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Foren > Schellackplatten > Digitalisierung und Klangrestaurierung
direktes Digitalisieren über einen Plattenspieler?
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Moderatoren: SchellackFreak, berauscht, Grammophonteam, Formiggini, krammofoon, Limania, Der_Designer Dieser Thread ist nun geschlossen
Autor Eintrag
Tournois
Sa Mai 16 2015, 16:31 Druck Ansicht
Gast
Jetzt habe ich hier einiges lesen können über das Digitalisieren per Aufnahmegerät und über Plattenspieler per Kabel, PC etc., aber..... ich habe so gut wie nix verstanden!

Leider bin ich diesbezüglich absoluter Laie, daher meine Frage:

Gibt es einen Plattenspieler über den man sowohl die Schellacks ablaufen, als auch direkt in mp3 umwandeln kann, ohne diesen an den PC/Laptop anschließen zu müssen?
Quasi nach dem Motto: Schellack drauf, USB-Stick rein, abspielen und gleichzeitig umwandeln und speichern?!

Wenn ja, ist sowas empfehlenswert?

Brauche das eigentlich nur um die Musik meiner Schellacks umzuwandeln und auf mein Schmierphon zu spielen, damit ich sie immer dabei habe... *musik
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Limania
Sa Mai 16 2015, 17:13
Dabei seit: Mo Mai 21 2012, 15:14
Einträge: 1157
Solche Plattenspieler gibt es, hier zum Beispiel: Link - Hier klicken

Viel Ahnung hab ich auch nicht davon, aber soweit ich weis sind diese neuwertigen Plattenspieler nicht so gut geeignet für Schellackplatten.

LG Limania
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Tournois
Sa Mai 16 2015, 17:16
Gast
Nun ja, geht eigentlich nicht darum diese mp3s irgendwo hochzuladen und zu präsentieren.
Möchte die Musik nur auf meinem Schmierphone haben und unterwegs mal hören können.

Habt Ihr da irgendwelche Tipps für Geräte die das leisten können und für diese Zwecke empfehlenswert sind?
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veritas
Sa Mai 16 2015, 18:36
Dabei seit: Do Jun 28 2012, 17:52
Wohnort: Allgäuer Provinzpampa
Einträge: 459
Auch wenn die Artikelbeschreibungen verlockend klingen und die Produktfotos schön ausschauen, kann ich Dich nur vor dem Kauf eines solchen "Alleskönner-Plattenspielers" warnen. Diese Geräte á la Silvercrest, Ion, Crosley, Auna, Q-Sonic und Co. sind in der Regel Laufwerke von schlechter Qualität. Sie sind für Plattenspieler das, was die indischen Crapophone für Grammophone sind.

Ich habe solche Fabrikate bei einem Freund mal ausprobieren können und war entsetzt. Ich bin mir ziemlich sicher, daß Du mit sowas nicht glücklich wirst.

Die Probleme fangen mit dem Leiern vieler Laufwerke an, denn der Gleichlauf ist nicht immer aber recht oft katastrophal. Der Tonabnehmer ist sehr oft ein Kristallsystem, das wegen seiner harten Nadelaufhängung ohnehin Vinyl kaputt macht.

Für Schellacks brauchst Du dann zusätzlich noch eine passende Nadel mit größerer Verrundung für die breiteren Rillen. Diese Nadeln sind nie im Lieferumfang enthalten und werden in der Regel auch nicht vom Hersteller dazu angeboten. Du mußt dann also herausfinden, welcher Tonabnehmer es genau ist und Dich an einen anderen Händler wenden. Also selbst wenn 78 UpM und Schellackfähigkeit beworben werden, brauchst Du noch einen passenden Nadelträger.

Wenn Du halbwegs sinnvolle Resultate möchtest, auch nur zum Selberhören, dann könnte ein DJ-Plattenspieler mit Moving Magnet-System über Line-In mit einem Digitalrecorder verbunden werden. Das wäre dann auch ohne Computer möglich. Das Ergebnis wäre auf jedenfalls deutlich besser:

Dieser Plattenspieler wäre bei einem neuen Modell die wohl unterste zu empfehlende Klasse:

Link - Hier klicken

Einen gebrauchten DUAL mit Vorverstärker dürfte es ggf. für noch deutlich weniger Geld geben.
In jeden Fall brauchst Du auch da eine passende Schellacknadel (oft ca. 30-40 Euro) und einen Digitalrecoder, wie den Tascam DR-05 z.B.:

