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Foren > Schellackplatten > Diskussionskreis Schellackplatten > Aufnahmejahr/Herkunft
DEPOSITATO - was bedeutet das, ab wann wurde es auf den Spiegel "gedruckt"?
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Autor Eintrag
Willi-H-411
So Jan 27 2013, 18:03 Druck Ansicht
Dabei seit: Mi Okt 12 2011, 11:42
Wohnort: Ruhrpott
Einträge: 1365
In der Chat-Box startete ein interessantes Thema zu der Datumsangabe der DGG "depositato". Leider verschwindet das ja alles irgendwann einmal im Nirwana.

Daher einmal das, was in der Chat-Box so zusammenkam:

joha
[26 Jan : 16:49]

Hallo Zusammen, klären wir doch mal den Begriff
DEPOSITO der sich ja auf vielen Polydor /Siemens Platten mit den Jahren 1942/43/44 befindet.Was bedeute er konkret in der Plattenproduktion???


Rundfunkonkel
[26 Jan : 17:23]

Hallo Joha, Deposito wird mit LAGER übersetzt. Irgendwo stand mal, dass diese Platten wohl nicht direkt veröffentlicht wurden, also dann wohl eingelagert.


joha
[26 Jan : 18:05]

Ja das seh ich auch so nur hat es noch eine andere Aussage auf Lager hergestellt für (Zweck) Wertbestand im Lager laut Buchführung,sogenannte Depositen als Werteinlagen.Der knackpunkt ist aber ,dass in der Kriegszeit nur bedingt auf vollen Touren lief,der Wertbestand eigentlich die Matritzen waren und nicht die fertige Platte selbst.Ist der Begriff aus BuchführungstechnischenGründen auf die Platte gekommen,oder hatte er Bestandszweck.??


joha
[26 Jan : 18:22]

Lt altem Sprachlexikon
zur Aufbewahrung gegebene wertsache,Deponent der Hinterleger,Depositorium =Aufbewahrungsort(Lager)


joha
[26 Jan : 18:23]

In dem Fall hinterlegte die DGG Platten für schlechte Zeiten oder zur Wertermittlung des Unternehmens??



Rundfunkonkel
[26 Jan : 18:53]

Vielleicht auch nur wegen der Kriegsereignisse, und dem beschränkten Angebot an Schellackpressmaterial?


Gast
[26 Jan : 19:36]

Kurzer Einwand: ich habe Siemens-Polydor Platten mit "depositato" auf eindeutigem Kriegsetikett.

Das Thema war ja schon oft, bis jetzt haben wir aber noch keine ganz eindeutige Ansage dazu finden können. Die sinnhafte Übersetzung mit "Einlagerung" ist natürlich richtig, aber es scheint nicht immer ein Hinweis zu sein, daß diese Matrizen nicht doch zeitnah veröffentlicht wurden.


snookerbee
[26 Jan : 20:14]


Vielleicht sollten manche Platten erst zu einem bestimmten Zeitpunkt veröffentlicht werden, etwa mit der Premiere eines Films. Da sie aber schon vorher gepreßt wurden, mußten sie bis zum Veröffentlichungstermin gelagert werden?


joha
[27 Jan : 12:28]

gehen wir von der art des unternehmens aus so war auch für die Dgg klar das der Krieg verloren war und man für später vorsorgte,in dem man lagermöglichkeiten sondierte um nicht alle Bestände zu verlieren durch kriegseinwirkung,wenn das der fall war produzierte man auf abruf und verteilte auf sichere lager.um den stammdes unternehmens zu erhalten.


Rundfunkonkel
[27 Jan : 12:31]

Kann ich mir weniger vorstellen, weil solches Gedankengut sicher zum Rollen von Köpfen geführt hätte (Stichwort kriegszersetzend)


joha
[27 Jan : 12:32]

unternehmen denken meist anders als die politik sie setzen auf sicherheit
selbst speer führte nicht alle befehle aus weil er wusste welche auswirkungen es hatte


joha
[27 Jan : 12:34]

eine gewisse weitsicht sowie auslandsverbindungen der dgg werden sicherlich funktioniert haben


joha
[27 Jan : 12:45]

aus Dresden ist bekannt das viele unternehmen am rand der stadt großlager einrichteten um bei einem luftangriff nicht alle bestände zu verlieren ,das rettete danach etliche leben und sicherte unternehmen den fortbestand
selbst mein großvater sicherte so seine waren von geschäft
obwohl es unter strafe stand


