voll davon.

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