Link - Hier klicken

Den Kauf eines billigen All-in-One-Gerätes wirst Du ganz bestimmt schnell bereuen.
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Charleston1966
Sa Mai 16 2015, 19:45
Dabei seit: Mo Nov 12 2012, 11:19
Wohnort: Im Schwabenländle
Einträge: 379
Hallo Tournois, dazu kommt, daß in solchen Drehern Vorverstärker eingebaut sind, die nach RIAA Entzerren, also nur für LP/S geeignet sind. Schellacks haben andere Entzerrkurven du würdest zuviele Höhen verlieren, die Folge wäre ein dumpfer, zum Teil Baßüberbetonter Klang, denn meist wurden die Höhen bei der Aufnahme nicht angehoben. Auch traue ich dem oben gezeigten Riemenantrieb nicht viel Gleichlauf zu und lange halten wird er vermutlich auch nicht. Meine Empfehlung entweder einen gut erhaltenen Plattenspieler z. B. Dual einen für Schellacks passenden Vorverstärker und dann entweder ein Digitalrecorder oder ran an die Soundkarte vom PC, die mp3 kann man ja später auf ein mp3 Player, Smartphone oder ähnliches überspielen. Oder einen guten DJ Plattenspieler z.B. Audio Technica AT LP 120 Link - Hier klicken , oder Reloop RP 4000 M3D Link - Hier klicken , diese Geräte kosten so zwischen 300 und 350.-€ haben einen sehr robusten Direktantrieb und man ist frei in der Tonabnehmerwahl. Auf jeden Fall hast du damit lange Zeit Freude damit.Diesen kann man dann auch an Digirecordern und PC`s anschließen.

LG
Karlheinz

[ Bearbeitet Sa Mai 16 2015, 19:46 ]
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Rundfunkonkel
Sa Mai 16 2015, 19:49
Dabei seit: So Jul 03 2011, 16:48
Wohnort: Umkreis Köln
Einträge: 1080
Nachtrag: der teuerste Plattenspieler bringt nichts, wenn kein zu den jeweiligen Platten passender Entzerr-Vorverstärker vorhanden ist (nein, nicht mit den üblichen RIAA Entzerrern verwechseln!). Was bei manchen späteren 50er Jahre Schellacks noch halbwegs funktioniert, endet bei der Vielzahl immer älterer Scheiben in meist frustrierender Minderung der Wiedergabegüte.
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veritas
Sa Mai 16 2015, 21:04
Dabei seit: Do Jun 28 2012, 17:52
Wohnort: Allgäuer Provinzpampa
Einträge: 459
Die RIAA-Entzerrung ist natürlich nicht ganz korrekt, das sehe ich aber schon bei der grundsätzlichen Kauferwägung einer "Plastikfräse" nicht mehr wirklich so relevant.

Den AT LP 120 kann ich auch sehr empfehlen, ich habe ihn als Drittspieler in den USA in Gebrauch und kann mich nicht beschweren.

uch die meisten Schellacks aus den 20ern lassen sich durchaus noch ganz passabel mit einem RIAA-Vorverstärker anhören. Bei neueren Plattenspielern ist ein eingebauter VV auch immer abschaltbar, d.h. später kann man sich immer noch mit einem hochgezüchteten Spezialvorverstärker ausstatten. Erst letzten Monat hat sich ein befreundeter Sammler auch den AT-LP120 zugelegt. Zuvor hatte er nur akustisch gespielt und ist selbst vom Klang mit dem RIAA-Vorverstärker völlig begeistert. Für den Anfang geht es nämlich auch so.
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Tournois
So Mai 17 2015, 10:34
Gast
Also erst einmal herzlichen Dank für diese vielen guten Tipps!!
Als Technik-Laie werfen sich mir jedoch wieder einige Fragen auf, die ich Euch gerne stellen möchte.

Aber zuerst einmal eine kleine Beschreibung meiner technischen Voraussetzungen:

1. Im Büro einen PC, wenig Platz für andere technische Spielereien. Hier stehen auch meine beiden Koffergrammophone und die Shellaks. Wenn ich hören möchte nehme ich mir alles mit in`s Erdgeschoß/Wohnzimmer.