Gast
[27 Jan : 17:03]

Also: es wurden Matrizen ausgelagert ! Telefunken zum Beispiel in irgendeinen Stollen. Das war noch zu Kriegszeiten. Das war tatsächlich bei vielen Firmen völlig üblich. Selbst Meissen hat seine Formen ausgelagert.
Da das Depositato eigentlich nur auf Platten der fortgeschrittenen Kriegszeit auftaucht, KANN das durchaus ein Hinweis auf auf eine solche bombensichere Einlagerung der Matrize sein. Dazu würde es auch passen, daß natürlich zuvor trotzdem Pressungen stattfanden



[ Bearbeitet Sa Dez 30 2017, 10:39 ]
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Rundfunkonkel
So Jan 27 2013, 18:15
Dabei seit: So Jul 03 2011, 16:48
Wohnort: Umkreis Köln
Einträge: 1080
Depositato heisst laut Web-Übersetzung soviel wie hinterlegt, eingelagert. Vielleicht ging es dabei um Aufnahmen, die die DGG unbedingt geschützt haben wollte? Vielleicht sollten wir mal eine Übersicht der Aufnahmen, Platten, Interpreten und Komponisten aufstellen.
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SchellackFreak
So Jan 27 2013, 18:19
SchellackFreak

Dabei seit: Mi Sep 16 2009, 22:06
Einträge: 481
Hallo Willi,
eine gute Idee das Thema mal im Forum zu bearbeiten. Hoffentlich kommt noch das ein oder andere zusammen.

Viel kann ich auch nicht dazu beitragen, außer dass ich mehrere Polydor Schellacks in meiner Sammlung habe die um 1943 aufgenommen wurden, aber halt mir nur in Nachkriegspressung vorliegen. Sind die Aufnahmen auch schon regulär in den Kriegsjahren gepresst worden?










Zum Vergrößern anklicken

Gruß Yannick
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Webseite
Rundfunkonkel
So Jan 27 2013, 18:28
Dabei seit: So Jul 03 2011, 16:48
Wohnort: Umkreis Köln
Einträge: 1080
Die Aufnahmedaten stehen zumeist in ausführlicher Form daneben, was auch schon auf einen besonderen Zweck hinweisen könnte. Oder handelt es sich schlicht um RRG-Aufnahmen, die später/gleichzeitig durch die Plattenfirma verwertet wurde?

[ Bearbeitet So Jan 27 2013, 18:29 ]
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Gast
So Jan 27 2013, 18:28
Gast
Denkanstöße:

Die Verwaltung der Grammophon in Berlin wurde schon 1943 sehr schwer von Bomben getroffen.
Auch Hannover erlebte schon 1943 einen Bombenangriff, der weite Teile der Stadt zerstörte.

Es ist also nicht ganz unmöglich, daß das Depositato mit diesen Ereignissen zusammenhängt.

Ich habe Siemens-Polydor Platten vom Bar Trio und ein paar wenige andere, die das alte Etikett haben, aber mit Depositato im Wachs.

Vielleicht besagt das Depositato also, daß die Matrizen irgenwie aus Kriegsgründen ein- oder ausgelagert wurden.

Eine reine Produktion "auf Halde" können wir fast auschließen, weil Kriegsetiketten mit Depositato vorliegen.

Gruß, Nils
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Rundfunkonkel
So Jan 27 2013, 18:37
Dabei seit: So Jul 03 2011, 16:48
Wohnort: Umkreis Köln
Einträge: 1080






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joha
So Jan 27 2013, 18:42
Dabei seit: Mo Mär 26 2012, 15:45
Wohnort: Dresden/Sachsen
Einträge: 1004





Depositato Mechan.Copt.1942 Matr.9571 1/2 GD9 5.6.42 DEPOSITATO
1942 Matr.9572 1/2 GD9 5.6.42 DEPOSITATO

Nun stellt sich die Frage?? Aufnahme Datum oder Einlagerungsdatum da die 5.6.zwischen das Mechan.Copt in anderer Größe eingepasst wurde.
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Rundfunkonkel
So Jan 27 2013, 18:47
Dabei seit: So Jul 03 2011, 16:48
Wohnort: Umkreis Köln
Einträge: 1080
Gibt es eigentlich viele Polydor BERLIN Nachkriegs-Notpressungen? Soweit ich weiß, habe ich nur eine einzige davon. Vielleicht auch ein Zusammenhang mit Depositato??
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Gast
So Jan 27 2013, 18:48
Gast
Joha, die Platte habe ich auf altem Etikett (Siemens Polydor Sonderklasse).

