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Foren > Künstler > Sänger und Sängerinnen - Klassik
Feodor Ivanovich Chaliapin
Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, DGAG, Der_Designer
Autor Eintrag
Starkton
Fr Jan 24 2014, 21:52 Druck Ansicht
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Feodor Ivanovich Chaliapin wurde am 11. oder 13. Februar 1873 in Kasan, Russland, geboren. Weitere biographische Details sind dem weiter unten stehenden Auszug aus dem Sängerlexikon von Kutsch/Riemens zu entnehmen. Aus einfachen Verhältnissen stammend, trat Chaliapin nach kurzer sängerischer Ausbildung ab 1896 in einer privaten Theater- und Operngesellschaft auf. Von etwa 1898 bis 1900 sind neun privat aufgenommene, unveröffentlichte Phonographenwalzen. Seinen künstlerischen Durchbruch erlebte Chaliapin am 7. Dezember 1898 in seiner Paraderolle als Zar Boris in Modest Mussorgskys Boris Godunov. Seit 1899 sang der inzwischen berühmte Bassist auch am Bolshoi Theater in Moskau.

Im Westen wurde Chaliapin als Mephistopheles im Jahr 1901 an der Seite von Caruso als Faust schlagartig bekannt. Arturo Toscanini dirigierte damals an der Mailänder Scala Arrigo Boitos Mefistofele.

Ende Januar 1902 machte Chaliapin in Moskau die ersten sechs kommerziellen Tonaufnahmen für die The Gramophone and Typewriter Ltd., Ende Februar 1902 folgten vier weitere. Die daraus resultierenden 25 cm Platten erschienen im Frühjahr 1902 als Erstauflage mit so genanntem "large flush red label" und auf 12 Uhr in den Spiegel eingeritzter Katalognummer. Die Rückseite zierte lediglich die "Reproduced in Hanover" Inschrift. Da sie als Neuerscheinung im Westen so gut wie nicht verkauft wurden, und der Export von nationalem Kulturgut aus Russland später verboten war, sind nur wenige Einzelexemplare bei hiesigen Schallplattensammlern angekommen.

Hier ist das Label der Erstauflage von Chaliapins zweiter Aufnahme von Januar 1902 mit dem Lied O thou red sun, Op. 10 No. 1 von Michail Slonov mit Klavierbegleitung. Die Matrizennummer ist 573x-N3L-2z, Toningenieur war William Sinkler Darby.



Soundfile:
Link - Hier klicken

Mein Lieblingsstück von Chaliapin ist das Volkslied "Die Nacht" [Nochenka], aufgenommen a capella im Februar 1902, Matrizennummer 621x-Nl-2z. Darby war auch hier der Toningenieur. Er machte, von Tiflis kommend, Ende Februar 1902 extra einen Abstecher nach Moskau, um vier Aufnahmen von Chaliapin zu erhalten.

Das zeigt schon, welche Bedeutung die Schallplattenfirma diesem Künstler zumaß. Über seine Bezahlung ist nichts bekannt, ich gehe aber davon aus, dass es ein Mehrfaches dessen war, was Caruso im April 1902 bei seinen ersten Aufnahmen bekam. Die Nachfrage blieb allerdings hinter den Erwartungen zurück. Wenn man davon ausgeht, dass jeder Stempel für tausend Pressungen gut war, wurden nur zwei- bis dreitausend, im Einzelfall fünftausend Stück von jeder Platte hergestellt. Dies war auch die Folge der kurz nach 1900 rechtlich noch uneingeschränkten Raubpresserei in Russland.

Hier ist eine Stamper III Pressung von "Die Nacht". Gepresst wurde diese Platte c. 1904.



Soundfile:
Link - Hier klicken

In einem französischen Grammophon-Katalog von Anfang 1903 sind immerhin zwei von Chaliapins frühen Aufnahmen gelistet, zusammen mit einem sehr schönen Portrait, wobei die Katalognummern nicht ganz korrekt wiedergegeben wurden. Weitere Platten standen auf einer Liste die man extra anfordern musste.





Auf dieser Seite ist der komplette Katalog abgebildet, der nur die Luxusplatten mit rotem Etikett auflistet. Er ist fälschlicherweise mit 1904 datiert, obwohl die spätesten darin vorkommenden Aufnahmen von Dezember 1902 sind: Link - Hier klicken

[ Bearbeitet Mi Mai 30 2018, 11:17 ]
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Barnabás
Sa Jan 25 2014, 00:21
Dabei seit: Mi Jul 04 2012, 20:37
Einträge: 658
@Starkton:
Danke für Deine Mühe.
Schöne kleiner Überblick.

Gruss B.
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Willi-H-411
Mo Jan 27 2014, 09:23
Dabei seit: Mi Okt 12 2011, 11:42
Wohnort: Ruhrpott
Einträge: 1368
Sehr interessanter Artikel.

Zu Schaljapins Geburtsdatum scheint es mehrere Versionen zu geben. In dem Buch "Große Stimmen", von Jens Malte Fischer, steht:

Am 11. Februar(gelegentlich wird auch der 13. genannt) 1873 wurde er in Ometawa in der Nähe der alten Tatarenstadt Kasan geboren.


Die Umschreibung der "einfachen Verhältnisse" scheint die tatsächliche Situation, in der Schaljapin aufwuchs, zu verschönen. In besagtem Buch steht:

...die Mutter mußte bis zur Bettelei heraubsteigen, um den allernötigsten Unterhalt für die Familie zu erhaschen...