2. Im Wohnzimmer, in einem Regal, eine kleine Kompaktanlage. Meine Frau lässt sich leider nicht überzeugen dort etwas anderes aufzubauen. (Brotkasten mit Röhre z.B. *radio )

Somit war für mich ein "All-in-one" Gerät die erste Überlegung. Eines, das ich meiner Frau noch verkaufen könnte, da sie dort ihre alten Vinyls auch noch hätte abspielen können!

Zu meinen Fragen:

1. Kann man einen Digitalrecorder für die Aufnahme auch per Kabel anschließen, oder muß ich den halten, damit ich aufnehmen kann?

2. Ist der Vorverstärker in die Plattenspieler eingebaut oder handelt es sich dabei um ein separates Gerät (Entzerrvorverstärker) das noch zwischengeschaltet werden muß?

3. Brauche ich für einen z.B. Audio Technica AT-LP120 einen Verstärker, wie z.B. für eine Anlage, oder ließe er sich auch an eine kleine Kompaktanlage anschließen?

4. Wenn ich, z.B., einen Audio Technica AT-LP120 nehmen würde, welche zusätzlichen Geräte wären notwendig um überspielen zu können?

5. Wenn ich den Audio Technica AT-LP120 an meine Kompaktanlage anschließen kann, so sollte doch auch eine normale Wiedergabe der Schellacks möglich sein?

Ihr seht, meine technischen Voraussetzungen/Kenntnisse sind nicht gerade üppig. Und da ich für meine vielfältigen Hobbys leider nicht unbeschränkte finanzielle Mittel zur Verfügung habe, suche ich nach einer erschwinglichen Alternative die ich, vom Platz her, auch meiner Frau verkaufen kann!




[ Bearbeitet So Mai 17 2015, 10:43 ]
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veritas
So Mai 17 2015, 12:36
Dabei seit: Do Jun 28 2012, 17:52
Wohnort: Allgäuer Provinzpampa
Einträge: 459
Ich kommentiere mal direkt unter Deinen Fragen, das erleichtert die Nachvollziehbarkeit:

1. Kann man einen Digitalrecorder für die Aufnahme auch per Kabel anschließen, oder muß ich den halten, damit ich aufnehmen kann?
Ja, das geht natürlich ohne weiteres. Die Geräte haben alle auch Mikrofone eingebaut, für diese Anwendung nimmt man aber die sog. "Line-In"-Buchse. Der DR-05 hat eine Buchse für externe Mikrofone und Line-In. Über ein Menü im Gerät stellt man einfach ein, welche Betriebsart man nimmt. Zur Erklärung: Mikrofone haben etwa nur einen Bruchteil der Eingangsspannung wie Line-In. Deshalb muß man da unterscheiden, sonst wird alles fürchterlich übersteuert oder viel zu leise. Aber wie gesagt, das geht hier ohne Probleme.

2. Ist der Vorverstärker in die Plattenspieler eingebaut oder handelt es sich dabei um ein separates Gerät (Entzerrvorverstärker) das noch zwischengeschaltet werden muß?
Beim AT-LP120, wie auch bei den Reloops ist in der Regel ein VV nach RIAA-Entzerrung (also für Vinyl) eingebaut. Den kannst Du mit einem kleinen Schalter auf der Rückseite ein- und ausschalten. Im eingeschalteten Zustand bekommst Du aus dem Plattenspieler direkt ein Signal für den Line-In heraus. Bei ausgeschaltetem VV kannst Du einen eigenen VV dahinter setzen, z.B. einen speziellen für Schellacks. Dafür kannst Du dich aber auch später noch entscheiden. Für den Anfang tut es erstmal der eingebaute auch.

3. Brauche ich für einen z.B. Audio Technica AT-LP120 einen Verstärker, wie z.B. für eine Anlage, oder ließe er sich auch an eine kleine Kompaktanlage anschließen?
Im Prinzip siehe Antwort zu Nr 2. Nein, Du kannst erstmal den eingebauten VV nehmen und ihn direkt an eine Kompaktanlage anschließen, sofern diese Anlage einen Eingang für zusätzliche Geräte hat. Dieser wird in der Regel AUX (für Auxiliary) genannt. Ggf. benötigt Du ein Adapterkabel, da einige Cinch- andere wiederum die kleineren Klinkenbuchsen haben. Solche Kabel sind aber z.B. bei Amazon oder eBay für kleines Geld zu haben.