Es findet sich kein "Depositato", nur "Mechan Copt 1942" .
Matrizen sind gleich.

Kann im Moment leider kein Foto machen...
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Rundfunkonkel
So Jan 27 2013, 18:51
Dabei seit: So Jul 03 2011, 16:48
Wohnort: Umkreis Köln
Einträge: 1080
Steht das vielleicht nur drauf, wenn es sich um Nachpressungen aus Lagermatrizen handelt? Würde eine Erklärung für die Einlagerungs-Datumsangabe sein.
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Gast
So Jan 27 2013, 18:54
Gast
Nein, ich habe Depositato auf Kriegsetikett... Siemens-Polydor Sonderklasse
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Rundfunkonkel
So Jan 27 2013, 19:00
Dabei seit: So Jul 03 2011, 16:48
Wohnort: Umkreis Köln
Einträge: 1080
Ist zu erkennen, ob es sich um eine Nachpressung zu Kriegszeiten handelt, oder eine Erstausgabe ("nochmals aus dem Archiv-Bunker geholt")?
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Gast
So Jan 27 2013, 19:22
Gast
Hier die von Joha gezeigte Aufnahme auf altem Etikett, ohne Depositato





Und hier ein eindeutiges Etikett aus dem Krieg mit Depositato-Prägung vom 6.7.43



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Rundfunkonkel
So Jan 27 2013, 19:28
Dabei seit: So Jul 03 2011, 16:48
Wohnort: Umkreis Köln
Einträge: 1080
Offensichtlich wurde auch rückwirkend gestempelt:









Und wieder 5.6. ... Ob das etwas anderes heißt als ein Datum? Oder hat das Datum etwas zu bedeuten?
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Willi-H-411
So Jan 27 2013, 19:30
Dabei seit: Mi Okt 12 2011, 11:42
Wohnort: Ruhrpott
Einträge: 1365
Ich lese daraus eine "8".

Punkt 8 Punkt 6

nach der 6 aber kein Punkt
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Musikmeister
So Jan 27 2013, 19:33
Autor
Dabei seit: So Aug 21 2011, 21:23
Wohnort: Hamburg
Einträge: 944
Meines Wissens steht „Depositato“ für Marchio Depositato (zu deutsch: Warenzeichen) und dies bezieht sich auf "Mech.Copt.".
Man findet diesen Aufdruck auf Pressungen deutscher DGG-Matrizen, die in Italien wohl von Fonit und Cetra hergestellt wurden.
Auf solchen Platten sollte man den Vermerk „Made in Germany“ im Spiegel vergeblich suchen.
Die Beziehungen zu Fonit und Centra wurden so neben dem Matrizentausch auch zur kriegsbedingten Produktionsauslagerung genutzt.


Zerstörung im Werk der Deutschen Grammophon in der Podbielskistrasse in Hannover nach einem Bombenangriff 1943

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joha
So Jan 27 2013, 19:34
Dabei seit: Mo Mär 26 2012, 15:45
Wohnort: Dresden/Sachsen
Einträge: 1004



Hier das Reguläre Kriegslabel ohne Depositato auch hier von gab es eine Anzahl mit Depositato,
Matr.9543 1/2 GD9 A*Mechan.copt.1942
Gruss joha
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Gast
So Jan 27 2013, 19:39
Gast
Musikmeister, bei der von mir gezeigten Platte " Allerschönste aller Frauen " findet sich Depositato UND Made in Germany...

Gruß, Nils
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Aristodemo
So Jan 27 2013, 19:49
Dabei seit: Sa Jan 21 2012, 01:07
Einträge: 425
Italienische Kriegspressungen von "La Voce del Padrone" tragen auf dem Etikett den Hinweis "Depositato a norma di legge"
Könnte "Depositato" bei DG auf eine Veröffentlichung auf dem italienischen Mark hinweisen ?
"Gerichtlich deponiert" war früher eine Art Musterschutz für Tapetenenwürfe, (Maler)Patronen, Musterwalzen und kunstgewerbliche Entwürfe.
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