Über den Vater wird berichtet, daß er "ein Tagelöhner und Trunkenbold" war. Über Schaljapin steht:

Als Kirchensopran begann er und verdiente sich schon früh das Geld mit choristischer Mitwirkung bei einer Operettentruppe


Und weiter:

1890 tauchte sein Name zum erstenmal auf einem Theaterzettel auf: Bei der Semjonow-Smarski-Operntruppe sang er den Truchseß, den Vater von Halka in Moniuszkos Oper, ohne je eine richtige Gesangsstunde genossen zu haben, geschweige denn eine Bühnenausbildung. 1892 nahm ihn der Tenor Dmitri Usatow in Tiflis als Schüler an und führt, unter Verzicht auf ein Honorar, die offensichtlich vorhandene Naturstimme in die richtigen technischen Bahnen.


VG Willi


[ Bearbeitet Mo Jan 27 2014, 09:24 ]
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Starkton
Mo Jan 27 2014, 11:27
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Vielen Dank für die Ergänzung. Mit Chaliapin als Kind hätte man sicher nicht tauschen mögen.

Ich hänge einen Auszug aus dem Großen Sängerlexikon von Kutsch/Riemens, Band 4, 3. Auflage, München 1997, S. 3079f an. Das Geburtsdatum werde ich oben auf den "11. oder 13. Februar" ändern. Kutsch/Riemens irren übrigens was das Datum von Chaliapins ersten Schallplattenaufnahmen in Moskau betrifft.




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Musikmeister
Di Jan 28 2014, 20:42
Autor
Dabei seit: So Aug 21 2011, 21:23
Wohnort: Hamburg
Einträge: 947
Bzgl. seines Geburtsdatums führt das Tonkünstlerlexikon der Musikabteilung der Preußischen Staatsbibliothek in der 13. Auflage von 1927 den 13.02.1873 an.
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Folgende Infos finden sich ausserdem noch in den Electrola-Katalogen von 1927 sowie 1931:
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joha
So Feb 02 2014, 16:18
Dabei seit: Mo Mär 26 2012, 15:45
Wohnort: Dresden/Sachsen
Einträge: 1004
Bilder aus dem 1938 erschienen Buch -Künstler plaudern-copy 1940
von H.E.Weinschenk aus meinem Archiv








Gruss joha
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Starkton
So Feb 02 2014, 16:24
Dabei seit: Mi Okt 05 2011, 21:47
Wohnort: Berlin
Einträge: 1927
Es ist wenig bekannt, dass Feodor Chaliapin auch ein begabter Zeichner und Karikaturist war. Hier ist ein signiertes Selbstportrait, entstanden Anfang der 20er Jahre im The Coffee House Club, einem exklusiven Herrenclub in New York. Der Bassist war nach seinen gefeierten Auftritten an der Metropolitan Oper der bestbezahlte Opernsänger, und einer der bekanntesten Männer der Stadt.

Chaliapin war einer Einladung zum Abendessen von Clubmitbegründer Frank Crowninshield, Direktor der berühmten Zeitschrift "Vanity Fair," gefolgt. Unter den prominenten Gästen an diesem Abend war auch der kubanische Graphiker Conrado Walter Massaguer, Direktor des Magazins "Social," herausgegeben zwischen 1916 und 1933 in Havanna. Chaliapin überreichte ihm sein Selbstportrait, welches im Februar 1923 im "Social" abgedruckt wurde.

Hier ist die Originalzeichnung, gefolgt vom Abdruck von 1923 und der Titelseite.








[ Bearbeitet Sa Feb 08 2014, 22:23 ]
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Musikmeister
Mo Feb 03 2014, 19:37
Autor
Dabei seit: So Aug 21 2011, 21:23
Wohnort: Hamburg
Einträge: 947
siehe auch Link - Hier klicken

[ Bearbeitet Mi Mai 30 2018, 11:18 ]
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Grammophonteam
Fr Mär 07 2014, 20:26
Seitenbetreiber

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Einträge: 2085


Illustriere Zeitung, Heft 5, Januar 1926
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Grammophonteam
Do Mär 20 2014, 21:59
Seitenbetreiber

Dabei seit: So Sep 04 2011, 14:54
Wohnort: In den tiefen des Netzes ;)
Einträge: 2085
1934
Fjodor Schaljapin hat sich ein Haus in Kitzbühel gekauft...








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Barnabás
Fr Mär 21 2014, 23:06
Dabei seit: Mi Jul 04 2012, 20:37
Einträge: 658
Schaljapin im Titelblatt der "Skizzen" vom Oktober 1931.


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snookerbee
Fr Mär 21 2014, 23:23
"Urgestein"

Dabei seit: Fr Apr 15 2011, 20:12
Einträge: 1755


Camden, New Jersey, 18.März 1927 (Victor-Aufnahme)

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Camden, New Jersey, 16. März 1927 (Victor-Aufnahme)

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[ Bearbeitet Mi Mai 30 2018, 11:19 ]
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Grammophonteam
Fr Mär 28 2014, 21:14
Seitenbetreiber

Dabei seit: So Sep 04 2011, 14:54
Wohnort: In den tiefen des Netzes ;)
Einträge: 2085
In memoriam - Fedor Schaljapin 1938






Die Bühne, Heft 470, April 1938
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SchellackFreak
Di Mai 06 2014, 17:15
SchellackFreak

Dabei seit: Mi Sep 16 2009, 22:06
Einträge: 481
Artikel aus...
Das Magazin - Ausgabe Nr. 6 Februar 1925










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Webseite
humoresk
Sa Aug 09 2014, 14:28
Autor

Dabei seit: So Jun 10 2012, 16:06
Einträge: 378
Zwei weitere Bilder des Künstlers:





Bildunterschrift: "Der Künstler lauscht seiner Aufnahme".


Liebe Grüße

Josef

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