4. Wenn ich, z.B., einen Audio Technica AT-LP120 nehmen würde, welche zusätzlichen Geräte wären notwendig um überspielen zu können?
Also: 1. Ein geeigneter Digitalrecorder, 2. Eine Schellacknadel, 3. je nach Wunsch auch ein anderer Tonabnehmer, 4. Später evtl. mal ein spezieller Vorverstärker

5. Wenn ich den Audio Technica AT-LP120 an meine Kompaktanlage anschließen kann, so sollte doch auch eine normale Wiedergabe der Schellacks möglich sein?
Ja, ohne weiteres. Hier kannst Du die oft mit RIAA-Vorverstärkern etwas kräftigeren Bässe auch einfach am Klangregler etwas abschwächen.


Ich hoffe, das war jetzt soweit verständlich formuliert. Du kannst dank Digitalrecorder (der mit Batterien/Akkus betrieben wird), auch im Wohnzimmer Überspielungen machen und diese später am Computer im Büro bequem nachbearbeiten/schneiden. So mache ich das mit Überspielungen von Vinyl, da ich im Wohnzimmer einen eigenen Plattenspieler dafür habe. Die Dateien überspielst Du in den Rechner ähnlich wie die Bilder von einer Digitalkamera.

ps.: Es freut mich wirklich, daß wir Dich von so einem Plastikspieler wohl abbringen konnten. Nicht selten schlagen viele diese Warnung in den Wind und haben später aber keine Freude daran.

[ Bearbeitet So Mai 17 2015, 12:55 ]
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Tournois
So Mai 17 2015, 15:11
Gast
Wow...

Das war mal ausführlich und selbst für mich Technik-Noob vollends verständlich!!

Ich bin der Meinung das man von Spezialisten, wie sie hier zu finden sind, ruhig einen Rat annehmen kann. Wer das nicht tut ist selber schuld und darf hinterher nicht Jammern.
Ich kenne die Problematik aus meinen anderen beiden Hobbys, denen ich 15, bzw. 20 Jahre nachgehe. Da gibt es auch viele "Beratungsresistente", die zwar gerne die Meinung eines Spezialisten einholen, aber es dann doch anders machen, wenn ihnen die Antwort nicht gefällt, oder sie nicht ihren Wünschen entspricht.

Neben den Fragen, die ich hier stelle, lese ich paralell noch Foreneinträge, technische Beschreibungen, schaue mir die empfohlenen Geräte an, vergleiche sie und versuche mir ein Bild zu machen etc.! Ebenso versuche ich mich durch das "Technik-Kauderwelsch" durchzufinden.

Woran ich im Moment noch knabbere sind die verschiedenen Nadeln/Tonabnehmer. Da muß ich mich noch reinarbeiten.
Ich bin bisher davon ausgegangen das für den Plattenspieler der Tonabnehmer direkt mit Nadel ausgestattet ist.
Kann man die Nadel auch separat wechseln, oder gibt es für Schellackplatten extra Tonabnehmer mit entsprechenden Nadeln (für die Plattenspieler)?
Gibt es Kriterien auf die ich besonders achten sollte?

[ Bearbeitet So Mai 17 2015, 15:13 ]
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B_Diehr
So Mai 17 2015, 16:58
Dabei seit: Mi Sep 17 2014, 09:40
Einträge: 97
Nur so ein zusätzlicher Gedanke.
Du hast zwei Koffergrammophone, die sind in spielfähigem Zustand. Wenn du dir einen Digitalrecorder (ich habe ein Zoom h2n) kaufst kannst du den auch einfach vor dein Grammophon stellen und mit den eingebauten Mikrophonen aufnehmen. Die Qualität entspricht dann so ca. 1 zu 1 dem deines Grammophons.
Mein Recorde hat eine eingesteckte Speicherkarte die ich mittels Lesegerät am Rechner auslesen kann um dort zu z.B. mp3 umwandeln, als CD brennen, den I-Pot füllen kann. Andere Möglichkeit ist USB, Zoom hat da auch den passenden Anschluß.
Wenn du mit der Qualität mal nicht mehr zufrieden bist kannst du immer noch aufrüsten und einen Plattenspieler mit Tonabnehmer und verschiedenen Nadeln anschaffen. Der Digitalrecorder dient dann eben als Mittler zwischen Plattenspieler und PC, wie die Kollegen oben schon beschrieben haben.

Grüße

B. Diehr

[ Bearbeitet So Mai 17 2015, 17:02 ]
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Rundfunkonkel
So Mai 17 2015, 18:06
Dabei seit: So Jul 03 2011, 16:48
Wohnort: Umkreis Köln
Einträge: 1080
Noch etwas zum nachlesen zum Thema Entzerrung, inklusive einiger Beispiele für verschiedene Kurven (unten):

Link - Hier klicken

Man kann sich so einen kleinen Vorverstärker für Schellacks auch selber bauen, inkl. einem gebrauchten Plattenspieler - denke ich aus eigener Erfahrung sagen zu dürfen - landet man damit evtl. sogar unter 100 Euro, selbst mit einem neuen Pickup mit Nadel dazu.

[ Bearbeitet So Mai 17 2015, 18:08 ]
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veritas
So Mai 17 2015, 18:18
Dabei seit: Do Jun 28 2012, 17:52
Wohnort: Allgäuer Provinzpampa
Einträge: 459
Das Aufnehmen vom Grammophon geht natürlich auch, sofern Du die Platten mit Stahlnadel spielen willst. Allerdings setzt das eine ruhige Umbegung voraus, die man erstmal haben muß. Qualitativ kann es aber mitunter besser wirken als die elektrische Überspielung in Rohfassung.

Zum Tonabnehmer:

Einige Plattenspieler kommen bereits mit einem Tonabnehmer und einer Nadel dazu, letztere eigentlich immer nur für Vinyl. D.h., die Nadelverrundung ist zu klein und wabert bei einer breiten Normalrille (Vinyl hat eine Mikrorille) auf dem Boden herum. Das hört man dann deutlich in Form eines zischelnden Rauschens, das sich immer wieder verändert.

Beim AT-120LP müßte es sich um ein AT95-System mit Vinylnadel mit elliptischen Schliff handeln.
Für Schellackplatten gibt es zwar passende Nadeln, aber mit nur etwa 2,5g Auflagegewicht sind die Nadeln meistens zu weich aufgehängt. Bei kleinen Unebenheiten hüpft eine Nadel noch mit 3g gern aus der Rille.

Die Meinungen, welcher Tonabnehmer am besten werkelt, gehen natürlich immer auseinander. Einer meiner Favoriten ist das Stanton 500, das man gebraucht mit Headshell schon für unter 45 Euro bekommen kann. Dazu verwende ich eine Nachbau-Nadel von Pfanstiehl mit 76µm Verrundung von einem US-Händler für gute $30. Ich habe noch weitere Größen, aber die 76er ist eine gute Universalgröße. Bei den Nadeln für Stanton gefällt mir vor allem die gute Gastustheit und das mögliche hohe Auflagegewicht. Beim Stanton kann man bei einigen Nadelträgern bis auf 8g gehen, 4-5g nehme ich meistens.
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Tournois
So Mai 17 2015, 20:47
Gast
Ist es eigentlich egal ob ich den Audio-Technica AT-PL120 oder den Audio-Technica AT-PL120-USB nehme?
So wie ich das verstehe ist Letzterer der Nachfolger?!
Ich bin im Moment mit so vielen Infos zugeschüttet, dass ich das Gefühl habe etwas den Überblick zu verlieren....

*wahh

Trotzdem DANKE und weiter so!!

[ Bearbeitet So Mai 17 2015, 21:02 ]
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veritas
So Mai 17 2015, 21:45
Dabei seit: Do Jun 28 2012, 17:52
Wohnort: Allgäuer Provinzpampa
Einträge: 459
Ja, Du kannst da ganz nach dem Preis gehen, ob der jetzt noch den USB-Ausgang *kotz hat oder nicht, ist völlig egal. Dahinter verbirgt sich nichts Besonderes. In der USB-Version ist eine externe Soundkarte im Plattenspieler zusätzlich verbaut, die man mit dem Computer als eigenes Aufnahmegerät verbinden kann. Qualitativ halte ich von diesen Zusätzen recht wenig, stören tun sie aber auch nicht, wenn man sie nicht benutzt.

Hier ging vorhin übrigens ein schönes Stanton 500 mit Headshell über den Auktionstisch: Link - Hier klicken
Sowas würde ich Dir auch zum Plattenspieler empfehlen. Wenn Du kurzfristig so ein System und eine passende Nadel (76µm) brauchst, dann kannst Du mir auch eine PM schicken. Ich habe eine zeitlang mehrere dieser Tonabnehmer als Vorrat gekauft und auch immer ein paar Nadelträger da. 2012 geisterte die Nachricht durch das Netz, daß nach der Übernahme durch Gibson keine Tonabnehmer mehr produziert würden. Jetzt, drei Jahre später, sind sie allerdings noch immer offiziell gelistet. Ich vermute daher, daß es ein Gerücht war.

Und keine Sorge, Du schlägst dich bislang sehr wacker! *brille
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Rundfunkonkel
So Mai 17 2015, 21:58
Dabei seit: So Jul 03 2011, 16:48
Wohnort: Umkreis Köln
Einträge: 1080
Da hier auch Meinungen geschrieben wurden: ich würde lieber das selbe Geld für einen sehr guten Nobeldreher aus alter Produktion ausgeben als für modernes Gerät mit reichlich Plastmaterial.
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Tournois
Mo Mai 18 2015, 09:04
Gast
@lle
Danke für die vielen Infos! Bin hocherfreut!

@veritas

Danke für das Angebot!!

Noch eine Frage: Bei dem Angebot war eine Schraube auf dem Headshell (+2g).
Was hat es damit auf sich?
In Euren Beschreibungen wird ja auch das Auflagegewicht erwähnt. Bis eben bin ich davon ausgegangen das dieses am Gegengewicht am Ende des Tonarmes eingestellt wird.
Brauche ich also ein Headshell mit diesem zusätzlichen Gewicht?
Den Stanton 500 gibt es in verschiedenen Ausführungen/Bezeichnungen, wie z.B. 500-II, 500-V3 etc. Diese sind aber vermutlich für andere "Dreher" oder Systeme?

@RFO
Was verstehst Du unter "Nobeldreher"?
Hättest Du eventuell ein paar Beispiele (mit Link) dafür?
Nur damit ich mir ein besseres Bild machen kann...

Schon mal Danke für alle weiteren Antworten!

[ Bearbeitet Mo Mai 18 2015, 09:12 ]
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veritas
Mo Mai 18 2015, 14:45
Dabei seit: Do Jun 28 2012, 17:52
Wohnort: Allgäuer Provinzpampa
Einträge: 459
Sodele, und weiter geht's:

Noch eine Frage: Bei dem Angebot war eine Schraube auf dem Headshell (+2g).
Was hat es damit auf sich?
Manche Headshells haben ein Schraubloch oben, um so ein Extragewicht in Form einer Rändelschraube anzubringen. Die gibt es als 2g und 4g-Ausführung. Damit wird die Gesamtmasse des Tonarms erhöht und die so die Trägheit vergrößert. Bei Problemplatten kann das sehr hilfreich sein.

In Euren Beschreibungen wird ja auch das Auflagegewicht erwähnt. Bis eben bin ich davon ausgegangen das dieses am Gegengewicht am Ende des Tonarmes eingestellt wird.
Richtig, justiert wird das Auflagegewicht durch Drehen am Gegengewicht. Zuerst stellt man den Antiskating-Knopf (kleiner Drehknknopf der das Ziehen der Nadel nach innen ausgleicht) auf 0 und dreht dann am Gegengewicht, bis der Tonarm (mit Headhsell, System und Nadel dran) nivelliert ist - also völlig gerade freisteht, wie eine Waage.Dann drehst Du nur die Skala des Gegengewichtes auf 0, nicht das Gewicht selbst. Jetzt kannst Du präzise das Auflagegewicht mit der Skala einstellen. Die Genauigkeit ist damit erstaunlich gut.
Aber: Die Nadelträger der verschiedenen Tonabnehmer sind jeweils auf einen bestimmten Bereich eines Auflagegewichtes ausgelegt. Bei Vinyl liegt das in der Regel bei nicht mehr als 3.5g, viele teure System spielen schon mit unter 2g Auflage. Für Schellackplatten ist das aber nichts, weil bei der hohen Geschwindigkeit schon kleine Wellen zum Problem werden können. Deshalb sollte bei Schellack mit höheren Gewichten gearbeitet werden. Beim dem harten Material ist das in der Regel völlig unkritisch und noch Lichtjahre von den etwa 120g einer akustischen Schalldose mit Stahlnadel entfernt.
Du bekommst zwar für recht viele Tonabnehmer Schellacknadeln, allerdings sind viele davon zu weich aufgehängt, sie lassen also nur ein sehr geringes Auflagegewicht zu. Bei vielen, nicht ganz perfekten, Schellacks kommen dann schnell die Frustmomente auf.
Deshalb habe ich mich vor 17 Jahren für das Stanton 500 entschieden, weil dessen Nadelträger soviel Erlauben, wie bei keinem anderen System in der bezahlbaren Klasse.

Das hier wäre z.B. ein passendes System mit passender Headshell: Link - Hier klicken


Brauche ich also ein Headshell mit diesem zusätzlichen Gewicht?
Nein, Du kannst erst einmal alles ohne Zusatzgewicht verwenden. Wenn es dann mal Probleme gibt, dann tut auch eine kleine Münze mit einem PowerStrip darunter, denn die Schräubchen sind nicht so leicht zu kriegen und dann oftmals zu teuer.
Als Headshell brauchst Du für den AT-120LP eine mit SME-Standardanschluß, der sehr verbreitet ist. Ich sehe gerade, daß hier eine sogar mit den Gewichten günstig angeboten wird: Link - Hier klicken


Den Stanton 500 gibt es in verschiedenen Ausführungen/Bezeichnungen, wie z.B. 500-II, 500-V3 etc. Diese sind aber vermutlich für andere "Dreher" oder Systeme?
Zur Bezeichnung: 500, -II, TH-, V3 wird alles funktionieren. TH bedeutet z.B. nur, daß der Tonabnehmer mal mit einem Thorens-Plattenspieler ausgeliefert wurde. Was sich meistens nur geändert hat, das war die mitgelieferte Vinyl-Nadel und die Farbe des Tonabnehmers. Intern ist das alles fast gleich und die geänderten Daten resultieren vorwiegend nur aus der Nadel, die aber für alle 500er passend ist. Wichtig ist nur, daß Du bei der 500 bleibst und nicht etwa ein 520 oder anderes nimmst. Nur ein Stanton 400 wäre auch passend, die hat es (unverständlicher Weise) aber nur mal ganz kurz gegeben.
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Rundfunkonkel
Mo Mai 18 2015, 17:34
Dabei seit: So Jul 03 2011, 16:48
Wohnort: Umkreis Köln
Einträge: 1080
... wobei nicht unbedingt jeder Tonabnehmer an jedem Plattenspieler (... Tonarm) richtig funktioniert. Nadelnachgiebigkeit und die Masseträgheit des Tonarmes müssen zusammen passen. Es nutzt - nach meiner Erfahrung - auch wenig die Trägheit bei einem leichten Arm durch Zusatzmasse zu weit heraufzusetzen, da das dann zu unerwünschter Trägheit mit Schlingern bei unrunder Rillenführung führen kann. Das wirft im einfachsten Falle die Nadel aus der Rille, im schlimmsten Fall beschädigt es die Spitze des Abtastdiamanten oder -saphir.

Um das alles zu verstehen empfehle ich in einschlägigen Plattenspieler-Foren mal nach der Einrichtung und Hinweisen zu High-End-Geräten zu suchen.

Kurze Antwort zu meinem Begriff "Nobeldreher": schau doch einfach mal im bekannten Auktionshaus in die Plattenspieler-Ecke. Mit der Angabe "78" dürfte die gefundene Anzahl etwas schrumpfen, Dein Preisniveau könnte - wie Charleston1966 schon schrieb - beim Lenco L75 liegen. Für den Alltag reicht mir mein Dual - auch wenn es eher ein robustes Arbeitstier als ein High-End-Plattendreher ist.

Noch etwas zum Tonabnehmer. Die Nadel steht bei Vinyl etwas entgegen der Laufrichtung geneigt, bei Schellackplatten scheint der Winkel 90° (senkrecht) besser zu sein. Und ein reiner Mono-Tonabnehmer wäre den üblichen Stereo-Ausführungen vorzuziehen, weil das Mischprodukt aus zwei unabhängigen Systemhälften wegen Unsymmetrie kein echtes Mono-Signal ergibt. Die Auswahl ist allerdings nahe null, viele "Monos" sind gebrückte "Stereo".

Meine Kaufempfehlung: z. B. Dual 1215 mit Shure M75 System, und einem Eigenbau-Vorverstärker. Für das Shure gibt es genug Auswahl an Nadeln.
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